Maracaibo

Maracaibo
10.633333333333-71.6333333333336
Maracaibo
Maracaibo (Venezuela)
Maracaibo
Maracaibo

Maracaibo auf der Karte von Venezuela

Basisdaten
Staat Venezuela
Bundesstaat Zulia
Stadtgründung 8. September 1529
Einwohner 1.835.494 (Ber. 2006)
   – im Ballungsraum 2.112.000
Stadtinsignien
Escudo de Maracaibo.jpg
Banderademaracaibo.JPG
Detaildaten
Fläche 393 km²
Bevölkerungsdichte 5.089 Ew./km²
Höhe m
Gewässer Maracaibo-See
Postleitzahl 4001, 4002, 4003, 4004, 4005
Vorwahl (+58) 261
Kfz-Kennzeichen V
Zeitzone UTC–4:30
Stadtvorsitz Daniel Ponne (Intern)
Stadtpatron San Sebastián
Website maracaibo-zulia.gov.ve www.maracaibo-zulia.gov.ve/portal-alcaldias/ maracaibo-zulia.gov.ve
Panoramabild der Stadt
Panoramabild der Stadt

Maracaibo (deutsch: Neu-Nürnberg) ist eine Hafenstadt am Lago de Maracaibo im Bundesstaat Zulia (zugleich dessen Provinzhauptstadt) im Nordwesten des südamerikanischen Landes Venezuela. Die Stadt bildet mit ca. zwei Millionen Einwohnern das zweitgrößte Ballungsgebiet des Landes (nach Caracas) und gehört zu den größten Städten der Karibik.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt liegt am westlichen Ufer einer 8 km breiten Meerenge, Canal de San Carlos, die den Maracaibosee im Süden mit dem nördlich gelegenen Golf von Venezuela und damit mit der Karibik verbindet. Diese Meerenge wird von der 9 Kilometer langen General-Rafael-Urdaneta-Brücke überquert. Am anderen Ufer, südöstlich von Maracaibo, liegt in 20 km Entfernung die Stadt Cabimas. Im Norden der Stadt erstreckt sich die Guajira-Halbinsel, die zum größten Teil zum Nachbarland Kolumbien gehört. Die Grenze Kolumbiens ist im Westen und Norden nur 100 km von Maracaibo entfernt. 250 km östlich liegt die Stadt Coro.

Das Klima der Stadt ist semiarid, und die Tageshöchsttemperaturen liegen übers Jahr gesehen recht konstant zwischen 29 und 32 °C. Maracaibo ist die heißeste Stadt Venezuelas und wird von September bis November von Regenfällen heimgesucht.

Maracaibo
Klimadiagramm (Erklärung)
J F M A M J J A S O N D
 
 
5.1
 
35
21
 
 
2.7
 
35
22
 
 
5.9
 
35
23
 
 
52
 
36
24
 
 
67
 
35
24
 
 
55
 
35
24
 
 
27
 
36
24
 
 
60
 
36
23
 
 
104
 
36
23
 
 
114
 
34
23
 
 
71
 
34
23
 
 
17
 
34
22
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: WMO
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Maracaibo
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 34,6 34,7 35,4 36,1 34,9 35,1 35,6 35,6 35,6 34,1 34,0 34,3 Ø 35
Min. Temperatur (°C) 21,2 21,6 22,8 23,8 23,6 23,7 23,9 23,2 22,7 22,5 22,9 21,6 Ø 22,8
Niederschlag (mm) 5,1 2,7 5,9 52,1 66,8 55,4 26,5 60,0 104,0 114,4 70,6 16,9 Σ 580,4
Regentage (d) 1 1 1 6 9 8 6 9 12 13 8 3 Σ 77
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
34,6
21,2
34,7
21,6
35,4
22,8
36,1
23,8
34,9
23,6
35,1
23,7
35,6
23,9
35,6
23,2
35,6
22,7
34,1
22,5
34,0
22,9
34,3
21,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
5,1 2,7 5,9 52,1 66,8 55,4 26,5 60,0 104,0 114,4 70,6 16,9
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: WMO

Verkehr

2006 wurde eine U-Bahn-Linie (die Metro del Sol Amado) mit 6 Stationen eröffnet. Der weitere Ausbau ist geplant. Den größten Teil des öffentlichen Nahverkehrs bewältigen Busse: neben Linienbussen(Bus) gibt es mittelgroße Busse (Buseta) und Kleinbusse, die Microbus oder Colectivo genannt werden.

General-Rafael-Urdaneta-Brücke 1970

Der internationale Flughafen Maracaibo (Aeropuerto Internacional La Chinita) (MAR) befindet sich ca. 15 km entfernt von der Stadtgrenze in südwestlicher Richtung. Er bietet Verbindungen mit Bogotá, Miami, Panama-Stadt sowie zu Caracas und weiteren venezolanischen Städten.

Die 2001 gegründete Fluggesellschaft Venezolana hat ihren Sitz in Maracaibo.

Ein Großteil des venezolanischen Ölhandels wird über den Hafen Maracaibos abgewickelt.

Kultur

Die Maracuchos sind sehr stolz auf ihre Stadt und ihre Kultur. Indianische Einflüsse sind überall greifbar. Die meisten Einwanderer kamen aus Spanien, besonders Andalusien, daneben aber auch aus Italien und Deutschland. Die Gaita Zuliana, eine ursprünglich zu Weihnachten gespielte Musik, verband sich mit anderen Musikstilen.

In der Stadt ist Baseball (Verein: Águilas del Zulia), Fußball (Unión Atlético Maracaibo und Zulia FC) und Basketball (Gaiteros del Zulia) beliebt.

Das Estadio José Encarnación Romero ist ein Mulifunktionsstadion für 42.000 Zuschauer, das überwiegend für Fußballspiele genutzt wird.

Geschichte

Calle Carabobo

Die ersten Siedlungen in der Gegend wurden von Arawak und Kariben errichtet.

Maracaibo wurde am 8. September 1529 vom damaligen Gouverneur von Klein-Venedig, Ambrosius Alfinger (oder Ehinger), als Neu-Nürnberg gegründet [1]. Entsprechende Dokumente von 1555, die von dem Priester Juan de Robledo stammen, wurden erst 1938 wiederentdeckt. Die Siedlung wurde aber nicht als Stadt anerkannt, da es kein Rathaus besaß und politisch-juristisch von Coro abhängig war. Die ebenfalls verwendete Bezeichnung "Villa de Maracaibo" geht auf einen gleichnamigen Coquibacoa-Häuptling zurück. Die Siedlung lag wahrscheinlich weiter nördlich des heutigen Maracaibos, auf der Guajira-Halbinsel, und wurde 1535 aufgrund der zunehmenden Feindseligkeit der Indianerbevölkerung wieder aufgegeben.

Am 4. August 1569 wurde Maracaibo als Ciudad Rodrigo de Maracaibo zum zweiten Mal gegründet, diesmal vom Trujillo-Gouverneur Alonso Pacheco mit Zustimmung des General-Kapitäns von Venezuela, Don Pedro Ponce de León. Ein Rathaus wurde gebaut und damit der Status einer Stadt erreicht, aber 1573 verließ die Bevölkerung - gerade mal 30 Familien - den Ort wieder.

Ein Jahr später, 1574, gründete Pedro Maldonado die Stadt mit 35 Menschen zum dritten Mal. Ihr Name Nueva Zamora de la Laguna de Maracaibo verweist auf Zamora in Spanien, dem Geburtsort von Gouverneur Diego de Mazariego, dem Maldonado unterstand [2].

Im März 1669 überfiel der Pirat Henry Morgan die Stadt.

1810 schloss sich die Provinz Maracaibo nicht der ersten Republik von Venezuela an, sondern verhielt sich loyal zu Spanien. 1821 kam es zu Kämpfen zwischen den Royalisten unter Francisco Tomás Morales und den Anhängern der Unabhängigkeit unter Rafael Urdaneta, die 1823 gewannen.

Eine lange Zeit war die Stadt nur per Fähre mit dem Rest von Venezuela verbunden, Kolumbien war einfacher zu erreichen. Diese Isolation förderte Bestrebungen nach einem von Venezuela unabhängigen Staat, genannt La República Independiente del Zulia, zu dem es jedoch nie kam.

1962 wurde die General-Rafael-Urdaneta-Brücke über den Maracaibo-See eröffnet; damit war Maracaibo auch über den Landweg vom östlichen Venezuela erreichbar.

Heute besteht die Stadt aus dem nördlichen Maracaibo und dem südlichen, 1995 gegründeten San Francisco.

Sehenswertes

Santa Lucía

Die Kirche „La Chinita“ ist ein berühmter Wallfahrtsort, dort soll einer Frau am Platze auf ihrem Waschbrett die heilige Jungfrau Maria erschienen sein. Das Brett dekoriert heute noch den Altar und wird täglich von hunderten Gläubigen besucht.

Universitäten

Die 1891 gegründete Zulia-Universität („La Universidad del Zulia“, LUZ) [3] bildet die größte von fünf staatlichen und privaten Universitäten (z. B. URBE und URU).

Söhne und Töchter der Stadt

Panorama von Maracaibo
  • Luis Aparicio, Baseballspieler
  • Ricardo Aguirre, Komponist und Sänger
  • Eduard Bermúdez, Boxer
  • Rafael Maria Baralt, Diplomat und Schriftsteller, geboren am 3. Juli 1810 und gestorben am 4. Januar 1860
  • Christian Kerez, Schweizer Architekt
  • Ninibeth Leal, Miss World 1991
  • Roberto Lückert León, Erzbischof
  • Massimo Margiotta, venezolanisch-italienischer Fußballspieler
  • Armando Molero, Liedermacher.
  • Carlos Caridad-Montero, Filmproduzent
  • Humberto Fernández Morán, Forscher, der das Diamantskalpell entwickelte und das venezuelansiche Forschungsinstitut "IVIC" gründete ("Instituto Venezolano de Investigaciones Cientificas")
  • Rafael Romero, Leichtathlet
  • Rafael Urdaneta, Held des Unabhängigkeitskrieges.
  • Vivian Urdaneta, Miss International 2000.
  • Jorge Valdivia, chilenischer Fußballspieler

Der Hochstapler und Schriftsteller Harry Domela starb wahrscheinlich um 1977 in Maracaibo.

Besonderheiten

Maracaibo diente als Kulisse für den Film „Zwei Missionare“, unter anderem mit den Darstellern Bud Spencer und Terence Hill.

Des Weiteren wird die Stadt auch häufig in Piratenfilmen erwähnt, wo sie entweder als Sitz von spanischen Gouverneuren oder als Piratenzuflucht dient.

Partnerstädte

Literatur

  • Ocando Yamarte, Gustavo: Historia del Zulia. Editorial Arte, Caracas 1986, ISBN 980-6033-71-X.
  • Die amerikanischen Unternehmungen der Augsburger Welser, 1525-1547; Nach Vorträgen von Hermann A. Schumacher, in: Deutsche Geographische Blätter, Band 12, Bremen 1889, S. 5 [4]

Weblinks

 Commons: Maracaibo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.wasistwas.de/geschichte/alle-artikel/artikel/link//aafd6793cf/article/das-imperium-der-welser/-7c05c71e06.html
  2. http://www.venezuelatuya.com/occidente/maracaibodeu.htm
  3. http://www.amerika-live.de/Venezuela/venezuela.htm
  4. http://www.archive.org/stream/deutschegeograp01bremgoog/deutschegeograp01bremgoog_djvu.txt

Wikimedia Foundation.

См. также в других словарях:

  • Maracaibo — Drapeau …   Wikipédia en Français

  • Maracaïbo — Maracaibo Maracaibo Drapeau …   Wikipédia en Français

  • MARACAIBO — MARACAIB Deuxième ville du Venezuela, Maracaibo a servi de débouché aux produits agricoles des régions bordant le lac qui porte son nom et même à tout l’Est colombien: café surtout, grains, fourrage et produits de l’élevage. La barre fermant le… …   Encyclopédie Universelle

  • Maracaibo 15 — is a Venezuelan gaita group. Founded in 1974 by singer Betulio Medina in Caracas, the name of this group reflects that it was formed by 15 people. Maracaibo 15 combines gaita with other folkloric music, such as parrandas and eastern music and… …   Wikipedia

  • Maracaibo — Maracaibo, llamada la tierra del sol amada, es la capital del estado Zulia, Venezuela y es la segunda ciudad más grande del país. Según el censo de 1990, tiene 1.249.670 habitantes. Es la capital de la región económica más importante del país.… …   Enciclopedia Universal

  • Maracaibo — (Maracaybo), 1) Provinz der südamerikanischen Republik Venezuela, im Norden an das Caraibische Meer grenzend, 1510, 95 geographische QM.; Producte: Cacao, Zucker, Kaffee, Cocosnüsse, Tabak, Baumwolle; Eintheilung in die fünf Departamientos:… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Maracaībo — Maracaībo, Hauptstadt des Staates Zulia in Venezuela und einer der wichtigsten Handelsplätze der Republik, am Westufer des Sacode M., ist Sitz eines deutschen Konsuls, hat ein schönes Denkmal Bolivars auf der Plaza de la Concordia, ein… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Maracaibo — Maracaĭbo, Hauptstadt des venezuelan. Staates Zulia, an der Mündung des Sees von M. (16.769 qkm) in den Golf von M., (1889) 34.284 E., Universität, Hauptstapelplatz und Ausfuhrhafen für Kaffee etc …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Maracaibo — [mar΄ə kī′bō; ] Sp [ mä΄rä kī′bō̂] 1. seaport in NW Venezuela: pop. 1,208,000 2. Lake lake in NW Venezuela, connected by channel with the Gulf of Venezuela: largest lake in South America: c. 5,000 sq mi (12,950 sq km) …   English World dictionary

  • Maracaibo — For the lake by the same name, see Lake Maracaibo. Maracaibo   Municipality   Ciudad Autónoma de Maracaibo T …   Wikipedia

  • Maracaibo — Existen desacuerdos sobre la neutralidad en el punto de vista de la versión actual de este artículo o sección. En la página de discusión puedes consultar el debate al respecto. Ciudad de Maracaibo …   Wikipedia Español


Поделиться ссылкой на выделенное

Прямая ссылка:
Нажмите правой клавишей мыши и выберите «Копировать ссылку»