Augustusplatz (Leipzig)
Teubnersches Geschäftshaus von 1821 am Augustusplatz in Leipzig, 1911
Augustusplatz mit Bildermuseum und Mendebrunnen, um 1890-1900
Neues Theater am Augustusplatz, um 1900
Das 1928 fertiggestellte Kroch-Hochhaus am Augustusplatz war das erste Hochhaus in Leipzig
Der 1960 fertiggestellte Neubau der Oper

Der Augustusplatz befindet sich am östlichen Ende der Leipziger Innenstadt. Er ist der größte Platz der Stadt und einer der größten in Deutschland. Vor der Zerstörung fast sämtlicher Bauten des Augustusplatzes im 2. Weltkrieg war dieser als einer der schönsten deutschen Plätze bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1785 begann man mit dem Bau des Platzes an Stelle der niedergelegten Stadtbefestigung nach Entwürfen des Stadtbaumeisters Johann Carl Friedrich Dauthe, damals noch unter dem Namen »Platz vor dem Grimmaischen Thor«. 1821 errichtete Benedictus Gotthelf Teubner den ersten repräsentativen Neubau am späteren Augustusplatz, Ecke Grimmaischer Steinweg, direkt gegenüber der Universitätskirche. Später schrieb B. G. Teubner, "daß ich damit der Stadt zumal an diesem freien Platze eine wahre Zierde geschaffen und dadurch für die Herstellung schöner Gebäude eine neue Bahn gebrochen habe". [1] 1839 beschloss die Stadt die Umbenennung in Augustusplatz, nach Friedrich August von Wettin, dem ersten König von Sachsen. 1928 wurde er von der sozialdemokratischen Stadtregierung in Karl-Marx-Platz umbenannt. Dieser Name setzte sich allerdings in der Öffentlichkeit nicht durch und wurde selbst in Stadtplänen und Zeitungsartikeln weitgehend ignoriert. 1933 nannten die Nationalsozialisten ihn wieder offiziell Augustusplatz. Ab 1953 hieß das Gelände wieder Karl-Marx-Platz, 1990, am Tag der Wiedervereinigung, bekam es wieder den Namen Augustusplatz.

Durch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und durchgreifende städtebauliche Maßnahmen während der DDR hat der Augustusplatz sein historisches Bild verloren. Er wird dominiert vom Opernhaus am Nordrand, dem Neuen Gewandhaus (mit Mendebrunnen) am Südrand und dem Hauptgebäude der Universität samt City-Hochhaus Leipzig am der Innenstadt zugewandten Westrand. Die Ostseite wird gebildet von der in Stahlbetonskelettbauweise errichteten Hauptpost und dem neu gestalteten Radisson Blu Hotel (früher Hotel Mercure).

In den Jahren 1996 bis 1998 wurde unter dem Augustusplatz eine Tiefgarage errichtet, wobei auf dem Platz zahlreiche Aufbauten u.a. für Aufgänge und Entlüftung hinzugefügt wurden, die in der Bevölkerung umstritten sind. Insbesondere die acht beleuchteten Glaszylinder, die die Treppenaufgänge beherbergen, wurden schnell als »Milchtöpfe« verspottet.

2001 entwarf der Dresdner Architekt Peter Kulka den MDR-Kubus am Augustusplatz.

An Stelle des jetzigen Universitäts-Hauptgebäudes stand die im Krieg weitgehend unversehrte Universitätskirche St. Pauli, die im Mai 1968 zusammen mit dem äußerlich erhaltenen alten Universitäts-Hauptgebäude (Augusteum, Architekt Albert Geutebrück, Umbau durch Arwed Roßbach) gesprengt wurde.

Datei:Augustusplatz Leipzig 2007.jpg
Der Augustusplatz im Mai 2007

Der Neubau des Universitätskomplexes, um den in den Jahren 2002 bis 2004 im Hinblick auf einen möglichen Wiederaufbau der Universitätskirche ein heftiger Streit entbrannt war, soll dem Platz wieder neue Akzente geben. Bis zum 600-jährigen Jubiläum der Universität Leipzig im Jahr 2009 sollte die Umgestaltung des Universitätskomplexes abgeschlossen sein, dieses Ziel konnte jedoch nicht erreicht werden. Der dem Augustusplatz zugewandte Hauptteil wird nach Entwürfen des Architekten Erick van Egeraat neu gestaltet und erinnert mit seiner Giebelkonstruktion und der Aula im Innern stilistisch an die zerstörte Universitätskirche. Der nun geplante Termin der Fertigstellung, soll im Dezember 2011 liegen.

Auf dem Augustplatz wurde am 9. Oktober 2009 ein Einheitsdenkmal des Künstlers Via Lewandowsky enthüllt, die Demokratieglocke. Die Demokratieglocke ist ein etwa ein Meter hohes, goldenes Ei, das jeden Tag zwei Mal läutet: Ein Mal um 17:15 Uhr, was etwa dem Beginn der Montagsdemonstrationen entspricht und ein Mal zu einer zufälligen Zeit.

Infrastrukturelle Bedeutung

Der Augustusplatz ist als Teil des Leipziger Innenstadtrings ein Hauptverkehrsweg und ein zentraler Knotenpunkt des Straßenbahnnetzes. Am Augustusplatz steht eines der ersten Hotels ohne Personal.

Weblinks

 Commons: Augustusplatz (Leipzig) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Jürgen Weiß: B. G. Teubner zum 225. Geburtstag. Adam Ries - Völkerschlacht - F. A. Brockhaus - Augustusplatz - Leipziger Zeitung - Börsenblatt. Edition am Gutenbergplatz Leipzig, 2009
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