Beim Leben meiner Schwester (Film)
Filmdaten
Deutscher Titel Beim Leben meiner Schwester
Originaltitel My Sister’s Keeper
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2009
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe FSK ab 12
Stab
Regie Nick Cassavetes
Drehbuch Jeremy Leven
Nick Cassavetes
Produktion Mark Johnson,
Chuck Pacheco,
Toby Emmerich
Musik Aaron Zigman
Kamera Caleb Deschanel
Schnitt Jim Flynn,
Alan Heim
Besetzung

Beim Leben meiner Schwester (My Sister’s Keeper) ist ein US-amerikanisches Drama aus dem Jahr 2009. Regie führte Nick Cassavetes, die Hauptrollen werden von Abigail Breslin, Sofia Vassilieva und Cameron Diaz übernommen. Der Spielfilm basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jodi Picoult.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Sara und Brian Fitzgerald und ihre zwei Kinder Kate und Jesse leben ein unbeschwertes Leben, bis ein Arzt eines Tages Leukämie bei Kate feststellt. Als weder Sohn Jesse noch die beiden Eltern sich als passender Organspender für das Kind erweisen, treffen die Eltern eine schwierige Entscheidung. Sie sind entschlossen, alles dafür zu tun, dass ihre Tochter am Leben bleibt. Sara und Brian werden eine weitere Tochter bekommen, die genetisch perfekt auf die Bedürfnisse ihrer großen Schwester angepasst sein soll. Retortentochter Anna wird nun speziell als „Ersatzteillager“ für Kate kreiert.

Auch wenn Kate die Ältere ist, hängt ihr Leben von nun an völlig von Anna ab. Immer wieder werden der Jüngeren Stammzellen und Knochenmark entnommen, und die beiden Schwestern müssen sich langwierigen Krankenhausaufenthalten unterziehen. Als schließlich auch Kates Nieren versagen, kommt Anna als einzige Spenderin infrage. Doch die mittlerweile Elfjährige trifft eine folgenschwere Entscheidung: Sie weigert sich, eine Niere zur Verfügung zu stellen, da sie von nun an selber über ihren Körper bestimmen möchte. Anna klagt schließlich mit dem Anwalt Campbell Alexander vor Gericht ihre eigenen Eltern an, obwohl sie ihn nicht bezahlen kann. Zuerst glaubt sie, dass der sehr bekannte Anwalt ihren Fall übernommen hat, weil er auf Publicity aus ist, aber es stellt sich heraus, dass Campbell Alexander an Epilepsie leidet und sich deshalb für sie einsetzt.

Die beiden Elternteile ergreifen nun unterschiedliche Parteien. Brian beginnt, darüber nachzudenken, ob er und seine Frau richtig gehandelt haben, während Sara stur daran festhält, ihre Tochter retten zu wollen. Sie hatte für die Pflege ihres Kindes einst ihren Job und im Grunde ihre ganze Persönlichkeit aufgegeben. Außerdem wurde der Sohn Jesse nahezu komplett vernachlässigt - es dauerte sehr lange, bis man seine Legasthenie bemerkte. Anna wird von ihrer Mutter auf die Rolle des aufmüpfigen Kindes reduziert, während Kate eindeutig bevorzugt wird. Das tut ihrer Beziehung zu ihren Geschwistern allerdings keinen Abbruch; besonders mit Anna versteht sie sich sehr gut, weshalb dieser die Aussage vor Gericht offensichtlich schwerfällt.

Der Film, der bisher hauptsächlich auf das Familienleben konzentriert war und auch von Kates Beziehung zu dem ebenfalls krebskranken Tayler erzählt (der kurz nach einem Ball, auf dem er mit Kate war, verstirbt), diskutiert nun große ethische Fragen und Probleme. Schließlich kommt aber heraus, dass Anna nicht wirklich in ihrem Sinne gehandelt hat. Vielmehr hat sie alles für Kate getan, die nach etlichen Therapien nun aufgeben und in Ruhe sterben möchte. Sie hat bereits einen Selbstmordversuch hinter sich, den Anna vereitelt und ihren Eltern verschwiegen hat. Jesse allerdings wusste Bescheid und gibt diese Information dem Gericht preis.

Erschüttert nehmen die Eltern Kates Entscheidung an. Sie versammeln sich an ihrem Krankenbett, um Abschied zu nehmen. Schließlich schickt Kate alle bis auf ihre Mutter aus dem Zimmer, wo sie ihr ein selbstgemachtes Buch zeigt, das ihr ganzes Leben an der Seite ihrer Mutter beinhaltet. Sara ist gerührt und Kate stirbt am selben Tag. Trotz großer Trauer schafft es die Familie, weiterzuleben und Kate in guter Erinnerung zu bewahren. Sara nimmt ihr eigenes Leben wieder auf und Jesse kann seine Wut über seine Eltern überwinden und bekommt trotz seiner Leseschwäche ein Stipendium für eine Kunsthochschule, da sich herausgestellt hat, dass er hervorragend malen kann. An Kates Geburtstag nehmen sich alle Familienmitglieder jedes Jahr frei und fahren gemeinsam nach Montana - Kates Lieblingsplatz.

Unterschiede

Vor allem das Filmende unterscheidet sich stark vom Ende des Romans. Dort wird Anna nach der gewonnenen Gerichtsverhandlung in einem Verkehrsunfall getötet und ihr Anwalt entscheidet, Kate die benötigten Organe einzupflanzen. Im Film wird mit Kates Entscheidung zu sterben die Situation noch einmal anders beleuchtet. Die Frage wird aufgeworfen, ob man einen Menschen sterben lassen darf, obwohl Hilfe nicht fern ist, jedoch ebenso, inwieweit man einen Menschen als „Ersatzteillager“ nutzen darf.

Kritik

„Die Bilder sind ein wenig zu sonnendurchflutet und die Songs zu emotional, als dass die Düsternis des Todes spürbar wäre; dass der Fall ausgerechnet bei der Richterin (Joan Cusack) landet, die gerade eine Tochter verloren hat, ist zu viel des Zufalls; und dass in der Chemo zwar Haare und Augenbrauen, nicht aber die schönen Wimpern ausgehen, wirkt ebenfalls unauthentisch. Umso erstaunlicher, dass Nick Cassavetes' Rezept am Ende trotz falscher Töne aufgeht. Denn dagegen, dass auch im Publikum Tränen kullern, kann man sich in dieser geballten Gefühlsattacke kaum wehren.“
- Berliner Morgenpost[1]
„Weil er nicht vor den Konsequenzen seines Stoffs zurückschreckt. Was, wenn Kate (Sofia Vassilieva) entscheidet, das war es jetzt? Wer den zu frühen Tod eines Angehörigen erlebt hat, kann die Wucht ermessen, die der Film in diesem Moment bekommt. Und wo Gefahr besteht, dass er in Sentimentalitäten abzurutschen droht, sorgt Abigail Breslin dafür, dass alles geerdet bleibt. Die 13-Jährige hatte schon in Little Miss Sunshine als untalentierte Miss-Kandidatin eine umwerfende Performance hingelegt. Ihr kann man alles anvertrauen. Auch das Leben der Schwester.“
- Der Tagesspiegel[1]
„Ein tränenreicher Kinoknaller, der viele ethische Konflikte behandelt. So zum Beispiel ob man einen Menschen sterben lassen kann, wenn man doch die Chance hätte ihn zu retten. Was zu der Frage führt, ob ein Mensch als Ersatzteillager dienen darf. Doch diese Konflikte werden nur am Rande angeschnitten. Sonst würde der Film wohl für manchen Zuschauer zu schwere Kost sein.“
- kulthit.de[2]

Zum Thema

Einzelnachweise

  1. a b Beim Leben meiner Schwester. auf: film-zeit.de
  2. Beim Leben meiner Schwester. auf: kulthit.de.

Weblinks


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