Astrid Gehlhoff-Claes

Astrid Gehlhoff-Claes (Pseudonym: Astrid Claes, * 6. Januar 1928 in Leverkusen) ist eine deutsche Schriftstellerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Astrid Gehlhoff-Claes wurde geboren als Tochter von Heinrich Claes, dem Bürgermeister von Leverkusen, wo sie bis zur Amtsenthebung ihres Vaters durch die Nationalsozialisten aufwuchs. 1933 zog die Familie nach Köln. Ab 1947 studierte Gehlhoff-Claes an der Universität Köln und in London Germanistik und Geschichte; 1953 promovierte sie mit einer Arbeit über Gottfried Benn in Köln zum Doktor der Philosophie. Sie arbeitete als wissenschaftliche Assistentin und begann, erste literarische Werke zu veröffentlichen; dabei wurde sie von Gottfried Benn gefördert. Bis Anfang der Siebzigerjahre lebte sie in Köln-Lindenthal, anschließend in Düsseldorf-Oberkassel. Sie engagierte sich ehrenamtlich in der Sozialarbeit mit Strafgefangenen und gründete 1975 den Verein „Mit Worten unterwegs - Schriftsteller arbeiten mit Inhaftierten“, dessen Vorsitzende sie bis 1988 war. Astrid Gehlhoff-Claes ist verheiratet. Einer Beziehung mit dem Germanisten Rainer Gruenter entstammt ihre Tochter Undine Gruenter (geb. 27. August 1952 in Köln), die gleichfalls als Schriftstellerin hervorgetreten ist.

Astrid Gehlhoff-Claes ist Verfasserin von erzählender Prosa und Lyrik; daneben übersetzt sie, hauptsächlich aus dem Englischen.

Astrid Gehlhoff-Claes ist Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller und der GEDOK. Sie erhielt u.a. folgende Auszeichnungen: 1962 den Förderpreis zum Gerhart-Hauptmann-Preis, 1964 den Literaturförderpreis der Stadt Köln, 1965 den Förderpreis zum Immermann-Preis der Stadt Düsseldorf, 1986 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 1989 den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen; 1992 war sie Ehrengast der Villa Massimo.

Werke

  • Der lyrische Sprachstil Gottfried Benns, Köln 1953
  • Der Mannequin, Wiesbaden 1956
  • Meine Stimme mein Schiff, Köln [u.a.] 1962
  • Didos Tod, Köln [u.a.] 1964
  • Astrid Gehlhoff-Claes, Düsseldorf 1973
  • Erdbeereis, Düsseldorf 1980
  • Gegen Abend ein Orangenbaum, Düsseldorf 1983
  • Abschied von der Macht, Krefeld 1987
  • Nachruf auf einen Papagei, Krefeld 1989
  • Einen Baum umarmen, Krefeld 1991 (zusammen mit Felix Kamphausen)
  • Inseln der Erinnerung, Düsseldorf 2002
  • Abrahams Opfer. Didos Tod, Düsseldorf 2004

Herausgeberschaft

  • Else Lasker-Schüler: Briefe an Karl Kraus, Köln [u.a.] 1959
  • Bis die Tür aufbricht, Düsseldorf 1982

Übersetzungen

  • Wystan Hugh Auden: Gedichte, Wien 1973
  • Wystan Hugh Auden: Der Wanderer, Wiesbaden 1955 (übersetzt zusammen mit Edgar Lohner)
  • Richard Church: Im Grenztunnel verirrt, Köln 1956
  • Daniel Defoe: Robinson Crusoe, Köln 1955
  • Charles Dickens: David Copperfield, Köln 1954
  • Prudence Hill: Abenteuer in Wind und Wasser, Köln 1955
  • Henry James: Tagebuch eines Schriftstellers, Köln [u.a.] 1965
  • James Joyce: Am Strand von Fontana, Wiesbaden 1957 (übersetzt zusammen mit Edgar Lohner)
  • Patricia Lynch: Das Mädchen mit der Geige, Köln 1954
  • Goffredo Parise: Der Chef, Köln [u.a.] 1966
  • R. Riemersheim: Dagmars glücklichste Zeit, Köln 1954
  • Sindbad, der Seefahrer und zwei Abenteuer des Kalifen Harun Arraschid, Köln 1954
  • Alison Wright: Das Haus auf Rädern, Köln 1955

Weblinks


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