Biria
Biria
Rechtsform GmbH
Gründung 1982
Auflösung 2006
Sitz Neukirch/Lausitz
Leitung Mehdi Biria
Umsatz 75 Millionen Euro (2005)
Produkte Fahrräder

Biria war ein deutscher Fahrradhersteller mit Hauptsitz in Neukirch/Lausitz.

1982 baute der gebürtige Iraner Mehdi Biria (* 1933) sein Unternehmen in Heidelberg auf und übernahm die Generalvertretung der DDR-Fahrradhersteller MIFA in Sangerhausen und VEB Fortschritt in Neukirch. Im Jahre 1990 übernahm Mehdi Biria 51 % der Anteile am Werk Neukirch, der Rest blieb bei der Treuhand. Die komplette Übernahme des zur Sachsen Zweirad GmbH umgewandelten Unternehmens erfolgte 1991.

Das Unternehmen lieferte 1995 die ersten Lastenfahrräder für die Deutsche Post AG aus. Ab 1998 führte es weitere Fachhandelsmarken ein. Biria stellte Fahrräder der Marken Biria, Calvin, Dürkopp und Hawk her. Außerdem produzierte das Unternehmen Spezialräder, zum Beispiel Lastenräder, Werksräder und Falträder.

2001 gründete Biria in einem Zusammenschluss mit zehn Unternehmen aus den Bereichen Produktion, Vertrieb und Service die Bike & Fitness Alliance. 2003 verschmolzen die Sachsen Zweirad GmbH und die Biria AG zur Biria AG in Neukirch (Sachsen). Produziert wurde in Neukirch und in Nordhausen.

Biria zählte zu den drei größten Fahrradproduzenten Europas. Im Jahr 2005 erwirtschaftete das Unternehmen ca. 75 Millionen Euro Umsatz und beschäftigte gut 400 Mitarbeiter, es wurden 500.000 Fahrräder verkauft. Im November 2005 wurde die Biria AG von der amerikanischen Fondsgesellschaft Lone Star übernommen. Im Jahre 2006 konnten entgegen den Erwartungen nur 300.000 Fahrräder produziert werden.[1]

Das Biria-Fahrradwerk in Neukirch im Kreis Bautzen wurde von den neuen Eignern zum Jahresende 2006 geschlossen. Die Lagerbestände, Vorräte sowie Kundenverträge des Unternehmens wurden von Lone-Star an das Unternehmen Mifa für acht Millionen Euro verkauft.[2] Mifa bezahlt den Kaufpreis mit einer Übertragung von 25 % seiner Aktien an Lone Star. Durch die Stilllegung des Werkes in Neukirch verloren 220 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Anfang Februar einigten sich Betriebsrat und Geschäftsführung auf einen Sozialplan in Höhe von 3,6 Mio. Euro.

Biria erhielt in der Vergangenheit Staatsbeihilfen in Höhe von 5,2 Millionen Euro. Am 25. Januar 2007 entschied die EU-Kommission, dass diese Beihilfen zu unrecht geflossen und daher zurückzuzahlen seien.[3] Noch ist nicht geklärt, wer die Beihilfen organisierte und wer sie zurückzahlen muss.

Ein Strike Bike in rot. Dieses Modell war nur in rot oder schwarz erhältlich

Nach der Stilllegung und der Insolvenzanmeldung des Werkes in Nordhausen besetzten die Mitarbeiter das Unternehmen und verhinderten zunächst den vollständigen Abbau der Fertigungsanlagen. Während der Besetzung fertigten die Arbeiter das „Strike-Bike“.[4][5] Mit der Übernahme des Betriebs durch den Insolvenzverwalter endete die „ständige Betriebsversammlung“. Kurze Zeit später war der Großteil des Unternehmens abgewickelt. Am 17. März 2008 gründeten 21 ehemalige Nordhäuser Mitarbeiter des 2007 in Insolvenz gegangenen Fahrradherstellers Bike Systems die Strike-Bike GmbH in Selbstverwaltung. Am 1. Mai 2008 wurde die Produktion wieder aufgenommen.[6] Der MDR meldete am 11. November 2010 die Insolvenz der Strike Bike.[7]

Innovationen

Biria war der erste Hersteller, der ein Antiblockiersystem für Fahrräder entwickelt hat. Auch eine elektronische Wegfahrsperre für Fahrräder hatte Biria im Programm, deren abschreckende Wirkung auf Diebe allerdings fraglich ist, da Fahrräder weggetragen werden können.

Quellenangaben

  1. Mitteldeutsche Zeitung vom 25. Januar 2007
  2. Finanznachrichten DGAP Ad-hoc-Mitteilung v. 6. Dezember 2006 Mifa AG kauft Vermögensteile der Biria-Gruppe
  3. Jurawelt.com Meldungen der EU-Kommission vom 25. Januar 2007
  4. www.strike-bike.de
  5. Doku über die Betriebsbesetzung
  6. Historie von Strike Bike GmbH
  7. Strike Bike ist pleite auf der Website des MDR, abgerufen am 9. Mai 2011

Weblinks


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