Gluck, Christoph, Ritter von

Gluck, Christoph, Ritter von, Christoph, Ritter von. Dieser unsterbliche Tondichter, der die deutsche Oper zu ihrem höchsten Glanz erhob, wurde 1714 zu Weißenwangen, einem Dorfe an der böhmischen Grenze, geboren. Schon früh widmete er sich der Musik; doch erst nach seinem 40. Jahre trat er mit den großen Meisterwerken auf. Sein gewaltiger Geist beruhigte sich nicht bei dem bereits Vorhandenen, sein ganzes Streben ging darauf aus, eine neue Bahn zu brechen, wobei er sich über Mode und Herkommen hinwegsetzte, und Alles der Wahrheit und dem Ausdruck aufopferte. Von San Martini in Italien tiefer in die Geheimnisse der Tonkunst eingeweiht, gab er zuerst in Mailand die Oper »Artaxerxes« und in Venedig »Demetrius.« Gleiche Anerkennung fanden in London sein »Sturz der Giganten« und in Wien die Opern »Orpheo,« »Alceste« und »Armida.« In Paris setzten sich der Aufführung seiner »Iphigenia« manche Schwierigkeiten entgegen; doch 1774 erschien der 60 jährige Gluck selbst dort, und die Oper wurde nicht nur mit dem außerordentlichsten Erfolg gegeben, sondern auch in 2 Jahren 170 Mal wiederholt. Der »Iphigenia in Aulis« ließ Gluck die »Iphigenia in Tauris« und »Echo und Narcissus« folgen, die gleichen Enthusiasmus hervorbrachten. 1787 kehrte er mit einem beträchtlichen Vermögen nach Wien zurück, wo er in demselben Jahre am 15. Nov. starb. Gluck war äußerst thätig, wenn ihn die Ausführung eines Gedankens beschäftigte; oft sprang er dann des Nachts auf, um weiter zu schreiben oder vergaß darüber Essen und Trinken. Zu seinen vertrautesten Freunden gehörte Mozart. – Seine Werke in ihrer edeln Einfachheit, antiken Größe und Erhabenheit stehen fast einsam da. Niemand hat sie erreicht oder übertroffen In Tiefe und Wahrheit des Ausdrucks hat er das Höchste geleistet. Auch fand er weder in Frankreich noch in Deutschland Nachahmer. In Deutschland wurde er mehr bewundert als geliebt.

E. O.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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