Rangun
Rangun
Rangun, gesehen vom Sakura Tower
Basisdaten
Division: Rangun
Lage:
Rangun (Myanmar)
Rangun
Rangun
Karte von Myanmar
Koordinaten: 16° 47′ N, 96° 9′ O16.78333396.15Koordinaten: 16° 47′ N, 96° 9′ O
Höhe: 15 m
Fläche: 576 km²
Einwohner: 4.477.638
(Stand 1. Januar 2005)
Bevölkerungsdichte: 7.774 Einwohner/km²
Telefonvorwahl: 0095 (Land), 1 (Stadt)
Stadtgliederung: 4 Bezirke, 32 Stadtteile
Webseite: www.yangoncity.com.mm/
Politik
Bürgermeister Aung Thein Lynn

Rangun (offiziell Yangon [jaŋˈgʊn], englisch Rangoon) ist eine Stadt in Myanmar und Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Yangon-Division. Mit rund 4,4 Millionen Einwohnern in der eigentlichen Stadt und 5.990.318 Einwohnern in der Agglomeration (Stand 1. Januar 2005) ist Rangun die größte Stadt und das industrielle Zentrum des Landes. Bis zum Jahr 2005 war Rangun die Hauptstadt Myanmars; der Regierungssitz wurde nach Pyinmana Naypyidaw verlegt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Rangun liegt im Süden des Landes am Ostrand des Irrawaddydeltas in der Nähe des Golfes von Martaban, einem Meeresarm des Andamanischen Meeres, durchschnittlich 15 Meter über dem Meeresspiegel.

Stadtgliederung

Rangun gliedert sich in vier Bezirke und 32 Stadtteile:

  • Western District (Innenstadt): Ahlone Township, Bahan Township, Dagon Township, Kyauktada Township, Kyeemyintdine Township, Lanmadaw Township, Latha Township, Pabedan Township, Sanchaung Township und Seikkan Township
  • Eastern District: Dagon Seikkan Township, East Dagon Township, North Dagon Township, North Okkalapa Township, South Dagon Township, South Okkalapa Township, Thingangyun Township und Botahtaung Township
  • Northern District: Hlaing Township, Hlaingthaya Township, Insein Township, Kamayut Township, Mayangone Township, Mingaladone Township, Pazundaung Township und Shwepyitha Township
  • Southern District: Dala Township, Dawbon Township, Mingalataungnyunt Township, Thaketa Township, Tamwe Township, Yankin Township und Seikkyi Kanaungto Township

Klima

Die Stadt befindet sich in der tropischen Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 27,5 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge im Mittel 2681 Millimeter.

Die durchschnittliche Temperatur liegt das ganze Jahr über bei 25,0 bis 30,3 Grad Celsius. Der wärmste Monat ist der April mit 30,3 Grad Celsius im Mittel, der kälteste der Januar mit durchschnittlich 25,0 Grad Celsius.

Hauptregenzeit ist zwischen Mai und Oktober. Der meiste Niederschlag fällt im Juli mit 559,0 Millimetern, der wenigste im Februar mit 2,0 Millimetern.

Rangun
Klimadiagramm (Erklärung)
J F M A M J J A S O N D
 
 
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30
25
 
 
559
 
30
24
 
 
602
 
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24
 
 
368
 
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24
 
 
206
 
32
24
 
 
60
 
32
22
 
 
7
 
32
19
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: World Meteorological Organization[1]
Temperatur und Niederschlag im langjährigen Mittel (1961–1990)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 32,2 34,5 36,0 37,0 33,4 30,2 29,7 29,6 30,4 31,5 32,0 31,5 Ø 32,3
Min. Temperatur (°C) 17,9 19,3 21,6 24,3 25,0 24,5 24,1 24,1 24,2 24,2 22,4 19,0 Ø 22,6
Niederschlag (mm) 5 2 7 15 303 547 559 602 368 206 60 7 Σ 2.681
Regentage (d) 0,2 0,2 0,4 1,6 12,6 25,3 26,2 26,1 19,5 12,2 4,8 0,2 Σ 129,3
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
32,2
17,9
34,5
19,3
36,0
21,6
37,0
24,3
33,4
25,0
30,2
24,5
29,7
24,1
29,6
24,1
30,4
24,2
31,5
24,2
32,0
22,4
31,5
19,0
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
5 2 7 15 303 547 559 602 368 206 60 7
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: World Meteorological Organization[1]

Geschichte

Historischer Überblick

Karaweik-Schiff auf dem Kandawgyi-See

Bis 1755 hieß die Stadt Dagon und gehörte zum Reich der Mon. Ihre Ursprünge gehen auf das 5. Jahrhundert v. Chr. zurück. Nach der Unterwerfung aller Städte der Mon durch den birmanischen König Alaungphaya erhob dieser das Städtchen im Jahre 1755 zur Hauptstadt des birmanischen Reichs. Er benannte es um in Yangon, was übersetzt 'Ende des Streits' bedeutet.

Im Jahre 1824 wurde Rangun von Großbritannien erobert, das zwei Jahre später seinen Herrschaftsanspruch wieder abtrat. Die Stadt entwickelte sich ab Ende des 19. Jahrhunderts zu einer modernen Gemeinde, nachdem sie nach dem zweiten britisch-birmanischen Krieg 1852 erneut unter britische Herrschaft gekommen war.

Im Jahre 1930 wurde Rangun durch ein Erdbeben und die nachfolgende Flutwelle weitgehend zerstört. Am 8. März 1942 wurde die Stadt im Verlauf des Zweiten Weltkrieges von der japanischen Armee besetzt. Als Birma 1948 die Unabhängigkeit von Großbritannien erlangte, wurde Rangun Hauptstadt des Landes.

Von 1954 bis 1956 fand in Rangun das sechste buddhistische Konzil der Theravada-Tradition statt.

Am 9. Oktober 1983 starben bei einem Bombenanschlag im Norden von Rangun 19 Personen, darunter vier Kabinettsmitglieder aus Südkorea. Bei den Toten handelte es sich um Kim Jae Ik, Suh Sook Joon, Hahn Pyong Choon und Außenminister Lee Bum Suk. Nach Untersuchungen wurde Nordkorea offiziell beschuldigt den Anschlag verübt zu haben.

Am 8. August 1988 gipfelten monatelange Unruhen (8888 Uprising) wegen der Wirtschaftspolitik des Militärs unter Führung von General Ne Win in der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten in Rangun mit mehreren tausend Toten. Ein neues Militärregime unter General Saw Maung etablierte sich als Staatsrat für die Wiederherstellung von Recht und Ordnung (SLORC).

1989 wurde der englische Kolonialname Rangun (Rangoon) wieder in Yangon umbenannt.

Als 1990 bei demokratischen Wahlen die oppositionelle Nationale Liga für Demokratie (NLD) einen Erdrutschsieg errang, wurden die Wahlen vom Militärregime für ungültig erklärt, und es kam in Rangun zu einer blutigen Niederschlagung von friedlichen Studentenprotesten. Das Regime blieb an der Macht.

Am 7. November 2005 gab Informationsminister General Kyaw Hsan bekannt, dass am Vortag damit begonnen wurde, alle Ministerien und sonstigen Regierungsbehörden aus Rangun nach Pyinmana zu verlegen, und Pyinmana somit ab Dezember 2005 der neue Regierungssitz des Landes sein würde.

Proteste in Rangun 2007

Im August 2007 formierten sich Protestkundgebungen in Rangun, zunächst angeführt von buddhistischen Mönchen und Nonnen, denen sich bald auch Zivilisten anschlossen. Am 24. September wurden bereits über 100.000 Demonstranten gezählt. Anders als in der Vergangenheit schritt die Militärführung zunächst nicht ein,[2][3] doch am 25. September begann sie gegen die Demonstranten vorzugehen. Nach offiziellen Angaben kamen zehn Menschen ums Leben, darunter ein japanischer Journalist. Inoffizielle Beobachter sprachen von bis zu 200 Toten.[4] Mehrere hundert Menschen wurden verletzt.[5] Soldaten stürmten zahlreiche Klöster in Rangun. Weiterhin wurden Oppositionspolitiker im ganzen Land verhaftet. Insgesamt soll es hunderte Festnahmen gegeben haben.[6][7] Vier Tage später erklärte die Militärjunta schließlich die Revolte als zerschlagen und beendet.

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand.

Shwedagon-Pagode
        Jahr         Einwohner
1820 40.000
1871 98.700
1881 134.200
1891 180.300
1901 234.900
1911 293.300
1921 342.000
1931 399.000
1941 500.800
1953 711.500
        Jahr         Einwohner
1958 922.000
1966 1.616.900
1969 1.717.600
1973 2.056.100
1977 2.276.000
1983 2.513.023
1985 2.788.000
1990 3.302.000
1995 3.873.000
2005 4.477.638

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Sule Pagoda Road und Sule-Pagode bei Nacht

In der Stadt befinden sich das Nationalmuseum für Kunst und Archäologie, die Nationalbibliothek und die Weltfriedens-Pagode, die 1952 zu Ehren des 2500-sten Todestages Buddhas erbaut wurde.

Das wohl bemerkenswerteste Denkmal der Stadt ist die große Shwedagon-Pagode, ein alter buddhistischer Schrein, der 98 Meter hoch und mit Blattgold überzogen ist. Die ältesten Teile der Pagode stammen, gemäß der Überlieferung, aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Seit 1564 wurde die Pagode durch acht Erdbeben immer wieder beschädigt. Während eines Bebens im Jahr 1786 stürzte der gesamte obere Teil ab. Die heutige Höhe und Form gehen auf die darauf folgenden Renovierungen zurück. Zuletzt verursachte ein Brand im Jahr 1931 schwere Schäden.

Die gut 40 Meter hohe Sule-Pagode, die auch Kyaik Athok heißt, soll bereits seit 253 v. Chr. existieren, als die Mönche Sona und Uttara unter anderem zehn Haare Buddhas vom dritten buddhistischen Konzil mitbrachten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Satellitenaufnahme von Rangun

Rangun ist der wichtigste Seehafen Myanmars. Um die Stadt ist der größte Teil der Industrie angesiedelt. Haupterzeugnisse sind Nahrungsmittel, pharmazeutische Artikel, Stoffe und Textilien. Vor allem der Tourismus, aber auch der Schiffbau und die Schiffsreparaturindustrie sowie die Erdölraffinerien, sind von großer Bedeutung für die Wirtschaft.

Verkehr

Seit Dezember 2010 ist Rangun über den Yangon-Mandalay Expressway direkt mit Mandalay verbunden.

Flugverkehr

Rangun verfügt über einen internationalen Flughafen. Der Yangon International Airport (IATA-Code RGN) befindet sich rund 19 km nördlich des Stadtzentrums im Vorort Mingaladon. Da der Flughafen international üblichen Standards nur bedingt gerecht wurde, begannen im Jahr 2003 umfangreiche Arbeiten zur Erweiterung des Airports und seiner Infrastruktur. Hierzu zählen die Verlängerung der bisher einzigen Landebahn sowie ein großzügig bemessenes neues Terminalgebäude. Nach Abschluss der Maßnahme im Jahr 2006 kann Yangon International auch von Großraumjets wie der Boeing 747 angeflogen werden und wird über eine geschätzte Kapazität von etwa 2,7 Millionen Fluggästen pro Jahr verfügen.

Bildung

In Rangun befinden sich zahlreiche Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstitute. Dazu gehören unter anderem: East Yangon University, Thingangyun Education College, West Yangon University, Yangon Institute of Economics, Yangon Institute of Education, Yangon Institute of Marine Technology, Yangon Institute of Nursing, Yangon Technological University, Yangon University, Yangon University of Dental Medicine, Yangon University of Computer Studies (UCSY), Yangon University of Culture, Yangon University of Distant Education, Yangon University of Foreign Languages, Yangon University of Medicine 1, Yangon University Of Medicine 2, Yangon University of Para-Medical Science, Yangon University of Pharmacy und Yankin Education College.

Partnerstädte

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise

  1. World Meteorological Organization: World Weather Information Service
  2. Der Standard: Mittwoch: Tote bei Protesten in Rangun, 28. September 2007
  3. Tagesschau: "Wir marschieren für das Volk" (nicht mehr online verfügbar), 24. September 2007
  4. Münchner Merkur, 1. Oktober, 2007
  5. Der Spiegel:Japanischer Sender spricht von Hinrichtung, 28. September 2007
  6. Tagesschau: Klöster in der Hauptstadt Rangun gestürmt (nicht mehr online verfügbar), 27. September 2007
  7. Süddeutsche.de: Neun Tote, mehrere Kloster gestürmt, 27. September 2007

Weblinks

 Commons: Rangun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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