Zdenka Schelingová

Zdenka Schelingová
Statue der seligen Zdenka Schelingová in der Pfarrkirche von Krivá

Die selige Zdenka Schelingová, geborene Cecília Schelingová, (* 24. Dezember 1916 in Krivá; † 31. Juli 1955 in Trnava) war eine slowakische Ordensschwester der Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz und ein Opfer der stalinistischen Verfolgung der katholischen Kirche in der Tschechoslowakei. Sie wird als Märtyrin verehrt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ausbildung und Ordensleben

Cecília Schelingová wurde als zehntes Kind ihrer Eltern geboren[1] und wuchs in einer gläubigen Atmosphäre auf. Als die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz 1929 nach Krivá kamen, erlebte sie ihre Berufung zum Ordensleben. 1931, mit 15 Jahren, bat sie um Aufnahme in die Gemeinschaft. Vor dem Eintritt ins Noviziat 1936 besuchte sie eine Krankenpflegeschule und erhielt eine Zusatzausbildung in Radiologie. Am 30. Januar 1937 legte sie die ersten Gelübde ab und erhielt den Ordensnamen Zdenka.

1937–1940 arbeitete sie in einem staatlichen Krankenhaus in Bratislava in der inneren Abteilung, danach in Humenné in der Ostslowakei und ab 1942 wieder in Bratislava als Röntgenlaborantin.

Nach dem Zeugnis ihrer Mitschwestern lebte sie beständig in der Gegenwart Gottes und in liebevoller Hingabe für alle, die ihr begegneten, besonders für die Kranken.[2]

Martyrium

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Etablierung eines kommunistischen Regimes nach sowjetischem Vorbild wurde die katholische Kirche in der Tschechoslowakei systematisch entrechtet und unterdrückt. Jeder Widerstand wurde mit schweren Strafen geahndet.

Anfang 1952 kamen einige inhaftierte Priester zur Behandlung ins Bratislavaer Krankenhaus. Schwester Zdenka erfuhr, dass einer von ihnen wegen angeblicher Spionage für den Vatikan zur Deportation in einen sibirischen Gulag vorgesehen war. Sie mischte dem Aufseher ein Schlafmittel in den Tee und half dem Priester zu fliehen. Danach ging sie in die Kapelle und betete: „Jesus, ich biete mein Leben für seines an; rette ihn!“[2]

Wenige Tage später, am 29. Februar 1952, wollte sie drei weiteren Priestern und drei Seminaristen zur Flucht verhelfen. Der Plan scheiterte jedoch. Sie wurde von der Staatssicherheit festgenommen und monatelang verhört, gedemütigt und gefoltert. Am 17. Juni 1952 wurde sie wegen Hochverrats zu zwölf Jahren Gefängnis sowie zehn Jahren Entzug der Bürgerrechte verurteilt.

Nach der Untersuchungshaft in Bratislava kam sie ins Gefängnis von Rimavská Sobota, dann nach Pardubice, nach Brünn und schließlich in das Gefängniskrankenhaus in Pankrác bei Prag. Haft und Folter hatten ihren Körper so schwer geschädigt, dass sie im April 1955 aus der Haft entlassen wurde. Durch Vermittlung eines Freundes wurde sie im Krankenhaus von Trnava aufgenommen. Dort konnte sie, erstmals nach den Jahren der Haft, wieder die Sakramente empfangen. Sie starb am 31. Juli 1955.

Verehrung

Bereits 1970 wurde das Urteil gegen Zdenka Schelingová von einem Gericht in Bratislava postum aufgehoben und für grundlos und nichtig erklärt. 1979 wurden ihre sterblichen Überreste vom Friedhof in Trnava auf den Klosterfriedhof in Podunajské Biskupice gebracht.

Nach nur dreijährigem Verfahren wurde Schwester Zdenka Schelingová am 14. September 2003 durch Papst Johannes Paul II. während seines Besuchs der Slowakei selig gesprochen. Ihre sterblichen Überreste wurden feierlich in die Klosterkirche von Podunajské Biskupice übertragen. Reliquien von ihr werden heute an 34 Orten in der Slowakei verehrt, darunter in der neuen Kathedrale des slowakischen Militärordinariats St. Sebastian. In der Pfarrkirche ihres Geburtsorts Krivá wurde eine lebensgroße Statue der Seligen aufgestellt.

Einzelnachweise

  1. Ihr Vater hatte die Mutter geheiratet, nachdem seine erste Frau verstorben war; das älteste Kind stammte aus dieser Ehe (Bola matkiným deviatym a otcovým desiatym dieťaťom, lebo otec bol druhýkrát ženatý, keď prvá žena mu umrela.).
  2. a b vatican.va

Literatur

  • Sestra Zdenka. Bratislava: Lúč 2003

Weblinks

  • Biografie (Internetpräsenz des Vatikan, englisch)
  • Biografie (Internetpräsenz der Barmherzigen Schwestern vom hl. Kreuz, slowakisch)
  • Biografie (catholic-forum.com, englisch)



Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужно сделать НИР?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Zdenka Cecília Schelingová — Blessed Zdenka Cecília Schelingová (December 24 1916 ndash; July 31 1955), was a Slovak nun of the Congregation of the Sisters of Charity of the Holy Cross and a victim of communist persecution in the former Czechoslovakia. She was born at Krivá… …   Wikipedia

  • Sidonia — ist ein weiblicher Vorname. Die männliche Form lautet Sidonius, bekannt durch den gallo römischen Aristokraten Sidonius Apollinaris. Inhaltsverzeichnis 1 Herkunft 2 Namenstage 3 Varianten 4 …   Deutsch Wikipedia

  • List of Slovaks — This is a list of notable people who either: * are or were citizens of Slovakia or Czechoslovakia, * are or were of Slovak identity or ancestry.PoliticsPoliticians (contemporary)*Robert Fico (1964) fourth prime minister of modern Slovakia… …   Wikipedia

  • Auslandsreisen des Papstes Johannes Paul II. — Johannes Paul II. hat in seiner Amtszeit mehr Auslandsreisen unternommen als alle vorherigen Päpste zusammengenommen. In der folgenden Übersicht sind Reisen nach Italien, die naturgemäß regelmäßig stattfanden, nicht berücksichtigt.… …   Deutsch Wikipedia

  • Barmherzige Schwestern vom heiligen Kreuz — Die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz (Ordenskürzel: SCSC) – auch „Kreuzschwestern“ oder „Ingenbohler Schwestern“ – sind eine Ordensgemeinschaft der Katholischen Kirche mit franziskanischer Spiritualität. Sie wurde 1856 in der Schweiz… …   Deutsch Wikipedia

  • Podunajské Biskupice — Wappen Karte …   Deutsch Wikipedia

  • Chronological list of saints and blesseds in the 20th century — A list of 20th century saints: Name Birth Birthplace Death Place of death Notes Josep Manyanet y Vives 1833 Tremp, Spain 1901 Barcelona, Spain Priest Blessed Louis Zephyrinus Moreau 1824 Bécancour, Canada 1901   Bishop of Saint Hy …   Wikipedia

  • General Roman Calendar — Contents 1 General Roman Calendar 1.1 Moveable (General Calendar) 1.2 January (General Calendar) …   Wikipedia

  • Kathedrale des heiligen Sebastian — Die Kathedrale des heiligen Sebastian (slowakisch Katedrála svätého Šebastiána) befindet sich im Bratislavaer Stadtteil Rača, Gemarkung Krasňany. Sie dient gleichzeitig als Pfarrkirche für die Ortsgemeinde und als Kathedralkirche für das… …   Deutsch Wikipedia

  • Krivá — Wappen Karte …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”