Bernhard Falk (Politiker)
Bernhard Falk (1928)

Bernhard Falk (* 26. März 1867 in Bergheim; † 23. Dezember 1944 in Brüssel) war ein Kölner Rechtsanwalt und ein deutscher Politiker der DDP.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Beruf

Falk war jüdischen Glaubens und studierte nach dem Abitur 1885 auf dem Apostelgymnasium in Köln Rechtswissenschaften in Bonn und München. Nach der zweiten juristischen Staatsprüfung (1893) ließ er sich als Rechtsanwalt in Elberfeld nieder. Seit 1898 war er beim Oberlandesgericht Köln zugelassen. Im Ersten Weltkrieg war er Hauptmann der Landwehr und ein Jahr Adjutant des Kreischefs von Bastogne. Er trug den Titel Justizrat.

Als hochdekorierter Frontkämpfer konnte er nach der „Machtergreifung“ 1933 zuerst in seinem Beruf verbleiben. Erst nach dem Tode Hindenburgs wurde ihm zum 30. November 1938 nach dem Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft die Zulassung entzogen. im April 1939 floh er vor den Nationalsozialisten nach Belgien zu seinem Sohn Ernst, der seine Zulassung als Rechtsanwalt bereits 1933 verloren hatte. Dort wurde er lange von den deutschen Militärbehörden protegiert. Eine Auswanderung in die Schweiz wurde von Berliner Behörden verhindert.[1] Nach ihm ist die Bernhard-Falk-Straße in Köln-Longerich benannt.

Partei

Falk gehörte in der Weimarer Republik der DDP an.

Abgeordneter

Von 1908 bis 1933 war Falk Stadtverordneter in Köln, wo er seit 1916 Vorsitzender der linksliberalen Fraktion war. Seit der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 gehörte er der Weimarer Nationalversammlung bis zu deren Ende 1920 an. Von 1925 bis 1932 war er Landtagsabgeordneter in Preußen, wo er Vorsitzender der DDP-Fraktion war.

Einzelnachweise

  1. Kurzvita als jüd. Schüler am APG in: Otto Geudtner et alii: Ich bin katholisch getauft und Arier Emons, Köln 1985, S.161 ff

Literatur

  • Martin Schumacher, Katharina Lübbe, Wilhelm Heinz Schröder: M.d.R. Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung, 1933–1945. Eine biographische Dokumentation. 3. Auflage. Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5183-1. 

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