Beneckendorff
1789 vereinigtes Wappen der von Beneckendorff und von Hindenburg

Benckendorf, häufiger Beneckendorff, vereinzelt auch Benkendorff, (hier Abkrz. v. B.) ist ein neumärkischer und meißnerischer Uradel und nicht zu verwechseln mit dem mittelmärkischen Adelsgeschlecht von Benckendorff in Brandenburg, bzw. Bayreuth in Oberfranken.

Inhaltsverzeichnis

Namensdeutung

Sehr wahrscheinlich ist, das der Name Ortsbezüge hat. Die weitläufigen Deutungen von Ben als Haken (Gerichtsstätte) oder Bär ist im bezug zu "-dorf" nicht glaubwürdig. Mehrere Benkendörffer gibt es unter anderem bei Salzwedel, Merseburg und im Mansfeldischen. Ben ist eine Abkürzung für den biblischen Namen Benjamin und leitet sich aus den hebräischen Begriff ben für Sohn und jamin für Glück ab. Vermutlich hatten die ersten Siedler in der Altmark Glück bei der gewählten Form der Urbanisierung oder sie hatten früh fruchtbare Böden gefunden und konnten durch schnelle ertragsstarke Ernten das Überleben der Glückssöhne sichern, die sich später den Namen Benkendörffer gaben.

Geschichte

Ob beide getrennte Linien ursprünglich einmal einen einheitlichen Familien - Ursprung besaßen, ist nicht mehr feststellbar. Die Pommersche und Brandenburgische geographische Nähe spräche dafür, doch beide Wappen sind grundverschieden und besitzen auch keinerlei einheitliche heraldische Elemente, welche auf gemeinsame Vorfahren vor 1415 hinweisen. Die Behauptung, daß Adelgeschlecht stamme aus Schwaben, ist nicht zweifelsfrei nachvollziehbar.[1] Das Geschlecht von Beneckendorf wird 1280 in der Altmark das erste Mal urkundlich erwähnt. [2] Im Gefolge der askanischen Markgrafen von Brandenburg gelangte die Familie der Beneckendorffs im 13. Jahrhundert in die Neumark. Vermutlich liegt hier aufgrund der neumärkischen Neubelehnungen von immerhin vierzehn Rittergütern das Geheimnis der getrennten Wappen. So wie Alt - und Neumark politisch mit nachlassenden Interesse der Askanier politisch getrennt wurden, wollte man das Familienvermögen möglicherweise gegeneinander schützen. Erste sichere genealogische Erwähnungen des pommerschen Adelgeschlechtes sind mit Vicke von Beneckendorff (* vor 1415 in Wardin,† nach 1476) und stammen aus Wardin und Alten Kliecken (Alten Klüken), welche 300 Jahre lang bis 1740 im Besitz der Familie war. Dessen Sohn Hans von Beneckendorff (* 1425 in Wardin) hatte einen Sohn Joachim v. B. (* um 1515 in Wardin, † 1565 im Klostergut Arnswalde). Dieser Joachim v. B. wiederum hatte drei Söhne Caspar v. B. (*1521 in Wardin, † in Schweden), Wolffens v. B. (* 1523 in Wardin, † in Sonneburg, Kreis Oststernberg) und George v. B. (* 1517 in Wardin, † 1589 in Wardin). Georges v. B. Söhne wiederum waren Johann v. B. und Daniel v. B., die später die drei weiter Zweige des Beneckendorfschen Adels begründeten. Die Familienzweige teilen sich auf in den Blumenfeldischen, den Petznickischen und den Dieckoischen Familienzweig, von den die beiden letzteren aber bald ausstarben.[3][4] Aufgrund der fehlenden Nachkommen wurde der weitverstreute Besitz in eine Freiherrliche von Benkendorff- Stiftung in Ansbach umgewandelt, welche noch 1900 an Bedürftigte Renten auszahlte.[5]

Denkmal des Caspar Heinrich v. B. in der Kirche in Calbitz bei Wermsdorf

Der Pamminsche Familienzweig in Sachsen

Begründer diese Zweiges ist George v. B., dessen Sohn Johann früh starb und dessen Nachkomme Hanß v. B. ( * 1558 in Wardin, † 1632 in Friedeberg) war. In der übernächsten Nachfolge-Generation tritt Caspar Heinrich v. B. (* 1650 in Pammin, Kreis Arnswalde, † 1759 in Calbitz) in Erscheinung, welcher den pommerschen Adelsnamen nach Kursachsen brachte und am sächsischen Hofe als Königl. polnischer und sächsischer Geheimrat, Generalleutnant der sächsischen Infanterie und als Erbmarschall und Amtsverweser von Kursachen tätig war. Er war Besitzer der Güter Alt- und Neuköditz, Skassa, Naundorf (Sachsen), Löbichau und Grödel. Verheiratet war er mit Eva von Schleinitz. Sein einziger Sohn Carl Christoph v. B. (* vor 1715 in Sachsen) hatte keine Nachkommen, so daß die Adels-Linie Mitte des 18. Jahrhunderts ausstarb. In der protestantischen Kirche in Calbitz sind die prächtigen Denkmäler der v. B. erhalten geblieben.

Der Blumenfeldische Familienzweig in der Neumark

Begründer ist Daniel v. B. und dessen Söhne Hanß Heinrich v. B. (Königl. Preussischer neumärkischer Landesdirektor) und Georg Christian v. B., neumärkischer Landrat. Dieser hatte wiederum neun Söhne, u. a. Joachim Chistian v. B. (Präsident des Schivelbeinischen Kreises), des Fürstl. Oettingischen Obristen Gustav Adolf v. B. und Achatius v. B, der 1712 Schwarzburger Hofmeister in Rudolstadt und Oberamtmann in Feuchtwangen war.[6] Spätere Nachkommen waren der Verwaltungspräsident von Breslau und schlesische Schriftsteller Karl Friedrich v. B. († 1788) und durch Heirat Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg.

Wappen

Das Wappen trägt einen schwarz gehörnten Büffel oder Widder-Kopf und wurde 1789 mit dem von Hindenburgischen Wappen vereinigt.

Paul von Beneckendorff und von Hindenburg in Zivil, Datum unbekannt

Berühmte Mitglieder

Literatur

  • Arthur Semrau: Die Vorfahren des Generalfeldmarschalls von Beneckendorff und von Hindenburg in der Neumark und in Preußen, Berlin, 1915.

Weblinks

  • (Link) - Internetseite über den Familienverband "Die Benkendorpe" - dieser führt das brandenburgische und oberpfälzer Benckendorff Wappen an - abgerufen am 4. Juni 2011.
  • (Link)- Internetseite über den Familienverband "Familie v. Restorff e. V." - diese führen in der Ahneliste die von der Groeben an - welche mit von Beneckendorff jahrhundertelang durch Heirat verbunden waren - abgerufen am 4. Juni 2011.

Einzelnachweise

  1. Hans Otto Meissner: Jugendjahre im Reichspräsidentenpalais. Bechtle Verlag, Esslingen, 1988, S. 203.
  2. Generalfeldmarschall von Hindenburg: Aus meinem Leben. G. Hirzel Verlag, Leipzig, 1934, S. 15.
  3. August Wilhelm Berhard von Uechtritz: Diplomatische Nachrichten adelicher Familien. Fünfter Theil. Beygangische Buchhandlung, Leipzig, 1793, S. 6, (online), abgerufen am 2. Juni 2011.
  4. Freiher von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adles-Lexikon oder genealogische und diplomatische Nachrichten. Berüder Reichenbach, Leipzig, 1835, S. 203, (online), abgerufen am 5. Juni 2011.
  5. Königlich Bayerisches Kreis-Amtsblatt von Mittelfranken - Beiblatt Nr. 1, Ansbach, den 5. Januar 1901.
  6. Johann Friedrich Gauhe: Des Heiligen Römischen Reichs Genealogisch-Historisches Adles Lexikon. Johann Freidrich Gleditsch, Leipzig, 1740, S. 986, (online), abgerufen am 2. Juni 2011.

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