Kameel

Kameel, das Schiff der Wüste, das Haus- und Lastthier der Türken, Perser und Araber, häufig ihr größter Reichthum; denn es trägt Lasten von 700 bis 1000 Pfund, hat schmackhaftes Fleisch und gute Milch, begnügt sich mit der elendesten Nahrung, kann Hunger und Durst 10 bis 12 Tage lang ertragen und rettet durch den Wasservorrath, welchen es in seinem Doppelmagen aufbewahrt, oft eine ganze Karawane vom Verschmachten. Seine Hufe sind gespalten und so elastisch, daß sie im Sande nachgeben und das Thier besonders geschickt machen, sich auf dieser Art Boden mit Ausdauer und Leichtigkeit fortzubewegen. Die beiden Höcker auf seinem Rücken bestehen aus Fett und bilden einen natürlichen, bequemen und weichen Sattel. Sie nehmen ab, wenn das Thier Hunger leidet und scheinen wie das Wasser im Magenbeutel die Ressurcen desselben in Tagen der Entbehrung zu sein. – Des K. Haare sind lang, kraus und fein; man verwendet sie zu schönen Geweben. Die Kameele lieben Gesang und Musik; beim Klange einer Schilfflöte, die der Treiber bläst, laufen sie ohne Ermüdung bisweilen 15 Meilen an einem Tage. Auf den Befehl ihres Herrn legen sie sich nieder, lassen sich belasten und stehen wieder auf. Sie sind unermüdlich und bis auf's Aeußerste geduldig; es bedarf keiner Sporen und Peitsche, um ihren Lauf zu beschleunigen. Sie bleiben brauchbar bis in's 40. Jahr und werden selten alter als 50. Man hat diese nützlichen Hausthiere in Toskana einheimisch zu machen gesucht und bereits beläuft sich ihre Anzahl auf 300 Stück. – Man unterscheidet eigentliche Kameele und sogenannte Schafskameele; zu den erstern gehört das hier geschilderte mit 2 Höckern und das Dromedar (s. d.); zu diesen die Llamas oder Guanakos (die Kameelziege) und die Vicogne in den Anden mit rosenrother, äußerst zarter Wolle.

K.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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