Augustana-Hochschule Neuendettelsau

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Augustana-Hochschule
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Gründung 1947
Trägerschaft kirchlich
Ort Neuendettelsau
Bundesland Bayern
Staat Deutschland
Rektor Markus Buntfuß
Studenten 200 (26. Oktober 2010)
Mitarbeiter 50, davon 18 wissenschaftliche Mitarbeitende, davon 8 Professoren
Website www.augustana.de
Kapelle der Augustana-Hochschule

Die Augustana-Hochschule Neuendettelsau ist eine Kirchliche Hochschule, die 1947 auf Beschluss der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zur Ausbildung von Theologen in Neuendettelsau (Mittelfranken) gegründet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung

Die Augustana-Hochschule hat sechs theologische Lehrstühle (Altes Testament, Neues Testament, Kirchengeschichte, Systematische Theologie, Interkulturelle Theologie, Praktische Theologie) und einen philosophischen Lehrstuhl, eine Professur für Feministische Theologie, zwei Dozenturen für Klassische Philologie (Latein, Altgriechisch) und eine Dozentur für Hebräisch. Durch die wissenschaftlichen Assistentinnen und Assistenten und verschiedene Lehrbeauftragte wird das Themenspektrum ergänzt (beispielsweise Stimmbildung und Liturgisches Singen, Bayerische Kirchengeschichte, Kirchenrecht).

An dem Lehrangebot kann grundsätzlich jeder als Gasthörer teilnehmen, der Erwerb von Leistungsnachweisen erfordert jedoch die Allgemeine Hochschulreife und die Zugehörigkeit zu einer evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Eine Ausnahme stellt die Ausbildung zum Pfarrerverwalter dar, die auch ohne Abitur absolviert werden kann.

Leitung

Seit dem 27. April 2007 wird die Augustana-Hochschule von einem Kuratorium geleitet, das sich aus Vertretern des Landeskirchenrates und der Landessynode sowie Vertretern der Wissenschaft, der örtlichen kirchlichen Werke und des öffentlichen Lebens zusammen setzt. Der Rektor/die Rektorin der Hochschule nimmt ohne Stimmrecht an den Sitzungen teil.[1].

Geschichte

Die Wurzeln der Augustana-Hochschule reichen zurück bis zum Herbst 1945, als die Kirchenleitung den Theologen Georg Merz damit beauftragte, theologische Kurse für die aus dem Krieg und der Gefangenschaft heimkehrenden Pfarrer einzurichten. Ein halbes Jahr nach dem ersten Pastoralkollegskurs begann im April 1946 der erste Kurs für Studierende der Theologie. Studierende und Dozierende waren zu diesem Zeitpunkt noch in der Diakonissenanstalt Neuendettelsau und im ehemaligen Zisterzienserkloster Heilsbronn untergebracht (genutzt bis 1952). Erst im Mai 1949 siedelte die Augustana-Hochschule in ein ehemaliges Kasernengelände über, wo sie sich heute noch befindet.

Im Mai 1947 kam es zur offiziellen Gründung der Hochschule (damals noch Theologische Hochschule in Neuendettelsau – Heilsbronn genannt) mit Georg Merz als Gründungsrektor. Aus seiner Feder stammt der bis heute noch geltende Immatrikulationsspruch:

Wir wollen mit Eifer die Heilige Schrift lesen,
uns in ihrem Verständnis üben
und brüderliche (geschwisterliche) Gemeinschaft
unter dem Worte Gottes halten und bewahren.

Dem Gründungskollegium gehörten an: Georg Merz (Rektor bis 1957, Praktische Theologie), Ernst Kinder (Systematische Theologie), Rudolf Stählin (Neues Testament und Alte Kirchengeschichte). 1948 wurde dieses Kollegium durch Eduard Ellwein (Neues Testament) und Wilhelm Zillinger (Altphilologie) und 1950 durch Martin Wittenberg (Altes Testament) ergänzt.

1956 kam ein ordentlicher Lehrstuhl für „Missionstheologie und Religionswissenschaft“ hinzu, der von dem damaligen Missionsinspektor Georg Vicedom übernommen wurde. Dies war der erste evangelische missionswissenschaftliche Lehrstuhl in Bayern.

Im Dezember 1973 wurde der Hochschule auf Grundlage des Bayerischen Hochschulgesetzes das Promotionsrecht in Kooperation mit den Fakultäten Erlangen und München verliehen. Seit Juli 1974 ist die Augustana-Hochschule Mitglied der Hochschulrektorenkonferenz (damals noch Westdeutsche Rektorenkonferenz).

Seit Dezember 1990 ist die Augustana-Hochschule den theologischen Fakultäten an den Universitäten rechtlich gleichgestellt und verfügt über das eigenständige Promotionsrecht und Habilitationsrecht. Im September 1992 wurde eine zweite Dozentur für Klassische Philologie und ein Lehrstuhl für Philosophie eingerichtet. Seit dem Wintersemester 1997/98 gibt es eine Dozentur für Theologische Frauenforschung/Feministische Theologie, die im Wintersemester 2003/04 in eine Professur umgewandelt wurde.

Am 3. Mai 2003 wurde in der SZ von dem Theologieprofessor Friedrich Wilhelm Graf ein Artikel veröffentlicht, in dem unter anderem auch die Augustana-Hochschule scharf angegriffen wurde („Unkulturprotestantismus - Die bayerische Landeskirche ist auf dem Weg zur Sekte“). Der sehr polemisch gehaltene Artikel löste eine über Monate andauernde öffentliche Debatte aus.[2]

Bis Juli 2006 war ein Gebäude der Augustana-Hochschule nach dem Bayerischen Landesbischof Hans Meiser (1881–1956) benannt, dem der Vorwurf gemacht wird, die Ideologien des Nationalsozialismus übernommen zu haben[3].

1998 wurde das bis dato keinen eigenen Namen tragende Vorlesungsgebäude auf dem Campus nach Wilhelm Freiherr von Pechmann (1859–1948) benannt, der zu den Kritikern Meisers in der Zeit des Nationalsozialismus gehörte.

Bibliothek

Die Augustana-Hochschule verfügt über eine Präsenz- und Leihbibliothek mit einem Buchbestand von mehr als 150.000 Bänden vorwiegend aus dem 19. bis 21. Jahrhundert, zum kleinen Teil bis aus dem 16. Jahrhundert, darunter auch eine Sammlung von Flugschriften aus der Reformationszeit. Die Bibliothek gehört dem Verband kirchlich-wissenschaftlicher Bibliotheken an.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. http://www.augustana.de/downloads/Mitglieder%20Kuratorium%20AHS.pdf
  2. http://www.augustana.de/aktuelles/staatkirche.html
  3. Vgl. hierzu das Forum zur Abbenennung des Meiserhauses und der Debatte um Landesbischof Meiser auf der Website der Augustana-Hochschule.

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