Augusto Farfus
Augusto Farfus (2009)

Augusto Farfus dos Santos Júnior (* 3. September 1983 in Curitiba) ist ein brasilianischer Automobilrennfahrer. Er gewann 2001 die Gesamtwertung des Formel Renault 2000 Eurocups und 2003 die Euro Formel 3000. Er war von 2005 bis 2010 in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) aktiv. Seine beste Gesamtplatzierung war ein dritter Platz (2006 und 2009).

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Kartsport (1991–1999)

Farfus stieg im Alter von sieben Jahren mit der Teilnahme am Minibike-Championnat des Motorsportclubs von Paranaense, einem Stadtteil von Curitiba, in den Motorsport ein. Seine Debüt-Saison beendete er mit dem Meistertitel. Bereits ein Jahr später entdeckte er sein Interesse für den Kartsport und bestritt in der Kadettenklasse der Kart-Meisterschaft des paranaenser Clubs seine erste Motorsport-Saison auf vier Rädern, welche er erneut mit dem Meistertitel abschloss. Dies war der Grundstein für seine weitere Karriere im Kartsport und in der Formel Parilla. In letzterer Division wurde Farfus 1996 und 1997 Meister. Das darauffolgende Jahr führte ihn zum ersten Mal nach Nordamerika, wo er die nordamerikanische Kart-Meisterschaft auf Rang drei beendete. Im Jahr 1999 startete Farfus erstmals in Europa, beim italienischen Winter Cup zur Formel-A-Kartmeisterschaft. Abermals sicherte er sich den Meistertitel.

Formel Renault und Euro Formel 3000 (2000–2003)

2000 wechselte Farfus in den Formelsport und trat für Cram Competition in der italienischen Formel Renault und im Formel Renault 2000 Eurocup an. Während sein Teamkollege Felipe Massa in beiden Serien die Gesamtwertung gewann wurde Farfus mit einem Sieg Zehnter der italienischen Formel Renault sowie 21. im Formel Renault 2000 Eurocup. 2001 wechselte Farfus zu RC Motorsport. Im Formel Renault 2.0 Eurocup gewann er vier von zehn Rennen und entschied die Meisterschaft mit 160 zu 130 Punkten gegen Marc Benz für sich. Dabei hatte Farfus mehr als doppelt so viele Punkte wie seine Teamkollegen Robert Kubica und Mauro Massironi zusammen erzielt. Außerdem nahm er an vier Rennen der italienischen Formel Renault teil.

2002 wechselte Farfus zum Draco Junior Team in die Euro Formel 3000. Mit einem dritten Platz als bestes Resultat schloss er die Saison auf dem neunten Rang ab. 2003 blieb Farfus beim Draco Junior Team. Er entschied vier von neun Rennen für sich und sicherte sich den Meistertitel mit 60 zu 31 Punkten vor Fabrizio del Monte. Teamintern setzte er sich deutlich gegen Sven Heidfeld, der vier Punkte erzielte, durch.

Tourenwagenmeisterschaft (2004–2010)

2004 wechselte Farfus zu AutoDelta Squadra Corse in die Tourenwagen-Europameisterschaft (ETCC) und erhielt einen Alfa Romeo 156. Bereits in seinem dritten Rennen erzielte er mit einem dritten Platz seine erste Podiums-Platzierung im Tourenwagensport. Mit sechs dritten und einen zweiten Platz beendete er seine erste Saison auf dem sechsten Platz der Meisterschaft.

2005 wurde die ETCC zur Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC). Farfus blieb in seinem Team, das sich in dieser Saison Alfa Romeo Racing Team nannte. Beim zweitletzten Saisonrennen auf dem macauischen Guia Circuit gewann er sein erstes WTCC-Rennen. Mit insgesamt drei Podest-Platzierungen wurden er Vierter in der Gesamtwertung. 2006 gewann Farfus drei Rennen und schloss die Saison als bester Alfa-Romeo-Pilot auf dem dritten Platz ab.

Farfus in einem BMW beim WTCC-Rennen in Oschersleben 2007

2007 wechselte Farfus als Werkspilot zu BMW und wurde Schnitzer Motorsport zugeteilt. Sein Teamkollege wurde Jörg Müller. Farfus gewann drei Rennen und lag am Ende der Saison auf dem vierten Gesamtrang. Sein Markenkollege Andy Priaulx gewann in diesem Jahr die Weltmeisterschaft. Außerdem nahm er in diesem Jahr für BMW Sauber an Formel-1-Testfahrten teil.[1] 2008 gelang es Farfus, zwei Siege einzufahren. In der Fahrerwertung belegte er den sechsten Platz. 2009 war Farfus mit sechs Siegen der Fahrer, der die meisten Rennen gewonnen hatte. Zum Titelgewinn reichte es jedoch nicht, da er mit 113 Punkten den Seat-Piloten Gabriele Tarquini (127 Punkte) und Yvan Muller (123 Punkte) unterlag. Farfus war in dieser Saison erstmals der beste BMW-Pilot. Gegen Müller setzte er sich in jeder Saison durch.

Farfus beim WTCC-Rennen in Japan 2010

2010 reduzierte BMW sein werksseitiges Engagement in der WTCC. Farfus wechselte zum belgischen Team Racing Bart Mampaey, wo Priaulx sein Teamkollege wurde. Während Priaulx Rennen gewann, waren drei zweite Plätze die besten Resultate von Farfus. Er schloss die Saison auf dem siebten Rang ab.

Darüber hinaus wurde Farfus im Sportwagenbereich von BMW eingesetzt. Er debütierte beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans sowie in der Le Mans Series. Außerdem fuhr er zusammen mit Uwe Alzen, Pedro Lamy und Jörg Müller den Gesamtsieg des 24-h-Rennens Nürburgring ein.

Nachdem sich BMW Ende 2010 werksseitig aus der WTCC zurückgezogen hatte, nahm Farfus 2011 an keiner kompletten Rennsaison teil. Für BMW startete er bei den 24-Stunden Rennen in Le Mans und auf dem Nürburgring, sowie bei insgesamt drei Rennen in der Le Mans Series und der American Le Mans Series (ALMS). Außerdem nahm er für Holden an einer Veranstaltung der V8 Supercars teil.

DTM (2012)

Zur Saison 2012 steigt Farfus mit BMW in die DTM ein.[2]

Statistik

Karrierestationen

  • 2003: Euro Formel 3000 (Meister)
  • 2004: ETCC (Platz 6)
  • 2005: WTCC (Platz 4)
  • 2006: WTCC (Platz 3)
  • 2007: WTCC (Platz 4)
  • 2008: WTCC (Platz 6)
  • 2009: WTCC (Platz 3)

Le-Mans-Ergebnisse

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2010 DeutschlandDeutschland BMW Motorsport BMW M3 GT2 DeutschlandDeutschland Jörg Müller DeutschlandDeutschland Uwe Alzen Rang 19
2011 DeutschlandDeutschland BMW Motorsport BMW M3 GT2 DeutschlandDeutschland Jörg Müller DeutschlandDeutschland Dirk Werner Ausfall Vibrationen

Einzelnachweise

  1. “Farfus, Vietoris test BMW Sauber at Valencia” (motorsport.com am 23. November 2007)
  2. „Offiziell: Priaulx und Farfus mit BMW in der DTM“ (Motorsport-Total.com am 15. Juli 2011)

Weblink

 Commons: Augusto Farfus – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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