Libyen
ليبيا

Lībiyā
Libyen

Flagge Libyens
Wappen Libyens
Flagge Wappen
Amtssprache Arabisch
Hauptstadt Tripolis
Staatsform Republik
Regierungsform Übergangsregierung
Staatsoberhaupt Vorsitzender des Übergangsrates Mustafa Muhammad Abd al-Dschalil
Regierungschef Premierminister des Übergangsrates Abdel Rahim el-Kib
Fläche 1.775.500 km²
Einwohnerzahl 6.461.454

(Quelle: CIA Januar 2011)

Bevölkerungsdichte 3,3 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt nominal (2007)[1] 57.064 Mio. US$ (63.)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 9.372 US$ (54.)
Human Development Index 0,755 (53.)[2]
Währung 1 Libyscher Dinar LD. = 1000 Dirham
Unabhängigkeit 24. Dezember 1951, zuvor Verwaltung eines Hohen Kommissars der UN
Nationalhymne Libya, Libya, Libya
Zeitzone UTC+2
Kfz-Kennzeichen LAR
Internet-TLD . ly
Telefonvorwahl +218
Libya in its region.svg
Un-libya.png

Libyen [ˈliːby̆ən/ˈliːbi̯ən][3] (arabisch ‏ليبيا‎ Lībiyā [ˈliːbijaˑ] Aussprache?/i) ist ein Staat in Nordafrika. Er liegt am Mittelmeer und grenzt im Osten an Ägypten und Sudan, im Süden an Niger und Tschad und im Westen an die Maghreb-Staaten Tunesien und Algerien. Mit einem Human Development Index von 0,755 ist das Land laut den Vereinten Nationen der höchstentwickelte Staat des afrikanischen Kontinents.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Topographie Libyens

Den Nordwesten Libyens, das sogenannte Tripolitanien, nehmen die Küstenebene al-Dschifara, das gebirgige Schichtstufenland Dschabal Nafusa (bis 968 m) und die anschließende Steinwüste Hammada al-Hamra ein. Eine Steilstufe nach Süden leitet zu den Sand-, Kies- und Geröllwüsten des Fessan über.

Der mittlere Abschnitt umfasst das küstennahe, an Erdöl- und Erdgasvorkommen reiche Syrtebecken. In seinem Hinterland erhebt sich das vulkanische Gebirgsmassiv Al-Charudsch al-aswad (1.200 m).

Im Nordosten liegt die Kyrenaika mit dem steil zum Meer abfallenden Karstgebirge des al-Dschabal al-Achdar (878 m). Über das Mittelmeer im Norden ist Libyen Nachbar von Italien (Sizilien und Pantelleria), Malta und Griechenland (Kreta). Die Bucht der Großen Syrte wird von Libyen als Hoheitsgewässer beansprucht. Das Karstgebirge geht nach Osten in die Steppe der Marmarika über, nach Süden in das Sanddünenmeer der Libyschen Wüste. Im Grenzgebiet zum Tschad greifen die nördlichen Ausläufer des Tibesti mit dem höchsten Berg des Landes (Bikku Bitti 2.267 m) auf Libyen über.

Insgesamt werden gut 85 % der Landesfläche von der Sahara eingenommen. Nur rund zwei Prozent der Fläche sind landwirtschaftlich nutzbar. Libyen ist eines der wenigen Länder der Welt, in denen es keine ständigen Flüsse gibt. Es gibt lediglich sogenannte Wadis, die nur nach starken Regenfällen vorübergehend Wasser führen.

Libyen ist nach Algerien, der Demokratischen Republik Kongo und dem Sudan das viertgrößte Land des afrikanischen Kontinents.

Klima und Vegetation

Im mediterran geprägten winterfeuchten Küstengebiet liegen die mittleren Temperaturen im Januar bei 12 °C, im August bei 26 °C; der mittlere Jahresniederschlag beträgt hier 300 mm. Im Frühjahr und Herbst weht häufig ein trockenheißer staubiger Wüstenwind, der Gibli. Das Landesinnere hat Wüstenklima mit beträchtlichen Temperaturschwankungen (im Winter bei unter 0 °C, im Sommer über 50 °C) bei fast völliger Regenlosigkeit.

Trotz der Größe des Landes kennt Libyens Klima nur zwei wesentliche Ausprägungen: eine subtropisch warme Klimazone entlang der Küste und eine heiße, trockene Wüstenklimazone im Landesinneren (der bei weitem überwiegende Teil).

Hauptstadt Tripolis am Mittelmeer

Am schmalen Küstenstreifen am Mittelmeer herrschen milde Winter vor, in denen etwas Regen fällt. Durchschnittlich hält man hier bei 250 bis 400 mm Niederschlag im Jahr, was in etwa 30–50 Regentagen entspricht, die sich fast ausschließlich von November bis Februar einstellen. Die Temperaturen betragen in dieser Zeit 8–12 °C in der Nacht und ca. 16–20 °C am Tag. Das Frühjahr ist warm, mit Werten zwischen 12 und 16 °C bzw. 20–28 °C, fast ohne Niederschlag. Nun ist auch die Zeit heißer Sandstürme (genannt Gibli) aus dem Süden, die selbst im April Spitzentemperaturen von bis zu 43 °C mit sich bringen können. Die Sommer sind lang, sehr trocken und heiß bei durchschnittlichen Tageswerten von 30–33 °C. In den Nächten sinken die Temperaturen gewöhnlich auf etwa 20–22 °C ab. Der Herbst zeigt sich warm und gegen Ende hin wieder etwas feuchter mit Tages- und Nachtwerten von 13–16 bzw. 22–27 °C. Zu dieser Zeit können abermals Ghibli auftreten, die dann wiederum Hitzewellen von 40 °C verursachen. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 60–75 % ganzjährig hoch. Das soeben beschriebene Klima trifft auf Städte wie Tripolis (die Hauptstadt), Misrata, Surt, al-Baida und Benghazi zu.

Die Steppen- und Wüstengebiete, die bereits knapp nach der Küste beginnen, sind geprägt von milden Wintern und sehr heißen Sommern. Niederschlag gibt es das ganze Jahr über so gut wie keinen (0–5 Niederschlagstage bzw. 1-35 mm). Im Winter bewegen sich die Temperaturen bei warmen 18–24 °C am Tag, während sie in der Nacht auf kühle Werte von 3–8 °C fallen. In manchen Gegenden ist leichter Frost durchaus möglich. Die Luftfeuchte ist bei 35–55 % mittel. Frühjahr und Herbst sind tagsüber sehr warm (24–35 °C, wobei es aber auch heißer werden kann), in den Nächten weiterhin kühl (10–18 °C). Des Öfteren gibt es Sandstürme (Gibli), die manchmal auch die Küste erreichen. Die Luftfeuchte nimmt im Frühjahr ab, im Herbst wieder zu. Die Sommer sind sehr heiß mit trockener Luft (20–30 % Luftfeuchte). Die Tagesdurchschnittstemperaturen betragen 38–42 °C, in den Nächten zwischen 20 und 26 °C. Die libyschen Wüstengebiete gelten mit bis zu 58 °C als der Ort mit den weltweit höchsten je gemessenen Temperaturen. In der Stadt Ghadamis an der tunesischen Grenze betragen die Höchstwerte ganzer fünf Monate (Mai bis September) 50 °C und darüber. Das Wüstenklima trifft auf Städte wie Ghat, Ghadamis, Kufra und Sabha zu, die trotz ihrer verstreuten Lage sehr ähnliche klimatische Verhältnisse aufweisen.

Flora und Fauna

Die küstennahen Gebirge tragen Mittelmeerflora, in den Küstentiefländern gibt es Steppenvegetation. Die Tierwelt umfasst die typischen Arten der Trockengebiete, wie Dünengazellen, Hyänen, Schakale, Wüstenspringmäuse und Wüstenfüchse (Fenneks), weiterhin leben hier Anubispaviane, Wildesel, Hasen und Falbkatzen sowie verschiedene Greifvögel, Schlangen und Skorpione. Zwischen 1990 und 2000 hat der Bestand an Wald um 1,4 % zugenommen.

Bevölkerung

Seit 1975 stieg die Bevölkerung von 2,5 Millionen auf 6,3 Millionen Menschen (2009). Im Jahr 2005 waren 30 % der Bevölkerung unter 15 Jahre alt. Rund 90 % der Bevölkerung leben in den Küstengegenden von Tripolitanien und der Cyrenaika, davon 85 % in Städten. Knapp ein bis zwei Million Gastarbeiter waren bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges im Land beschäftigt.[4] Die Lebenserwartung betrug 2005 74 Jahre.

Völker

Ethnische Karte Libyens

Die Bevölkerung besteht mehrheitlich (97 %) aus kulturell und sprachlich arabisierten Berbern und Arabern sowie aus sprachlich nicht assimilierten Berbern.[5] Mit der islamischen Eroberung des Landes wurde nach und nach ein Großteil der Gesellschaft arabisiert; die in ihren traditionellen Stammesgesellschaften lebenden Berber machen nur noch etwa 25 % aus.[4]

Die arabische Bevölkerung ist wiederum gegliedert in mehrere voneinander abgrenzende Gruppen, die üblicherweise als „Stämme“ bezeichnet werden. Deren Einfluss hat seit dem Sturz des Königshauses jedoch stark abgenommen, der Großteil der Libyer definiert sich über seinen Staat. Nur noch 5 % der Bevölkerung sind Vollnomaden.

Im Westen Libyens leben Teile des berberischen Nomadenvolks der Tuareg und im Süden zahlreiche Tubu, welche aufgrund ihrer schwarzen Hautfarbe von starken Diskriminierungen betroffen sind.[6] Daneben gibt es Italiener, die allerdings nach 1969 größtenteils ausgewandert sind. Weitere Minderheiten sind Griechen, Türken und Levantiner, sowie Malteser, Ägypter, Tunesier, Inder und Pakistaner.[5] Die Juden, die bereits seit Jahrtausenden an der Küste ansässig waren, wurden nach 1945 vollständig vertrieben.[4]

Sprachen

Die einheimische Bevölkerung hat zum größten Teil den bodenständigen libysch-arabischen Dialekt als Muttersprache, daneben werden als Minderheitensprachen die Berbersprachen Nafusi (101.000 Sprecher), Ghadames (42.000 Sprecher) und Tamascheq (17.000 Sprecher) sowie die nilosaharanische Tubu-Sprache Tedaga (2.000 Sprecher) gesprochen. Italienisch und Englisch sind als Handelssprachen verbreitet. Italienisch, ein Erbe der Kolonialzeit, wird in den wichtigen Städten noch weitgehend verstanden.[5]

Amtssprache ist bislang allein Hocharabisch, ab 1969 wurde unter Gaddafi eine nationalistische Kampagne zur Arabisierung gestartet, welche Italienisch als Fremdsprache und die Berbersprachen aus dem öffentlichen Leben verdrängen soll. Ein neue Verordnung schrieb vor, dass alle Straßenschilder, Schaufensterbezeichnungen, Firmenschilder und Verkehrsausweise auf Arabisch beschriftet werden müssen. Im Jahre 1986 kündigte Gaddafi zudem an, dass nun neben Englisch die Russische Sprache auf sämtlichen Ebenen des Bildungssystems eingeführt werden soll.[7]

Die neue Übergangsregierung jedoch erlaubt neben Hocharabisch als Amtssprache auch die jeweiligen Berbersprachen.

Religion

Der Islam ist Staatsreligion. Die freie Religionsausübung war unter Gaddafi garantiert, soweit sie nicht im Widerspruch zu den Traditionen stand. Staat und Religion waren bislang getrennt, Geistliche auf das Religionswesen beschränkt. Die volksrepublikanische Regierung gab sich in ihren programmatischen Äußerungen als feministisch: Unter ihr wurde die Koedukation betrieben, allerdings schockte die Einführung der Wehrpflicht für Frauen und die Aufnahme von weiblichen Personen in Militärakademien die islamische Männergesellschaft.[4]

Die Senussi sind eine religiöse Bruderschaft mit weltlichem Herrschaftsanspruch in der Kyrenaika. Sie kämpfte ab 1911 gegen die Italiener, ab 1943 gegen die Briten. Von 1951 bis zur Revolution von 1969 stellte sie den König. In den letzten Jahren ist landesweit eine verstärkte Hinwendung zum orthodoxen Islam zu verzeichnen; die Verschleierung der Frau nimmt zu. Seit den 1980er Jahren werden im Untergrund operierende Gruppen wie Muslimbrüder, at-Takfir wa’l-Higra, Hisbollah, Al-Dschihad und ihre religiöse Tendenz zur Vereinnahmung der Politik als islamistische Gefahr für Libyen bezeichnet. Seit der Mitte der Neunziger Jahre ist auch die Libysche Islamische Kampfgruppe vor allem in der Kyrenaika aktiv.

97 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, vorwiegend malikitischer Richtung.[5] Die traditionsbewussten Berberstämme gehören mehrheitlich der islamischen Sondergemeinschaft der Ibaditen an. Es gibt noch rund 74.000 Katholiken in Libyen, einige koptische und einige griechisch-orthodoxe Christen.[4] Die meisten christlichen Kirchen wurden nach der Revolution 1969 geschlossen. Die Nachfahren der nach den Pogromen von 1948 verbliebenen etwa 7000 jüdischen Libyer emigrierten nach dem Sechstagekrieg.

Sozialsystem / Bildung

Libyen hatte eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen des afrikanischen Kontinents. Die Sozialversicherung der Einwohner umfasst die kostenlose medizinische Versorgung sowie Witwen-, Waisen- und Altersrenten. Allgemeine Schulpflicht bei kostenlosem Unterricht besteht für Sechs- bis Fünfzehnjährige.[8] Dennoch liegt die Analphabetenrate der Frauen noch bei 29 % und die der Männer bei 8 %; diese Rate ist aber mit insgesamt 17 % im afrikanischen Vergleich sehr niedrig.[9]

Universitäten gibt es in Tripolis, Bengasi und an anderen größeren Orten.

Siehe auch: Liste der Universitäten in Libyen

Geschichte

Historischer Marktplatz in Leptis Magna
Hauptartikel: Geschichte Libyens

Bereits in ägyptischen Hieroglyphentexten taucht eine Benennung für die westlich benachbarten Stämme auf. Die Griechen nannten das Land Libyē (griechisch Λιβύη), das lateinische Pendant ist Libya. Damit war in der Antike das Land beiderseits der Großen Syrte gemeint. Vom 7. Jahrhundert v. Chr. an gründeten sie an der Küste Kolonien, darunter die Stadt Kyrene. Dieser Teil des Landes, die Kyrenaika, stand in den folgenden Jahrhunderten unter der Herrschaft Ägyptens. In dem sich westlich daran anschließenden Gebiet hatten die Phönizier etwa um 700 v. Chr. die drei Städte Sabratha, Oea und Leptis Magna gegründet – der Name Tripolitanien (Drei-Städte-Land) hat hier seinen Ursprung. Sie kamen bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. unter die Vorherrschaft Karthagos. Nach dessen Zerstörung 146 v. Chr. geriet Tripolitanien unter römische Herrschaft, 96 v. Chr. wurde auch die Kyrenaika Teil des Römischen Reiches. Bei der römischen Reichsteilung 395 n. Chr. verblieb Tripolitanien bei Westrom, während die Kyrenaika Ostrom zugeschlagen wurde. Mitte des 5. Jahrhundert fielen die Vandalen in Libyen ein; die Rückeroberung gelang Byzanz ab 533 unter Führung des Generals Belisar. Zwischen 641 und 644 besetzten die Araber das Gebiet; die dort ansässigen Berber wurden islamisiert.

Türkische und italienische Herrschaft

Briefmarke der italienischen Kolonie Libyen, um 1942

Anfang des 16. Jahrhundert wurde Tripolitanien zunächst von den Spaniern erobert, die das Gebiet dann aber an den Johanniterorden abtraten. Im Jahre 1551 eroberten die Osmanen ganz Libyen. Tripolis war dann lange Zeit Stützpunkt der Korsaren, wurde mehrmals Ziel von Angriffen europäischer und sogar amerikanischer Kriegsflotten. Im 19. Jahrhundert suchte die Senussi-Bruderschaft, ein in der Kyrenaika ansässiger islamischer Orden, die Macht zu erlangen. Er bildete auch den Kern des Widerstandes, nachdem Italien nach dem italienisch-türkischen Krieg (1911–1912) Libyen annektiert hatte.

1934 erklärte Italien seine libyschen Besitzungen zur Kolonie Italienisch-Libyen. Es kam bereits hier zu Grenzstreitigkeiten um den Aouzou-Streifen im Süden mit Frankreich und seiner Kolonie Französisch-Äquatorialafrika. Im Zweiten Weltkrieg griffen italienische Truppen Ägypten an, wurden aber von britischen Truppen zurückgeschlagen. Von 1941 bis 1943 unterstützten deutsche Truppen („Afrikakorps“ unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel) die italienischen Einheiten in Libyen gegen alliierte Verbände, bis sowohl die italienischen als auch die deutschen Einheiten im Mai 1943 bei Tunis kapitulieren mussten. Von 1943 bis 1949 war Libyen von Großbritannien und Frankreich besetzt. 1949 beschlossen die Vereinten Nationen, Libyen in die Unabhängigkeit zu entlassen und setzten als Hochkommissar Adrian Pelt ein[10]

Unabhängigkeit als Königreich Libyen 1951

Hauptartikel: Königreich Libyen
König Idris um 1965

1951 wurde Libyen in die Unabhängigkeit entlassen. König der konstitutionellen Monarchie wurde das Oberhaupt der Senussi, Idris I. Die Entdeckung reicher Erdölvorkommen seit 1959 machte Libyen zu einem der bedeutendsten Erdöl exportierenden Länder der Welt.

Militärputsch 1969 und Folgen

Auf der anderen Seite verstärkten sich jedoch die sozialen Spannungen im Innern, was neben anwachsenden nationalistischen Stimmungen schließlich am 1. September 1969 (neuer Nationalfeiertag) zum Sturz der Monarchie durch das Militär und zur Ausrufung der Arabischen Republik Libyen führte. König Idris und Königin Fatima gingen nach Kairo ins Exil.

Der Vorsitzende des Revolutionären Kommandorates, Oberst Muammar al-Gaddafi, versuchte die radikale Arabisierung des Landes. Unter anderem wurde die frühere katholische Kathedrale von Tripolis in eine Moschee umgebaut. Seine Pläne zur Schaffung einer panarabischen Union mit einigen Nachbarländern zwischen 1969 und 1974 scheiterten aber unter anderem an seinem Führungsanspruch. Er benannte Libyen auch in Dschamahirija um.

1975 schloss Libyen ein Abkommen über wirtschaftlich-technische und militärische Zusammenarbeit mit der UdSSR. In den folgenden Jahren wurden alle Erdölgesellschaften verstaatlicht.

Am 2. März 1977 trat eine Verfassung in Kraft, die den Charakter eines Staatsorganisationsgesetzes hat und Libyen zur sozialistischen arabischen Volksrepublik (Dschamahiriyya) mit 1200 „Volkskomitees“ erklärte. Libyens Verfassung bildete demnach die Konstitutionelle Proklamation von 1969 bzw. 1992[11] und die Deklaration über die Autorität des Volkes von 1977[12]. Eine neue Nationalflagge und ein neues Staatswappen wurden eingeführt.

Volksrepublik 1977

Muammar al-Gaddafi beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union 2009
Hauptartikel: Dschamahiriyya

1977 führte Libyen einen kurzen Grenzkrieg gegen Ägypten und von 1978 bis 1987 einen Grenzkrieg mit dem Tschad um den Aouzou-Streifen.

Gesetzgeber wurde in Libyen der Allgemeine Volkskongress. Dem Generalsekretär des Allgemeinen Volkskongresses, Muhammad Abu l-Qasim az-Zuwai, stand als Staatsoberhaupt ein siebenköpfiges Generalsekretariat zur Seite. Die faktische Macht lag jedoch beim Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Oberst Muammar al-Gaddafi. Der Allgemeine Volkskongress, dessen ca. 2.700 Delegierte von lokalen Volkskongressen (rund 6 für je durchschnittlich 100 Einwohner), Gewerkschaften, Streitkräften und anderen Massenorganisationen entsandt wurden, war die höchste politische Institution und besaß sowohl legislative als auch exekutive Funktionen. Einige seiner Resolutionen hatten den Charakter von Grundrechten.

Alle Libyer ab 18 Jahren waren zur politischen Partizipation verpflichtet. Parteien waren nicht zugelassen. Die wichtigsten Gewerkschaften wurden staatlich gelenkt; diese waren die Nationale Föderation der Gewerkschaften und die Union der Erdöl- und Petrochemiearbeiter.

1979 trat Muammar al-Gaddafi von den Staatsämtern zurück, blieb aber als „Revolutionsführer“ Machthaber im Lande.

1988 wurde ein Volksgericht geschaffen, dessen Zuständigkeit politische und wirtschaftliche Korruption war. 2005 wurden diese umstrittenen Volksgerichte wieder abgeschafft.

Im Jahr 2000 löste das Parlament auf Vorschlag Gaddafis die Zentralverwaltung des Landes weitgehend auf und übergab sowohl Gesetzgebung als auch Regierungsgewalt an regionale Parlamente und Ausschüsse.

Aufstand und Bürgerkrieg 2011

Hauptartikel: Bürgerkrieg in Libyen
Libysche Rebellen in Brega

Nach den Regimewechseln in Ägypten und Tunesien im Zuge der Proteste in der arabischen Welt von 2011 kam es auch in Libyen zu anfangs friedlichen Demonstrationen. Ab dem 15. Februar gingen die Sicherheitskräfte gewaltsam gegen die Protestierenden vor und erschossen in nur wenigen Tagen mehrere Dutzend Demonstranten.[13] Schließlich eskalierte die Situation, und in Bengasi etablierte sich eine Rebellenbewegung. Teile des diplomatischen Korps und der Streitkräfte schlossen sich ihr an. Es kam zu militärischen Auseinandersetzungen.

Aufgrund der Bedrohung für die Zivilbevölkerung in den Rebellenhochburgen verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Resolution 1973, die andere Staaten dazu ermächtigt, Zivilisten mit militärischen Mitteln zu schützen. Eine internationale Koalition flog Luftangriffe auf die Streitkräfte und Regierungseinrichtungen des Gaddafi-Regimes mit diesem Ziel und darüber hinaus mit der Absicht, die Regierung zu stürzen. Nach sechs Monaten Bürgerkrieg war der Großteil des Landes bis auf Gaddafis Heimatstadt Sirte, Bani Walid und den Süden des Landes in der Hand der Rebellen, die mit ihren Institutionen Nationaler Übergangsrat und Exekutivrat international als einzige legitime Vertretung des libyschen Volkes angesehen werden.

Am 21. August 2011 rückten Aufständische in Tripolis ein und übernahmen dort die Kontrolle. Gaddafi wurde in der Nähe seiner Heimatstadt Sirte, die er nach der Einnahme Tripolis’ durch den Nationalen Übergangsrat zur neuen Hauptstadt erklärt hatte,[14] zwei Monate später gestellt. Im Verlauf der Aktion wurde Gaddafi am 20. Oktober getötet.[15]

Politik

Der Großteil des Landes, vor allem die Regionen Kyrenaika und Tripolitanien, wird von Truppen des Nationalen Übergangsrats kontrolliert. Dieser wurde gebildet, nachdem Anfang 2011 ein Bürgerkrieg im östlichen Teil Libyens begann, in den später durch die UN-Resolution 1973 autorisiert auch die NATO eingriff. Der Rat hat sich die Aufgabe gestellt, einen politischen Wandel in Libyen herbeizuführen. Am 21. August 2011 übernahmen die Aufständischen auch die Kontrolle über weite Teile der Hauptstadt Tripolis im Westen des Landes, kontrollieren damit aber noch immer nicht das gesamte libysche Staatsgebiet.[16]

System der Volksrepublik

Durch die dem Volkskongress übergeordneten Revolutionskommitees (= Geheimdienst) und dessen Milizen, die von Vertrauensleuten aber auch den eigenen Söhnen von Gaddafi besetzt wurden, waren die demokratischen Strukturen in Libyen nie von Bedeutung, da die Linientreue zu Gaddafi und dem Grünen Buch stetig überwacht wurde.

Die Abgeordneten der 500 Basisvolkskongresse die den Volkskonkress stellten, hatten darauf keinen Einfluss, demnach handelte es sich im libyschen System nicht um eine Demokratie. Auch wenn Gaddafi stets die Macht und Unabhängigkeit der Basis und des Volkskonkresses betonte, handelte es sich mit ihm an der Spitze um eine Diktatur.

Auch behielt Gaddafi faktisch die Kontrolle über einen Großteil der Staatsfinanzen, wovon das ausschweifende Leben seiner Familie zeugte. Ebenso waren die Revolutionskommitees und die diesen untergeordneten Milizen stets zahlenmäßig besser ausgerüstet als etwa die libysche Armee.

Nationaler Übergangsrat

Staaten, die den Nationalen Übergangsrat als einzige legitime Vertretung des libyschen Volkes anerkannt haben.
Staaten, die einen permanenten diplomatischen Vertreter zum Übergangsrat entsandt haben, ohne diesen formal anzuerkennen.
Staaten, die den Nationalen Übergangsrat nicht anerkennen wollen.
Hauptartikel: Nationaler Übergangsrat

Die Aufständischen in Bengasi gründeten am 27. Februar 2011 den Nationalen Übergangsrat (arabisch ‏ المجلس الوطني الانتقالي ‎, DMG al-madschlis al-waṭanī al-intiqālī, englisch National Transitional Council).[17] Der Rat besteht aus 33 Mitgliedern,[18] die hauptsächlich aus dem Osten Libyens stammen. Die Namen einiger Mitglieder des Übergangsrates waren bis zum Sturz des Regimes am 21. August aus Sicherheitsgründen geheimgehalten worden.[19][20][21] Bisher sind nur 13 Namen der Mitglieder des Rates bekannt; Ratsvorsitzender ist der frühere Justizminister Mustafa Abd al-Dschalil. Es wird berichtet, dass inzwischen auch übergelaufene Militärs und Islamisten einen gewissen Einfluss im Übergangsrat besitzen.[22]

Am 5. März gründete der Übergangsrat einen Exekutivrat, der Regierungsaufgaben übernimmt. Den Vorsitz hat Mahmoud Jebril Ibrahim El-Werfali inne, der ehemalige Vorsitzende des Nationalen Planungsrates und des Ausschusses für Wirtschaftliche Entwicklung.[23]

Rechtssystem

Das Zivilgesetzbuch Libyens folgt dem ägyptischen und ist daher wie dieses von der französischen Rechtsordnung geprägt. Die Rechtsgrundlage der libyschen Verfassung ist der Koran (Artikel 2). Im Personen-, Familien- und Erbrecht (Gesetz von 1984) sowie seit 1994 auch im Strafrecht gilt das islamische Recht (Scharia). Seit 1973 ist Homosexualität strafbar (Gesetz Nr. 70/1973). Die Verleumdung wegen Unzucht/Ehebruch (qadhf) ist strafbar nach Gesetz Nr. 52/1973. Zina (Ehebruch und Unzucht) ist nach Gesetz Nr. 70/1973 strafbar und wird mit 100 Stockhieben bestraft. Als Grund wird die Eindämmung von Prostitution genannt.[24]

In Libyen existiert die Wehrpflicht. Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren können eingezogen werden.

Außenpolitik

Libyen ist Mitglied der Vereinten Nationen (UN), der Afrikanischen Union (AU), der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), der Organisation arabischer Erdöl exportierender Länder (OAPEC), der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) und der Arabischen Liga, der Bewegung der Blockfreien Staaten sowie der Gemeinschaft der Sahel-Saharanischen Staaten SAD-CEN.

In den 25 Jahren zwischen 1969 und 1994 gingen von Libyen zahlreiche Vereinigungsversuche mit arabischen und islamischen afrikanischen Staaten aus.

Eine Reihe von Staaten, beispielsweise der Großteil der westeuropäischen Staaten, Australien, Kanada, Jordanien und die Vereinigten Arabischen Emirate erkannten den Übergangsrat als einzige legitime Vertretung des libyschen Volkes an und entsandten diplomatische Vertreter nach Bengasi. Die USA beorderten bisher nur einen ständigen Vertreter nach Bengasi, die Europäische Union eröffnete dort ein Verbindungsbüro und die Arabische Liga nahm Gespräche mit dem Übergangsrat auf.

Am 3. August 2011 gab die US-Regierung bekannt, eine Botschaft des libyschen Übergangsrates in Washington D.C. einzurichten. Ferner gibt es Planungen, dass den Aufständischen 13 Millionen US-Dollar von gesperrten Konten der bisherigen libyschen Führung zur Verfügung gestellt werden. Zuvor war im März 2011 die Botschaft Libyens geschlossen worden.[25] Auch das Vereinigte Königreich hatte die diplomatischen Vertreter Libyens ausgewiesen. Die Afrikanische Union, deren wichtigster Gründer und Spender Gaddafi war, hat eine gemeinsame Anerkennung des Rates zunächst zurückgewiesen, auch wenn die Mehrzahl dessen Mitglieder die Anerkennung bereits offiziell vollzogen hat.[26] Als Nachfolger des geflohenenen libyschen Botschafters in Deutschland, Dschamal al-Barag, nominierte der Nationale Übergangsrat Ali Masednah Idris el-Kothany, der bis dahin als Arzt in Hof (Saale) gelebt hatte.[27]

Die Mehrheit der westlichen Staaten betrachtet inzwischen den Nationalen Übergangsrat als legitime Vertretung des libyschen Volkes. Am 16. September 2011 entschied die UN-Vollversammlung, dass von nun an der Nationale Übergangsrat Libyen bei den Vereinten Nationen vertritt.[28]

Beziehungen zu afrikanischen Staaten

Libyen unterstützte seit der Revolution von 1969 afrikanische Unabhängigkeitsbewegungen, beispielsweise in den damaligen portugiesischen Kolonien Angola und Guinea-Bissau gegen das diktatorische Estado Novo Regime. Auch unterhält Libyen zu fast allen afrikanischen Staaten gute Beziehungen, in so gut wie allen Hauptstädten existieren Botschaften[29] und es unterstützt viele Regierungen sehr armer Länder mit Budgethilfen, aber auch mit sozialen und technologischen Projekten, zum Beispiel einem panafrikanischen Satelliten.[30] Gaddafi propagierte stets eine inter-afrikanische (wie auch inter-arabische) Solidarität, so wurde schon die frühere Organisation für Afrikanische Einheit politisch und finanziell unterstützt. Aufgrund ihrer politischen Erfolglosigkeit regte Gaddafi die Gründung der Afrikanischen Union an, was 2002 umgesetzt wurde. Libyen finanzierte viele Institutionen der AU und Gaddafi wurde 2009 zu deren Präsidenten gewählt. Der Gründungsvertrag orientiert sich an der EU, so enthält dieser auch Erklärungen zur Einhaltung der Menschenrechte und zur Souveränität der Mitgliedsstaaten. Diese beiden Ansprüche konnten jedoch schon lange vorher nicht immer miteinander in Einklang gebracht werden, beispielsweise daran zu sehen, dass Libyen unter Gaddafi notorisch Menschenrechte verletzte. Andererseits unterstützte Libyen Regimegegner im benachbarten Tschad im Jahr 1983, jedoch erfolglos, da französische Fremdenlegionäre dem Diktator Hissène Habré halfen (dessen Regierungszeit von erheblichen Menschenrechtsverletzungen geprägt war) und die libyschen Truppen aus fast allen besetzten Gebieten vertrieben. Auch wurde die Polisario, deren beanspruchtes Gebiet, die Westsahara, völkerrechtswidrig von Marokko besetzt ist, von Libyen politisch unterstützt. In Libyen erhalten Angehörige anderer afrikanischer Staaten recht problemlos eine Aufenthaltsgenehmigung, so dass der Anteil an Gastarbeitern relativ hoch war. Im September 2000 kam es allerdings zu Pogromen libyscher Arbeitsloser gegen afrikanische Gastarbeiter. Daraufhin wurden im folgenden Januar 331 mutmaßliche Täter angeklagt.[31] Ähnliche Pogrome gab es auch zu Beginn des Bürgerkrieges 2011, da Gaddafi nachweislich fremde Söldner aus vielen afrikanischen Staaten anheuerte, um den Aufstand niederzuschlagen.

Seit dem Sturz Gaddafis 2011 setzte eine leichte Abkühlung der Beziehungen zu den afrikanischen Staaten ein, da die neue Regierung Gaddafis Prestigeprojekt, der AU, nicht länger als bedeutender Geldgeber zur Verfügung steht. Auch wenn die Mehrzahl der afrikanischen Staaten den Nationalen Übergangsrat bereits als legitime Übergangsregierung anerkannt hatte, lehnte die AU es ab, den NTC offiziell anzuerkennen.

Beziehungen zu westlichen Staaten

Das von Libyens Außenpolitik über Jahrzehnte vertretene Streben nach arabischer Einheit stand in Zusammenhang mit einer ausgeprägten und aggressiven Feindschaft zu Israel und zu den USA, denen von den arabischen Staaten Hegemonialansprüche vorgeworfen werden. Gaddafi versuchte, auch andere afrikanische Regierungen zu einer ablehnenden Haltung gegenüber Israel zu bringen, was ihm in den 80er Jahren teilweise auch gelang. Auch wegen der Unterstützung Libyens für antiisraelische und antiamerikanische Terrorgruppen verschlechterte sich das Verhältnis zu den USA.

Nach der Versenkung zweier libyscher Kriegsschiffe durch die US-Marine in der Operation Attain Document im März 1986 und dem im Gegenzug von libyscher Seite organisierten Bombenanschlag auf die Berliner Diskothek La Belle am 5. April 1986 bombardierte die US-amerikanische Luftwaffe in der Nacht vom 14. zum 15. April 1986 in der Operation El Dorado Canyon die beiden größten libyschen Städte Tripolis und Bengasi. Nach umstrittenen Angaben der libyschen Regierung soll dabei Gaddafis Adoptivtochter Hana ums Leben gekommen sein, es wird jedoch vermutet, dass diese noch lebt.[32] [33]

Nach dem als Vergeltung für diese Luftschläge vonseiten Libyens verübten Lockerbie-Anschlag auf eine US-amerikanische Passagiermaschine im Dezember 1988 und der libyschen Weigerung, die beiden tatverdächtigen Geheimdienstagenten an die britische Justiz auszuliefern, verhängte der UN-Sicherheitsrat 1993 eine Reihe von Sanktionen gegen das Land, die erst nach dem Einlenken Gaddafis und der Überstellung der beiden Tatverdächtigen an den Internationalen Strafgerichtshof im Jahre 1999 wieder gelockert wurden.

Im Zweiten Golfkrieg 1990 stellte sich Libyen auf die Seite des Irak.

Im August 2000 vermittelte Libyen bei islamischen Terroristen auf den Philippinen die Freilassung gefangener westlicher Geiseln.

Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 verurteilte Gaddafi die Gewaltakte und akzeptierte ausdrücklich das US-amerikanische Recht auf Selbstverteidigung.

Nach weiteren Eingeständnissen und Entschädigungszahlungen für die Angehörigen der Lockerbie-Opfer sowie der Opfer eines weiteren Bombenanschlags auf ein französisches Verkehrsflugzeug im September 1989 (UTA-Flug 772) wurden die Embargomaßnahmen im September 2003 vollständig aufgehoben. Außerdem erklärte sich die libysche Regierung zu Entschädigungszahlungen für die Opfer des Bombenanschlags auf die Berliner Diskothek La Belle bereit.

Im Dezember 2003 erklärte Gaddafi den Verzicht Libyens auf Massenvernichtungswaffen und ließ Anfang 2004 zahlreiche Komponenten für chemische Waffen vernichten. Am 10. März 2004 unterzeichnete Libyen außerdem das sogenannte Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag und räumte damit der Internationalen Atomenergie-Organisation umfassende Kontrollmöglichkeiten der Nuklearanlagen des Landes ein, woraufhin Frankreich, Großbritannien und im Mai 2006 auch die Vereinigten Staaten wieder diplomatische Beziehungen mit Libyen aufnahmen und es fortan nicht mehr der Gruppe der sogenannten Schurkenstaaten zuordneten.[34] Stattdessen wurde Libyen in der Folgezeit ein begehrter Partner bei der Bekämpfung illegaler Einwanderung vor allem nach Italien, was auch ein Drängen der europäischen Staaten auf Aufhebung des Waffenembargos gegen Libyen nach sich zog.

Am 17. Juli 2007 endete der international kritisierte, teilweise als politisch angesehene HIV-Prozess in Libyen gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt nach sieben Jahren mit der Ausreise der Angeklagten in ihre Heimatländer. 2008 kam es nach der Verhaftung von Gaddafis Sohn Hannibal im Kanton Genf zu einer diplomatischen Verstimmung zwischen Libyen und der Schweiz, in dessen Verlauf Gaddafi der Schweiz den Djihad, den heiligen Krieg, erklärte.

Seit dem Sturz Gaddafis beginnt unter der Übergangsregierung eine außenpolitische Öffnung des Landes, insbesondere gegenüber den westlichen Staaten, da diese beim Sturz des Regimes geholfen hatten.

Militär

Libysche Su-22M-3K

Die Streitkräfte Libyens bestanden 2010 aus rund 119.000 Mann, wobei das Heer 50.000, die Luftwaffe 18.000 und die Marine 8.000 Mann unterhielt. 25.000 Soldaten waren zu dem Zeitpunkt Wehrpflichtige. Als Reserve dienten 40.000 Mann als Volksmiliz.[35][36] Über den Einsatz entscheidet der Volkssausschuss für Verteidigung. 3000 Mann gehörten der paramilitärischen Revolutionsgarde (Libysche Revolutionsgarde) an, die direkt Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi unterstellt waren.

Die Luftschläge der internationalen Koalition im Jahr 2011 zerstörten große Teile der Marine und der Luftwaffe sowie der gepanzerten Bodenfahrzeuge Libyens. Die instabile Sicherheitslage während des Bürgerkrieges führte außerdem dazu, dass der Großteil der Bevölkerung Waffen trug.

Verwaltungsgliederung

Die größten Städte sind (Stand 2007): Tripolis 1.780.000 Einwohner, Bengasi 650.629 Einwohner, Misrata 386.120 Einwohner, al-Aziziyya 287.407 Einwohner, Tarhuna 210.697 Einwohner und al-Chums 201.943 Einwohner.

Aktuelle Gliederung

Die klassischen drei Regionen Libyens sind Tripolitanien, Fezzan und Cyrenaika. In dieser Form war Libyen zuletzt 1963 geteilt. Nach den Angaben von 2006 lebten in Tripolitanien 63,8 %, in Fezzan 7,8 % und in der Cyrenaika 28,4 % der Einwohner des Landes.

Im Jahre 2007 fand die letzte Gebietsreform statt, in der die 32 Schaʿbiyyat / ‏شعبيات‎ / šaʿbīyāt /‚Munizipien‘ (Einzahl: ‏شعبية‎, DMG šaʿbīya, ‚Munizip‘) durch 22 Schaʿbiyyat ersetzt wurden.[37][38] [39]

Die drei historischen Gouvernements Libyens (1943-1963)
Aktuelle Verwaltungsgliederung Libyens
(22 schaʿbiyyat; seit 2007)
شعبية Schaʿbiyya 2007 Einwohner 2006[40] Ziffer Hauptort Vorgänger
البطنان al-Butnan 159.536 1 Tobruk identisch
درنة Darna 163.351 2 Darna Darna und al-Quba
الجبل الاخضر al-Dschabal al-Achdar 203.156 3 al-Baida identisch
المرج al-Mardsch 185.848 4 al-Mardsch identisch
بنغازي Benghazi 670.797 5 Bengasi Bengasi und
Al-Hizam al-Achdar
الواحات al-Wahat 177.047 6 Adschdabiya al-Wahat,
Adschdabiya
Norden von al-Kufra
الكفرة al-Kufra 50.104 7 al-Dschauf Nordstreifen abgetreten
an al-Wahat
سرت Surt 141.378 8 Surt Westgebiete abgetreten
an Misrata und al-Dschufra
مرزق Murzuq 78.621 22 Murzuk Nordostgebiet abgetreten
an al-Dschufra
سبها Sabha 134.162 19 Sabha identisch
وادي الحياة Wadi al-Haya 76.858 20 Awbari quasi identisch
مصراتة Misrata 550.938 9 Misrata Bani Walid und Misrata
المرقب al-Murgub 432.202 10 al-Chums Tarhuna Wa Msalata
und al-Murgub
طرابلس Tarabulus 1.065.405 11 Tripolis Tadschura' wa-n-Nawahi al-Arbaʿ
und Tarabulus
الجفارة al-Dschifara 453.198 12 Al-'Azīziyah
الزاوية az-Zawiya 290.993 13 Az-Zawiya az-Zawiya,
Sabrata wa-Surman
und nördliches Yafran
النقاط الخمس an-Nuqat al-Chams 287.662 14 Zuwara identisch
الجبل الغربي al-Dschabal al-Gharbi 304.159 15 Gharyan Mizdah, Gharyan
und südliches Yafran
نالوت Nalut 93.224 16 Nalut Nalut und Ghadamis
غات Ghat 23.518 21 Ghat identisch
الجفرة al-Dschufra 52.342 17 Hun Gebietsgewinne von
Surt und Murzuq
وادي الشاطئ Wadi asch-Schati' 78.532 18 Adiri identisch
Siehe auch: ISO 3166-2:LY

Gliederung 2001–2007

Bis 2007 gab es in Libyen 32 Munizipien. Der arabische Begriff für eine libysche Verwaltungseinheit ist Sha’biyah (Plural: Sha’biyat, englisch: Popularate). Bis 1983 wurde Libyen in zehn Gouvernements eingeteilt, seitdem fanden sehr oft Territorialreformen statt,[39] so

  • 1983: Gliederung in 46 Distrikte
  • 1987: Gliederung in 25 Baladiyah
  • 1995: Gliederung in 13 Baladiyah
  • 1999: Gliederung in 26 Shabiyah
  • 2001: Gliederung in 32 Shabiyah
  • 2007: Gliederung in 22 Shabiyah
Verwaltungsgliederung in Libyen 2001–2007
Nr. شعبية Shabiyah Einwohner
2003
Fläche
km²
1 إجدابيا Adschdabiya 165.839 91.620
2 البطنان al-Butnan 144.527 83.860
3 الحزام الاخضر al-Hizam al-Achdar 108.860 12.800
4 الجبل الاخضر al-Dschabal al-Achdar 194.185 7.800
5 الجفارة al-Dschifara 289.340 1.940
6 الجفرة al-Dschufra 45.117 117.410
7 الكفرة al-Kufra 51.433 483.510
8 المرج al-Mardsch 116.318 10.000
9 المرقب al-Murgub 328.292 3.000
10 النقاط الخمس an-Nuqat al-Chams 208.954 5.250
11 القبة al-Quba 93.895 14.722
12 الواحات al-Wahat 29.257 108.670
13 الزاوية az-Zawiyah 197.177 1.520
14 بنغازي Benghazi 636.992 800
15 بنى وليد Bani Walid 77.424 19.710
16 درنة Darnah 81.174 4.908
17 غات Ghat 22.770 72.700
18 غدامس Ghadamis 19.000 51.750
19 غريان Gharyan 161.408 4.660
20 مرزق Murzuq 68.718 349.790
21 مزدة Mizdah 41.476 72.180
22 مصراتة Misratah 360.521 2.770
23 نالوت Nalut 86.801 13.300
24 تاجوراء والنواحي الأربع Tajura Wa Al Nawahi AlArba' 267.031 1.430
25 ترهونة و مسلاته Tarhuna Wa Msalata 296.092 5.840
26 طرابلس Tarabulus 882.926 400
27 سبها Sabha 126.610 15.330
28 سرت Surt 156.389 77.660
29 صبراته و صرمان Sabratha Wa Surman 152.521 1.370
30 وادي الحياة Wadi al-Haya 72.587 31.890
31 وادي الشاطئ Wadi asch-Schati' 77.203 97.160
32 يفرن Yafran 117.647 9.310
  ليبيا Libyen 5.678.484 1.775.060

Wirtschaft

Die libysche Wirtschaft ist bis heute stark geprägt von planwirtschaftlichen Elementen mit Importverboten, Preiskontrollen und staatlich kontrollierter Verteilung. Seit der Revolution 1969 wurden sozialpolitische Maßnahmen ergriffen; Subventionierung der Grundnahrungsmittel, von Strom, Benzin und Gas, Wohnungsbauprogramme, Erhöhung der Mindestlöhne, seit 1973 Beteiligung der Arbeitnehmer an den Unternehmensgewinnen. Seit 1992 wurden allerdings verstaatlichte Immobilien wieder privatisiert. In der Folge dieser sozialpolitischen Maßnahmen ist Libyen das Land mit dem geringsten Wohlstandsgefälle Afrikas. Der Bildungssektor wurde aufgebaut, es besteht Schulpflicht vom 6. bis 15. Lebensjahr, Schulbesuch ist kostenlos.

Seit 2002 verfolgt die libysche Regierung einen vorsichtigen Kurs der Liberalisierung, der sich in einem deutlich steigenden Wachstum bemerkbar macht. So liegt das reale Wirtschaftswachstum seit 2003 regelmäßig über 5 %. 2005 betrug das reale Wachstum 6,3 %, das vorläufige Wachstum 2006 wurde mit 5,6 % angegeben, für 2007 wurden 9,2 % geschätzt und für 2008 wurden 8,8 % erwartet. Nicht zuletzt die deutliche Zunahme des Ölpreises erlaubt es der Regierung, die Reformen zu beschleunigen. Ende März 2007 wurde in Bengasi die erste Börse Libyens eröffnet. Die Regierung privatisierte die staatliche Sahara-Bank und beschloss weitere Privatisierungsmaßnahmen in der Wirtschaft. Libyen gehörte 2007 allerdings zu den korruptesten Ländern der Erde (Rang 146 von 178 laut Korruptionswahrnehmungsindex im Jahr 2010[41]) auf einem Niveau mit Kamerun, Elfenbeinküste, Haiti, Iran, Nepal, Paraguay und Jemen.

Da das Land über reiche Erdölvorkommen verfügt, entstanden 70 % des BIP im Jahr 2005 durch Erdöl und Erdgas. Alle anderen Wirtschaftszweige spielen dementsprechend eine untergeordnete Rolle: Landwirtschaft 2,9 %, Bergbau 0,8 %, verarbeitendes Gewerbe 1,4 %, Elektrizität, Gas, Wasser 0,7 %, Bau 3,3 %, Handel, Hotellerie und Gaststättengewerbe 5,3 %, Transport, Lagerhaltung und Kommunikation 3,7 %, öffentliche Dienstleistungen 8,6 %.

Die Arbeitslosenquote wurde 2004 mit 30 % angegeben. Die Inflationsrate lag 2008 bei 10,4 %, 2009 bei 2,0 %.[42]

Landwirtschaft

In den wenigen landwirtschaftlich nutzbaren Gegenden an der Küste werden vor allem Weizen, Gerste, Gemüse, Oliven, Mandeln, Zitrusfrüchte und Datteln angebaut. Trotz der geringen landwirtschaftlichen Nutzfläche hat Libyens Dattelanbau an der Weltproduktion einen Anteil von 2–5 %. Auch der Olivenanbau hat an der Weltproduktion einen Anteil von 1–3 % (Stand 2006). Die Regierung forciert zudem seit Jahren eine Bewässerung von Feldern in der Wüste, die von vielen Umweltgruppen als umweltschädlich kritisiert wird.

Industrie

Die größten Zementfabriken Libyens sind die Werke von LCC und ACC. Nach Beendigung des US-Embargos im Jahre 2004 wurden in Libyen Niederlassungen von ABB, Siemens und von anderen internationalen Firmen wieder geöffnet. Aufgrund der Erdölförderung befinden sich außerdem vor allem an den Küstengebieten zahlreiche Raffinerien, sowie Textil- und Nahrungsmittelindustrie.

Handel

Libyen hat die größten Erdöl-Reserven Afrikas. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die weitgehend verstaatlichte Wirtschaft Libyens auf den reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen basiert, durch die 2005 97 % der Exporterlöse (nach Italien 38 %, Deutschland 15 %, Spanien 9 %, Türkei 6 %, Frankreich 6 % und USA 5 %) in Höhe von 35,9 Mrd. US-$ erzielt wurden. Unter dem Markennamen Tamoil betreibt Libyen in Deutschland, Italien und der Schweiz eigene Raffinerien und gleichnamige Tankstellennetze. Die weitere Industrie ist auf den Chemie-, Textil-, Möbel- und Baustoffsektor beschränkt.

Eingeführt (aus Italien 21 %, Deutschland 10 %, Tunesien 6 %, Vereinigtes Königreich 5 %, Türkei 5 %, Frankreich 5 %, Republik Korea 5 % und Volksrepublik China 5 %) wurden zu 18 % Maschinen, 14 % Nahrungsmittel, 11 % Eisen und Stahl und zu 10 % Kraftfahrzeuge im Gesamtwert von 14,5 Mrd. US-$.

Tourismus

Aufgrund der politischen Isolation in der Vergangenheit ist der Tourismus unbedeutend, hat aber großes Potential. Bisher nur spärlich besuchte Touristenziele wie die antiken Städte Leptis Magna, Sabrata und Kyrene, berühmte Oasenstädte wie Ghadames sowie viele mesolithische Felsmalereien in der südlichen Wüste könnten von der neuerlichen politischen Öffnung des Landes profitieren.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 35,9 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 35,1 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 1,3 % des BIP.[42]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 4 Mrd. US-Dollar oder 6,5 % des BIP.[42]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Infrastruktur

Verkehr

Libyen verfügt über Häfen in Tobruk (Naturhafen), Tripolis, Bengasi, Misurata, Mersa Brega sowie über mehrere Erdölverschiffungshäfen.

Als internationale Flughäfen gibt es den Tripoli International Airport, den Flughafen Mitiga und den Flughafen Bengasi. Das Land hat mit etwa 47.600 km asphaltierten Straßen und etwa 35.600 km Pisten eine für die Region vergleichsweise sehr gute Infrastruktur.

Zwei existierende Schmalspurstrecken in Tripolis und Bengasi wurden 1965 eingestellt. Aktuell wird in Libyen ein völlig neues Schienennetz in Normalspur errichtet, das langfristig küstennah die Lücke im Schienennetz Nordafrikas zwischen Tunesien und Ägypten schließen soll. Zunächst wird der Abschnitt zwischen Sirte und Bengasi zweigleisig gebaut, auf dem zuerst dieselgetriebene Züge verkehren sollen; später soll die Strecke elektrifiziert werden. Die Strecke soll mit ETCS ausgerüstet werden. Neben der Küstenbahn wird eine fast 1.000 km lange Strecke in Richtung Niger gebaut.

Bewässerung

Der See Umm al-Maʾ in Libyen

1984 begann Libyen mit der systematischen Förderung der eiszeitlichen Süßwasservorkommen in der Sahara. Mit dem Great-Man-Made-River-Projekt startete das bisher größte Süßwasserprojekt der Welt. Damit möchte sich das Land nicht nur von Lebensmittelimporten unabhängig machen, sondern auch zu einem Agrarexportstaat werden. Laut Gaddafi gibt es zum GMMR-Projekt für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung keine Alternative. Fraglich ist jedoch die mittelfristige Kostenentwicklung angesichts der enormen Bau- und Wartungskosten. Unstrittig ist, dass das GMMR-Projekt eine gewaltige Bildungs- und Infrastrukturmaßnahme darstellt und Libyens ökonomische Stabilität nach Versiegen der Ölquellen gewährleistet, wobei bis heute ungewiss ist, wie groß die unterirdischen Süßwasservorkommen sind und somit die Dauer und das Funktionieren des Projekts. Durch den Sturz Gaddafis und der Machtübernahme der Rebellen 2011 ist die Fortführung dieser Politik nun jedoch fraglich.

Atomprogramm

In den 1970er Jahren wollte Libyen einen Reaktor von der Sowjetunion kaufen und das Kernkraftwerk Sirt bauen lassen. Die Planungen wurden jedoch gestoppt.

In der Folge arbeitete auch Libyen an der Entwicklung eigener Nuklear(waffen)technik. So gestand Abdul Kadir Khan, der „Vater der islamischen Atombombe“ und Chefentwickler des pakistanischen Atomwaffenprogramms, 2004 gegenüber dem pakistanischen Geheimdienst, in der Vergangenheit auch Libyen mit geheimen Atomwaffenplänen versorgt zu haben.[44]

Nachdem der libysche Staatschef Gaddafi im Dezember 2003 den Verzicht des Landes auf Massenvernichtungswaffen erklärte, räumte Libyen mit der Unterzeichnung des sogenannten Zusatzprotokolls zum Atomwaffensperrvertrag am 10. März 2004 der Internationalen Atomenergie-Organisation umfassende Kontrollmöglichkeiten der Nuklearanlagen des Landes ein.

Im Juli 2007 unterzeichneten Gaddafi und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy eine Absichtserklärung über den Bau eines Kernkraftwerks.[45]

Literatur

  • Burchard Brentjes: Die Mauren. Der Islam in Nordafrika und Spanien (642–1800). Koehler & Amelang, Leipzig 1989, ISBN 3-7338-0088-5.
  • Burchard Brentjes: Libyens Weg durch die Jahrtausende. Urania-Verlag, Leipzig Jena Berlin, Leipzig 1982, Best.-Nr.: 6537209.
  • Ali Abdullatif Ahmida: The Making of Modern Libya: State Formation, Colonization, and Resistance, 1830–1932. (Suny Series in the Social and Economic History of the Middle East) [Taschenbuch], State University of New York Press, 1994, ISBN 0-7914-1762-X.
  • David Steinke: Libyen. ReiseHandbuch. 5., überarb. Auflage. Conrad Stein Verlag, Struckum 2002, ISBN 3-89392-268-7.
  • Ines Kohl: Tuareg in Libyen. Reimer, Berlin 2006.
  • Florian Harms:Libyen. Land zwischen Wasser und Wüste. Brandstätter, Wien 2006.
  • Dirk Vandewalle: A History of Modern Libya. [Taschenbuch], Cambridge University Press, 2006, ISBN 0-521-61554-2.
  • Jacqueline Passon: Zwischen Kulturstätten und Wüstensand – Libyen öffnet sich für den Tourismus. Berlin 2009.
  • Libyen: Geschichte – Landschaft – Gesellschaft – Politik. [Broschiert], hrg. von Fritz Edlinger und Erwin Ruprechtsberger, Wien: Promedia, 2010, ISBN 3-85371-307-6.
  • John Wright: A History of Libya. [Taschenbuch], Hurst C & Co Publishers 2010, ISBN 1-84904-041-9.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Libyen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary Wiktionary: Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Libyen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Libyen – in den Nachrichten
Wikiatlas Wikimedia-Atlas: Libyen – geographische und historische Karten

Einzelnachweise

  1. International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
  2. Human development statistical tables. In: human development report 2010. United Nations Development Programme, 16. Juni 2011, S. 4, abgerufen am 16. Juli 2011 (PDF, englisch, 601 KB, 74 S.).
  3. Der Duden gibt [ˈliːby̆ən] und [ˈliːbi̯ən] an; die verbreitete Aussprache [ˈlyːbi̯ən] ist falsch.
  4. a b c d e Meyers Großes Länderlexikon. Meyers Lexikonverlag, Mannheim 2004.
  5. a b c d CIA World Fact Book Libyen. Abgerufen am 2. November 2011.
  6. Summary prepared by the Office of the High Commissioner for Human Rights in accordance with paragraph 15 (c) of the annex to Human rights Council resolution 5/1: Libyan Arab Jamahiriya
  7. Länderstudien Libyen. Abgerufen am 5. November 2011.
  8. The EFA 2000 Assessment: Country Reports. Lybian Jamahiriya.
  9. Literacy Rates of the World. Abgerufen am 9. August 2011.
  10. UN Resolution 289 IV: „Question of the Disposal of the former Italian Colonies“, 21. Nov. 1949
  11. Text der Constitutional Proclamation 1969/1992
  12. Text der Declaration on the Establishment of the Authority of the People
  13. Deadly 'day of rage' in Libya (englisch), Al Jazeera. 18. Februar 2011. Abgerufen am 20. Februar 2011. 
  14. Libya crisis: Col Gaddafi vows to fight a 'long war' (Englisch), BBC News. 1. September 2011. Abgerufen am 4. September 2011. 
  15. Gaddafis Tod: Ende eines Tyrannen, spiegel.de, 20. Oktober 2011
  16. Tagesschau: Gaddafis Regime bricht zusammen, 22. August 2011
  17. Zeit Online: Gadhafis unbekannte Gegner
  18. BBC-Dossier zu Mitgliedern des Nationalen Übergangsrats, abgerufen am 29. März 2011.
  19. Vertreter des Nationalen Übergangsrates, abgerufen am 16. Juni 2011.
  20. Martin Gehlen: Gaddafis Gegenspieler. In: Frankfurter Rundschau. 2. März 2011, abgerufen am 4. März 2011 (deutsch).
  21. Ulrike Putz: Gaddafis Gegenspieler raufen sich zusammen. In: Spiegel Online. 7. März 2011, abgerufen am 8. März 2011 (deutsch).
  22. Der Nationale Übergangsrat Libyens. Tagesschau (ARD), 22. August 2011, abgerufen am 23. August 2011.
  23. http://ntclibya.com/InnerPage.aspx?SSID=8&ParentID=3&LangID=1
  24. Gender, Sexuality and the Criminal Laws in the Middle East and North Africa: A Comparative Study von Dr. Sherifa Zuhur, 2005 [1]
  25. [2], abgerufen am 3. August 2011
  26. http://english.aljazeera.net/programmes/insidestory/2011/08/2011828101018236465.html
  27. Neuer libyscher Botschafter für Deutschland - Exklusiv-Meldung der ftd 25. August 2011
  28. Welt Online, 16. September 2011, UN-Vollversammlung erkennt Übergangsrat in Libyen an
  29. Libya - Embassies and Consulates. Abgerufen am 9. August 2011.
  30. Inbetriebnahme des ersten panafrikanischen Satelliten Rascom QAF in Libyen. Abgerufen am 9. August 2011.
  31. Afrikaner als Sündenböcke: Pogrome in Libyen. Abgerufen am 9. August 2011.
  32. Gutschker, Thomas: Blechfaust vor Betonbunker. Online-Angebot der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Abgerufen am 7. März 2011.
  33. http://www.welt.de/politik/ausland/article13570593/Das-geheime-Leben-der-Hana-Gaddafi.html
  34. U.S. Department of State: Country Reports on Terrorism 2008.
  35. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. März 2011, S. 4.
  36. [3], Seite 27
  37. شعبيات الجماهيرية العظمى Schaʿbiyyat der Großen Dschamahiriya, abgerufen am 10. Mai 2009 (arabisch)
  38. Libsche Bevölkerungsstatistik. Geohive. Abgerufen am 30 October 2009.
  39. a b Municipalities of Libya. Statoids.com. Abgerufen am 30 october 2009.
  40. Libyan General Information Authority, abgerufen 22. Juli 2009
  41. http://www.transparency.de/Tabellarisches-Ranking.1745.0.html
  42. a b c d e The World Factbook
  43. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  44. Süddeutsche Zeitung: Pakistan: Atomwissenschaftler Khan: "Ich habe mein Land vor nuklearer Erpressung geschützt"; 17. Mai 2011
  45. Süddeutsche Zeitung: Abkommen mit Frankreich − Libyen erhält Atomreaktor; 26. Juli 2007

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • libyen — ● libyen, libyenne adjectif et nom De Libye. ● libyen, libyenne (difficultés) adjectif et nom Orthographe Attention à la place du y (après le i, et non l inverse, faute très fréquente). Remarque Le nom de la Libye est issu du latin Libya, du grec …   Encyclopédie Universelle

  • Libyen — Libyen, Name für Afrika, wie er schon bei Homer vorkommt, und wie ihn die Griechen von den Ägyptern für das Land westlich vom Niltal (Libu) erfahren haben. Noch Hekatäos sah dasselbe als den westlichen Teil Asiens an. Erst in der hellenistischen… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Libyen — Libyen, nach dem italienisch türkischen Krieg vom Jahre 1911 eingeführte, amtliche Bezeichnung für die früher türkischen Provinzen Tripolitanien und Kyrenaika (Bengasi). Unter der türkischen Herrschaft gab es in diesen Gebieten keine Eisenbahnen …   Enzyklopädie des Eisenbahnwesens

  • Libyen — Libyen, alter Name für Nordafrika, Aegypten nicht mit eingerechnet; später begriff L. den ganzen Erdtheil …   Herders Conversations-Lexikon

  • Libyen — Li|by|en; s: Staat in Nordafrika. * * * Libyen,     Kurzinformation:   Fläche: 1 759 540 km2   Einwohner: (2000) 6,4 Mio.   Hauptstadt: Tripolis   Amtssprache: Ar …   Universal-Lexikon

  • Libyen — Libye Pour les articles homonymes, voir Libye (homonymie). الجماهيرية العربية الليبية الشعبية الإشتراكية العظمى (ar) …   Wikipédia en Français

  • Libyen — Li|by|en (Staat in Nordafrika)   • Libyen Im Namen des nordafrikanischen Staates schreibt man ein i in der ersten und ein y in der zweiten Silbe …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Libyen — Libўen, zuerst Name des unmittelbar westl. an Ägypten grenzenden Landes, später von ganz Nordafrika zwischen Nil und Atlas, während die südl. Länder Äthiopien genannt wurden, seit Eratosthenes Name für ganz Afrika. [Karte: Die Alte Welt I, bei… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Libyen — Li|by|en Li|by|en …   Dansk ordbog

  • Libyen (Begriffsklärung) — Libyen steht für: Libyen, ein Staat in Nordafrika Königreich Libyen 1951 1969 Arabische Republik Libyen 1969–1977 Libysch Arabische Dschamahirija 1977–2011 Italienisch Libyen 1934–1943, ehemalige italienische Kolonie in Nordafrika Cyrene, ein… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”