Bahnstrecke Ebersbach–Löbau
Ebersbach (Sachs)–Löbau
Strecke der Bahnstrecke Ebersbach–Löbau
Ausschnitt der Streckenkarte Sachsen von 1902
Kursbuchstrecke (DB): 231
Streckennummer: 6587; sä. EL
Streckenlänge: 15,84 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 15 
Minimaler Radius: 180 m
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Legende
Strecke – geradeaus
von Bakov
Grenze
Staatsgrenze TschechienDeutschland
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Oberoderwitz
Bahnhof, Station
-0,283 Ebersbach (Sachs) 361 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Wilthen
Brücke (groß)
0,650 Viadukt Ebersbach (151 m)
   
Schmalspurbahn von Taubenheim (Spree)
   
5,990 Dürrhennersdorf 349 m
Brücke (klein)
6,412 Brücke Dürrhennersdorf (47 m)
   
von Zittau
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
8,740 Abzw Niedercunnersdorf W15
Brücke (groß)
Viadukt Höllengrund (115 m)
   
(10,036) Großschweidnitz 310 m
   
von Großpostwitz
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Dresden
Bahnhof, Station
(14,584) Löbau (Sachs) 264 m
Strecke – geradeaus
nach Görlitz

ehemals parallele Streckenführung zur ZL-Linie

Die Bahnstrecke Ebersbach–Löbau ist eine Nebenbahn in Sachsen. Sie stellt die Verlängerung der Bahnstrecke Bakov nad Jizerou–Ebersbach auf sächsischem Gebiet hin zur Bahnstrecke Dresden–Görlitz dar.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Strecke wurde zeitgleich mit der böhmischen Strecke von Bakov am 1. November 1873 eröffnet und erschloss Ebersbach noch vor der Fertigstellung der Süd-Lausitzer Bahn (Zittau–Bischofswerda).

Ursprünglich als Hauptbahn für den Verkehr nach Böhmen gebaut, wurde die Strecke 1923 aufgrund des geringen grenzüberschreitenden Verkehrs zur Nebenbahn abgestuft.

Anfangs lag die Strecke zwischen Niedercunnersdorf und Löbau auf dem gleichen Planum parallel zur Bahnstrecke Löbau–Zittau. 1945 musste als Reparationsleistung für die Sowjetunion ein Gleis abgebaut werden. Seitdem besteht die Abzweigstelle bei Niedercunnersdorf.

Die Deutsche Bahn stellte den Güterverkehr bereits zum 31. Dezember 1994 ein. Der regelmäßige Personenverkehr endete am 14. Dezember 2002. Die Strecke wird jedoch betriebsfähig vorgehalten und gelegentlich für Güterzüge, Sonderzüge und für Umleitungen genutzt. Meist verkehrt mittwochs ein Güterzug der SOEG mit Betriebsstoffen für den Bahnhof Zittau über diese Strecke.

2007 wurde die Strecke von der Deutschen Regionaleisenbahn (DRE) gepachtet. Von der DRE wird die Strecke seitdem als Lausitzer Bergland-Bahn vermarktet.

Im Oktober 2008 wurde in Ebersbach eine neue Verladestelle für den Baustoff Lamprophyr, der in der Klunst abgebaut wird, eingerichtet. Dieser wird mit zwei wöchentlichen Ganzzügen abgefahren.[1]

Im Sommer 2009 wurde auf dieser Strecke der Zugleitbetrieb eingeführt. Es ist damit kein Fahrdienstleiter mehr in Niedercunnersdorf nötig, der Verkehr wird zentral von der DRE koordiniert. Das Signal am Abzweig Niedercunnersdorf wird mit Befehl passiert.

Streckenbeschreibung

Verlauf

Die Strecke führt zunächst von Ebersbach leicht ansteigend in nördliche Richtung. Nach wenigen Kilometern wird in einem Einschnitt die Wasserscheide zwischen Spree und Großschweidnitzer Wasser überquert. Am Großschweidnitzer Wassers führt die Strecke nun wieder talwärts. Am Viadukt über den Höllengrund mündet von links die Bahnstrecke Löbau–Zittau ein.

Betriebsstellen

Bahnhof Ebersbach
Bahnhof Ebersbach

Der Bahnhof liegt an der Strecke Bischofswerda–Zittau. Im südlichen Bahnhofsende beginnt die Bahnstrecke nach Bakov nad Jizerou. Mit der Errichtung des Elektronischen Stellwerkes (EStw) 2008/2009 wurde der Gleisplan stark vereinfacht und im Sommer 2009 wurden die Stellwerke des Bahnhofes abgerissen.

Anschluss Wünsches Erben

Dieser stillgelegte Anschluss befand sich bei Kilometer 13,85. Das Anschlussgleis zu dem ehemaligen Textilunternehmen wurde abgebaut, die Anschlussweiche liegt aber noch.

Anschluss Ostdeutsche Hartsteinwerke

Bis 1967 bestand bei Kilometer 13,34 ein Anschluss für den Ebersbacher Steinbruch. 2008 wurde an gleicher Stelle eine neue Verladeanlage errichtet, allerdings gibt es kein separates Anschlussgleis mehr. Für Verladungen wird das Streckengleis genutzt. Es verkehren bis zu drei Züge pro Woche, betriebsführendes Eisenbahnverkehrsunternehmen ist die ITL Eisenbahngesellschaft.

Haltepunkt Dürrhennersdorf
Bahnhof Dürrhennersdorf

Hier begann bis 1945 die Schmalspurbahn nach Taubenheim (Spree). Nach dem Abbau des Kreuzungsgleises ist diese Betriebsstelle ein unbesetzter Haltepunkt.

Abzweig Niedercunnersdorf W15

Der Abzweig wird auch Abzweig Höllengrund genannt. Er wurde erst 1945 eingerichtet, nach Demontage eines der zwei Gleise nach Löbau. Zu DR-Zeiten wurde auf der gegenüberliegenden Viaduktseite ein neues Stellwerk errichtet. Heutzutage wird der Abzweig vom Bahnhof Niedercunnersdorf ferngesteuert.

Haltepunkt Großschweidnitz

Die Betriebsstelle hat heute nur noch gelegentlich bei Sonderfahrten Bedeutung. Bis 1945 hatte Großschweidnitz zwei Bahnsteige, je einen am Gleis nach Zittau und Ebersbach. Heute ist nur noch der frühere Zittauer Bahnsteig vorhanden. Zeitweise gab es am Zittauer Gleis ein Zweiggleis für die Landesanstalt mit Ladestraße und Güterschuppen.

Bahnhof Löbau
Bahnhof Löbau

Der Bahnhof Löbau liegt an der Bahnstrecke Dresden–Görlitz. Neben der Strecke nach Ebersbach begannen hier auch die Strecken nach Radibor, über Cunewalde nach Bautzen und nach Herrnhut–Zittau. Ausgangspunkt der Nebenstrecken war der Kopfbahnhof im südlichen Bahnhofsteil. Nach Stilllegung dieser Strecken im Personenverkehr wurde der Bahnhofsteil nutzlos und letztendlich Ende 2008 abgebaut.

Kunstbauten

Zur Überquerung der Spree in Ebersbach als auch des Großschweidnitzer Wassers bei Niedercunnersdorf mussten beim Bahnbau zwei größere Viadukte erstellt werden. Sie entsprechen in ihrer Bauart mit Bruchsteinmauerwerk aus Granitsteinen den anderen großen Eisenbahnbrücken der Oberlausitz. Ein etwaiger späterer zweigleisiger Ausbau der Strecke wurde beim Bau der Brücken berücksichtigt.

Einzelnachweise

  1. Vgl. Pressemeldung der Deutschen Regionaleisenbahn vom 1. Oktober 2008: "Verladestation bei Ebersbach in Sachsen wieder genutzt - vorerst zwei Ganzzüge pro Woche". Abgerufen am 16. Dezember 2010.

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