Auricuprid
Auricuprid
Auricupride-133536.jpg
Auricuprid aus Zolotaya Gora, Karabasch, Russland
Chemische Formel Cu3Au
Mineralklasse Elemente - Metalle und intermetallische Verbindungen
1.AA.10 (früher I/A.01-50) (nach Strunz)
01.01.02.01 (nach Dana)
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse kubisch-hexakisoktaedrisch 4/m\ \bar{3}\ 2/m
Farbe gelb
Strichfarbe
Mohshärte 3,5
Dichte (g/cm3) 11,5
Glanz metallisch
Transparenz opak
Bruch
Spaltbarkeit fehlt
Habitus

Auricuprid oder Cuproaurid ist ein sehr seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Metalle, Legierungen und intermetallischen Verbindungen. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Formel Cu3Au und bildet massive, am Rand sehr dünne, flache Aggregate von gelber, leicht rötlicher Farbe. In reflektierendem Licht erscheint das Mineral von violetter Farbe.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und Geschichte

Das Mineral wurde 1950 an seiner Typlokalität bei Karabasch im südlichen Ural erstmals gefunden. Benannt ist es nach den lateinischen Bezeichnungen für die beteiligten Elemente aurum für Gold und cuprum für Kupfer.

Klassifikation

In der Systematik der Minerale nach Strunz wird Auricuprid zu den Metallen und intermetallischen Verbindungen, einer Untergruppe der Elemente gezählt. Nach der 8. Auflage bildet es zusammen mit Anyuiit, Bogdanovit, Gold, Hunchunit, Kupfer, Silber, Tetra-Auricuprid und Yuanjiangit eine Gruppe. In der 9. Auflage steht es mit Tetraauricuprid eine Untergruppe der Kupfer-Cupalit-Familie.

In der Systematik nach Dana bildet es mit Tetraauricuprid und Yuanjiangit eine Untergruppe der metallischen Elemente außer den Platinmetallen.[1]

Modifikationen und Varietäten

Cuproaurid bildet zwei Varietäten, den Argentocuproaurid und den Rozhkovit. Argentocuproaurid enthält zusätzlich zu Gold und Kupfer noch Silber.[2] Die platinhaltige Varietät Rozhkovit galt bis zu seiner Diskreditierung durch die IMA 2006 als eigenständiges Mineral.[3]

Bildung und Fundorte

Auricuprid bildet sich bei niedrigen Temperaturen durch Ordnung und Entmischung von Kupfer-Gold-Legierungen in Serpentiniten. Es ist mit Gold, Kupfer und anderen Gold-Kupfer-Legierungen vergesellschaftet.

Gefunden wurde Aurocuprid neben der Typlokalität in Russland auch in Argentinien, Australien, Chile, der Tschechischen Republik, Südafrika und der Schweiz.

Kristallstruktur

Aurocuprid kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der Raumgruppe P m\ \bar{3}\ m. Der Wert des Gitterparameters a beträgt 3,75 Å.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. New Dana Classification of Native Elements
  2. Argentocuproaurid bei mindat.org
  3. Rozhkovit bei mindat.org

Literatur

Aurocuprid in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf)

Weblinks

 Commons: Auricupride – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Argentocuproaurid — Auricuprid Bild eventuell bei Commons Chemische Formel Cu3Au Mineralklasse Elemente Metalle und intermetallische Verbindungen 1.AA.10 (früher I/A.01 50) (nach Strunz) 1.1.2.1 (nach Dana) Kristallsystem kubisch Kris …   Deutsch Wikipedia

  • Cuproaurid — Auricuprid Bild eventuell bei Commons Chemische Formel Cu3Au Mineralklasse Elemente Metalle und intermetallische Verbindungen 1.AA.10 (früher I/A.01 50) (nach Strunz) 1.1.2.1 (nach Dana) Kristallsystem kubisch Kris …   Deutsch Wikipedia

  • Rozhkovit — Auricuprid Bild eventuell bei Commons Chemische Formel Cu3Au Mineralklasse Elemente Metalle und intermetallische Verbindungen 1.AA.10 (früher I/A.01 50) (nach Strunz) 1.1.2.1 (nach Dana) Kristallsystem kubisch Kris …   Deutsch Wikipedia

  • Systematik der Minerale nach Dana/Elemente — Die Elemente in der Systematik der Minerale nach Dana umfassen die Klasse I dieser Systematik. Nach der neuen Dana Klassifikation besteht die Klasse nur aus einer Unterklasse mit der Nummer 1. Inhaltsverzeichnis 1 Erläuterung des Formats der… …   Deutsch Wikipedia

  • Anyuiit — Andere Namen IMA 1987 053 Chemische Formel Au(Pb,Sb)2 Mineralklasse Elemente Metalle und intermetallische Legierungen 1.AA.15 (8. Aufl. I/A.01 70) (nach Strunz) 01.01.04.01 (nach Dana) Kristallsystem tetragonal …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Mineralien — Dies ist eine unvollständige, alphabetisch geordnete Liste der Minerale, deren Varietäten, Synonyme, Mineralgruppen und Mineralserien, zu denen teilweise bereits eigene Artikel bestehen. Inhaltsverzeichnis 1 A B C D 2 E F G H 3 I J K L 4 M N O P… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Mineralen — Dies ist eine unvollständige, alphabetisch geordnete Liste der Minerale, deren Varietäten, Synonyme, Mineralgruppen und Mineralserien, zu denen teilweise bereits eigene Artikel bestehen. Inhaltsverzeichnis 1 A B C D 2 E F G H 3 I J K L 4 M N O P… …   Deutsch Wikipedia

  • Systematik der Minerale nach Strunz (8. Auflage) — Dies ist eine systematische Liste aller Minerale auf der Grundlage der Systematik von Hugo Strunz und anerkannt durch die International Mineralogical Association (IMA) (Stand 2004). Seit 2001 gilt die neue und in weiten Teilen überarbeitete… …   Deutsch Wikipedia

  • Hunchunit — Andere Namen IMA 1991 033 Chemische Formel Au2Pb Mineralklasse Elemente Metalle und intermetallische Legierungen 1.AA.25 (8. Aufl. I/A.01 68) (nach Strunz) 01.01.04.02 (nach Dana) Kristallsystem kubisch …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Minerale — Die Liste der Minerale ist eine alphabetisch geordnete Übersicht von Mineralen, Synonymen und bergmännischen Bezeichnungen. Ebenfalls aufgeführt werden hier Mineral Varietäten, Mineralgruppen und Mischkristallreihen, zu denen teilweise bereits… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”