Irak
جمهورية العراق (arab.)

Ǧumhūriyyat al-Irāq
کۆماری عراق (kurd.)
Komara Îraqê
Republik Irak

Flagge des Irak
Wappen Iraks
Flagge Wappen
Wahlspruch: الله أَكْبَر

Allāhu Akbar
(Arabisch für „Allah ist größer/am größten“)

Amtssprache Arabisch und Kurdisch
Hauptstadt Bagdad
Staatsform Föderale Republik
Regierungsform Parlamentarisches Regierungssystem
Staatsoberhaupt Staatspräsident Dschalal Talabani
Regierungschef Ministerpräsident Nuri al-Maliki
Fläche 434.128 km²
Einwohnerzahl 28.946.000 (2009)
Bevölkerungsdichte 66,7 Einwohner pro km²
Währung Irakischer Dinar
Nationalhymne Mautini ²
Zeitzone UTC + 3
Kfz-Kennzeichen IRQ
Internet-TLD .iq
Telefonvorwahl +964
¹: Hauptstadt der autonomen Region Kurdistan ist Arbil

²: Die kurdische Nationalhymne heißt Ey Reqib

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Irak karte2.png

Der Irak (arabisch ‏العراق‎, DMG al-ʿIrāq; kurdisch ‏كۆماری عێراق‎, Komara Îraqê;) ist ein großteils arabischer Staat in Vorderasien. Er grenzt an Kuwait, Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien, die Türkei, den Iran (Persien) und den Persischen Golf und umfasst den größten Teil des zwischen Euphrat und Tigris gelegenen „Zweistromlandes“ Mesopotamien, in dem die frühesten Hochkulturen Vorderasiens entstanden sind, sowie Teile der angrenzenden Wüsten- und Bergregionen. Er wird zu den Maschrek-Staaten gezählt.

Der heutige Irak entstand 1920 aus den drei osmanischen Provinzen Bagdad, Mossul und Basra. Von 1921 bis 1958 bestand das Königreich Irak, 1958 wurde der König durch einen Militärputsch abgesetzt und die Republik ausgerufen. Von 1979 bis 2003 wurde das Land von Saddam Hussein diktatorisch regiert, das Land führte Kriege gegen die Nachbarstaaten Iran und Kuwait. Eine multinationale Militärallianz unter Führung der Vereinigten Staaten stürzte 2003 das Regime. Es folgte ein mehrjähriger, blutiger Aufstand gegen die Besatzungstruppen. 2010 wurde der größte Teil der ausländischen Truppen abgezogen, die übrigen sollen bis 2012 folgen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Satellitenaufnahme mit eingezeichneten Landesgrenzen

Der Irak gehört zum Orient. Zum Kulturraum des Orients werden gewöhnlich Länder Nordafrikas und Südwestasiens gezählt. Sie liegen überwiegend im Bereich des subtropischen Trockengürtels der „Alten Welt“.

Im Nordosten befindet sich eine etwa 3000 m hohe Bergkette aus den Ausläufern des Taurusgebirges und des Zagros'. Diese Kette gehört zum alpinen Gebirgszug, der sich vom Balkan aus ostwärts in die Türkei, den nördlichen Irak und Iran und dann weiter nach Afghanistan erstreckt. Der höchste Berg ist der Cheekha Dar mit 3611 m Höhe.

Landesgrenzen

Der Irak grenzt an den Iran (1458 km gemeinsame Grenze), Kuwait (240 km), Saudi-Arabien (814 km), Jordanien (181 km), Syrien (605 km) und die Türkei (352 km). Mit Ausnahme der Grenze zum Iran, die bis 1918 die Ostgrenze des Osmanischen Reiches bildete, wurde der Grenzverlauf des Iraks von den Kolonialmächten bestimmt. Die Neutrale Zone zwischen Saudi-Arabien und dem Irak wurde 1975–1983 zwischen beiden Ländern aufgeteilt. Zudem besitzt der Irak einen 58, 3 km langen Küstenstreifen.

Klima

Der Norden des Iraks, bis etwa auf die geographische Breite von Bagdad, liegt im Winter im Bereich der sog. Westwindzone der gemäßigten Breiten und im Sommer unter Hochdruckeinfluss bei Temperaturen zwischen -6 °C im Winter und 47 °C im Hochsommer (Jahresmittel 22 °C). Der Raum südlich Bagdads dagegen gehört ganzjährig zum subtropischen Hochdruckgürtel. Die Sommer sind im gesamten Land niederschlagslos und mit Ausnahme der Gebirgsregionen recht warm bei Durchschnittstemperaturen um 33–34 °C. Mitunter starke, ganzjährige Winde aus nordwestlicher Richtung führen dazu, dass beispielsweise die Städte Bagdad und Basra an ungefähr 20 respektive 15 Tagen im Jahr von Staubstürmen heimgesucht werden.

Die Temperaturen schwanken zwischen 50 °C im Sommer und etwa dem Nullpunkt im Januar. Frost ist möglich, insbesondere im Bergland. Regen fällt etwa 10 bis 18 cm im Jahr, Hauptregenmonate sind Dezember bis April. Die an den Golf angrenzenden Gebiete sind etwas feuchter.

Flüsse und Seen

Der Irak wird von zwei wichtigen Flüssen durchzogen, dem Euphrat und dem Tigris. Dies schlug sich in der geographischen Bezeichnung Mesopotamien nieder, was übersetzt das (Land) zwischen den zwei Flüssen bedeutet. Euphrat und Tigris kommen von Nordwesten aus Syrien bzw. der Türkei und durchqueren das Land bis in den Südosten. Bei al-Qurna im Süden des Iraks fließen Tigris und Euphrat zusammen. Sie bilden dort den 193 Kilometer langen Schatt al-Arab/Arvandrud, dieser mündet in den Persischen Golf. Euphrat und Tigris waren und sind die Lebensadern des Landes, da sie die Wasserversorgung eines Großteils der irakischen Landwirtschaft und der Bevölkerung sicherstellen. Im Südosten des Landes ragt die Halbinsel Faw zwischen dem Iran und Kuwait in den Persischen Golf und stellt damit den einzigen Zugang des Iraks zum Meer dar.

Westlich von Bagdad gibt es drei Senken, in die bei Hochwasser Wasser aus Euphrat und Tigris geleitet werden können: Wadi Tharthar, Al-Habbania-See und Razzaza-See.

Die Sumpfgebiete im südlichen Irak, die sog. Ahwar, wurden während der Anfal-Operation in den 1980er und 1990er Jahren systematisch trockengelegt. Mit internationaler Hilfe versucht die irakische Regierung seit 2003, diese Gebiete wieder zu bewässern.

Flora und Fauna

Da im Irak unterschiedliche Niederschlagsverhältnisse herrschen, gibt es ebenfalls unterschiedliche Vegetationsarten. Im Nordirak gibt es Strauchvegetation und vereinzelte Waldbestände. An den Uferbereichen von Euphrat und Tigris gibt es Dattelpalmen und Schilfgürtel. Der Süden hingegen ist nur spärlich bewachsen. Projekte der Regierung, aus den Wüstengegenden fruchtbare Böden zu machen, wurden in den 1980er Jahren aufgegeben.

Diverse Vogelarten wie Geier, Bussarde, Raben und Eulen sind im Irak beheimatet, ebenso leben Säugetiere wie Leoparden, Hyänen, Schakale, Gazellen und Antilopen im Irak. An Tigris, Euphrat und Schatt al-Arab herrscht außerdem ein großer Fischreichtum. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts gab es im Irak Löwen und Strauße.

Bevölkerung

Der Irak hat eine Bevölkerung von etwa 29,6 Millionen Einwohnern (Schätzung für 2010), dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 70,3 Einwohnern/km². Etwa 67 % der Bevölkerung leben in Städten, wovon allein 6,2 Millionen Menschen auf die Agglomeration Bagdad entfallen. Die Hauptstadtregion hat eine Bevölkerungsdichte von 25.751 Einwohnern/km². Die Stadt und das gesamte Governorat Bagdad zusammen haben 7,1 Millionen Menschen. Weitere bevölkerungsreiche Governorate sind Niniveh (2,8 Millionen), Basra (1,9 Millionen) und Al-Suleymaniah (1,8 Millionen). Weite Teile des Landes sind dagegen sehr dünn besiedelt, vor allem im trockenen Süden.

Die Bevölkerung des Landes hat sich in den letzten 50 Jahren fast verfünffacht.

Volkszählung Bewohner (in Millionen)
1957 6,7 [1]
1977 12
1987 16,3
1997 22 [2]

Die für Oktober 2009 geplante Volkszählung[3] wurde von der irakischen Regierung auf den Oktober 2010 verschoben[4] und war die erste landesweite Erhebung seit 1987, da bei der letzten Volkszählung 1997 die drei autonomen kurdischen Provinzen nicht berücksichtigt wurden. Als Grund für die Verschiebung gab der irakische Planungsminister die aktuellen ethnischen Spannungen im Norden des Landes an.[5]

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Iraker beträgt 69,94 Jahre (Frauen 71,34 Jahre, Männer 68,6 Jahre). Das Durchschnittsalter beträgt bei Frauen 19,8 Jahre, bei Männern 19,6 Jahre. Das Gesamtdurchschnittsalter beträgt 20,4 Jahre. Die Bevölkerung wuchs 2008 um etwa 2,5 %. Der Alphabetisierungsgrad der Bevölkerung liegt mit insgesamt 74,1 % weit unter dem Weltdurchschnitt. Lediglich 84,1 % aller Männer können lesen und schreiben, bei den Frauen sind es nur 64,2 %. Die Situation hat sich in den letzten 20 Jahren stark verschlechtert – Ende der 1980er-Jahre betrug der Anteil der Analphabeten nur 10 bis 12 %.

Ethnische Gruppen

Etwa 75–80 % der heute im Irak lebenden Bevölkerung sind Araber, 15-20 % sind Kurden und 5 % sind Turkomanen.[6] Weitere 5 % sind Assyrer (auch Aramäer oder Chaldo-Assyrer) genannt..[7] Weiterhin sollen im Südosten 20.000 bis 50.000 Marsch-Araber leben.

Flüchtlinge und Vertriebene

Bereits zur Zeit Saddam Husseins verließen viele Iraker das Land, Ende 2002 waren bereits ca. 400.000 Flüchtlinge weltweit registriert.[8] Aufgrund der instabilen Lage im Land haben seit 2003 weitere 1,8 Millionen Menschen den Irak verlassen. Auf dem Höhepunkt der Gewalt in den Jahren 2006 und 2007 überquerten bis zu 3000 Menschen die Grenzen zu Syrien, dem Iran und Jordanien. Dazu gibt es über 1,6 Millionen Binnenflüchtlinge.[9][10][11] Die Bundesregierung Deutschlands ist wegen eines Beschlusses der EU-Innenminister im November 2008 dazu verpflichtet 2.500 Irakische Flüchtlinge aus Syrien und Jordanien aufzunehmen.[12]

Religion

Etwa 97 % der Bevölkerung sind muslimisch. Über 60 % sind Schiiten und zwischen 32 und 37 % Sunniten. Die große Mehrheit der muslimischen Kurden ist sunnitisch. Christen und andere Religionen bilden mit ca. 3 % eine Minderheit[13][14] gegenüber etwa 25 % vor 100 Jahren. In den letzten Jahren sind fast 2 Millionen Christen geflohen. Die Christen zählen überwiegend zu den orientalisch-christlichen Gemeinschaften: Chaldäisch-Katholische Kirche, Assyrische Kirche des Ostens, Alte Apostolische Kirche des Ostens, Armenier, Römisch-katholische Kirche, Syrisch-katholische Kirche, Altsyrisch-Orthodoxe, Protestanten und andere.

Bis 1948 lebten noch 150.000 Juden im Irak. Aufgrund von Flucht und Vertreibung in der Folge der Staatsgründung Israels wird die Zahl noch im Irak lebender Juden auf unter 10 Personen geschätzt.[15] Des Weiteren gibt es noch kurdische Jesiden, Schabak und einige Tausend Mandäer.

Unter dem Regime von Saddam Hussein hatte die Religionsfreiheit und Gleichheit der verschiedenen Bevölkerungsgruppen einen verhältnismäßig hohen Stand; der Regierung des Diktators gehörten z.B. als Minister der christliche Assyrer/Aramäer Tariq Aziz oder auch für kurze Zeit der kurdische General Mustafa Aziz Mahmoud an. Seit dem Beginn des Krieges im März 2003 hat allerdings schätzungsweise die Hälfte der irakischen Christen das Land verlassen.[16]

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte des Irak

Der Irak liegt auf dem Gebiet des alten Mesopotamien (Ben al Naharain); hier sind ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. einige der frühesten Hochkulturen der Menschheit entstanden (Sumer, Akkad, Babylonien, Mittani, Assyrien, Medien), weshalb die Region heute von vielen als Wiege der Zivilisation gesehen wird.

Nach der Schlacht von Kadesia 636 bemächtigen sich die arabischen Muslime des Gebietes. Der Irak wird zu einem wichtigen kulturellen Zentrum des sich ausbreitenden Islams.

762 wird Bagdad von Al-Mansur als Hauptstadt des Abbasidenkalifats gegründet und entwickelt sich bald zur bedeutendsten Stadt der islamischen Welt. Die folgende Periode wird auch als Blütezeit des Islams bezeichnet, in der besonders Wissenschaft und Künste ein deutlich höheres Niveau entwickelten als etwa in Europa.

1401 wird Bagdad durch Tamerlan verwüstet, 1534 fällt das Land an das Osmanische Reich.

Der Irak blieb lange ein unbedeutender Nebenschauplatz; seine geostrategische Position an den Schnittrouten zwischen Europa, Britisch-Indien, Zentralasien, dem Kaukasus und Südarabien machten ihn aber vom Ersten Weltkrieg an zum Gegenstand weltpolitischer Interessen.

Während des Ersten Weltkrieges (am 6. November 1914, einen Tag nach der Kriegserklärung an das Osmanische Reich) marschierten britische Truppen und arabische Aufständische gemeinsam ein und besetzten 1917 Bagdad.

1920 löste Großbritannien aus dem ehemaligen osmanischen Reich die Vilayets Bagdad, Mossul und Basra heraus und verschmolz sie zum heutigen Irak.

Der Völkerbund übertrug Großbritannien das Mandat über den Irak. So wurde das Britische Mandat Mesopotamien eingerichtet.

Am 23. August 1921 wurde Faisal, Sohn des Scherifen Hussein von Mekka, zum König proklamiert. Die Aufnahme des Königreichs Irak in den Völkerbund erfolgte am 3. Oktober 1932. Die Rechte am Erdöl des Landes teilten Großbritannien, die Niederlande, Frankreich und die USA (je 23,75 %) unter sich auf; 5 % gingen an ein privates Unternehmen. An die irakische Regierung zahlten sie Abgaben, die jedoch nur einen geringen Prozentsatz der Gewinne ausmachten.

Dieser Zustand dauerte bis 1958. Unter General Abdel Karim Qasim schlossen sich die so genannten „Freien Offiziere“ zusammen, um die britische Kontrolle abzuschütteln. Sie stürzten am 14. Juli 1958 mit Hilfe des Volkes die pro-britische Monarchie (Faisal II. 1935–1958). Die Republik Irak wurde proklamiert. Es strömten hunderttausende Iraker auf die Straßen, um ath-Thawra (die Revolution) zu feiern. Mit Ausrufung der Republik wurden neue politische Verhältnisse geschaffen. Die Monarchie wurde abgeschafft und der Irak trat aus dem mit der Türkei, Pakistan und dem Iran geschlossenen CENTO (Bagdad)-Pakt aus. Die letzten britischen Soldaten verließen das Land am 24. März 1959.[17]

Die kleine irakische Baath-Partei putschte mit Hilfe von Verschwörern in der irakischen Armee am 8. Februar 1963 gegen Qasim. Durch die Ramadan-Revolte geschwächt, wurde die Baath-Partei wenige Monate nach dem Putsch von 1963 durch den Präsidenten Abd as-Sallam Arif gestürzt. Unter seinem Bruder Abd ar-Rahman brach der Irak 1967 die diplomatischen Beziehungen zu den USA ab. Nach einem zweiten Putsch am 17. Juli 1968 eroberte die Baath-Partei wieder die Macht, Ahmad Hasan al-Bakr wurde Staatspräsident und Vorsitzender des Revolutionären Kommandorates (RKR), Saddam Hussein Vizepräsident und stellvertretender Vorsitzender des RKR.

Im Frühjahr 1969 brachen erneut Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und den seit 1961 gegen die Zentralregierung kämpfenden Kurden aus. Zwar unterzeichneten Saddam Hussein und der Kurdenführer Molla Mustafa Barzani im März 1970 einen Friedensvertrag, der den Kurden politische Autonomie gewährleistete. Die Kämpfe dauerten allerdings bis April 1975 (als der Irak mit dem Nachbarland Iran das Abkommen von Algier über die Neuregelung der Grenze am Schatt al-Arab unterzeichnete und der Iran daraufhin seine Hilfe für die Kurden beendete, was zur Kapitulation der Kurden führte) an.

Als die Baath-Partei an der Macht war, folgten Massenhinrichtungen und willkürliche Verhaftungen, vor allem von kommunistischen und anderen linksgerichteten Intellektuellen. Besonders nachdem Saddam Hussein nach dem Rücktritt al-Bakrs am 16. Juli 1979 an die Macht gelangt war, kam es zu massiven Menschenrechtsverletzungen, denen auch viele Baathisten zum Opfer fielen.

Nach monatelangen Auseinandersetzungen mit dem Iran befahl Hussein der irakischen Armee am 22. September 1980, das Nachbarland mit insgesamt neun von zwölf Divisionen anzugreifen. Nach anfänglichen Erfolgen musste sich die irakische Armee ab 1982 immer weiter zurückziehen und schließlich ab 1984 den Krieg im eigenen Land führen. Dieser erste Golfkrieg dauerte bis 1988 an und kostete schätzungsweise 250.000 Iraker das Leben. In diesem Krieg setzte der Staat auch mehrmals chemische Kampfstoffe sowohl gegen die Iraner als auch gegen die eigene Bevölkerung ein.

Nach einem gescheiterten Attentat auf Saddam Hussein wurden am 17. Juli 1982 600 Einwohner der Kleinstadt Dudschail verhaftet und 148 von ihnen hingerichtet. 1988 startete das Regime die sogenannte Anfal-Operation, bei der nach Schätzungen bis zu 180.000 irakische Kurden ermordet wurden.

Am 2. August 1990 marschierte die irakische Armee in Kuwait ein und besetzte das Land. Erst durch die Intervention internationaler Truppen unter der Führung der Vereinigten Staaten wurde das Land im Februar 1991 im zweiten Golfkrieg befreit. Als Folge der Besetzung verhängten die Vereinten Nationen Sanktionen über das Land, die zu internationaler Isolierung und durch die Misswirtschaft mit den erlaubten Handelsgütern zur Verarmung weiter Teile der Bevölkerung führte.

Am 20. März 2003 begann der Irakkrieg mit Luftangriffen auf die Hauptstadt Bagdad. Im Mai 2003 erklärte US-Präsident Bush die größeren Kampfhandlungen für beendet und der Irak wurde in Besatzungszonen aufgeteilt.

Besatzungszonen des Irak durch die USA (türkis und blau), Großbritannien (grün) und Polen (hellrot) im September 2003

Nach Bildung eines Übergangsrates Ende 2003 wurde der bis dahin von der Koalitions-Übergangsverwaltung ausgeübte Verwaltungsauftrag am 28. Juni 2004 einer repräsentativen irakischen Übergangsregierung übertragen. Der Irak befindet sich politisch seitdem in einem Übergangszustand: Nach diesem dritten Golfkrieg sind die früheren Machtstrukturen, insbesondere der Revolutionäre Kommandorat, nicht mehr vorhanden, aber die neuen Verhältnisse, damals noch zwischen der westlichen Besatzung, der Zivilverwaltung und dem Irakischen Regierungsrat, waren nicht endgültig etabliert.

Am 15. Oktober 2006 rief al-Qaida im Irak einen islamischen Staat aus, der insgesamt sechs Provinzen umfassen solle.

Al-Qaida im Irak verfolgt anscheinend die Strategie, einen Bürgerkrieg zwischen Schiiten und Sunniten zu provozieren, um so zu verhindern, dass der Irak eine staatliche Ordnung findet. Todesschwadronen greifen gezielt Anhänger der gegnerischen Religionsgruppe an. Als wichtigster Kopf der irakischen Organisation Ansar al-Islam wurde seit 2003 der Jordanier Abu Musab az-Zarqawi angesehen (von US-amerikanischen Einheiten getötet am 7. Juni 2006). Die USA werfen dem Iran und Syrien vor, nichts gegen das Eindringen ausländischer Kämpfer zu tun. Die Situation wird zunehmend als an der Kippe zum Bürgerkrieg stehend betrachtet. Von Sunniten und Schiiten gegeneinander geführte Terrorangriffe und Gegenanschläge forderten fast schon täglich Dutzende Menschenleben. Allerdings wird ein Teil der Anschläge auch von nichtirakischen (sunnitischen) Islamisten verübt und zum Teil auch von einigen schiitischen Extremisten.

Am 30. Juni 2009 verließen die amerikanischen Kampftruppen die Städte und übergaben ihre Stützpunkte und andere Einrichtungen an die irakischen Streitkräfte. Im August 2010 verließen die letzten US-Kampftruppen das Land, seitdem befinden sich noch bis 50.000 Ausbilder und Militärberater im Land. Deren Abzug soll spätestens 2012 erfolgen.[18][19]

Politik

Die irakische Politik wird seit der Staatsgründung 1921 und der Aufnahme in den Völkerbund (1932) von zwei Hauptfaktoren geprägt:

  • dem Reichtum an Erdöl und den daraus folgenden Interessen des Westens und Russlands,
  • den ethnisch-religiösen Unterschieden der drei Landesteile, die den ehemaligen osmanischen Provinzen Mossul, Bagdad und Basra entsprechen: Kurden und Turkmenen im Norden, sunnitische Araber in der Landesmitte und Schiiten im Süden.

Einigend wirkte u. a. der langjährige Widerstand gegen den britischen Einfluss, der bis zum Sturz von König Faisal II. (1958) und der Verstaatlichung der Ölunternehmen bestand. Die Demokratie wurde jedoch durch heftige Machtkämpfe unterminiert, die bis heute unter Panarabisten, Schiiten und Kurden nachwirken und in denen sich 1968 die nationalistische Baath-Partei durchsetzte. Ihre Macht ging 1979 in die Alleinherrschaft von Saddam Hussein über, die durch zwei „Golfkriege“ gegen den Iran (1980-88) und Kuwait (1990/91) noch gefestigt wurde.

Verfassungen

Übergangsverfassung

In der Zwischenzeit geht die Diskussion um eine neue Verfassung weiter. Als erster Schritt wurde am 8. März 2004 von den 25 Mitgliedern des Regierungsrates eine Übergangsverfassung feierlich unterzeichnet. Nach anfänglichen Einwänden und einer Verschiebung des Termins wurde dann aber das Werk ohne Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Entwurf verabschiedet.

Die Übergangsverfassung regelt die Geschicke des Staates seit der Machtübergabe am 28. Juni 2004. Der Irak ist laut Verfassungstext eine multi-ethnische und multi-religiöse parlamentarische Republik, die sich zur Demokratie, zum Pluralismus und zum Föderalismus bekennt. Im Text verankert sind die Menschen-, Freiheits- und Bürgerrechte, das Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit sowie die Rechte ethnischer und religiöser Minderheiten.[20]

Es besteht Religionsfreiheit, wobei der Islam als Staatsreligion festgeschrieben ist. Amtssprachen sind arabisch und kurdisch. Sprachen von anerkannten Minderheiten, wie z. B. Turkmenen, Chaldäern und Assyrern werden in den entsprechenden Regionen ebenfalls als offizielle Amtssprachen akzeptiert.

Politische Macht geht im Rahmen von freien, gleichen und unmittelbaren Wahlen ausschließlich vom Volk aus. Der vom Volk alle vier Jahre gewählte Repräsentantenrat ist das höchste gesetzgebende Organ des Staates. Der vom Repräsentantenrat gewählte Präsident und Ministerpräsident nehmen gemeinsam die höchste Exekutivgewalt war. Die Gesetzgebung basiert auf den Regeln des Islams (Scharia) aber auch auf den Prinzipien der Demokratie bzw. der Verfassung. Alle Iraker sind vor dem Gesetz gleich. Die Judikative ist von den anderen Gewalten unabhängig und das höchste Rechtsorgan ist der Bundesgerichtshof, der eine noch nicht bestimmte Anzahl islamischer Rechtsgelehrte umfasst (Schariarichter). Er überwacht u. a. die Verfassungskonformität der Legislative.

Die zentralstaatlichen Kompetenzen sind die Außen-, Verteidigungs-, Handels-, Einwanderungspolitik, die Währung, das Zoll- und das Messwesen. Die Regionen und Provinzen genießen eine weitreichende Autonomie. So haben die Provinzen bei Angelegenheiten, über die mit dem Bund gemeinsam entschieden wird, das letzte Wort. Provinzen sind berechtigt, gemeinsame Verwaltungsbezirke mit weitreichenden Kompetenzen zu bilden, sofern dies im Rahmen eines Referendums durch das Volk bestätigt wurde. Auch sind die Provinzen berechtigt, eigene Sicherheitskräfte zu unterhalten.

Die Gleichberechtigung der Frau ist explizit in der Verfassung garantiert. So müssen mindestens 25 % der Abgeordneten des Repräsentantenrats weiblichen Geschlechts sein. Der umstrittene Artikel 39 sieht jedoch vor, dass irakische Bürger sich der Zivilgerichtsbarkeit ihrer eigenen Religionsgemeinschaft unterwerfen können, was ggf. zu einer entsprechenden Benachteiligung bei Erbschafts- und Scheidungsangelegenheiten führen kann. Bodenschätze, wie beispielsweise Erdgas und Erdöl, sind als gemeinschaftliches Eigentum aller Iraker festgeschrieben. Ihre gemeinschaftliche Nutzung wird von der Zentralregierung und den Provinzen gemeinsam bestimmt.

Am 30. Januar 2005 fanden die Wahlen für ein Übergangsparlament (Nationalversammlung) statt, in dem die Vereinigte Irakische Allianz (United Iraqi Alliance [UIA]), welche von Großajatollah Ali as-Sistani unterstützt wurde, mit 48,2 % der abgegebenen Stimmen fast die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament erreichte. Eine von diesem Übergangsparlament ernannte 55-köpfige Kommission muss bis 15. August 2005 die endgültige Verfassung erarbeiten, über die per Volksentscheid abgestimmt wird. 28 der Mitglieder der Kommission gehören der UIA an, die weiteren Sitze teilen größtenteils die Kurden und das Parteienbündnis des früheren Ministerpräsidenten Iyad Allawi, Irakische Liste, unter sich auf. Die Kommission wird von dem moderaten schiitischen Kleriker Hummam Hammudi geleitet, seine Stellvertreter sind der Sunnit Adnan al-Dschanabi und der Kurde Fu'ad Massum. Wegen der Unterrepräsentierung der Sunniten übte US-Außenministerin Condoleezza Rice Kritik an der Zusammensetzung der Kommission, worauf der irakische Ministerpräsident Ibrahim al-Dschafari versprach, die Sunniten mehr in den politischen Prozess mit einzubeziehen. Daraufhin wurde den Sunniten eine stärkere Beteiligung an der Ausarbeitung der Verfassung angeboten.

Neue Verfassung

Am 15. Oktober 2005 wurde die neue Verfassung zu Abstimmung freigegeben. Wenn in drei Provinzen zwei Drittel der Wähler mit Nein stimmen, wäre die Verfassung nicht angenommen. Laut Ergebnis lag die Wahlbeteiligung bei über 60 %. Die Verfassung wurde mit 78,59 % der Stimmen angenommen. Nur in den Provinzen Al-Anbar und Salah ad-Din stimmten mehr als zwei Drittel der Wähler dagegen, in einer dritten Provinz (Ninawa) soll die Zweidrittelmehrheit an Gegenstimmen nur knapp verfehlt worden sein.

Regierung

Hauptartikel: Irakische Regierung 2005
Die irakische Regierung 2007 (Bitte Anklicken für größere Ansicht)


Wahlen

Laut Übergangsverfassung mussten auf jeder Wählerliste ein Drittel Frauen stehen. Ebenfalls stehen rund ein Viertel aller Sitze der neu gewählten Nationalversammlung Frauen zu.

Wahl vom 30. Januar 2005

Bei den Wahlen am 30. Januar 2005 wurden 275 Sitze vergeben. Insgesamt traten 7.200 Kandidaten auf 111 Listen für die Wahlen der Nationalversammlung an. Eine wichtige Aufgabe des neuen Parlaments ist die Ausarbeitung einer Verfassung bis zum 15. August. Bei einer Wahlbeteiligung von 58 % der Wähler, die sich haben registrieren lassen, ergab sich folgendes Ergebnis:

Partei Stimmen Sitze
Vereinigte Irakische Allianz (überwiegend schiitisch) 48,2 % 4,079 Mill. 132
Demokratische Patriotische Allianz Kurdistans 25,7 % 2,175 Mill. 71
Irakische Liste (Liste des ehemaligen Ministerpräsidenten Iyad Allawi) 13,8 % 1,168 Mill. 38
Die Iraker (Liste des Übergangspräsidenten Ghazi al-Yawar) 1,8 % 152.000 5
Irakische Turkmenenfront 1,1 % 93.094 3
Nationale Unabhängige Kader und Eliten 0,8 % 69.938 3
Volksunion (Liste der Irakischen Kommunistischen Partei) 0,8 % 69.920 2
Islamische Gemeinschaft in Kurdistan 0,7 % 60.592 2
Islamische Aktion im Irak − Zentralkommando 0,5 % 43.205 2
Nationaldemokratische Allianz 0,4 % 36.795 1
Nationale Rafidain-Liste (Chaldo-Assyrer) 0,4 % 36.255 1
Versöhnungs- und Befreiungsblock 0,4 % 30.796 1
Irakische Versammlung der nationalen Einheit 0,3 % 23.686 -
Rat Unabhängiger Demokraten (Liste des früheren Außenministers Adnan Patschatschi) 0,2 % 21.728 -
Irakische Islamische Partei 0,2 % 21.342 -

Es traten noch weitere Parteien und unabhängige Kandidaten an, die allesamt einen Sitz im Parlament verfehlten.

Wahl vom 15. Dezember 2005

Das Ergebnis der ersten Wahl für ein vierjähriges Parlament wurde erst nach mehreren Wochen am 19. Januar 2006 bekanntgegeben.

Partei Stimmen Sitze
Vereinigte Irakische Allianz 41,2 % 5,021 Mill. 128
Demokratische Patriotische Allianz Kurdistans 21,7 % 2,642 Mill. 53
Irakische Eintracht 15,1 % 1,840 Mill. 44
Irakische Nationale Liste 8,2 % 977.325 25
Irakische Nationale Dialog Front 4,1 % 499.963 11
Islamische Union Kurdistan 1,3 % 157.688 5
Aussöhnungs- und Befreiungsblock 1,1 % 129.847 3
Risalyun 1,2 % 145.028 2
Irakische Turkmenenfront 0,7 % 87.993 1
Nationale Rafidain-Liste (Assyrische Christen) 0,4 % 47.263 1
Mithal al-Alusi (Unabhängiger Kandidat) 0,3 % 32.245 1
Yezidische Bewegung 0,2 % 21.908 1

Kommunalwahlen 2009

In 14 der 18 Provinzen wurden die Abgeordneten der Kommunalparlamente gewählt. In der Provinz Kirkuk wurde der Urnengang abgesagt, da die politischen Fraktionen sich nicht auf die Rahmenbedingungen einigen konnten. In den restlichen drei Provinzen, die autonom regierten kurdischen Nordprovinzen, wird die Wahl zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt. 15 Millionen von insgesamt 28 Millionen Wahlberechtigten haben sich zuvor für die Wahl registrieren lassen, um ihre Stimme abgeben zu können. Die Wahllokale werden von tausenden irakischen Polizisten und Soldaten abgesichert, weitgehend ohne Beteiligung der US-Armee.[21][22] Nach Berichten von Reuters verliefen die Wahlen im Gegensatz zu 2005 weitgehend friedlich.[23]

Parlamentswahl 2010

Die zweiten Parlamentswahlen seit Inkrafttreten der neuen Verfassung fanden an 7. März 2010 statt. Stärkste Kraft wurde die von Iyad Allawi geführte Irakija mit 91 Sitzen vor der Rechtsstaat-Koalition des amtierenden Premierministers Nuri al-Maliki, das 89 Sitze gewann. Die Nationale Irakische Allianz wurde mit 70 Sitzen drittstärkste Kraft im Parlament.[24]

Partei Sitze
Irakische Nationalbewegung Irakija 91
Rechtsstaat-Koalition 89
Nationale Irakische Allianz 70
Demokratische Patriotische Allianz Kurdistans 43
Rewtî Gorran 8
Irakische Eintracht (Tawafuq) 6
Islamische Union Kurdistan 4
Irakische Einheit 4
Islamische Gemeinschaft in Kurdistan 2
Minderheiten (Christen, Mandäer, Jesiden, Schabak) 8

Verwaltungsgliederung

Der Irak ist in 18 Gouvernements (muhafazat, Singular muhafaza) unterteilt:

  1. Bagdad (بغداد)
  2. Salah ad-Din (صلاح الدين)
  3. Diyala (ديالى)
  4. al-Wasit (واسط)
  5. Maisan (ميسان)
  6. Basra (البصرة)
  7. Dhi Qar (ذي قار)
  8. al-Muthanna (المثنى)
  9. al-Qadisiyya (القادسية)
  1. Babil (بابل)
  2. Karbala (كربلاء)
  3. Nadschaf (النجف)
  4. al-Anbar (الأنبار)
  5. Ninawa (نينوى)
  6. Dahuk (دهوك)
  7. Arbil (أربيل)
  8. Kirkuk (التأميم)
  9. as-Sulaimaniyya (السليمانية)

Regionen

Darüber hinaus gibt es eine militärische Aufteilung in amerikanische, polnische und britische Besatzungs- oder Stabilisierungszonen. Des Weiteren sind die nördlichen Provinzen Arbil, as-Sulaimaniyya, Dahuk und einige weitere Gebiete in der Autonomen Region Kurdistan zusammengefasst. Die Schiiten im Süden wollen nach dem Vorbild der Kurden ebenfalls eine autonome Region errichten, die Basra und andere Provinzen umfassen und den Namen Sumer tragen soll. Peter W. Galbraith, einer der besten Irakkenner, hält die Einheit des Irak langfristig für unrealistisch − aufgrund der Feindschaft zwischen Sunniten, Schiiten und Kurden.[25]

Die größten Städte

Bagdad
Boot auf dem Schatt al-Arab in Basra
Stadtansicht von Mosul
Blick auf die Stadt Silemani

Die Hauptstadt Bagdad ist sowohl geographisches als auch politisches und kulturelles Zentrum des Landes und mit 5,7 Millionen Einwohnern die mit Abstand größte städtische Agglomeration. Bagdad (persisch=Gottgegeben-im Sinne von: Gottesgeschenk-) wurde im Jahr 762 von dem abbasidischen Kalifen al-Mansur als neue Hauptstadt des islamischen Reichs gegründet und 1920 zur Hauptstadt des neu gegründeten Staates Irak erklärt. Besonders während des Wirtschaftsbooms der 1970er Jahre wurde die Stadt ausgebaut. Im ersten Golfkrieg war die Stadt kaum betroffen, im zweiten und dritten Golfkrieg wurde Bagdad allerdings mehrmals Ziel von Luftangriffen. In Bagdad befinden sich 3 der 6 Universitäten des Landes und der größte internationale Flughafen des Iraks.

Die Hafenstadt Basra am persischen Golf ist mit ihren rund 2 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes und Zentrum des schiitischen Südens. Basra wurde 636 von Kalif Umar ibn al-Chattab als arabischer Militärstützpunkt und Handelsplatz gegründet und im 16. Jahrhundert von den Osmanen erobert. 1914 marschierten britische Truppen in die Stadt ein. Während des ersten Golfkrieges wurde die Stadt aufgrund ihrer exponierten Lage und wirtschaftlichen Bedeutung stark in Mitleidenschaft gezogen. Basra besitzt den größten Umschlaghafen des Landes, über den große Teile des geförderten Erdöls exportiert werden, sowie die 1964 gegründete Universität und einen internationalen Flughafen.

Das im Norden gelegene Mosul steht mit etwa 1,7 Millionen Einwohnern an dritter Stelle. Es ist Zentrum der ostchristlichen und assyrischen Kultur im Irak. Mosul war seit dem 8. Jahrhundert ein wichtiges Wirtschaftszentrum, die gesamte Provinz Nineve wurde erst 1926 völkerrechtlich an den Irak angegliedert.

Arbil (kurdisch: Hewlêr) ist die Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan und mit geschätzten 7000 Jahren eine der ältesten noch besiedelten Städte der Welt. Sie beherbergt etwa 1,3 Millionen Einwohner. Die Stadt wurde in den ersten beiden Golfkriegen nur leicht beschädigt. Arbil besitzt einen internationalen Flughafen.

Sulaimaniyya (kurdisch: Silêmanî) mit circa 800.000 Einwohnern fünftgrößte Stadt des Landes. Die Stadt besitzt einen internationalen Flughafen und eine Universität.

Militär

Hauptartikel: Irakische Streitkräfte
Die irakische Nationalpolizei sichert zusammen mit US-Soldaten einen Checkpoint in Al Shurta, August 2006

Am 23. Mai 2003 wurden die Streitkräfte des ehemaligen Regimes unter Saddam Hussein durch die Übergangsverwaltung aufgelöst. Eine große Anzahl der militärischen Hinterlassenschaften wurden zerstört. Die neuen irakischen Streitkräfte wurden mit Unterstützung der USA, Großbritanniens, Australiens und Jordaniens aufgestellt. Die NATO gewährt Ausbildungsunterstützung. Im Irak sind die „Koalitionsstreitkräfte“, weiterhin vorrangig die USA und Großbritannien als Hauptteil der Multi-National Force Iraq für die innere und äußere Sicherheit im Land zuständig und arbeiten eng mit der neuen irakischen Armee zusammen.

Oberbefehlshaber (Chief Joint Forces) der neuen irakischen Streitkräfte ist 2007: General Babakir Zebari.

Private Sicherheitsunternehmen

Zahlreiche Militärdienstleister und Private Sicherheits- und Militärunternehmen sind im Auftrag des US-Militärs oder großer (Öl-)Unternehmen im Irak tätig. Deren Anzahl wird auf rund 15.000 Mann geschätzt – offizielle Zahlen werden nicht bekannt gegeben. Die größten dieser Unternehmen sind:

  • The Hart Group: Schutz von Elektrounternehmen
  • ISI Group: Schutz der Koalitionsgebäude
  • Eriny's International: Personenschutz
  • DynCorp: Personenschutz & Ausbildung der irakischen Polizei (Auftragswert: 40 Mio. US-Dollar)
  • Blackwater USA: Personenschutz
  • Armor Group/G4S: Personenschutz, Minenräumung & Flughafensicherung
  • Kroll Inc.: Personenschutz
  • Global Risk Personenschutz
  • Sabre International Flughafensicherung

Den privaten Militärdienstleistern kommt im Irak eine Sonderstellung zu, da nicht geklärt ist, an welches Recht diese Unternehmen gebunden sind, und diese auch keine Auskunft über Mitarbeiterzahlen oder Opferzahlen abgeben müssen.

Infrastruktur

Straßen

Expressway in der Nähe von Arbil

Das irakische Straßennetz umfasst 45.550 km, von denen 38.400 asphaltiert sind. Teilabschnitte von Überlandstraßen und Straßen in Ballungszentren (in denen bis auf private Buslinien/Sammeltaxis kein öffentlicher Verkehr existiert) sind mehrspurig, sonst sind selbst bedeutende Überlandstraßen zweispurig. Ausnahmen bilden die gerade in Bau befindlichen und zum Teil fertiggestellten Autobahnen im kurdischen Norden sowie die Straße Basra-Bagdad-Jordanien, die auf weiten Strecken autobahnähnlich ausgebaut ist. Momentan explodiert die Zahl der zugelassenen Autos, hauptsächlich wegen der sprunghaft angestiegenen Einkommen und der weggefallenen Einfuhrzölle, was vor allem in den arabischen Ballungszentren zu Problemen führt, da dort aufgrund der prekären Sicherheitslage nicht ausreichend in den Ausbau des Straßennetzes investiert werden kann.

Schienenverkehr

Das irakische Schienennetz besteht aus drei in Bagdad zusammenlaufenden Hauptlinien und umfasst 2.339 km. Ein Großteil des sich in einem katastrophalen Zustand befindlichen Schienennetzes (von der Strecke Bagdad-Arbil ist zum Beispiel oft nur noch die Trasse zu sehen, die Schwellen wurden zu Feuerholz verarbeitet und die Schienen verkauft) ist im Moment aber außer Betrieb, de facto ist nur die Strecke Bagdad-Basra in Betrieb. Benutzt wird die Bahn aber nur von Einkommensschwachen, da die Verlässlichkeit derart niedrig ist, dass Ankunftszeiten gar nicht erst angegeben werden. Eine Reisedauer von über einem Tag in die etwa 550 km entfernte südirakische Metropole ist nicht unüblich. Die neue irakische Regierung investiert jedoch viel in den Wiederaufbau, und man hofft, in einiger Zeit wieder einen regulären Bahnbetrieb aufnehmen zu können.

Mitte Februar 2010 wurde die Strecke Mosul-Gaziantep (Türkei) eröffnet. Die 18-stündige Fahrt führt über Syrien und findet einmal wöchentlich statt.[26] Der Betrieb wurde allerdings bereits nach kurzer Zeit wieder eingestellt.[27]

Flughäfen

Im Irak gibt es sechs zivile Flughäfen (Bagdad, Arbil, Basra, Mosul, Nadschaf und Sulaimaniyya), zudem befindet sich der Flughafen Kerbela [28] gerade in Bau. Ein weiterer Flughafen in Tikrit ist in Planung.

Von diesen Flughäfen werden meist Inlandsflüge sowie Flüge in die Städte der Region durchgeführt. Von den beiden Flughäfen im Norden des Iraks bestehen Direktverbindungen nach Düsseldorf (Arbil, Sulaimaniyya), Frankfurt (Arbil), München (Arbil), London (Sulaimaniyya, Arbil), Stockholm (Sulaimaniyya) und Wien (Arbil). Seit Februar 2010 bietet Air Berlin Flüge ab München in den Nordirak nach Arbil an. Ab Düsseldorf fliegt airberlin ebenfalls seit 2010 sowohl nach Arbil als auch nach Sulaimaniyya. Die Lufthansa startete im April 2010 mit Flügen zwischen Frankfurt und Arbil sowie im September 2010 mit Flügen zwischen München und Bagdad.

Die größte Luftfahrtsgesellschaft des Landes war bis zu ihrer Auflösung im Mai 2010 Iraqi Airways.

Telekommunikation

Internetanschlüsse und Mobiltelefone sind im gesamten Irak verfügbar, eine staatliche Zensur findet dabei nicht statt.

Elektrizität

Die früher häufigen Stromausfälle gehören zwar noch nicht ganz der Vergangenheit an, aber es werden laufend Kraftwerke und Stromleitungen gebaut, um die Stromversorgung zu garantieren. Die Stromprobleme resultieren auch aus der rasant gestiegenen Anzahl von stromverbrauchenden Geräten nach dem Krieg und dem Ende des UN-Embargos. Außerdem wurden nötige Investitionen in das Stromnetz in den Jahren des Regimes von Saddam Hussein unterlassen, so dass im Moment daran gearbeitet wird, die Infrastruktur zu sanieren bzw. aufzubauen, um die Energieversorgung auch vor dem Hintergrund des rapide wachsenden Stromverbrauchs des Landes zu garantieren. Bisherige Erfolge konnten jedoch nicht verbucht werden, die Versorgungslage der Bevölkerung hat sich seit März 2003 gar verschlechtert. Die meisten Iraker sind weiterhin auf Notstromaggregate angewiesen.[29]

Im Juni 2010 kam es aufgrund der schlechten Versorgungslage zu Protesten in Nassirija und Basra, bei denen ein Mensch getötet wurde. Der irakische Elektrizitätsminister trat daraufhin am 22. Juni 2010 von seinem Amt zurück.[30]

Wasserstraßen

Die Binnenschifffahrt ist auf 1015 km Kanälen und Flüssen möglich. Die einst bedeutende Binnenschifffahrt spielt jedoch heute nur mehr eine untergeordnete Rolle.

Bildung

Die Vorschule (im Irak meist staatlich, in den letzten Jahren wurden aber immer mehr kostenpflichtige Privatvorschulen gegründet) kann in der Altersklasse zwischen vier und fünf Jahren besucht werden.

Seit 1970 gilt im Irak eine allgemeine neunjährige Schulpflicht, die Schul- und auch Hochschulausbildung wird vom Staat übernommen. Staatlich anerkannte Privatschulen wurden erst Anfang der 1990er Jahre zugelassen.

Die Grundschulausbildung dauert sechs Jahre, wobei die ersten vier Klassen als Unterstufe und die Klassen 5 und 6 als Oberstufe gelten. Unterrichtet wird lediglich eine Fremdsprache (Englisch ab der 5. Klasse). Dem Besuch der Grundschule folgt ein Besuch der Sekundarschule für weitere drei Jahre. Die Sekundarschule wird nach einer einheitlichen Abschlussprüfung und dem Erwerb der Mittleren Reife abgeschlossen. Zu Erlangung des Abiturs ist ein Besuch der Mittelschule notwendig; diese erneut dreijährige Schulform schließt mit einer zentralen Abitur-Prüfung in sechs Schulfächern (Arabisch, Englisch, Mathematik, Physik, Chemie und Biologie) ab und berechtigt zu einem Studium.

Die drei größten Universitäten des Landes (Universität Bagdad, Al-Mustansiriyya-Universität und die Technische Universität Bagdad, auch Al-Hikma genannt) sind in der Hauptstadt Bagdad vertreten. Weitere Universitäten befinden sich in Basra (Universität Basra), Mosul (Universität Mosul), Arbil (Salahaddin Universität, University of Kurdistan), Sulaimaniyya (Universität Sulaimaniyya) und Dohuk (Universität Dohuk).

Wirtschaft

Ein Gewürzladen in Nasiriyya mit importierten Gewürzsorten aus Indien, 2007

Der Irak ist im Wesentlichen ein Agrarstaat, dessen Wirtschaft sich allerdings seit den ersten Ölfunden im Jahr 1927 fast ausschließlich auf den Export von Erdöl ausrichtet. Nachdem 1972 alle ausländischen Erdölgesellschaften verstaatlicht wurden und die Ölkrise zu einem rasanten Anstieg der Erdölpreise führte, gab es ab Mitte der 1970er Jahre einen Wirtschaftsboom im Land, das Bruttoinlandsprodukt des Landes wuchs zwischen 1970 und 1980 um durchschnittlich 11,7 % [31] Von dieser rasanten Entwicklung mochte auch ein Großteil der Irakischen Bevölkerung profitieren. 1979 besaß der Irak Geldreserven im Wert von 35 Milliarden US-Dollar, 1980 betrugen die Erdöleinnahmen 26 Milliarden Dollar.[32]

Der erste Golfkrieg bremste allerdings diese Entwicklung, so schrumpfte das BIP des Landes zwischen 1980 und 1985 um 8,1 % und von 1985 bis 1989 erneut um 1,7 %[31] Durch das UN-Embargo (1991–2003) wurde die Wirtschaft fast lahmgelegt. Mit 100 Milliarden US-Dollar Schulden zählt der Irak zu den am höchsten verschuldeten Ländern der Welt. Die Wirtschaft des Landes leidet immer noch an den Folgen der Golfkriege, des UN-Embargos und an der derzeitigen instabilen Lage des Iraks.

Das Bruttoinlandsprodukt belief sich im Jahr 2009 auf ca. 65,8 Milliarden US-Dollar, die Wirtschaftswachstumsrate betrug 4,2 %. Die Inflationsrate beträgt 6, % (2010), die Arbeitslosenquote wird mit ca. 13 % angegeben. 2009 exportierte der Irak Waren im Wert von 39,3 Mrd. Dollar (davon 98,9 % Erdöl). Hauptabnehmer waren die USA, Indien und Südkorea. Die Importe beliefen sich auf 41,3 Mrd. Dollar und stammen meist aus Syrien, Jordanien, der Türkei und den USA. Haupeinfuhrgüter waren Maschinen, verschiedene verarbeitete Erzeugnisse, chemische Erzeugnisse und Lebensmittel.[33]

Die geringe weltwirtschaftliche Verflechtung des Landes und die damit verbundene relativ große Unabhängigkeit des Iraks von globalen Märkten verschonte das Land bisher von der aktuellen wirtschaftlichen Krise. Einzelne Bereiche profitieren sogar direkt von der globalen Rezession. Der Nationalen Investitionskommission des Iraks (INIC) zufolge ist seit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise vor allem die Zahl der internationalen Bau- und Vertragsunternehmen im Irak sprunghaft angestiegen. Andere Investoren sollen folgen und weiteres Auslandskapital ins Land spülen. Dazu wurde im vergangenen Jahr zwischen Deutschland und dem Irak ein Investitionsschutzabkommen aufgesetzt, das in diesem Jahr noch ratifiziert werden soll. Der kurdische Investitionsminister Herish Muharam Muhamad ließ sich jüngst sogar zu dem Vergleich hinreißen, Investitionen im Irak seien „sicherer als die Wall Street".[34]

Laut einer staatlichen Studie leben ungefähr 23 % der Iraker unter der Armutsgrenze und damit von weniger als 2,50 Dollar am Tag.[35]

Währung

Die Währung des Landes ist der 1932 eingeführte Irakische Dinar zu 1000 Fils. Zwischen 1991 und 2003 gab es im Irak zwei Währungen, den sog. Schweizer Dinar, der im Kurdischen Norden verwendet wurde (Wert: 1 US-Dollar = 0,33 Dinar), und den Print-Dinar mit dem Bild Saddam Husseins, welcher nach 1991 den Schweizer Dinar ersetzte (Wert: 1 US-Dollar = etwa 3500 Dinar). Am 15. Oktober 2003 wurde der Neue Irakische Dinar eingeführt, der beide Währungen ersetzte.

Bodenschätze/Bergbau

Wichtigster Wirtschaftszweig des Landes ist die Erdölförderung.

Der Irak ist Gründungsmitglied der am 14. September 1960 gegründeten OPEC und hat nach Saudi-Arabien und Kanada (das größtenteils über sog. unkonventionelles, teuer herzustellendes Erdöl, z. B. Teersande verfügt) die größten erkundeten Erdölvorräte (113 Milliarden Barrel). Man schätzt, dass sich die gesamten Vorräte auf bis zu 250 Milliarden Barrel Öl und Gas belaufen könnten. Bis zu 45 Milliarden Barrel davon liegen im Norden in der Autonomen Region Kurdistan, darunter ein großer Teil im Kirkuk-Feld. Der Irak ist eines der Länder, die in der so genannten strategischen Ellipse liegen.

1902 begann die Suche nach Öl mit der ersten Bohrung im Zagros Basin (Nordost-Irak). Der erste Ölfund kam aber erst 20 Jahre später zustande. 1927 wurde dann mit der Baba Gurgur 1 genannten Bohrung ein gigantisches Ölvorkommen entdeckt – das Kirkuk-Feld. Es flossen zunächst 1 Million Barrel Öl in die Umwelt, bevor man das ausströmende Öl unter Kontrolle bekam. Das Feld erstreckt sich über 150–200 km und hat eine 610m dicke ölführende Schicht. Die ursprüngliche Menge Öl im Feld wird mit 17 Milliarden Barrel angegeben. Damit hatte es etwa 1/5 der Ölmenge des größten Ölfelds der Welt (Ghawar in Saudi-Arabien) und zählt zu den so genannten „Supergiganten“.

Bis 1972 wurde die gesamte irakische Ölindustrie unter dem Dach der Iraq National Oil Company (INOC) verstaatlicht.

Die Erdölförderung stieg seit 1969 kontinuierlich und erreichte 1979 ihren Höhepunkt mit 3,5 Millionen Barrel pro Tag (bopd). Der Krieg mit dem Iran und der 1. Golfkrieg führten dazu, dass die Ölproduktion zusammenbrach. 1981 wurden 900.000 bopd und 1991 dann nur noch 300.000 bopd gefördert.

Die Vereinten Nationen haben am 22. März 2003 die Sanktionen gegen den Irak aufgehoben. Die USA und Großbritannien behielten sich als Besatzungsmächte bis zur Einsetzung einer Regierung die finanzielle Verwaltung der irakischen Erdölförderung vor.

Bis 2003 wurden 75 große Öl- und Gasfelder entdeckt. Neun davon sind „Supergiganten“ (u. a. Kirkuk, Rumalia South, Rumalia North und Majnoon) und 22 „Giganten“.[36]

Die enormen Ölvorkommen im kurdischen Teil des Iraks sind auch Grund für den jahrelangen Streit zwischen der kurdischen Regionalregierung und der Zentralregierung in Bagdad. Die kurdische Regierung hat seit 2003 mit ca. 30 mit westlichen Firmen Verträge zur Erforschung und Ausbeutung von Ölfeldern geschlossen.

Am 8. Mai 2009 erteilte die Regierung in Bagdad aber diese Genehmigung zum Export von kurdischen Öl. Ab dem 1. Juni 2009 flossen 60.000 bopd vom Tawke Feld über Pipelines zum am Mittelmeer gelegenen Ölverladehafen nach Ceyhan in der Türkei. Ende Juni 2009 begann dann auch der Export vom Taq Taq Feld mit 40.000 bopd. Im September 2009 stellte Kurdistan den Export jedoch wieder ein, da mit Bagdad keine Einigung über die Bezahlung der Exporte erzielt worden konnte. Weder Kurdistan noch die Ölproduzenten erhielten Geld. Nach den irakischen Wahlen Anfang 2010 und der Regierungsbildung Ende 2010 wurde neue Verhandlungen zur Beilegung dieses Konflikts aufgenommen. Mit dem Ergebnis, dass am 3. Februar 2011 der Export mit 10.500 bopd aufgenommen wurde. Bereits 3 Tage später sollten 50.000 bopd erreicht werden und eine weitere Erhöhung auf 100.000 bopd folgen. Den Verkauf nimmt die staatseigene „State Oil Marketing Organization“ (SOMO) in Bagdad vor. Das Tawke Feld wird von der DNO entwickelt. Genel Enerji (Türkei) und Sinopec (China) betreiben das Taq Taq Feld. [37][38]

Am 17. Mai 2009 erwarben die österreichische OMV und die ungarische MOL Anteile an den Gasfeldern Khor Mor und Chemchemal. Ab 2014-15 sollen aus diesem Feldern täglich 3 Milliarden Kubikfuß Gas nach Europa strömen. OMV und MOL sind Anteilseigner an der in Planung und Bau befindlichen Nabucco-Gaspipeline.

Im Juni und Dezember 2010 wurden an den unten aufgeführten irakischen Feldern Beteiligungen an westliche Ölkonzerne vergeben. Die Beteiligungen sehen feste Zahlungen pro Barrel vor. Sollten die Planungen eingehalten werden, steigt die Förderung des Iraks von 2,5 Millionen bopd im Jahr 2009 auf 12 Millionen bopd im Jahr 2016. Damit wäre der Irak größter Ölproduzent der Welt. Dieser drastische Ausbau der Förderung wird hunderte Milliarden Dollar verschlingen. Hinzu kommt ein erheblicher Bedarf an Fachkräften, Ölbohrausrüstungen, Pipelines und allem was dazugehört. Experten bezweifeln daher, dass der Irak seine Ziele erreichen kann.

  • Rumaila-Feld (17,7 Milliarden Barrel): CNPC + BP, $2 pro Barrel, Fördermengenziel: 2,8 Millionen bopd, damit wäre es das zweitgrößte ölproduzierende Feld der Welt
  • Majnoon-Feld (13 Milliarden Barrel): Royal Dutch Shell + Malaysia’s Petronas; Beteiligung $1.39 pro Barrel, Fördermengenziel: 1,8 Millionen bopd
  • West Qurna-Feld Phase 2 (12 Milliarden Barrel): Lukoil + Statoil Hydro, $1.15 pro Barrel, Fördermengenziel: 1.8 Millionen bopd
  • Halfaya-Feld (4 Milliarden Barrel): CNPC + Total + Petronas, Fördermengenziel: 535.000 bopd
  • Badra-Feld (2 Milliarden Barrel): GazpromNeft + Kogas + Petronas + TPAO, Fördermengenziel 170,000 bopd, $5.50 pro Barrel
  • Garraf -Feld (860 Millionen Barrel): Petronas + Japex, $1.49 pro Barrel, Fördermengenziel: 230,000 bopd
  • Najmah-Feld: Sonangol
  • Qaiyarah-Feld: Sonangol
  • Middle Furat: bei Kerbala, kein Bieter[39]

Der Irak verfügt neben dem Erdöl auch über Schwefel, Phosphat, Meersalz und Gips sowie über kleinere Mengen an Gold und Silber.

Landwirtschaft

Verglichen mit anderen Nahost-Staaten verfügt der Irak über reichlich Wasser; so ist auch die Landwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftszweig, in dem rund 40 Prozent aller irakischen Arbeitnehmer beschäftigt sind. Im Norden gibt es dank Niederschlägen und mildem Wetter Regenfeldbau; im Süden gibt es überwiegend Bewässerungsfeldbau. Angebaut werden Weizen, Reis, Mais, Gerste sowie Obst und Gemüse (vorwiegend zur Selbstversorgung). Bis in die 1980er Jahre war das Land Selbstversorger bei den meisten Lebensmitteln, heutzutage muss der Irak das meiste an seinem Grundbedarf importieren.[40]

Die wichtigsten Agrarerzeugnisse sind Datteln. In den 1970er Jahren stellte der Irak 75 % der Datteln auf dem Weltmarkt [40], aufgrund der Massenabholzungen und Trockenlegungen während des Ersten Golfkrieges und der Zweiten Anfal-Operation 1991 ging dieser Anteil stark zurück. Im Jahr 2008 wurden mit 281.000 Tonnen lediglich die Hälfte der Produktion der 1980er Jahre erreicht.[40] Zudem ist der Bestand von über 30 Millionen Palmen auf unter neun Millionen gesunken.[40]

Industrie

Industriell ist das Land kaum entwickelt. Vorrangige Industriezweige sind Lebensmittelverarbeitung, Textilindustrie, Herstellung von Baustoffen und die petrochemische Industrie. Die meisten Industriebetriebe sind in Bagdad und im Norden angesiedelt.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2008 Ausgaben von umgerechnet 49,9 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 42,4 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 8,3 % des BIP.[41]
Die Staatsverschuldung betrug 2004 120,2 Mrd. US-Dollar.[42]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Medien

Im Irak herrscht seit dem Sturz Saddam Husseins eine große Vielfalt an Medien. Die neue irakische Verfassung garantiert offiziell die Pressefreiheit. Auf der von Reporter ohne Grenzen veröffentlichten Rangliste zur Pressefreiheit konnte sich der Irak zwar im Jahr 2009 auf den 145. Rang verbessern [45] (2008: 158 [46], 2007: 157.[47]), jedoch stellte die Organisation fest, dass die irakischen Journalisten immer öfters Repressalien durch staatliche Behörden ausgesetzt sind.[48]

Generell ist zu sagen, dass man im Irak zwischen zwei Arten von Medien unterscheiden muss: den parteienkontrollierten und den unabhängigen. Jede größere Partei im Irak hat ihr Zentralorgan, nicht wenige unterhalten auch Fernsehsender. Die kurdischen Parteien unterhalten Zentralorgane sowohl in kurdischer als auch in arabischer Sprache.

Zeitungen

Die ersten irakischen Zeitungen erschienen zur Zeit der osmanischen Besetzung des Irak. Am 15. Juni 1869 erschien mit Al-Zawraa die erste Zeitung des Landes, sie sollte bis zum 11. März 1917 in Bagdad herausgegeben werden.[49] Am 25. Juni 1889 erschien die erste Zeitung in Mossul, am 31. Dezember 1889 folgte die erste Zeitung in Basra.

Die erste irakische Verfassung von 1921 garantierte Pressefreiheit. Die irakische Presse galt bis 1958 als die freieste im ganzen Nahen Osten.

Nach dem Sturz der Monarchie wurden 1959 alle regierungskritischen Zeitungen geschlossen und die Vorzensur eingeführt. 1969 wurden private Zeitungen verboten. Die irakischen Kommunisten durften von 1973 bis 1979 eine eigene Tageszeitung betreiben; diese wurde aber nach der Machtübernahme Saddam Husseins ebenfalls verboten. Zwischen 1979 und 2003 befand sich die Presse vollständig in der Hand der Husseins. Die 2003 herausgegeben Tageszeitungen waren al-Jumhuriya, al-Thawra, al-Qadissiya, al-Iraq, Babil sowie die Sportzeitung al-Baath al-Riyadi und der englischsprachige Baghdad Obeserver.[49] Aufgrund des Papiermangels bedingt durch die Sanktionen mussten die Zeitungen die Anzahl ihrer Seiten kürzen und die Größe ihrer Ausgaben auf ein Viertel des Vorkriegsniveaus reduzieren, ab 1999 erschienen sie zweimal in der Woche in ihrer normalen Größe.[49]

Heute sind die sechs wichtigsten Zeitungen:

  • Al-Sabah – finanziert von Iraqi Media Network, gegründet von der Coalition Provisional Authority (CPA)
  • Al-Zaman – Redaktionssitz ist London, Druckorte Bagdad und Basra
  • Al-Mada – Bagdad
  • Al-Mashriq – Bagdad
  • Al-Dustur – Bagdad
  • Iraq Today – englischsprachige Wochenzeitung
  • Al-Mudschahed, Al Schahed, Thaura Islamiyya – Bagdad, Islamistisch

Hörfunk

Im Irak gibt es eine unüberschaubare Vielzahl von Radiosendern, viele davon lokal. Praktisch jede politische Vereinigung unterhält zumindest einen Lokalradiosender. Die wichtigen Radiosender sind:

  • Republic of Iraq Radio – Nachfolger der Iraq Media Network-Radio Baghdad, gegründet von der CPA
  • Radio Nahrain – Basra, finanziert von den Briten
  • Voice of Iraq – Privatsender, Bagdad (Mittelwelle)
  • Hot FM – Privatsender, Bagdad (UKW Musiksender)
  • Radio Dijla – Privatsender, Bagdad (UKW Talk- und Musiksender)

Fernsehen

Das irakische Fernsehen nahm 1956 seinen Sendebetrieb auf und war somit eine der ältesten Fernsehanstalten im Nahen Osten. Neben dem regulären staatlichen Sender gründete Udai Hussein 1994 Al-Shabab TV, welcher ausländische Filme und Sendungen ausstrahlte. In den späten 1990ern ging Iraq Satellite Channel auf Sendung. Während der Amtszeit Saddam Husseins war die Installation von Satellitenschüsseln strengstens verboten.

2003 wurde Al-Iraqia Nachfolger von Iraq Televison, daneben entstanden mehrere private Fernsehsender. Die wichtigsten sind al-Sharqiya, al-Baghdadiya, al-Fayhaa, al-Sumaria, al-Furat und der US-Koalitionssender al-Hurra. Im kurdischen Norden hatte bereits 1999 Kurdistan TV mit der Ausstrahlung begonnen. Auch ausländische Fernsehsender wie Al-Dschasira und Al-Arabiya werden gesehen.

Internet

Zu Zeiten Saddam Husseins war das Internet nur den Zuverlässigen und Reichen zugänglich. Um einen Zugang zu erhalten, musste man einen Antrag ans Kommunikationsministerium stellen und eine Gebühr von ca. 4000 Dollar bezahlen.[50] Seit dem Sturz des Regimes hat sich die Anzahl der Internetanschlüsse rasant erhöht. Auch viele politische Parteien verfügen über eigene Websites. Momentan üben Internetveröffentlichungen aber noch keinen Einfluss auf die Masse aus, das Medium wird fast ausschließlich zur Kommunikation genutzt. Die Jugendlichen benutzen häufig die in den diversen Jugendzentren zur Verfügung gestellten PCs. In den Ballungszentren sind auch Breitbandanschlüsse sowie Drahtlosverbindungen verfügbar.

Kultur

Der Irak kann in fünf geographische Kulturräume kategorisiert werden: die kurdische und turkmenische Kultur mit ihren Zentren in Arbil und Sulaimaniyya, die sunnitische Kultur mit ihrem Zentrum um Bagdad, die schiitische Kultur mit ihrem kulturellen Zentrum Basra, die assyrische Kultur, in mehreren Städten des Nordens präsent und die Kultur der nomadischen Marsch-Araber, die in den Sümpfen zwischen Bagdad und Basra leben.

Film

Filme wurden seit 1909 in Bagdad vorgeführt, diese waren meist für das britische Publikum bestimmt. Erst in den 1940er Jahren unter der Herrschaft König Faisals II. begann sich eine Filmindustrie zu entwickeln, als französische und britische Filmkonzerne sich in Bagdad niederließen. Im Jahre 1955 kam der Film Haidar Al-Omar's Fitna wa Hassan, eine Verfilmung der Romeo und Julia Geschichte, in die Kinos, der Film wurde auch im Ausland registriert. Nach dem Putsch von 1958 wurde die Cinema and Theater General Organization gegründet, sie koordinierte und plante zukünftige Filme im Staatsinteresse. So wurden hauptsächlich Dokumentationen gedreht. Nach 1979 geriet die irakische Filmindustrie in ihre größte Krise, aufgrund der Ressourcenknappheit ausgelöst durch den Irakisch-Iranischen Krieg. Trotzdem wurde im Jahre 1980 der 6 Stunden Epos über das Leben Saddam Husseins fertiggestellt. Einen weiteren Schlag erlitt die Filmindustrie nach dem Kuwaitkrieg, als ein Embargo gegen das Land verhängt wurde.

Seit der US-Invasion des Landes im Jahre 2003 versucht sich die Industrie langsam zu regenerieren und es gibt vereinzelte Filmprojekte wie zum Beispiel Kilomètre zéro. Daneben gibt es zahlreiche ausländische Filme, die den Irak als Thema haben so zum Beispiel Retour à Babylone des irakischen Regisseurs Abbas Fahdel oder Tal der Wölfe – Irak.

Theater

Seit 1880 reisten Theatertruppen aus Europa in den Irak um vor vornehmlich britischen Publikum in Schulen und Gemeindesälen zu spielen. Im 20. Jahrhundert begannen irakische Schriftsteller Theaterstücke zu schreiben. Die großen Theaterhäuser sind das Rasheed, das Mansour und das Volkstheater. Aufgeführt werden Theaterstücke irakischer, indischer, türkischer Autoren ebenso wie die großen Dramen der Weltliteratur.

Musik

Dalli bei einem Konzert in Amman

Die Oud (Kurzhalslaute) und die Rebab (Streichinstrument) dominieren die irakische Musik. Bekannte Musiker auf diesen Instrumenten sind unter anderem Munir Baschir (1928–1997), Ahmed Mukhtar (* 1967) und Nasir Shamma (* 1963). Erfolgreichster Popsänger des Landes ist Kaẓim Al-Saher (*1961), der in seiner Karriere bisher mehr als 30 Millionen Tonträger verkauft hat.[51] Weiterhin sind die Sängerinnen Shada Hassoun – die in der vierten Staffel der bekanntesten arabischen Musik-Casting-Show „Star Academy“ teilgenommen und gewonnen hat – und Dalli sowie der Sänger Maǧid Al-Muhandes bekannt.

Sport

Beliebteste Sportart des Landes ist Fußball. Die nationale Fußballiga erfreut sich großer Beliebtheit. Wichtige Fußballvereine sind Al-Zawraa, Al-Talaba, Al-Shorta, Al-Quwa al-Dschawiya (alle aus Bagdad), Al-Minaa (Basra) und Arbil. Größtes Fußballstadion des Landes ist das 1966 erbaut Al-Shaab-Stadion in Bagdad mit einem Fassungsvermögen von 66.000 Zuschauern. In Basra soll demnächst ein großer Sportkomplex gebaut werden. Darunter ist ein Stadion mit einem Fassungsvermögen von über 100.000 Zuschauern zu verstehen. Laut der IFA (Iraq Football Association) wird das Stadion im Jahr 2013 für den Gulf Cup zur Verfügung stehen.

Die Irakische Nationalmannschaft konnte mehrere regionale Titel gewinnen. Ihre größten Erfolge waren die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko sowie der Titelgewinn bei der Fußball-Asienmeisterschaft 2007. Ein weiterer Erfolg war der vierte Platz bei den Olympischen Spielen 2004.

Nebenbei sind auch andere Sportarten wie Gewichtheben, Kampfsport, Futsal, Basketball oder Schwimmen beliebt. Bei den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom holte der Gewichtheber Abdu l-Wahid Aziz im Leichtgewicht die Bronzemedaille, bis heute die einzige Olympische Medaille des Landes.

Küche

Hauptartikel: Irakische Küche

Literatur

  • Matthew Bogdanos mit William Patrick: Die Diebe von Bagdad. Raub und Rettung der ältesten Kulturschätze der Welt. Aus dem Amerikanischen von Helmut Dierlamm (Originalausgabe: Thieves of Baghdad, Bloomsbury Publishing, New York 2005), Deutsche Verlags-Anstalt, München 2006, ISBN 3-421-04201-2, ISBN 978-3-421-04201-9
  • Paul Flieder:Der Barbier von Bagdad - Leben, Sterben, Glauben im Irak, Residenz-Verlag, Salzburg 2009, ISBN 978-3-7017-3148-0.
  • Henner Fürtig: Kleine Geschichte des Iraks. Von der Gründung 1921 bis zur Gegenwart. Beck, München 2003, ISBN 3-406-49464-1
  • Wolfgang Gockel: Irak – sumerische Tempel, Babylons Paläste und heilige Stätten des Islam im Zweistromland. Dumont Köln 2001, ISBN 3-7701-4949-1
  • Barthel Hrouda, Rene Pfeilschifter: Mesopotamien. Die antiken Kulturen zwischen Euphrat und Tigris. München 2005 (4. Aufl.), ISBN 3-406-46530-7 (Sehr knapper Überblick bzgl. Mesopotamien im Altertum mit weiterführenden Literaturangaben.)
  • Jobst Knigge: Deutsches Kriegsziel Irak. Der deutsche Griff auf den Nahen Osten im Zweiten Weltkrieg. Über Kaukasus und Kairo zum Öl des Orients. Pläne und Wirklichkeit. Verlag Dr. Kovac Hamburg 2007, ISBN 978-3-8300-3030-0
  • Stephan Kloss: Mein Bagdad-Tagebuch. Als Kriegsreporter im Brennpunkt Irak. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 2003, ISBN 3-596-16142-8
  • Hans Krech: Der Bürgerkrieg im Irak (1991–2003). Ein Handbuch. Mit einem Konzept für eine Golf-Friedenskonferenz in Halle/S. und in Hamburg, Verlag Dr. Köster, Berlin 2003, (Bewaffnete Konflikte nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes, Bd. 13), ISBN 3-89574-500-6
  • Christoph Reuter, Susanne Fischer: Café Bagdad. Der ungeheure Alltag im neuen Irak. Goldmann, München 2006, ISBN 3-442-15385-9
  • M. und P. Sluglett: Der Irak seit 1958 – von der Revolution zur Diktatur. Frankfurt/Main 1991, ISBN 3-518-11661-4
  • Günter Kettermann: Atlas zur Geschichte des Islam. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2001, ISBN 3-534-14118-0
  • Matthew Bogdanos: The Casualities of War. The Truth About the Iraq Museum. In: American Journal of Archaeology Band 109/3, 2005, S. 477-526
  • Chris Kutschera: Le Livre noir de Saddam Hussein, Oh! éditions, Paris 2005, ISBN 2-915056-26-9.
  • Kanan Makiya Republic of Fear. Politics of Modern Iraq University of California Press, 1998
  • Kanan Makiya Cruelty and Silence. War, Tyranny, uprising and the arab world (1991), ISBN 0-224-03733-1

Einzelnachweise

  1. Bertelmanns Hausatlas, 1. Auflage 1960 (Seite 70)
  2. citypopulation.de: Bevölkerung des Irak (Volkszählungen 1977, 1987 und 1997)
  3. aol.com.au: 1st Iraq census in decades skips religion details
  4. Reuters: Iraq delays divisive census until Oct 2010
  5. BBC: Iraq abandons nationwide census
  6. The Turkomans of Iraq as A Factor in Turkish Foreign Policy: Socio-Political and Demographic Perspectives
  7. BBC: the-world-factbook-Iraq
  8. unhcr.org: Iraqi Refugee and Asylum-Seeker Statistics, 20. März 2003
  9. n-tv.de: Pro Tag fliehen 3.000 Menschen, 24. Dezember 2006
  10. deutsche-worldpress.com: „Immer mehr Menschen fliehen aus Irak, Lautlose Entvölkerung“, 5. November 2006
  11. alashraq.com: UNHCR: „Schleichender Exodus im Irak“ − 3,4 Millionen Flüchtlinge, 4. November 2006
  12. http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=1989&stayInsideTree=1&backlink=pogrom.php?id=61
  13. CIA World Fact Book: CIA World Factbook Informationen über den Irak
  14. [ http://www.kas.de/wf/de/33.19182/ Otmar Oehring: Zur gegenwärtigen Situation der Christen im Nahen Osten, KAS-Auslandsinformationen, 4/2010.]
  15. jewishvirtuallibrary: The Jews of Iraq
  16. Radio Vatikan: „Irak: Ringen um Religionsfreiheit“, 1. Januar 2007
  17. Fürtig, Henner: Kleine Geschichte des Irak: von der Gründung 1921 bis zur Gegenwart, S. 58 online
  18. Reuters: Reuters: US-Kampftruppen haben irakische Städte verlassen, 30. Juni 2009
  19. MSNBC: Last full U.S. combat brigade leaves Iraq vom 18. August 2010
  20. Untersuchung zur Konfliktbewältigung im Irak: Ein föderalistisches Konzept. (Forschungsergebnisse), VDM, Saarbrücken 2010, ISBN 9783639237665
  21. amz/Reuters: Angst vor Attentaten - Zehntausende Soldaten bewachen Kommunalwahlen im Irak in: Der Spiegel, 31. Januar 2009 (online), abgerufen am 31. Januar 2009
  22. dpa/Reuters: Iraker bestimmen neue Provinzparlamente in: Die Zeit Online, 31. Januar 2009 (online), abgerufen am 31. Januar 2009
  23. Reuters: Irak - Kommunalwahlen enden ohne Gewalt in: Frankfurter Allgemeine, 31. Januar 2009 (online), abgerufen am 2. Februar 2009
  24. Tagesschau: Opposition siegt knapp im Irak (nicht mehr online verfügbar), 26. März 2010.
  25. taz-Artikel: Irak als Einheit wäre nicht wünschenswert
  26. 18 saatte trenle Musul'a, Artikel der Radikal vom 17. Februar 2010
  27. http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?30,4845046
  28. Kerbela bekommt internationalen Flughafen, AKnews vom 9. März 2010. Abgerufen am 4. August 2010.
  29. Tagesschau.de: Verseuchtes Wasser, kaum Strom, wenig Jobs (nicht mehr online verfügbar), 5. März 2010
  30. Zürcher Unterländer: Licht aus im Irak - Elektrizitäts-Minister wirft das Handtuch, 22. Juni 2010
  31. a b Abbas Alnasrawi: The economy of Iraq: oil, wars, destruction of development and prospects, S. 101.
  32. Alnasrawi, S. 80
  33. Germany Trade & Invest: Wirtschaftsdaten kompakt - Irak, Mai 2010
  34. wp-irak.de: Einführung
  35. Associated Press:Nearly 25 percent of Iraqis live in poverty
  36. http://www.geoexpro.com/sfiles/9/41/6/file/GeoExPro_01-06_Irak.pdf
  37. http://www.reuters.com/article/2011/02/03/iraq-oil-kurds-idUSLDE7120K020110203
  38. http://www.krg.org/
  39. http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601072&sid=aaqJxYlX.3UU
  40. a b c d Idle Iraqi Date Farms Show Decline of Economy, New York Times vom 15. August 2009. Abgerufen am 4. August 2010.
  41. Index Mundi
  42. Iraq: Paris Club Debt Relief
  43. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  44. a b The World Factbook
  45. ROG: Rangliste der Pressefreiheit weltweit (2009)
  46. ROG: Rangliste der Pressefreiheit 2008
  47. ROG: Rangliste der Pressefreiheit 2007
  48. ROG: Middle East / North Africa
  49. a b c Edmund Ghareeb, Beth Dougherty: Historical dictionary of Iraq online
  50. Perthes, Volker: "Geheime Gärten Die neue arabischen Welt", S. 283 ISBN 3-88680-747-9
  51. arabianbusiness.com: Iraqi artist Kazem Al Saher, one of the best-selling Arab singers of all time, to perform on Prince of Poets

Weblinks

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