Persephone, Proserpina (Mythologie)

Persephone, Proserpina (Mythologie), römisch Proserpina, die holdselige und jugendliche Tochter des Zeus und der Demeter (Ceres), bekannt durch ihre Entführung von dem Gott der Unterwelt, dessen Gemahlin sie ward. Zeus Bruder, Aidoneus (Pluton), liebte sie, und Zeus sagte sie ihm zu, daher kam der Höllengott auf die Oberwelt und raubte gewaltsam die erschrockene, sich sträubende Jungfrau. Ihre Mutter vernahm den Hilferuf der Tochter, allein als sie nahete, hatten die schwarzen Rosse Plutons sie schon in Erebus hinabgeführt. Da entzündete Ceres Fackeln am Aetna und begann jene merkwürdige Wanderung, die später symbolisch in den Eleusinischen Mysterien gefeiert und wiederholt wurde. Lange irrte sie suchend und klagend umher, bis der allsehende Helios ihr der Tochter Aufenthalt entdeckte. Klagend trat nun die Mutter vor den Thron des Zeus, und ließ nicht ab mit Flehen, bis dieser verhieß, P. solle zurückkehren, wenn sie im Aides noch keinerlei Frucht berührt oder Speise genossen. Aber schon hatte jene einen Granatapfel gebrochen, seine Kerne gegessen und war der Unterwelt verfallen. Askalaphos, ein Sohn des Acheron, hatte dieß gewahrt und enthüllte das Geheimniß, weßhalb auch Ceres zürnend einen Stein auf ihn warf, unter dem er lag, bis Herkules denselben erhob und ihn befreite; aber der unversöhnliche Zorn der Göttin verwandelte ihn nun in eine Eule. Proserpina wird meistentheils in königlicher Haltung, die dem Pluto eigene Mauerkrone auf dem Haupte, neben ihrem finstern Gatten auf einem Throne abgebildet. Obgleich sie vom Granatapfel, dem Symbol der Fruchtbarkeit, genossen, nennt die Mythe doch keine Kinder von ihr. – ch–


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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