Hundsheimer Berg


Hundsheimer Berg
Hundsheimer Berg
Pfaffenberg und Hundsheimer Berg von Südwest

Pfaffenberg und Hundsheimer Berg von Südwest

Höhe 480 m ü. A.
Lage Niederösterreich
Gebirge Hundsheimer Berge
Geographische Lage 48° 7′ 56″ N, 16° 56′ 19″ O48.13222222222216.938611111111480Koordinaten: 48° 7′ 56″ N, 16° 56′ 19″ O
Hundsheimer Berg (Niederösterreich)
Hundsheimer Berg
Normalweg von Hainburg/Schlossberg, oder Hundsheim über Weißes Kreuz

Der Hundsheimer Berg ist ein breit geformter Berg am Ostrand Österreichs; er erhebt sich steil zwischen der Stadt Hainburg und der Ortschaft Hundsheim 480 m über die Donauauen, nahe dem Dreiländereck Österreich-Ungarn-Slowakei. Die Donau bildet hier zu den Kleinen Karpaten ein kurzes Durchbruchstal, das den Namen Ungarische Pforte (oder Hainburger oder Thebener Pforte) trägt und seit der Völkerwanderung gegen den Osten stark befestigt war.

Hundsheimer Berg, gesehen von Süden (Gemeinde Hundsheim)

Geologie und Geografie

Geologisch liegt das breite Bergmassiv mit flacher Gipfelregion am Übergang vom Wiener Becken zu den Kleinen Karpaten. Es besteht im Kern aus kristallinem Gestein der Tatriden mit vorgelagerten Kalkstein- und Kalksandstein-Bereichen, vor allem am Hexenberg und Pfaffenberg (331 m) am Westhang, wo sich der Römersteinbruch über dem heutigen Kurort Deutsch-Altenburg befindet. Der leuchtend helle, sich über 120 Höhenmeter erstreckende Steinbruch ist schon von weither sichtbar und liefert gutes, mit Crinoiden und anderen Versteinerungen durchsetztes Baumaterial.

Die farblich gebankten Kalke wurden großteils konkordant abgelagert, sind aber bei der „Hundsheimer Spalte“ und bei der Kalkofen-Siedlung stark verschoben und in einige S-förmige Falten gelegt. Diese Strukturen weisen auf eine hohe Beanspruchung dieses tiefen tektonischen Stockwerks der Tatriden hin.
Die Kristallin- und Kalkgesteine, die hier gemischt auftreten, bilden am Basement des Wiener Beckens (in einigen Kilometern Tiefe) eine Verbindung zu jenen der Zentralalpen und der Nördlichen Kalkalpen.

Hundsheimer Berg (Nordflanke) und Hainburger Schlossberg

Am steilen Osthang - zum Hainburger Schlossberg hin - treten Serien von Grünschiefern, Hornstein und Biotit-Quarz-Phylliten auf. Weiter östlich in einem Steinbruch bei der Ortschaft Berg wird paläozoischer, tektonisch stark verfalteter Paragneis abgebaut. Ein weiterer Steinbruch in Donaunähe (bei Deutsch-Altenburg) dient dem Strombauamt zur Befestigung der sich stetig eintiefenden Stromsohle. Der riesige Steinbruch am Pfaffenberg hingegen birgt zunehmenden Konfliktstoff zwischen Wirtschaft, Fremdenverkehr und Umweltschutz - d.h. zwischen dem Betreiber Readymix-Kiesunion, der den wachsenden Bedarf an Massenrohstoffen befriedigt, und den umliegenden Gemeinden Altenburg, Hundsheim und Hainburg bzw. einigen ihrer Kurhäuser.

Der Hundsheimer Berg weist eine spezielle Flora und Fauna auf, die bereits mit dem Klimaeinfluss des nahen Pannonien zusammenhängt. Teilweise ist sie nochmals 50 km westlicher am Wiener Laaerberg zu finden.

Er ist ein wichtiger Vermessungspunkt erster Ordnung und Ziel der maßstabsgebenden Seite des früheren österreichischen Fundamentalpunkts Hermannskogel, dem höchsten Berg Wiens. Diese Sichtlinie von 60 km Länge quert das Wiener Becken in seiner vollen Breite. Der Vermessungspfeiler steht nahe beim Gipfelkreuz und der kleinen, nur am Wochenende geöffneten Berghütte.

Seit 2006 gibt es den „Naturlehrpfad Hundsheimer Berg“, wo auf Schautafeln auch auf das in der Nähe gefundene Skelett des ausgestorbenen Hundsheimer Nashorns hingewiesen wird.

Literatur

  • ÖK 1:50.000, Blatt 61 Hainburg

Weblinks


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