Abu Qatada

Abu Qatada (arabisch ‏أبو قتادة الفلسطيني‎, DMG Abū Qatāda al-Filasṭīnī; * 1959/1960 in Betlehem, damals Jordanien, heute Westjordanland) ist ein in England lebender palästinensischer islamistischer Fundamentalist.

Qatada, der seit 1993 als politischer Flüchtling in Großbritannien lebt und in seinem Heimatland Jordanien im Zusammenhang mit einer Reihe von Bombenanschlägen im Jahr 1998 wegen Mordes in Abwesenheit zum Tode verurteilt wurde, ist einer der einflussreichsten Dschihadisten in Europa. Er ist eng mit Abu Hamza und Omar Bakri Mohammed befreundet.

Der spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzón, bekannt wegen seiner Ermittlungen gegen den früheren chilenischen Diktator Pinochet, nennt Abu Qatada das geistige Oberhaupt der Mudschaheddin und bin Ladens Botschafter in Europa. Aufnahmen seiner Predigten wurden in der Wohnung Mohammed Attas sichergestellt. Er musste seine Predigten im Four Feathers Club nahe der Baker Street in London halten, weil er in den meisten Moscheen unerwünscht ist.

Flucht und Haft

2002 tauchte er unter. Im Oktober 2002 wurde er aber in einem Gemeindehaus in Südlondon festgenommen und ins Belmarsh-Gefängnis verbracht. Er kam zwar März 2005 per Kaution vorübergehend frei, wurde aber im August abermals in Haft genommen, man strebt eine Auslieferung nach Jordanien an. Abu Dahdah, einer der Hauptverdächtigen der Anschläge von Madrid, hatte Qatada über 25-mal mit Geld und Gesinnungsgenossen besucht. Er hat unvermindert eine große islamistische Gefolgschaft. Im Juni 2007 scheiterte der Versuch von Islamisten der Terrororganisation Armee des Islam, Qatada gegen den im Gaza-Streifen entführten Journalisten Alan Johnston auszutauschen.[1] Im Februar 2009 genehmigte der Oberste Gerichtshof Großbritanniens eine Ausweisung Abu Qatadas nach Jordanien.[2]

Weblinks

Quellen

  1. NZZ: Appell an meine Glaubensbrüder: Setzt dem Terror ein Ende! 5. Juli 2007
  2. tagesschau.de:London schiebt "Hassprediger" Abu Katada ab (nicht mehr online verfügbar)

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