Arabische Sprache
Arabisch (العربية)

Gesprochen in

Ägypten, Algerien, Bahrain, Dschibuti, Eritrea, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Mali, Marokko, Mauretanien, Nigeria, Oman, Palästinensische Autonomiegebiete, Saudi-Arabien, Sudan, Südsudan, Syrien, Tansania, Tschad, Tunesien, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate und weitere Staaten
Sprecher Geschätzte 320 Millionen Muttersprachler, 60 Millionen Zweitsprachler
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache von Ägypten, Algerien, Bahrain, Dschibuti, Eritrea, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Komoren, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko, Mauretanien, Oman, Palästina, Saudi-Arabien, Somalia, Sudan, Syrien, Tschad, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate, Westsahara und Vereinte Nationen
Anerkannte Minderheitensprache in: IranIran Iran
TansaniaTansania Tansania
GambiaGambia Gambia
AthiopienÄthiopien Äthiopien
TurkeiTürkei Türkei
Sprachcodes
ISO 639-1:

ar

ISO 639-2:

ara

ISO 639-3:

ara

Die arabische Sprache (Arabisch, Eigenbezeichnung ‏اللغة العربية‎, DMG al-luġa al-ʿarabiyya, ‚die arabische Sprache‘, kurz ‏العربية‎, DMG al-ʿarabiyya, ‚das Arabische‘, Aussprache?/i) ist die verbreitetste Sprache des semitischen Zweigs der afroasiatischen Sprachfamilie und in ihrer Hochsprachform ‏الفصحى‎ / Fuṣḥā eine der sechs Amtssprachen der Vereinten Nationen. Schätzungen gehen davon aus, dass Arabisch von 320 Millionen Menschen als Muttersprache und von weiteren 60 Millionen als Zweitsprache gesprochen wird. Durch seine Rolle als Sakralsprache entwickelte sich das Arabische zur Weltsprache. Die moderne arabische Standardsprache beruht auf dem klassischen Arabischen, der Sprache des Korans und der Dichtung, und unterscheidet sich stark von den gesprochenen Varianten des Arabischen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die einzelnen arabischen Dialekte in den verschiedenen Ländern unterscheiden sich teilweise sehr stark voneinander und sind bei vorliegender geographischer Distanz (z. B. Marokko – Irak), auf basilektaler Ebene oft gegenseitig nicht oder nur schwer verständlich, vergleichbar etwa den verschiedenen deutschen Mundarten. So werden beispielsweise algerische Filme, die natürlich im dortigen Dialekt gedreht worden sind, zum Teil hocharabisch untertitelt, wenn sie in den Golfstaaten ausgestrahlt werden.

Die arabische Sprache in einem erweiterten Sinne umfasst eine Vielzahl von verschiedenen Sprachformen, die in den letzten anderthalb Jahrtausenden gesprochen wurden und werden. Was all diese Sprachformen zu einer Sprache zusammenbindet, ist vor allem der Islam und speziell der Koran. Das Beispiel des Maltesischen zeigt sehr deutlich die große Rolle des Islams, was die Einheit des Arabischen angeht. Das Maltesische ist eine den maghrebinischen Dialekten der arabischen Sprache nah verwandte Sprache, die aber als Sprache einer weitgehend christlichen Bevölkerung zu einer modernen, eigenständigen Standardsprache ausgebaut worden ist.

Aus dem Alt-Arabischen, das dem klassischen Hocharabisch sehr nahe stand, hat sich eine Vielzahl von Dialekten entwickelt, die neuarabischen Dialekte; für alle Sprecher dieser Sprache außer dem Maltesischen ist das unverändert geschriebene Hocharabisch weiterhin Schriftsprache und Dachsprache.

Ob Hocharabisch als moderne Standardsprache zu betrachten ist, ist umstritten (siehe auch Ausbausprache). Es fehlt oft noch an einem einheitlichen Wortschatz für viele Dinge der modernen Welt, sowie am Fachwortschatz für viele Bereiche der modernen Wissenschaften. Darüber hinaus ist Hocharabisch innerhalb der einzelnen arabischen Länder relativ selten ein Mittel zur mündlichen Kommunikation.

Gute Kenntnisse des Hocharabischen sind unerlässlich für das Verständnis des Korans, die bloße Kenntnis eines Dialekts ist oftmals nicht ausreichend. In vielen arabischen Ländern enthalten Schul-Koranausgaben daher Erläuterungen und Übersetzungen klassisch-arabischer Wörter in einem modernen Dialekt, um den Kindern das Verständnis zu erleichtern.

Verbreitungsgebiet

Die arabischsprachige Welt
Die arabischsprachige Welt: offiziell (grün) und kooffiziell (blau)

Varianten des Arabischen werden von etwa 370 Millionen Menschen gesprochen. Es ist Amtssprache in folgenden Ländern: Ägypten, Algerien, Bahrain, Dschibuti, Eritrea, Israel, Irak, Jemen, Jordanien, Komoren, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko, Mauretanien, Oman, Palästinensische Autonomiegebiete, Saudi-Arabien, Somalia, Sudan, Syrien, Tschad, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate und Westsahara. Darüber hinaus ist es eine der sechs offiziellen Sprachen der Vereinten Nationen.

In allerneuester Zeit gewinnt das gesprochene Hocharabische wieder an Raum. An dieser Entwicklung maßgeblich beteiligt sind die panarabischen Satellitensender, z. B. al-Dschazira in Katar. Dort gibt es lebendige Diskussionen von Sprechern aus allen Teilen der Arabischen Welt, die sich bemühen, eine dem Hocharabischen nahe kommende Sprache zu gebrauchen. Hocharabisch (fuṣḥā) ist die Kommunikationsebene allerdings nicht; vielmehr bewegt sich die Sprache in den Registern der sog. ʾal-luġa ʾal-wusṭā, das ist in der „mittleren Sprache“ zwischen Hocharabisch und Dialekt.

Durch die dominierende ägyptische Film- und Fernsehproduktion (u. a. bedingt durch die Bevölkerungszahl) gilt der gesprochene Kairoer Dialekt des Arabischen in der arabischen Welt als allgemein verständlich, sozusagen „gemeinsprachlich“. Gewöhnliche Filme auf Hocharabisch zu drehen, ist nicht üblich, da diese Sprache eher ernsten Themen wie den Fernseh- und Rundfunknachrichten, religiösen Sendungen und Gottesdiensten vorbehalten ist.

Klassifikation

Das klassische Hocharabisch unterscheidet sich nicht wesentlich von der alt-arabischen Sprache. Versucht man durch Vergleich aller semitischen Sprachen die Wurzel eines Wortes zu ermitteln, findet man oft, dass sie genau der klassisch-arabischen Form gleicht. Dadurch kommt dem klassischen Hocharabisch eine zentrale Stellung innerhalb der semitischen Sprachen zu. Lange betrachteten viele Semitisten das klassische Arabisch als die ursprünglichste semitische Sprache überhaupt. Erst langsam stellt sich durch den Vergleich mit anderen afro-asiatischen Sprachen heraus, dass vieles doch nicht so ursprünglich ist, wie man dachte. Klassisches Hocharabisch stellt wohl eine neuere Schicht semitischer Sprachen dar, die viele Möglichkeiten, die in der Grammatik der semitischen Sprachen angelegt sind, konsequent ausgebaut hat. Es hat einen sehr reichen semitischen Wortschatz bewahrt und sogar noch weiter ausgebaut. Die heutigen Dialekte haben viele Veränderungen durchgemacht, wie sie andere semitische Sprachen schon sehr viel früher (2000–3000 Jahre) durchgemacht haben. So fällt beispielsweise auf, dass Alt-Hebräisch und moderne arabische Dialekte, was Lautgestalt und Grammatik angeht, viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Es gibt Spekulationen, dass die Aufgabe der nomadischen Lebensweise und die Überlagerung anderer Sprachen immer wieder ähnliche sprachliche Entwicklungen hervorgerufen haben.

Geschichte

Schon in vorislamischer Zeit existierte auf der arabischen Halbinsel eine reichhaltige Dichtersprache, die nur mündlich weitergegeben wurde. Auf dieser Dichtersprache fußt zum Teil das Arabische des Korans, das aber wohl schon modernere Züge aufwies, wie man am Konsonantentext sehen kann. Wohl erst nachträglich hat man durch Zusatzzeichen das Koran-Arabisch für neue nichtarabische Muslime einfacher gemacht. In frühislamischer Zeit wurden viele Gedichte dieser Sprache schriftlich festgehalten. Bis heute ist das Auswendiglernen von Texten ein wichtiger Bestandteil der islamischen Kultur. So werden bis heute Menschen sehr geachtet, die den gesamten Koran auswendig vortragen können (Hafiz/Ḥāfiẓ). Dies ist ein Grund, warum Koranschulen in der muslimischen Welt (insbesondere Pakistan) weiter einen regen Zustrom erfahren.

Das klassische Hocharabisch ist insbesondere die Sprache des Korans, die sich aus dem Zentrum der arabischen Halbinsel, dem Hedschas, im Zuge der islamischen Eroberungen über den ganzen Vorderen Orient verbreitete. Der Kalif Abd al-Malik erhob in den 90er Jahren des 7. Jahrhunderts diese Form des Arabischen zur offiziellen Verwaltungssprache des islamischen Reiches.

Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die Sprache dann immer mehr, was jedoch zum Teil an der Schrift nicht zu erkennen ist, da die kurzen Vokale außerhalb des Korans im Allgemeinen nicht geschrieben wurden, und da die Orthographie von späteren Formen der Sprache, wenn sie überhaupt geschrieben wurden, sich an der Schreibung des klassischen Arabisch orientierte.

Das klassische Hocharabisch wird als Muttersprache heute von niemandem mehr gesprochen. Es wird allerdings auch heute noch, nur im Wortschatz verändert, als geschriebene Hochsprache benutzt, in der fast alle Bücher und Zeitungen erscheinen (außer in Tunesien, Marokko und in etwas geringerem Maße in Algerien, wo sich das Arabische diese Rolle mit dem Französischen teilt). Im wissenschaftlich-technischen Bereich wird in den anderen arabischen Ländern aus Mangel an einem spezifischen Fachwortschatz neben Französisch auch oft Englisch gebraucht.

Bei offiziellen Anlässen wird diese normalerweise nur geschriebene Sprache auch mündlich gebraucht, ebenso teilweise in Fernsehen und Rundfunk. Diese Sprache wird oft auch als modernes Hocharabisch bezeichnet. Sie unterscheidet sich vom klassischen Hocharabischen vor allem im Wortschatz und je nach Bildungsgrad des Sprechers teilweise auch in Grammatik und oft in der Aussprache.

Siehe auch: Geschichte der arabischen Literatur

Phonologie

Das Hocharabische Lautsystem ist wenig ausgeglichen. Es gibt nur die drei mit den Lippen gebildeten Lauteم‎ [m], ‏ب‎ [b] und ‏ف‎ [f]; [p] und [v] fehlen. Dagegen gibt es sehr viele an den Zähnen gebildete Laute. Charakteristisch sind die sogenannten emphatischen (pharyngalisierten) Konsonanten ‏ط‎ [], ‏ض‎ [], ‏ص‎ [] und ‏ظ‎ [ðˤ] (angegeben ist die IPA-Lautschrift). Der kehlige, rauhe Lauteindruck des Arabischen entsteht durch die zahlreichen Gaumen- und Kehllaute wie dem tief in der Kehle gesprochenen ‏ق‎ [q] oder dem Kehlkopf-Presslaut ‏ع‎ [ʕ] („Ain“) und dessen stimmloser Variante ‏ح‎ [ħ] („Ḥa“). Der Knacklautء/ا‎ [ʔ] („Hamza“) ist ein vollwertiges Phonem.

Vokale

Im Hocharabischen existieren nur die drei Vokale a, i und u, die jeweils kurz oder lang sein können, sowie die zwei Diphthonge ai und au. Die Aussprache der Vokale wird von den umgebenden Konsonanten beeinflusst und variiert stark. Beispielsweise sind [ɒ], [a] und [æ] mögliche Allophone des Phonems /a/.

Konsonanten

Das Hocharabische verfügt über 28 Konsonantenphoneme. Die Halbvokale [w] und [j] werden in der arabischen Grammatiktradition als „konsonantische Vokale“ gezählt. Alle Konsonanten können geminiert (verdoppelt) vorkommen.

  Bilabial Interdental Lamino-dental Postalveolar Palatal Velar Uvular Pharyngal Glottal
 nichtemph.  emphatisch
Plosive stl.     ت t ط     ك k ق q   ء ʔ
sth. ب b   د d ض ج ʤ          
Frikative stl. ف f ث θ س s ص ش ʃ   خ x   ح ħ ه h
sth.   ذ ð ز z ظ ðˁ     غ ɣ   ع ʕ  
Nasale م m   ن n              
Laterale     ل l1)          
Vibranten     ر r              
Approximanten و w         ي j        

1) Die velarisierte („dunkle“) Variante [ɫ] existiert als eigenständiges Phonem nur im Wort Allahالله‎ [ɒˈɫːɒːh]. Sie tritt ansonsten als Allophon von [l] in der Umgebung von emphatischen Konsonanten auf, z.B. ‏سلطانsulṭān [sʊɫˈtˁɑːn].

Silbenstruktur

Im klassischen Arabischen gibt es offene bzw. kurze Silben der Form KV und geschlossene bzw. lange Silben der Form KV̅ oder KVK (K steht für einen Konsonanten, V für einen Kurzvokal, V̅ für einen Langvokal). Nach einem Langvokal kann eine Silbe auch mit einem verdoppelten Konsonanten beginnen (z. B. ‏دابةdābba „Tier“).

Im modernen Hocharabischen ändert sich die Silbenstruktur, weil die klassischen Endungen meist weggelassen werden. Dadurch sind am Wortende neben den langen auch überlange Silben der Form KV̅K und KVKK möglich (z. B. ‏بابbāb, aus bābun „Tür“ oder ‏شمسšams, aus šamsun „Sonne“).

Da eine Silbe nur mit einem einzelnen Konsonanten beginnt, können am Wortanfang keine Konsonantenverbindungen stehen. Bei älteren Lehnwörtern werden anlautende Konsonantenverbindungen durch einen vorangesetzten Hilfsvokal beseitigt (z. B. ‏أسطولusṭūl „Flotte“, aus griechisch στόλος, stólos). Bei neueren Lehnwörtern wird ein Vokal zwischen die anlautenden Konsonanten geschoben (z. B. ‏فرنساfaransā „Frankreich“), während frühere Entlehnungen von „Franken“ als ‏إفرنجʾifranǧ wiedergegeben wurden.

Betonung

Da die arabische Schrift die Betonung nicht notiert und die mittelalterlichen Grammatiker sich zur Betonung an keiner Stelle geäußert haben, kann man strenggenommen keine sicheren Aussagen über die Betonung des historischen klassischen Arabisch machen. Diesbezügliche Empfehlungen in Lehrbüchern beruhen auf der Betonung, die von modernen Sprechern auf das klassische Arabisch angewandt wird, wobei man sich in Europa gewöhnlich an den Aussprachegewohnheiten im Raum Libanon/Syrien orientiert. In Gebieten wie z. B. Marokko oder Ägypten werden klassisch-arabische Texte mit durchaus anderer Betonung gelesen.

Nach der üblichen Auffassung ist die Wortbetonung im Arabischen nicht bedeutungsunterscheidend und auch zum Teil nicht genau festgelegt. Generell ziehen lange Silben den Ton auf sich. Für das klassische Arabisch gilt, dass die Betonung auf der vor- oder drittletzten Silbe liegen kann. Die vorletzte Silbe wird betont, wenn sie geschlossen bzw. lang ist (z. B. ‏فعلتfaʿáltu „ich tat“); ansonsten wird die drittletzte Silbe betont (z. B. ‏فعلfáʿala „er tat“).

Im modernen Hocharabischen kann durch den Ausfall der klassischen Endungen auch die letzte Silbe betont werden (z. B. ‏كتابkitā́b, aus ''kitā́bun „Buch“). Teilweise verschiebt sich die Betonung weiter nach vorne (z. B. ‏مدرسةmádrasa statt madrásatun „Schule“; die in Ägypten übliche Aussprache dieses Wortes ist aber z. B. madrása, in Marokko hört man madrasá). Das marokkanische Arabisch ist im Gegensatz zum klassischen Arabisch und zu den anderen modernen Dialekten eine Tonsprache.[1]

Dialektale Variation

Die Phonologie der neuarabischen Dialekte unterscheidet sich stark von der des klassischen Arabischen und des modernen Hocharabischen. Die i und u werden teils als [e] und [o] gesprochen. Die meisten Dialekte monophthongisieren ay und aw zu [] und [], wodurch die Dialekte über fünf statt drei Vokalphoneme verfügen. Kurze Vokale werden oft zum Schwa [ə] reduziert oder fallen völlig aus. Dadurch sind in manchen Dialekten auch Konsonantenhäufungen am Wortanfang möglich. Beispiel: für baḥr: bḥar (Meer); für laḥm: lḥam (Fleisch) im tunesischen Dialekt, wobei die geöffnete bzw. geschlossene Silbe ausgetauscht wird.

Die Dialekte haben zum Teil Konsonanten des Hocharabischen verloren, zum Teil haben sie auch neue Phoneme entwickelt. Die Laute [] und [ðˤ] fallen in sämtlichen Dialekten zu einem Phonem zusammen, dessen Aussprache regional variiert. Ebenfalls hat der Laut [ʔ] seinen Phonemstatus verloren. In einigen Dialekten sind [θ] und [ð] zu [t] und [d] geworden; bei Wörtern aus dem Hocharabischen werden sie aber als [s] und [z] ausgesprochen. Das hocharabische [ʤ] wird auf unterschiedliche Arten realisiert, unter anderem in Ägypten als [g] und in Teilen Nordafrikas und der Levante als [ʒ]. Das hocharabische [q] wird in Teilen Ägyptens und der Levante als [ʔ] gesprochen, in einigen anderen Dialekten hat es sich zu [g] entwickelt. Oft wird jedoch die Aussprache [q] bei Wörtern aus dem Hocharabischen beibehalten, so dass die Phoneme [q] und [g] parallel existieren. Einige Dialekte haben durch Lehnwörter aus anderen Sprachen fremde Phoneme übernommen, z. B. die Maghreb-Dialekte den Laut [v] aus dem Französischen oder der irakische Dialekt den Laut [p] aus dem Persischen.

Schrift

Hauptartikel: Arabische Schrift

Geschrieben wird das Arabische von rechts nach links mit dem arabischen Alphabet, das nur Konsonanten und Langvokale kennt. Es gibt allerdings als Lern- und Lesehilfe ein nachträglich hinzugefügtes System mit Kennzeichen (‏اشكال‎) für die Kurzvokale A, I und U, und das in der klassischen Grammatik wichtige End-N, Konsonantenverdopplungen und Konsonanten ohne nachfolgenden Vokal. Der Koran wird immer mit allen Zusatzzeichen geschrieben und gedruckt. Grundsätzlich wäre das vokalisierte und mit Zusatzzeichen versehene Schriftarabisch gleichzeitig eine präzise Lautschrift, diese wird jedoch fast nur für den Koran genutzt. Bei allen anderen Texten muss man die kurzen Vokale selbst finden, was nur möglich ist, wenn man die Grundvokale jedes Wortes auswendig kennt und die grammatische Struktur vollständig analysieren kann, so dass man die richtigen Endungen einfügen kann.

Die arabische Schrift ist eine Kurrentschrift, die sich im Laufe der Geschichte verschliffen hat. Als immer mehr Buchstaben in der Gestalt zusammenfielen, entwickelte man ein System, diese durch Punkte über und unter den alten Konsonanten zu unterscheiden. Da die Buchstaben in einem Wort verbunden werden, gibt es bis zu vier verschiedene Formen eines Buchstabens: allein stehend, nach rechts verbunden, nach links verbunden und beidseitig verbunden. Ohne die Punkte fallen beispielsweise in der beidseitig verbundenen Form die Buchstaben N, T, TH, B, Y und P zusammen: (Beispiel nacheinender: a-l-N-T-Th-B-Y-P-a: ‏النتثبيپا‎) Die Punkte für das P übernahm man aus dem Persischen, um Fremdwörter, die ein P enthalten, wiederzugeben. In einer früheren Form der arabischen Schrift, dem Kufi (‏كوفى‎), in der es noch keine Punkte gab, wurden viele Texte fast nicht mehr lesbar, da wie gesagt nur die Konsonanten geschrieben wurden und einige davon auch nicht mehr zu unterscheiden waren. Die neuentwickelte Schrift mit den Punkten nennt man Nas-ch (‏نسخ‎).

Aussprache

In vielen islamischen Ländern gibt es Bestrebungen, sich bei der Aussprache der modernen Hochsprache einem Standard zu nähern, der dem nahe kommen soll, was als Aussprachestandard für das klassische Hocharabisch gilt. Grundlage dabei ist meistens der Aussprachestandard der Rezitation (ar. tilāwaتلاوة‎) des Korans, der weitgehend kodifiziert ist und in modernen Korandrucken auch durch Diakritika wiedergegeben wird. Diese Ausspracheform genießt ein hohes Prestige, wird allerdings in der Regel nur im religiösen Kontext verwendet.

Die frühere Aussprache des Hocharabischen ist nicht mit Sicherheit in allen Einzelheiten bekannt. Ein typischer Fall, wo bis heute keine völlige Klarheit über die Aussprachenormen des klassischen Hocharabisch besteht, ist die so genannte Nunation, also die Frage, ob die Kasusendungen bei den meisten unbestimmten Nomina auf n auslauten oder nicht (kitābun oder kitāb). Für beide Varianten lassen sich Argumente finden, und da in alten Handschriften das Vokalzeichen der Endung nicht geschrieben wurde, kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, wie diese Formen ausgesprochen wurden.

Grammatik

Der Artikel

Das Arabische kennt indeterminierte (unbestimmte) und determinierte (bestimmte) Nomina. Determiniert wird ein Nomen durch den vorangestellten Artikel ‏ال‎ „al-“ (dialektal oft el-, il-), der nach Zahl und Fall unveränderlich ist, der aber seinen „A“-Laut verliert, wenn er auf einen anderen Vokal folgt, und den Laut des „L“ an nachfolgende Substantive, die mit Sonnenbuchstaben beginnen, assimiliert. Durch ein nachfolgendes seinerseits determiniertes oder indeterminiertes Wort im Genitiv (siehe auch Status constructus) oder durch ein direkt an das Wort angeschlossenes Personalsuffix wird ein Wort ebenfalls determiniert, darf also selbst keinen Artikel mehr tragen. Eigennamen sind von Haus aus determiniert und tragen ebenfalls keinen Artikel, ausgenommen die meisten Ländernamen. Bei Mondbuchstaben wird der Artikel „al-“ in der Aussprache, im Gegensatz zu den Sonnenbuchstaben, ausgesprochen.

Indeterminierte und determinierte Nomina unterscheiden sich in der Hochsprache (nicht mehr im Dialekt) zusätzlich durch unterschiedliche Endungen, die nur durch vollständige Vokalisierung lesbar sind, ansonsten vom geübten Leser automatisch ergänzt werden. Bsp.: ‏القمر‎ (al-qamar-u) „der Mond“,‏قمر‎ (qamar-un) „ein Mond“. Attribute – wie Adjektive – werden dem zugehörigen Nomen nachgestellt.

Das Genus

Im Arabischen gibt es zwei Genera (Geschlechter), Femininum (weiblich) und Maskulinum (männlich), die meisten weiblichen Wörter enden auf a(-tun), das bei angehängten Endungen zu at wird. Weibliche Personen (Mutter, Schwester etc.), Eigennamen von Ländern (ausgenommen Irak) und Städten sowie die Namen doppelt vorhandener Körperteile (Fuß, Hand) sind auch ohne weibliche Endung weiblich. Einige weitere Substantive sind weiblich, z.B. die Wörter für „der Wind“, „das Feuer“, „die Erde“ oder „der Markt“. Daneben kennt das Arabische noch ein Kollektivum.

Beispiele:

  • Maskulinum: ‏قمر‎ (qamar-un) „ein Mond“
  • Femininum: ‏لغة‎ (luġa-tun) „eine Sprache“

Der Numerus

Es gibt drei Numeri: Singular (Einzahl), Dual (Zweizahl) und Plural (Mehrzahl), und drei Fälle: Nominativ, Genitiv und Akkusativ, die fast ausschließlich durch kurze Vokal-Endungen bezeichnet werden. Diptoten sind Eigennamen oder indefinierte Substantive, welche anstatt der üblichen drei Deklinationsendungen nur deren zwei aufweisen, d. h. zwischen Genitiv und Akkusativ nicht formal unterscheiden. Des Weiteren sind auch Farbadjektive (z.B. aḥmar -u, aḥmar -a – rot) oder Pluralformen mit bestimmten Strukturen (z.b. fawāʿil) diptotisch (Bsp.: risāla – Pl. rasāʾilu, rasāʾila – Brief).

In den Dialekten hat sich die Kategorie des Numerus teilweise auf bemerkenswerte Weise verändert. So ist im ägyptischen Dialekt bei den meisten Substantiven der Dual nicht mehr im Gebrauch und daher das Inventar auf zwei Numeri reduziert. Auf der anderen Seite haben einige Substantive für Zeiteinheiten nicht nur den Dual bewahrt, sondern als vierten Numerus noch einen gesonderten Zählplural ausgebildet, z. B. „Tag“: Singular yōm, Dual yōmēn, Plural ayyām, Plural nach Zahlwörtern tiyyām.

Das Verb

Die wirkliche Komplexität der arabischen Sprache liegt in der Vielfalt ihrer Verbformen und der daraus abgeleiteten Verbalsubstantive, Adjektive, Adverbien und Partizipien. Jedes arabische Verb verfügt mit dem Perfekt und dem Imperfekt zunächst über zwei Grundformen, von denen erstere eine vollendete Handlung in der Vergangenheit ausdrückt (Beispiel: kataba – er schrieb/hat geschrieben), letztere hingegen eine unvollendete im Präsens oder Futur (yaktubu – er schreibt/wird schreiben). Das Futur (I) kann aber auch durch Anhängen des Präfixes sa- oder durch die Partikel saufa vor dem Imperfekt gebildet werden (sayaktubu/saufa yaktubu – er wird schreiben). Zudem kennt das Arabische gleichfalls eine Art Verlaufsform der Vergangenheit (kāna yaktubu – er pflegte zu schreiben) und die beiden Zeitstufen Futur II (yakūnu qad kataba – er wird geschrieben haben) und Plusquamperfekt (kāna qad kataba – er hatte geschrieben), die allerdings in erster Linie in geschriebenen Texten vorkommen. Eine weitere wichtige Form ist auch das Verbalsubstantiv (kitābatun – das Schreiben). Viele Verben existieren in mehreren von insgesamt 15, durch Umbildung der Wurzel abgeleiteten Stämmen, die jeweils bestimmte Bedeutungsaspekte (z. B. intensivierend, kausativ, denominativ, aktiv oder passiv, transitiv oder intransitiv, reflexiv oder reziprok) haben können. Jeder Stamm besitzt bestimmte Eigenschaften, z. B. ein Präfix, Verlängerung, Änderung oder Wegfall eines Vokals oder auch Verdopplung (Gemination) des mittleren Radikals (d. h. Wurzelkonsonanten). Die Art und Reihenfolge dieser Konsonanten, mit Ausnahme sogenannter schwacher Radikale, ändern sich hingegen innerhalb einer Wortfamilie nie. Da sich die meisten Verbformen schematisch ableiten lassen, sind sie viel leichter zu erlernen, als ein Arabisch-Schüler vermuten mag.

Eine Eigenheit der arabischen Grammatik erleichtert die mündliche Wiedergabe des Hocharabischen sehr: Am Ende eines Satzes fällt im Hocharabischen die Vokalendung meist weg. Man nennt diese Form „Pausalform“. Nun werden aber die drei Fälle und auch zum Teil die Modi gerade durch diese Endungen ausgedrückt, die bei einer Sprechpause wegfallen. Deshalb benutzen viele Sprecher, wenn sie modernes Hocharabisch sprechen, sehr häufig diese „Pausalform“ und ersparen sich so einen Teil der manchmal komplizierten Grammatik. Das komplizierte System der Verbformen ist in vielen Dialekten noch weitestgehend erhalten, so dass die Dialektsprecher damit weniger Schwierigkeiten haben. Obwohl wie unten beschrieben die semantische Bedeutung eines Wortes meist an den Konsonanten hängt, sind es gerade die kurzen Vokale, die einen großen Teil der komplizierten Grammatik ausmachen.

Das Arabische ist eine Sprache, in der die Verben „sein“ und „haben“ viel unvollständiger als im Deutschen ausgebildet sind. Im Präsens wird statt des Verbs „sein“ ein Nominalsatz gebraucht (d.h. das Adjektiv/Substantiv übernimmt die Rolle von sein: ʾanā kabīr – ich (bin) groß), das Verb kāna (sein) existiert fast nur in der grammatischen Vergangenheit und Zukunft. Im Präsens kommt kāna nur vor, wenn die Syntax es formal notwendig macht (z.B. nach der Konjunktion أن ʾan). Daneben existiert die verneinte Kopula laysa (nicht sein). Das Verb haben existiert gar nicht, es wird stattdessen durch die Präpositionen li (für), fī (in), maʿa (mit) oder ʿinda (bei) + Personalpronomen ausgedrückt, wobei man sich an dieser Stelle wieder einen Nominalsatz denken muss (ʿindī – bei mir (ist) – ich habe usw.).

Neben diesen Besonderheiten gibt es noch eine weitere: Da das Arabische relativ wenige eigenständige Adverbien (im Deutschen wären das z.B. „noch“, „fast“, „nicht mehr“ etc.) besitzt, enthalten manche Verben neben ihrer ursprünglichen Bedeutung auch noch eine adverbiale Bedeutung. Diese Verben können im Satz alleine oder in Verbindung mit einem anderen Verb im Imperfekt stehen, z.B. mā zāla (wörtlich: „nicht aufgehört haben“) – (immer) noch (sein)) oder kāda (fast/beinahe (sein)).

Mā zāla yaktubu („Er hat nicht aufgehört zu schreiben.“) – Er schreibt (immer) noch.

Eine weitere Verbkategorie sind die Zustandsverben (z.B. kabura – groß sein, ṣaġura – klein sein), welche ein Adjektiv verbalisieren und anstelle eines Nominalsatzes verwendet werden können. Das Wortmuster dieser Verben ist häufig faʿila oder faʿula. Diese Kategorie enthält einen großen Wortschatz, wird aber im Vergleich zu den Verben, welche eine Aktion ausdrücken (z.B. ʾakala – essen), seltener benutzt.

Verbalstamm: Wurzelkonsonant

Arabische Wörterbücher sind häufig so angelegt, dass die einzelnen Wörter nach ihren Wurzeln, also quasi ihren „Wortfamilien“, geordnet sind. Daher ist es beim Erlernen des Arabischen wichtig, die Wurzelkonsonaten eines Wortes identifizieren zu können. Der überwiegende Teil der Wörter hat drei Wurzelkonsonanten, einige auch vier. Durch das Abtrennen bestimmter Vor-, Zwischen- und Endsilben erhält man die Wurzel eines Wortes. Gerade Anfänger sollten solche nach Wurzeln geordnete Wörterbücher benutzen, da der Gebrauch „mechanisch-alphabetisch“ geordneter Lexika bei geringen Grammatikkenntnissen oft dazu führt, dass eine Form nicht erkannt und falsch übersetzt wird.

Wortschatz

Die meisten arabischen Wörter bestehen aus drei Wurzelkonsonanten (Radikalen). Daraus werden dann verschiedene Wörter gebildet, beispielsweise kann man unter anderem aus den drei Radikalen K-T-B folgende Wörter und Formen bilden:

  • KaTaBa: er schrieb (Perfekt)
  • yaKTuBu: er schreibt (Imperfekt)
  • KiTāBun: Buch
  • KuTuBun: Bücher
  • KāTiBun: Schreiber/Schriftsteller (Einzahl)
  • KuTTāBun: Schreiber (Mehrzahl)
  • maKTaBun: Schreibtisch, Büro
  • maKTaBatun: Bibliothek, Buchhandlung
  • maKTūBun: Das Geschriebene

Im klassischen Hocharabisch treten noch die meist nicht geschriebene Endungen -a, -i, -u, -an, -in, -un, -ta, -ti, -tu, -tan, -tin, -tun oder auch keine Endung auf. Das T in den Endungen kommt so zustande, dass man das heute stumme End-H zum T uminterpretiert, indem man ihm die Punkte von T beigibt, siehe: Ta marbuta. Das N in diesen Endungen wird auch nicht durch den Konsonanten-Buchstaben N gekennzeichnet, sondern durch die wenig gebräuchlichen Zusatzzeichen, siehe: Nunation.

Der Wortschatz ist zwar extrem reich, aber oft nicht klar normiert und mit Bedeutungen aus der Vergangenheit überfrachtet. So gibt es zum Beispiel kein Wort, das dem europäischen Wort „Nation“ relativ genau entspricht. Das dafür gebrauchte Wort (‏أمة‎, Umma) bedeutete ursprünglich und im religiösen Kontext bis heute „Gemeinschaft der Gläubigen (Muslime)“; oder z. B. „Nationalität“ (‏جنسية‎, ǧinsiyya) eigentlich „Geschlechtszugehörigkeit“ im Sinne von „Sippenzugehörigkeit“ – „Geschlechtsleben“ z. B. heißt (‏الحياة الجنسية‎, al-ḥayāt al-ǧinsiyya), wobei al-ḥayāt „das Leben“ heißt. Das Wort für „Nationalismus“ (‏قومية‎, qaumiyya) bezieht sich ursprünglich auf die Rivalität von „(Nomaden-)Stämmen“ und kommt von qaum, was ursprünglich und bis heute oft noch „Stamm“ im Sinne von „Nomadenstamm“ bedeutet. So überlagern sich oft in einem Wort sehr alte und sehr moderne Konzepte, ohne dass das eine über das andere obsiegen würde. „Umma“ z.B. gewinnt wieder mehr seine alte religiöse Bedeutung zurück. Es gibt zahlreiche alte Lehnwörter aus dem Aramäischen und Griechischen und viele neuere aus dem Englischen und Französischen, die aber oft wie Fremdkörper im Arabischen wirken, da aus diesen nominalen Lehnwörtern keine verbalen Stämme abgeleitet werden können.

Die häufigsten Wörter

Wie in anderen Sprachen sind auch im Arabischen die Strukturwörter am häufigsten. Je nach Zählmethode und Textkorpus erhält man unterschiedliche Ergebnisse.

Eine Studie der Universität Riad[2] kommt zu folgendem Ergebnis:

  1. في (in [Präposition])
  2. منmin (von, aus [Präposition])
  3. علىʿalā (auf, über, an, bei [Präposition])
  4. أنّanna (dass [Konjunktion])
  5. إنّinna (gewiss, wahrlich [Konjunktion, auch Verstärkungspartikel])
  6. إلىilā (zu, nach, bis, bis zu [Präposition])
  7. كانkāna (sein [Verb])
  8. هذا، هذهhāḏā, hāḏihi (diese, dieser, dieses [Demonstrativpronomen])
  9. أنan (dass [Konjunktion])
  10. الذيallaḏī (der [Relativpronomen])

Die vorstehende Liste enthält weder monomorphematische Wörter noch Personalsuffixe. In einer anderen Wortliste[3] sind diese berücksichtigt:

  1. وwa- (und [Konjunktion])
  2. لli- (für [Konjunktion])
  3. في (in, an, auf [Präposition])
  4. بbi- (mit, durch [Präposition])
  5. ـه-hū (sein [besitzanzeigendes Personalsuffix])
  6. منmin (von, aus [Präposition])
  7. ـها-hā (ihr [besitzanzeigendes Personalsuffix])
  8. علىʿalā (auf, über, an, bei [Präposition])
  9. إلىilā (zu, nach, bis, bis zu [Präposition])
  10. أنّanna (dass [Konjunktion])

Beide Zählungen lassen den bestimmten Artikel ‏الal- (der, die, das) außer Acht.

Das häufigste Substantiv, das im Deutschen eine substantivische Entsprechung hat, ist laut der Riader Studie يوم yaum („Tag“), das häufigste Adjektiv كبير kabīr („groß“).

Sprachbeispiel

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte:

يولد جميع الناس أحرارا ومتساوين في الكرامة والحقوق. وهم قد وهبوا العقل والوجدان وعليهم أن يعاملوا بعضهم بعضا بروح الإخاء
Yūladu ǧamīʿu n-nāsi ʾaḥrāran wa mutasāwīna fī l-karāmati wa-l-ḥuqūqi. Wa hum qad wuhibū al-ʿaqla wa-ʿlwijdana wa-ʿalayhim ʾan yuʿāmilu baʿḍahum baʿḍan bi- rūḥi l-ʾiḫāʾi.
  • In IPA-Umschrift:
ˈjuːladu dʒaˈmiːʕu‿nˈnːaːsi ʔaħˈraːran mutasaːˈwiːna fi‿lkaˈraːmati wa‿lħuˈquːqi wa qɒd ˈwuhibuː ˈʕɒqlan wa dˤɒˈmiːran wa ʕaˈlaihim ʔan juˈʕaːmila ˈbɒʕdˤuhum ˈbɒʕdˤan bi ˈruːħi‿lʔiˈxaːʔi
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

Übersetzungen

Übertragungen ins Arabische erfolgen meist aus dem Englischen und Französischen, oft aus dem Spanischen sowie zur Zeit der Sowjetunion aus dem Russischen. Selten sind Übertragungen aus anderen europäischen Sprachen wie auch aus dem Japanischen, Chinesischen, Persisch, Türkisch und Hebräisch. So liegen zum Beispiel Werke von Jürgen Habermas lediglich in einer in Syrien erschienenen Übertragung aus dem Französischen vor. Einige Werke von Friedrich Nietzsche, ebenfalls aus dem Französischen, wurden in Marokko verlegt. In Syrien erschien Der Antichrist von Nietzsche in einer Übersetzung aus dem Italienischen.[4] Die Buchmesse Kairo, zweitgrößte der Welt für den arabischen/nordafrikanischen Raum, ist staatlich.

Arabisch lernen

Zahlreiche deutschsprachige Universitäten und gemeinnützige Weiterbildungseinrichtungen bieten Arabisch-Als-Fremdsprache-Kurse an, z. B. als Teil der Orientalistik, Theologie, oder eben der Arabistik, der Wissenschaft der arabischen Sprache und Literatur. Die arabische Sprache zu lernen interessiert Millionen von Nicht-Arabisch-Sprechern, vor allem da es die Sprache des Koran ist und alle islamischen Begriffe in ihrem Ursprung arabisch sind. Arabisch wurde und wird in vielen Primar- und Sekundarschulen unterrichtet, besonders in muslimischen Schulen weltweit. Es gibt eine Vielzahl von Arabisch-Sprachschulen, wobei sich die meisten im arabischsprachigen Raum oder auch in nichtarabischen muslimischen Regionen befinden.

Didaktik

Für den deutschsprachigen Lerner des Arabischen ist das erste große Hindernis die arabische Schrift, im deutschsprachigen Raum wird vor allem auf das Erlernen des Modernen Standard-Arabischen (MSA) gezielt, welches im Unterschied zu den arabischen Dialekten auch geschrieben wird. Seine Mutterform, Fusha, gilt als Sakralsprache und beachtet die sog. Nunation, worauf beim MSA größtenteils verzichtet wird.

Durch den Umstand bedingt, dass in der Wirklichkeit die arabische Schrift ohne Vokalisierung geschrieben wird, nimmt das Erlernen des geschriebenen Wortschatzes unverhältnismäßig viel Zeit in Anspruch, verglichen mit Sprachen ohne Konsonantenschrift. Auch in arabischsprachigen Ländern wird in den ersten 2 Schuljahren (Tunesien) ausnahmslos alles mit Vokalisation geschrieben.

Was die Grammatik des Modernen Standard-Arabischen betrifft, so wirkt sich das spätere Wechseln der Vokalisierungen bremsend auf die Lerngeschwindigkeit aus. Sogar für Muttersprachler wird in der Schule ein Großteil des Arabischunterrichts für die korrekte Konjugation verwendet.

Siehe auch

Literatur

Allgemeine Beschreibungen

Grammatiken

  • Wolfdietrich Fischer: Grammatik des Klassischen Arabischen. 3. Auflage. Wiesbaden 2002, ISBN 3-447-04512-4
  • Ernst Harder, Annemarie Schimmel: Arabische Sprachlehre. Heidelberg 1997, ISBN 3872760017 (Knappe Einführung in die arabische Sprache und Grammatik.)
  • John Mace: Arabic Grammar. A Revision Guide. Edinburgh 1998, ISBN 0748610790 (Übersichtliche, auf das Arabisch der Gegenwart bezogene Grammatik.)
  • Mohamed Badawi / Christian A. Caroli: As-Sabil: Grundlagen der arabischen Grammatik, Konstanz 2011.

Lehrbücher

  • Tawfik Borg: Modernes Hocharabisch. Konversationskurs. 5. Auflage. Hamburg 2004, ISBN 3921598230 (Konversationsbezogenes Lehrwerk, das zum Teil jedoch ägyptisches statt hocharabischen Vokabulars verwendet.)
  • Wolfdietrich Fischer, Otto Jastrow: Lehrgang für die arabische Schriftsprache der Gegenwart. 5. Auflage. Wiesbaden 1996, ISBN 3-88226-865-4
  • Günther Krahl, Wolfgang Reuschel, Eckehard Schulz: Lehrbuch des modernen Arabisch. 5. Auflage. Berlin/München 2002, ISBN 3324006139 (Ein umfangreiches und akademisch geprägtes Standardwerk, Lehrbuch an vielen deutschsprachigen Universitäten.)
  • Dr. Amin Tahineh: Arabisch für die Erwachsenenbildung.ISBN 3-00-007862-2
  • Mohamed Badawi / Christian A. Caroli: As-Sabil. Praktisches Lehrbuch zum Erlernen der arabischen Sprache der Gegenwart, Band 1, Konstanz 2005.
  • Mohamed Badawi / Christian A. Caroli: As-Sabil: Grundlagen der arabischen Verblehre, Konstanz 2008.

Wörterbücher

  • Götz Schregle: Deutsch-Arabisches Wörterbuch. Wiesbaden 1977, ISBN 344701623X (Gilt als das Standardwörterbuch Deutsch – Arabisch.)
  • Hans Wehr: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Arabisch-Deutsch. 5. Auflage. Wiesbaden 1985, ISBN 3447019980 (Das Standardwörterbuch der arabischen Gegenwartssprache, nach Wurzeln geordnet.)
  • Arne Ambros: A Concise Dictionary of Koranic Arabic Wiesbaden 2004, ISBN 3895004006
  • Arne Ambros, Stephan Procházka: The Nouns of Koranic Arabic Arranged by Topics Wiesbaden 2006, ISBN 3895005118

Fachliteratur zu spezifischen Themen

  • André Roman: La création lexicale en arabe – étude diachronique et synchronique des sons et des formes de la langue arabe, Jounieh [u. a.], (CEDLUSEK) Université Saint-Esprit de Kas, 2005
  • Pierre Larcher: Linguistique arabe: sociolinguistique et histoire de la langue, Leiden [u. a.], Brill, 2001
  • Hartmut Kästner: Phonetik und Phonologie des modernen Hocharabisch. Verlag Ezyklopedie Leipzig, 1981, Verlaglizenz Nr. 434-130/42/81, LSV 0874

Weblinks

 Commons: arabische Sprache – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Einzelnachweise

  1. Olivier Durand: Le vocalisme bref et la question de l'accent tonique en arabe maroccain et berbère. In: Rivista degli Studi Orientali, Volume LXIX (1995), Seite 11-31. Bardi, Rom 1996.
  2. ʿAbduh, Dāwūd ʿAṭīya: al-Mufradāt aš-šāʾiʿa fī ’l-luġa al-ʿarabīya: dirāsa fī qawāʾim al-mufradāt aš-šāʾiʿa fī l-luġa al-ʿarabīya, Riad 1979.
  3. Fromm, Wolf Dietrich: Häufigkeitswörterbuch der modernen arabischen Zeitungssprache, Leipzig 1982.
  4. („Über den Kulturtransfer auf steinigen Routen“, Neue Zürcher Zeitung. 3/2006)

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