Baskın Oran

Baskın Oran (* 26. Juli 1945 in Izmir[1]) ist ein türkischer Politiker und Dozent im Bereich der Internationalen Angelegenheiten am Lehrstuhl für Politologie der Universität Ankara.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Baskın Oran schloss 1968 sein Studium an der Politischen Wissenschaften an der Universität Ankara ab und wurde ein Jahr später dort Assistent. 1971 wurde er von der Universität verwiesen, wurde aber auf Beschluss des Staatsrates 1972 wieder aufgenommen. Er schloss seine Doktorarbeit 1974 ab. Als Hilfsdozent wurde er 1982 nochmals der Universität verwiesen, konnte aber 1990 durch einen Gerichtsentscheid seinen Dienst wieder aufnehmen. 1991 wurde er Dozent und 1997 Professor im Bereich für Internationalen Angelegenheiten. Er arbeitete über Themen wie Nationalismus, Minderheiten, Türkische Außenpolitik und Beziehungen zwischen Staat und Religion.

Anfang 2007 ging er in den Ruhestand und arbeitete für drei Monate an der Universität Oxford. Er lehrte aber trotz seiner Pensionierung immer noch an der Universität Ankara.

Er schreibt Kolumnen für die türkisch-armenische Zeitschrift Agos und für die Beilage Radikal Iki der Tageszeitung Radikal.

Er war Mitglied des Menschenrechtsrates (tr: İHDK) und Vorsitzender von dessen Unterausschuss für Minderheitenrechte und kulturelle Rechte. Am 1. Juli 2007 stellte er sich als unabhängiger Kandidat für die Parlamentswahlen für den 2. Wahlkreis von Istanbul auf, erhielt aber nicht genug Stimmen.

Am 30. Mai 2008 erhielt er eine Morddrohung per E-Mail von der Türkischen Rachebrigade.[2]

Am 15. Dezember 2008 startete er mit Ahmet İnsel, Ali Bayramoğlu, Cengiz Aktar und rund 1.000 weiteren Intellektuellen eine Internetaktion für die Entschuldigung bei den Armeniern.[3] Bezüglich dieser Aktion sagte Oran, dass „man uns seit 1923 das Gehirn wäscht“, und dass „soviel Unwissenheit und Unkenntnis von unserem Bildungssystem herrührt“.[4]

Privatleben

Baskin Oran ist mit Feyhan Hanım, der Tochter des ehemaligen Bildungsministers Reşit Galip, verheiratet und ist Vater von zwei Kindern. Seine Tochter Sırma Oran lebt seit 17 Jahren in Lyon und ist politisch aktiv. Sie war Kandidatin für die Stadt Villeurbanne bei den Kommunalwahlen 2008 auf der gemeinsamen Liste der Les Verts und der Parti socialiste. Doch der Widerstand der armenischen Diaspora zwang sie zum Rücktritt.[5]

Werke

  • "M. K." Adlı Çocuğun Tehcir Anıları (Die Erinnerungen des Kindes M.K. an die Deportation), ISBN 9750503376
  • Atatürk Milliyetçiliği Resmi İdeoloji Dışı Bir İnceleme (Eine außeroffizielle Untersuchung des atatürkischen Nationalismuses)
  • Az Gelişmiş Ülke Milliyetçiliği Kara Afrika Modeli, ISBN 9754946329
  • Dalavera Memet'in Bodrum Tarihi (Dalavera Memets Bodrum Historie), ISBN 9750502221
  • Devlet Devlete Karşı (Der Staat gegen den Staat)
  • Enişte Gözüyle Bodrum (Bodrum durch die Augen des Schwagers), ISBN 9750502655
  • Kalkık Horoz Çekiç Güç ve Kürt Devleti
  • Kenan Evren'in Yazılmamış Anıları (1989), ISBN 975050397X
  • Kenan Evren'in Yazılmamış Anıları Son Defter (1990)
  • Küreselleşme ve Azınlıklar (Globalisierung und Minderheiten)
  • Nerde O Eski Mahpushaneler!, ISBN 9750503147
  • Türk - Yunan İlişkilerinde Batı Trakya Sorunu
  • Türkiye'de Azınlıklar (Minderheiten in der Türkei), ISBN 9789750502996
  • Yunanistan'ın Lozan İhlalleri
Herausgeber
  • Türk Dış Politikası Kurtuluş Savaşından Bugüne Olgular, Belgeler, Yorumlar Cilt 1:1919-1980, ISBN 9750500016
  • Türk Dış Politikası Kurtuluş Savaşından Bugüne Olgular, Belgeler, Yorumlar Cilt 2:1980-2001, ISBN 9750500024

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Marc Semo, « Turquie de droit », Libération, # 8148, 19. Juni 2007
  2. Baskın Oran'a ölüm tehdidi
  3. BBC Turkish
  4. Le Monde, 19. Dezember 2008
  5. Milliyet gazetesi Baskın Oran'ın kızı Sırma'ya 'diaspora' baskısı (31/01/08)

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