Veronica Lake

Veronica Lake (* 14. November 1922[1] als Constance Frances Marie Ockelman in Brooklyn, New York; † 7. Juli 1973 in Montreal, Kanada) war eine Hollywood-Schauspielerin.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Lake wurde in ärmlichen Verhältnissen geboren und wollte zunächst Medizin studieren. Sie brach ihr Studium jedoch ab und konzentrierte sich auf die Schauspielerei. Nach einigen kleinen Rollen im Theater ging sie Ende der 1930er zum Film und spielte einige Nebenrollen bei Paramount. Sie schaffte den Durchbruch 1940 als zweite Nebendarstellerin in einem B-Film namens I Wanted Wings. Die Kritiker mochten weder den Film noch Lakes Darstellung einer amoralischen Verführerin, doch das Publikum war vor allem fasziniert von ihrer Frisur.

Das lange blonde Haar hing ihr über ein Auge und die Frisur wurde unter der Bezeichnung peek-a-boo bang berühmt. Das Studio übertrug den Namen gleich auf Lake mit und sie wurde danach als peek-a-boo Girl bezeichnet. Das hatte Methode, so war Dorothy Lamour, eine andere Schauspielerin bei Paramount, die leicht bekleidet in den studioeigenen Südseelagunen paddelte, das Sarong Girl, und Lana Turner, ein vollbusiges Sexsymbol bei MGM, das gerne zu enge Pullover (sog. Sweater) trug, war einfach das Sweater Girl. Im Studio entwickelte man ein spezielles Öl, das dem Haar auf der Leinwand einen besonderen Glanz verlieh und Lake war es vertraglich verboten, zu rauchen und sonstige Dinge zu tun, die der Haarpracht schaden könnten. Lakes Frisur war eine Sensation und wurde millionenfach kopiert. Als es in Fabriken zu Unfällen gekommen war, weil Arbeiterinnen mit ihren Haaren in die Produktionsmaschinen geraten und skalpiert wurden, bat die US-Regierung Lake, eine andere Haartracht zu wählen. Kurioserweise ging kurz danach auch Lakes Karriere zu Ende.

Doch vorher stieg Lake 1941 zum offiziellen Star an der Seite von Alan Ladd auf, nachdem beide in dem Film Die Narbenhand viel Chemie miteinander bewiesen hatten. Beide drehten noch einige Filme gemeinsam, wobei die zwei sehr kleinen Schauspieler stets darum wetteiferten, ihr Gesicht möglichst wenig zu bewegen und das Mimenspiel auf das absolute Minimum zu beschränken. Lake hatte 1941 eine gute Rolle in dem Film Sullivans Reisen von Preston Sturges, wo sie an der Seite von Joel McCrea spielte. Mit Fredric March wirkte sie ein Jahr später in der René Clair Komödie Meine Frau, die Hexe als die titelgebende Hexe mit. Lake trat 1943 in der Propagandrevue Star Spangled Rhythm auf, wo sie an der Seite von Dorothy Lamour und Paulette Goddard den Song A Sweater, a Sarong and a Peek-A-Boo sang. Im selben Jahr hatte sie ihre beste Rolle in So Proudly We Hail, einem Drama um Krankenschwestern, die in Bataan von den Japanern eingeschlossen werden und ein schreckliches Schicksal erleiden. Claudette Colbert hatte die Hauptrolle und Lake war als junge Frau zu sehen, die sich am Ende eine Handgranate zwischen die Brüste klebt und so als lebende Bombe ins Lager der Japaner geht. Der Film war eine der ersten Hollywoodproduktionen, der die Beiträge der weiblichen Armeeangehörigen schilderte. Britische Filme waren bereits seit Jahren voll mit Frauen in Uniformen.

Nach 1944 ging Lakes Karriere rasch zu Ende. Sie war bei ihren Kollegen extrem unbeliebt. Eddie Bracken, mit dem sie mehrere Filme drehte, nannte sie noch Jahrzehnte später nur The Bitch. Angeblich sollen mentale Probleme der Grund für Lakes Verhalten gewesen sein. Sie war zudem seit den vierziger Jahren starke Alkoholikerin.

Die Schauspielerin hatte zahlreiche Affären mit Prominenten wie Howard Hughes und Aristoteles Onassis. Daneben war sie viermal verheiratet, u.a. mit Regisseur André De Toth.

Veronica Lake starb 1973 an den Folgen ihrer jahrzehntelangen Alkoholsucht.

1997 wurde sie indirekt von Kim Basinger in dem Film L.A. Confidential verkörpert. Basinger spielt darin die Prostituierte Lynn Bracken, die ihre äußerliche Ähnlichkeit zu Veronica Lake vermarktet. Basinger erhielt für die Rolle einen Oscar als beste Nebendarstellerin.

Filmografie

  • 1939: Sorority House
  • 1939: The Wrong Room
  • 1939: Dancing Co-Ed
  • 1939: All Women Have Secrets
  • 1940: Young as You Feel
  • 1940: Forty Little Mothers
  • 1941: I Wanted Wings
  • 1941: Das goldene Tor (Hold Back the Dawn)
  • 1941: Sullivans Reisen (Sullavan’s Travels)
  • 1942: Die Narbenhand (This Gun for Hire)
  • 1942: Der gläserne Schlüssel (The Glass Key)
  • 1942: Meine Frau, die Hexe (I Married a Witch)
  • 1943: Mutige Frauen (So Proudly We Hail!)
  • 1944: The Hour Before the Dawn
  • 1945: Bring on the Girls
  • 1945: Out of This World
  • 1945: Der Dieb und die Blonde (Hold That Blonde)
  • 1946: Miss Susie Slagle’s
  • 1946: Die blaue Dahlie
  • 1947: Mädchen für Hollywood (Variety Girl)
  • 1947: Die Farm der Gehetzten (Ramrod)
  • 1948: Schmuggler von Saigon (Saigon)
  • 1948: The Sainted Sisters
  • 1948: Isn’t It Romantic?
  • 1949: Sturmflug (Slattery’s Hurricane)
  • 1951: Stronghold
  • 1966: Footsteps in the Snow
  • 1970: Flesh Feast

Literatur

  • Veronika Lake, Donald Bain: Veronica – The Autobiography of Veronica Lake. Bantam Books, 1972.
  • Jeff Lenburg: Peekaboo – The Story of Veronica Lake. Universe, 2001, ISBN 0595192394.
  • Brenda J Mills: Veronica Lake: A Photo Gallery: The Peekaboo Blonde. CreateSpace, 2008, ISBN 1440409692.

Weblinks

 Commons: Veronica Lake – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Quellen

  1. In vielen Quellen wird 1919 als Geburtsjahr angegeben. In den Unterlagen der US-Volkszählung vom 1. April 1930 (State of New York, County of Kings, district 1657, page 8-B, family 151) findet sich jedoch die Angabe, dass Constance Ockelman, geboren in Brooklyn, zu diesem Zeitpunkt sieben Jahre alt war

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