Blatná
Blatná
Wappen von Blatná
Blatná (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihočeský kraj
Bezirk: Strakonice
Fläche: 4360 ha
Geographische Lage: 49° 26′ N, 13° 53′ O49.42513.881666666667440Koordinaten: 49° 25′ 30″ N, 13° 52′ 54″ O
Höhe: 440 m n.m.
Einwohner: 6.687 (1. Jan. 2011) [1]
Postleitzahl: 388 01
Verkehr
Straße: Plzeň - Písek
Bahnanschluss: Strakonice - Březnice
Blatná - Nepomuk
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 9
Verwaltung
Bürgermeister: Josef Hospergr (Stand: 2007)
Adresse: T.G. Masaryka 322
388 11 Blatná
Gemeindenummer: 550850
Website: www.mesto-blatna.cz

Blatná (deutsch Blatna) ist eine Stadt in Tschechien. Sie liegt 19 Kilometer nördlich von Strakonice und gehört zum Okres Strakonice.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Blatná befindet sich an der Einmündung des Závišínský potok in die Lomnice im Mittelböhmischen Hügelland. Im Stadtgebiet und der näheren Umgebung liegen zahlreiche Teiche.

Nachbarorte sind Bezdědovice und Paštiky im Norden, Skaličany im Nordosten, Buzice im Osten, Pacelice und Hněvkov im Südosten, Mačkov und Blatenka im Süden, Lhotka, Mračov und Vrbno im Südwesten, Řečice und Tchořovice im Westen sowie Hajany und Chlum im Nordwesten.

Geschichte

Die erste Erwähnung von Blatná erfolgte im Jahre 1235. Besitzer der auf einer Flussinsel der Lomnice gelegenen Wasserburg Blatna war zu dieser Zeit Visemirus de Blatna. Am linken Flussufer gegenüber der Burg entstand an der Kreuzung der Handelswege von Prag nach Strakonice und von Písek nach Pilsen eine Ansiedlung. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhundert erwarb Bavor II. von Strakonitz die Burg. Nach dem Aussterben der Bavor fielen deren Güter vor 1408 an Johann Lev von Rosental. Zwischen 1520 und 1530 ließ Zdeniek Lev von Rosental die Wasserburg durch Benedikt Ried zu einem Frührenaissanceschloss umbauen. Im Jahre 1541 erwarben die Sternberger Blatná, 1579 folgen die Grafen Rozdrazowsky von Rozdrazow auf Blatna und Pomsdorf. 1558 wurde Blathnau als ein Städtchen bezeichnet. 1601 erfolgte die Erhebung zur Stadt. Haupterwerbsquelle ihrer Bewohner war die Fischzucht. Besitzer von Blatná wurden 1691 der Graf Kolowrat-Krakowsky, von dem es vier Jahre später der Graf Serényi erwarb. 1798 erwarben die Freiherren Hildprandt von und zu Ottenhausen die Herrschaft Blatná[2]. 1812 errichtete Franz Hildprandt von Ottenhausen unterhalb des Schlosses eine Zuckerfabrik.

Nach der Ablösung der Patrimonialherrschaften wurde Blatná 1850 zur Bezirksstadt und Sitz eine Bezirksgerichtes. Der politische Bezirk Blatná umfasste 106 Gemeinden und teilte sich in die Gerichtsbezirke Blatná und Březnice. 1885 erfolgte der Umbau der Zuckerfabrik zur Obstbrennerei. Im Jahre 1899 nahm die Eisenbahn von Strakonice über Blatná nach Březnice den Betrieb auf. Gleichzeitig entstand auch eine Zweigbahn von Blatná nach Nepomuk, die die Stadt mit Pilsen verband. Nach dem Ersten Weltkrieg begannen der Gärtner Jan Böhm in Blatná mit der Anlegung von Rosengärten. Bis 1931 vergrößerte Böhm die Rosenplantagen auf 31 Hektar und Blatná erlangte als Rosenstadt internationale Bekanntheit. 1930 lebten in Blatná 3083 Menschen. Bei der Verwaltungsreform von 1960 verlor Blatná den Bezirkssitz und wurde in den Okres Strakonice eingegliedert. Im Jahre 2002 überflutete ein Hochwasser der Lomnice Teile der Stadt.

Stadtgliederung

Die Stadt Blatná besteht aus den Ortsteilen Blatenka (Kleinblatna), Blatná (Blatna), Čekanice (Tschekanitz), Drahenický Málkov (Malkau b. Drahenitz), Hněvkov (Zorndorf), Jindřichovice (Heinrichsdorf), Milčice (Miltschitz), Řečice (Retschitz) und Skaličany (Skaltschan).

Blatná und Umgebung Ende des 19. Jahrhunderts (links oben, Spezialkarte der 3. Landesaufnahme)

Städtepartnerschaften

Sehenswürdigkeiten

  • Schloss Blatná
  • Kirche Mariä Himmelfahrt, errichtet zwischen 1290 und 1390 und im 15. Jahrhundert umgestaltet
  • Mariensäule auf dem Markt
  • Schloss Čekanice

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Jan Pravoslav Koubek (1805–1854), tschechischer Schriftsteller und Philologe
  • Jindřich Hanuš Böhm (1836–1916), tschechischer humoristischer Autor
  • Karel Strakatý (1804–1868), Opernsänger
  • Jan Böhm (1888–1959), tschechischer Rosenzüchter
  • Kamil Běhounek (1916–1983), tschechischer Musiker

In der Stadt lebten und wirkten

  • Jan Evangelista Purkyně arbeitete von 1809-1812 als Hauslehrer und Erzieher von Ferdinand Freiherr Hildprandt von Ottenhausen (1797-1859)

Einzelnachweise

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2011 (XLS, 1,3 MB)
  2. Locales. Verlobung. Badener Bezirks-Blatt, 10. Februar 1883[1]

Weblinks


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