Bauschheim
Bauschheim
Stadtteil von Rüsselsheim
Wappen von Bauschheim
Koordinaten: 49° 58′ N, 8° 23′ O49.9597222222228.376666666666791Koordinaten: 49° 57′ 35″ N, 8° 22′ 36″ O
Höhe: 91 m ü. NN
Fläche: 7,1 km²
Einwohner: 5.788 (31. Dez. 2006)
Eingemeindung: 1. Mai 1970
Postleitzahl: 65428
Vorwahl: 06142

Bauschheim ist ein Stadtteil von Rüsselsheim südwestlich des Stadtzentrums.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Restaurierte Fachwerkhäuser in der Brunnenstraße

Bauschheim wurde urkundlich erstmals im Lorscher Reichsurbar um (834–50) erwähnt, ist aber älter und als Siedlung während der fränkischen Landnahme entstanden. Im Hochmittelalter schweigen die Quellen über die Geschichte des Ortes und erst seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts sind genauere schriftliche Nachrichten über die Grundbesitzverhältnisse und Hoheitsrechte in Bauschheim überliefert. 1269 verkaufte Johannes de Meti die Hälfte des Dorfes an den Mainzer Richter Humbert zu Widder, der seinen Besitz einige Jahre später den Mainzer Nonnen von St. Klara zum Geschenk machte. Das Klarakloster war bis zur Säkularisation seiner Güter im Jahr 1781, neben dem geistlichen Institut in Mainz, dem Deutschordenhaus und der Pfarrkirche Sankt Quentin einer der bedeutendsten Gutsherren des Ortes. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gelang es den Grafen von Katzenelnbogen, wichtige Hoheitsrechte und ausgedehnten Grundbesitz in ihre Verfügung zu bringen; diese gingen später an die Landgrafen von Hessen über, welche 1571 u. a. den Zehnt erhoben und die Gerichtsbarkeit ausübten und damit als eigentliche Herren des Ortes angesehen werden können. 1771 ging der Zehnthof dann in den Besitz der Grafen von Isenburg über. Bauschheim war im Mittelalter kein eigener Pfarrort, sondern der Mutterkirche in Ginsheim zugeordnet. Für kurze Zeit (um 1530) wird die Bauschheimer Kirche auch als Filiale von Trebur erwähnt. In der Reformation traten die Bewohner des Dorfes zum protestantischen Glauben über. Nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde die Bauschheimer Kirche 1669 wieder aufgebaut und, nach ihrem Abbruch, im Jahr 1712 als walmbedachter Saalbau an der Brunnenstraße neu errichtet. Die heute noch das Ortsbild prägenden Hofreiten belegen die bäuerliche Tradition der Gemeinde.

Der allmähliche Niedergang der Landwirtschaft führte zu einer grundlegenden Veränderung der Erwerbsstruktur, da viele Bewohner nun ihren Lebensunterhalt in der nahe gelegenen Industrie verdienten. Als Konsequenz der Orientierung nach Rüsselsheim erfolgte 1970 die Eingemeindung Bauschheims mit zu diesem Zeitpunkt rund 2.900 Einwohner.

Einwohnerentwicklung

Heute ist die Einwohnerzahl Bauschheims auf rund 5.700 angewachsen, davon leben rund 2.100 im Neubaugebiet „Am Weinfaß“.


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die evangelische Kirche und der zur Osterzeit geschmückte Dorfbrunnen

Neben etlichen Lokalen wird das Bürgerhaus als zentraler Veranstaltungsort rege frequentiert. Vereine decken fast alle Interessengebiete ab – von Musik bis zum Motorsport, vom Karneval der „Bauschheimer Narrenzunft“ bis zur Kerb. Außerdem gibt es im Stadtteil Bauschheim eine Bücherei.

Sehenswert ist ebenfalls der Bauschheimer Dorfbrunnen vor der im Jahre 1712 als Saalkirche erbauten evangelischen Kirche. Das Original des Brunnens steht im Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim.

Naturdenkmäler

Der Bauschheimer Kalkhügel, mit 96,4 Metern, ist die höchste natürliche Erhebung im Kreis Groß-Gerau. Entstanden ist der Hügel wohl im Tertiär – vor etwa 65 bis 60 Millionen Jahren – durch Verschiebung der Erdplatten. Der Kalkhügel besteht aus uralten Muschelablagerungen die nach oben gepresst wurden.

Vereine

Der größte ortsansässige Verein ist die SKG Bauschheim. Neben ausgeprägten sportlichen Angeboten wie Handball, Fußball, Tischtennis, Radsport, Wandern und weiteren Sportarten hat der Verein auch einen Musikzug, sowie mehrere Chöre. Der Verein entstand 1946 durch die - durch die Alliierten initialisierte - Zusammenführung des damaligen Turnvereins und anderer kleiner Vereine.[1]

Sport

Eine Besonderheit unter den Sportstätten ist die Niedrigenergie-Sporthalle, ein preisgekrönter Bau mit Solarnutzung und Wasserrückgewinnung.

In unmittelbarer Nähe der Sporthalle befinden sich der Kletterturm sowie ein Freigelände für Bogenschützen. Umsäumt sind die Sportanlagen vom Bauschheimer Wäldchen. Auf 15 Hektar lädt ein Trimm-Dich-Pfad mit 18 Stationen neben Spaziergängern auch Jogger und Walker in den Wald ein. Den Wald durchquert auch der Bauschheimer Rundweg, der auf attraktiven sechs Kilometern durch und um Bauschheim führt. Wer lieber Fahrrad fährt, kann auf gut ausgeschilderten Wegen zur Regionalparkroute radeln. Die Route führt die Pedalritter über die Mainspitze bis nach Mainz und bis nach Aschaffenburg.


Einzelnachweise

  1. Olaf Werner: SKG Chronik. S. 1, abgerufen am 27. Juni 2009 (HTML).

Weblinks

 Commons: Bauschheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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