Langwedel (Weser)


Langwedel (Weser)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Langwedel
Langwedel (Weser)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Langwedel hervorgehoben
52.9783333333339.194166666666722
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Verden
Höhe: 22 m ü. NN
Fläche: 76,11 km²
Einwohner:

14.621 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 192 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27299
Vorwahlen: 04232, 04235, 04297 (Haberloh)
Kfz-Kennzeichen: VER
Gemeindeschlüssel: 03 3 61 006
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Große Str. 1
27299 Langwedel
Webpräsenz: www.langwedel.de
Bürgermeister: Andreas Brandt (SPD)
Lage der Gemeinde Langwedel im Landkreis Verden
Emtinghausen Riede Dörverden Blender Ottersberg Oyten Achim Bremen Langwedel Thedinghausen Verden (Aller) Kirchlinteln Landkreis Verden Niedersachsen Landkreis Diepholz Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Heidekreis Landkreis Osterholz Landkreis Rotenburg (Wümme)Karte
Über dieses Bild

Der Flecken Langwedel ist eine Gemeinde im Landkreis Verden in Niedersachsen. Der Name leitet sich von einem Ortsteil im Südosten der Großgemeinde ab.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Langwedel liegt in der nördlichen Mittelweserregion im südöstlichen Großraum Bremen. Der 53.(nördliche)Breitengrad durchzieht das Gemeindegebiet.

Gemeindegliederung

Die Einheitsgemeinde Flecken Langwedel besteht seit der Gebietsreform 1972 aus folgenden Ortschaften:

  • Daverden (13,005 km²)
  • Etelsen (mit Cluvenhagen und Hagen-Grinden sowie Giersberg und Steinberg) (23,874 km²)
  • Haberloh (5,404 km²)
  • Holtebüttel (mit Dahlbrügge, Nindorf, Schülingen und Overing und Förth) (8,492 km²)
  • Langwedel (mit Langwedelermoor) (7,619 km²)
  • Völkersen (17,716 km²)

Insgesamt umfasst Langwedel damit einen weitgehend geschlossenen Siedlungsbereich entlang des nördlichen Weserufers. Dieser ist Teil eines größeren, geschlossenen Siedlungsbandes, das sich von Verden über Langwedel und Achim bis Bremen erstreckt.

In allen Ortschaften besteht ein Ortsrat mit Ortsbürgermeister, außer in Haberloh: hier vertritt ein Ortsvorsteher die Belange der Bevölkerung.

Geschichte

Die Ortschaft Langwedel ist erstmals urkundlich 1226 erwähnt. Sie wurde um 1250 in strategisch wichtiger Lage an der Heer- und Handelsstraße zwischen dem Stift Verden und dem Erzbistum Bremen begründet. Die Langwedeler Burg am Ortseingang war um 1222 vom Bremer Erzbischof Gerhard II. zunächst als Wasserburg errichtet worden, wurde aber fortlaufend verändert und ausgebaut. Nach dem Dreißigjährigen Krieg fiel sie 1648 an Schweden. Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg von 1675 bis 1676 wurde das schwedische Langwedel in einem Feldzug durch das Heer des katholisch-münsterschen Fürstbischofs von Galen am 27. September 1675 als Verbündeter der Staaten des Heiligen Römischen Reiches und Dänemark erobert und blieb bis zum Kriegsende 1679 alliierter Besitz. Im Zuge des Friedens von Saint-Germain im Jahre 1679 fiel Langwedel bis 1712 wieder an das evangelisch-protestantische Schweden. Die Burg soll 1675 von münsterschen Soldaten abgetragen worden sein; das trifft jedoch nach urkundlichen Überlieferungen nicht zu. Um 1770 sind die Befestigungsanlagen noch in der kurhannoverschen Landkarte dargestellt. Zerstört wurden die noch sichtbaren Überreste vermutlich ab 1866, als die Anlagen in den Besitz der preußischen Könige gelangten.

Bis 1906 stand auf den Burgresten/Burgberg eine Windmühle der örtlichen Müllerfamilie Rehbock.

Seit 1964 befindet sich hier das 2006/2007 vom Flecken Langwedel aufwändig sanierte "Burg-Bad Langwedel"(Freibad).

Bereits im Mittelalter durfte Langwedel die Bezeichnung Flecken tragen, womit nicht nur Markt-, sondern auch Standesrechte der Bürger des Ortes zugesichert wurden. Die Zusammenlegung der Ortschaften zu der Einheitsgemeinde Langwedel vollzog sich 1972. Die neue Großgemeinde wurde nach Langwedel benannt, obwohl es zu jener Zeit mit einer Einwohnerzahl, die nur halb so groß wie die der bis dahin selbstständigen Gemeinde Etelsen war, zu den kleinsten Ortschaften gehört hatte.

Politik

Gemeinderat

Der Rat besteht aus 26 Ratsmitgliedern und dem Bürgermeister

CDU SPD FDP Grüne WGL UBL Gesamt
2006 12 Sitze 9 Sitze 1 Sitz - 2 Sitze 2 Sitze 26 Sitze
2011 8 Sitze 11 Sitze - 4 Sitze 2 Sitze 1 Sitz 26 Sitze

Stand:Kommunalwahl am 11. September 2011) [2]

Bürgermeister

Seit dem 9. März 2010 ist Andreas Brandt, der bisherige Fraktionsvorsitzende der SPD im Gemeinderat, der Bürgermeister.

Sein Vorgänger Andreas Mattfeldt (CDU) ist seit der Bundestagswahl 2009 direkt gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestages und gab sein Bürgermeisteramt auf.

Wappen

Das Gemeindewappen des Fleckens Langwedel ist vom Gemeinderat am 18. April 1978 beschlossen worden.

Blasonierung: „In Grün über gewelltem silbernen Schildfuß eine durchgehende sechsgezinnte silberne Burgmauer mit Torbogen, darüber schwebend zwei schräggekreuzte Giebelbretter, die in auswärts gewendeten Pferdeköpfen enden“.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Der Flecken Langwedel liegt zwischen den zwei größten Städten des Landkreises Verden.

Während die Ostteile Langwedel und Daverden eine infrastrukturelle Ausrichtung in Richtung der Kreisstadt Verden besitzen, tendiert der Westen (Etelsen) in Richtung der Stadt Achim.

Langwedel besitzt Kindergärten, Schulen, Sport, Ärzte und Dienstleistungsangebote. Außerdem sind handwerkliche Familienbetriebe ansässig. Das große "Gewerbegebiet Daverden" ist in direkter Autobahnnähe ebenso vorhanden.

Verkehr

Allgemeines

Langwedel erstreckt sich entlang der von Bremen nach Südosten führenden Verkehrsachse, die zunächst der Weser flussaufwärts folgt und dann über Hannover letztendlich bis nach Süddeutschland führt. Daher wird das Gemeindegebiet sowohl von einer Eisenbahnhauptverbindung als auch von einer parallel dazu verlaufenden Autobahn und einer Landesstraße (L 158) durchquert.

Schifffahrt

Langwedel befindet sich an der Mittelweser zwischen Allerzufluss und Bremen. Die Mittelweser ist schiffbar und wird zur Zeit( bis 2011)im Bereich zwischen der Weser-Kanalschleuse und Achim-Baden für Großmotorschiffe ausgebaut(vertieft und verbreitert). Die Fahrgastschiffe der Reederei "Flotte Weser" machen hier Halt und legen bei der Schiffsanlegestelle an der Daverdener Kanalbrücke fast ganzjährig an.

Straße

Im April 2011 wurde eine neue Anschlussstelle der A 27 namens "Langwedel" eröffnet, um den Verkehr nicht über eine umständliche Behelfsausfahrt zu leiten. Die Raststätte "Langwedel-Daverden" wurde gleichzeitig in "Goldbach" umbenannt. Über die A 27 kann man von Langwedel aus Hannover und Bremen schnell mit dem Auto erreichen.

Schienenverkehr

Bahnhof von Langwedel

Die Bahnstrecke Wunstorf–Bremen verbindet Langwedel mit Nachbarorten. Bahnhöfe bestehen in Langwedel und Etelsen. Eine weitere Bahnverbindung, die Bahnstrecke Uelzen–Langwedel, führt von Uelzen über Soltau und Langwedel nach Bremen. Über diese Amerikalinie genannte Strecke gelangten früher ab Berlin die Auswanderer zu den Weserhäfen. Die Nachbarstädte Achim und Verden sind schnell erreichbar. Für Mitte Dezember 2011 ist die Anbindung Langwedels an das Netz der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen vorgesehen, deren erste Ausbaustufe Mitte Dezember 2010 in Betrieb genommen wurde. Die bestehende Regionalbahnverbindung von den Bahnhöfen Etelsen und Langwedel auf der Strecke Verden–Bremen wird dann durch das S-Bahn-Angebot ersetzt.

ÖPNV

Linienbusse stellen Fahrmöglichkeiten innerhalb des Ortes und zu benachbarten Orten sicher.

Soziale Einrichtungen

Nächstgelegene Krankenhäuser sind die Aller-Weser-Klinik mit Standorten in Verden und Achim, die Bremer Kliniken sowie das Diakoniekrankenhaus Rotenburg (Wümme). Bezüglich des kassenärztlichen Notdienstes wird der Ostteil Langwedels im Notdienstbezirk Verden betreut, der Westteil der Gemeinde wird im Notdienstbezirk Achim betreut. Die jeweiligen Bereitschaftsdienstpraxen sind in den dort ortsansässigen Krankenhäusern angesiedelt.

In Cluvenhagen befindet sich mit der Stiftung Waldheim eine Einrichtung, in der Menschen mit Epilepsie, geistiger Behinderung oder psychischen Beeinträchtigungen leben. In den Ortsteilen Langwedel und Etelsen sind große Alten-und Pflegeheime vorhanden.Im Ortsteil Hagen-Grinden besteht eine Einrichtung für autistische Menschen.

Bildungseinrichtungen

  • In Langwedel befindet sich die Haupt- und Realschule Schule am Goldbach.
  • Je eine Grundschule befindet sich in den Ortsteilen Etelsen, Langwedel und Völkersen.
  • Kindergärten gibt es in Cluvenhagen, Daverden, Etelsen, Etelsen-Berkels, Langwedel und Völkersen.
  • Zum 1. August 2010 wird in Daverden eine gemeindliche Kinderkrippe ihren Betrieb aufnehmen.

Im Ortsteil Etelsen befindet sich mit der "Helen-Grulke-Schule" eine staatlich anerkannte private Ersatzschule (Förderschule).

  • Eine staatlich anerkannte Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe befindet sich in der Kernortschaft Langwedel.

Religionen

Die meisten konfessionell gebundenen Einwohner gehören zur evangelisch-lutherischen Kirche. In den Ortsteilen Daverden und Etelsen bestehen evangelisch-lutherische Gemeinden, Teile des Gemeindegebietes gehören zu benachbarten evangelisch-lutherischen Gemeinden u.a. in Verden. Die Katholiken des östlichen Teils der Gemeinde gehören zur Propsteigemeinde in Verden, die Katholiken des westlichen Teils der Gemeinde werden von der Sankt-Matthias-Kirche (Achim) betreut. Daneben gibt es Angehörige von Zeugen Jehovas, Baptisten, Freikirchen und des Islam. Angehörige dieser Glaubensgruppen sind weitgehend in Gemeinden in der Kreisstadt Verden und in Achim organisiert. Ein wachsender Bevölkerungsanteil bekennt sich zu keiner Konfession.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Schloss Etelsen im Ortsteil Etelsen mit historischem Schlosspark, Mausoleum und Winterrodelbahn
  • Windmühle (Galerieholländer von 1871) „Jan Wind“ mit heimatkundlichen Museum in Etelsen
  • Kirche St. Sigismund in der Ortschaft Daverden
  • Freilichtbühnen in Daverden und Holtebüttel mit plattdeutschem Programm.
  • Weser-Kanal-Schleuse in Cluvenhagen, direkt am Weserfernradweg mit Info-Tafeln und Sitzgelegenheiten
  • Mit der Personen-und Radfähre "Gentsiet" über die Weser zwischen 1. Mai und 3. Oktober
  • Sportboothäfen am Wehr und am Campingplatz Drosselhof
  • Geführte Kanu-Touren auf Alter Aller und Weser
  • Walderlebnispfad im Forst Spange mit Grillplatz (nur auf Anmeldg. beim Förster)
  • Heidschnucken-Bio-Hof mit Hofladen in Nindorf und Hofladen in Völkersen
  • Rund-Wanderweg "Zwischen Schloss und Burg" (16 km auf Schusters Rappen)
  • Rad-Rundweg "Langwedel erFAHREN" (48 km durch den Flecken) und geführte Themenradwegtouren.
  • Langwedeler Kutschweg (LKW) mit Pferd und Planwagen durch die Natur (Pauschalangebot).
  • Burgberg als Rest der ehemaligen Burg Langwedel. Mauerreste sichtbar am "Burgbad"-Eingang mit Info-Tafel.
  • Personenfahrgastschifffahrt auf der Weser ab Schleusenkanal-Brücke Daverden (Weserstraße)
  • privates Fahrzeugmuseum Drewes in Langwedel-Nindorf (Führungen ab 10 Personen auf Anmeldung)
  • Sternwarte Langwedel am Schulzentrum.
  • Gästeführungen vermittelt der Touristik-Verein Langwedel (04232.943760 oder 04232.3912)
  • Greifvogelpflegestation in Etelsen (Tierarztpraxis)
  • ausgeschilderte 8 km-Nordic-Walking-Strecke in der Marsch

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Fährfest an der neuen Weserfähre "Gentsiet"(vorletzter Sonntag im August)
  • Rathaus-Kultur-Tage im Frühjahr
  • Langwedeler Markt am zweiten Wochenende im September
  • Klönschnack-(Weihnachts-)Markt in Cluvenhagen (1. Adventwochenende)
  • Dauer-Ausstellung "Burg u.Amt Langwedel" im Rathaus mit Burgmodell

Persönlichkeiten

  • Hans Maaß,Norddeutscher Maler
    Am 9.November 1914 in Bremen geboren, aufgewachsen im ländlichen Langwedel,von 1925 bis z.Abitur 1934 Besuch des Domgymnasiums in Verden,nach Lehrerstudium in Kiel und Kriegsdienst mit drei schweren Verwundungen 1945 Rückkehr nach Verden,Tätigkeit als Kunsterzieher und Maler(Autodidakt); erste Ausstellungen ab 1965, u. a. in Wien, München, Bonn, Hannover und in der Umgebung seiner Heimat; 1972 Umzug von Verden nach Langwedel-Daverden, dort gestorben am 2. August 2000 im Alter von 85 Jahren.
    In seinen Werken strebte Hans Maaß in der Technik der Ölmalerei die Perfektion der "Alten Meister" an und malte fast ausschließlich gegenständlich, wobei er die Betrachter zur Auseinandersetzung mit den Bildern herausforderte und teilweise eine bis ans Surreale heranreichende Bildwirkung erzielte.
  • Diedrich Elfers, genannt: "Stubben-Dierk"[3]
    Diedrich Elfers wurde am 28. Juli 1837 in Etelsen geboren. Er machte das Busch- und Heideland am Rande des Etelser Moores im Ortsteil Berkels urbar, indem er es von Wurzelwerk befreite. "Entstubben" nannte man das und so hatte Elfers bald den Namen "Stubben-Dierk" weg. Mit seiner Frau Marie und seinen 17 Kindern lebte er am Rande des Moores in einer Torfhütte. Für den Etelser Schloss-Grafen von Reventlow war der "Arbeitsmann" D. Elfers seit 14. September 1881 als Jagdaufseher tätig. Die Dauer dieser Tätigkeit ist nicht vermerkt. Insbesondere neidische Bremer Jäger sollen ihn aus der Jagd heraushaben wollen und hätten ihn deshalb beim Grafen und dem Dorfpolizisten der Wilderei bezichtigt, wird erzählt. Das Ende seiner legalen Jägerzeit war gekommen und "Stubben-Dierk" ging in den Untergrund und machte als Wilddieb nun Karriere. Aus dieser Zeit stammen spannende "Geschichten", die von Heinz Kleinschmidt und Andreas Krüger unter Mithilfe von Ulrike Büthe im November 2003 in einer Familien-Chronik zusammengestellt wurden.Aus dieser Zeit stammt auch sein neunstrophiges Gedicht "Die geraubte Jagd", in dem er sich seine Enttäuschung von der Seele schrieb und so stellt sich"Stubben-Dierk" als Arbeitsmann, Familienvater, Jadaufseher, Poet und Wilddieb dar.
    Diedrich Elfers starb am 11. Oktober 1914 im Alter von 77 Jahren in Etelsen,seine Frau verstarb am 21. August 1940 ebenfalls in Etelsen. Die Grabstätten befinden sich auf dem Friedhof in Daverden.
    Ein großer Findling erinnert seit dem 20. September 2003 am Stubbenweg in Langwedels Ortschaft Etelsen an das Wirken dieser Persönlichkeit.

Weblinks

 Commons: Langwedel (Weser) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. Ergebnisse der Kommunalwahl 2011: http://www.langwedel.de/de/gemeinde/wahlergebnisse/PDF/GemRat_gewaehlte_Bewerber_2011.pdf.
  3. "Stubben-Dierk" un siene Kinner, von H.Kleinschmidt/A.Krüger Nov. 2003.Verlag: Haus der Werbung, Verden (Aller)

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