Bitlis

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Bitlis
Wappen von Bitlis
Bitlis (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Bitlis
Koordinaten: 38° 24′ N, 42° 6′ O38.442.1083333333331500Koordinaten: 38° 24′ 0″ N, 42° 6′ 30″ O
Höhe: 1.500 m
Einwohner: 43.109[1] (2010)
Telefonvorwahl: (+90) 434
Postleitzahl: 13 000
Kfz-Kennzeichen: 13
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Fehmi Alaydın (AKP)
Webpräsenz:
Landkreis Bitlis
Einwohner: 62.811[1] (2010)
Fläche: 1.128 km²
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km²

Bitlis (Armenisch: Bagesh) ist eine türkische Stadt in Anatolien. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Bitlis. Die KFZ-Kennzeichen der Stadt und der Provinz beginnen mit der Ziffer 13. Die Bevölkerung der Stadt betrug im Jahr 2010 43.109. Zusammen mit den restlichen Dörfern im Landkreis Bitlis beträgt die Bevölkerung 62.811.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bitlis liegt am gleichnamigen Fluss in einer Höhe von 1500 m über NN und 25 km vom Vansee entfernt. Die Stadt liegt in einem Tal, das die einzige Verbindung durch das Taurusgebirge zwischen dem Vanbecken und der Ebene von Diyarbakir bildet. Daher hat diese Route eine große Bedeutung für den Handel und die Herrscher von Bitlis konnten von den Händlern Zoll erheben.

Geschichte

Die Geschichte der Stadt reicht weit zurück. Bitlis wird manchmal mit dem urartäischen Uische gleichgesetzt, das unter anderem aus dem 8. Feldzug Sargons (714 v. Chr.) bekannt ist. Diese Gleichsetzung ist jedoch nicht unumstritten[2]. Der assyrische Name von Bitlis war nach einer Inschrift von Tiglat-pileser III. vielleicht Lusia[3]. In einer populären Legende, die auch von Şerefhan in seinem Geschichtsbuch Scherefname erwähnt wird, wurde die Stadt nach einem General des makedonischen Herrschers Alexander der Große benannt. Dieser General namens Badlis gründet eine Festung an der Stelle der heutigen Stadt. Bis zur arabischen Eroberung im Jahr 641 war Bitlis ein armenisches Zentrum. Später blühte die Stadt unter den Seldschuken auf. Aus dieser Zeit stammt auch die Große Moschee (türkisch: Ulu Cami), die 1150 errichtet worden ist. Bitlis wurde später unter den kurdischen Stamm der Rozeki zu einem Fürstentum. Im 15. Jahrhundert waren die Fürsten von Bitlis Vasallen der iranischen Safawiden. Nach der Schlacht von Tschaldiran 1514 wurde Bitlis osmanisch. Doch die Fürsten wurden vom osmanischen Sultan bestätigt. Bis auf eine kurze Zeit der direkten osmanischen Verwaltung von 50 Jahren blieb Bitlis autonom. Bekannte Fürsten waren Şerefhan aus dem 16. Jahrhundert und Abdal Khan, unter dem Bitlis im 17. Jahrhundert aufblühte. Reiseberichte aus dieser Zeit gibt es von Evliya Çelebi und Jean-Baptiste Tavernier. Tavernier nannte Abdal Han als den mächtigsten kurdischen Fürsten, der weder den Sultan noch den Schah anerkannte. Evliya Çelebi nannte ihn einen Mann der Tausend Künste (Hazārfann). 1847 endete das Fürstentum und Bitlis wurde direkt von den Osmanen regiert. Im Ersten Weltkrieg war Bitlis Schauplatz von Kämpfen zwischen Osmanen und Russland. 1923 wurde Bitlis Teil der Republik Türkei. Seit 1936 ist Bitlis eine eigenständige Provinz.

2011 ist ein Massengrab von Kurden in Bitlis entdeckt worden, die 1993 bei einer Operation des türkischen Militärs ermordet wurden. Laut der Anfrage eines Mitgliedes des Europäischen Parlaments seien damals chemische Waffen eingesetzt worden[4].

Siehe auch

Quellen

Einzelnachweise

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 8. August 2011
  2. Oscar White Muscarella 1986, The Location of Ulhu and Uiše in Sargon II's Eighth Campaign, 714 B. C. Journal of Field Archaeology 13/4, 465-475
  3. D. J. Wiseman, A fragmentary Inscription of Tiglath-Pileser III from Nimrud. Iraq 18/2, 1956, 120
  4. Massengrab von Kurden, Anfrage von Niki Tzavela

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