Deutsche SchülerAkademie

Bei der Deutschen SchülerAkademie handelt es sich um ein außerschulisches Programm zur Förderung begabter Schülerinnen und Schüler. Im Rahmen dieses Programms veranstaltet Bildung und Begabung seit 1988 in jedem Sommer Akademien zur Förderung besonders begabter und motivierter Oberstufenschüler. Die Deutsche SchülerAkademie ist Teil der Begabtenförderungsprogramme des Bundes und der Länder und wird unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der Haniel-Stiftung finanziert. Schirmherr ist der Bundespräsident, die Geschäftsstelle befindet sich in Bonn.

Inhaltsverzeichnis

Programm

Während der Akademien arbeiten die Jugendlichen in Kursen zu verschiedenen wissenschaftlichen Themen auf Universitätsniveau zusammen. Die Bandbreite reicht dabei von der Mathematik über natur-, ingenieur-, geistes-, rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Kurse bis hin zu Themen aus dem musisch-künstlerischen Bereich. Im Jahr 2009 wird das Angebot voraussichtlich 63 Kurse in insgesamt 10 Akademieorten umfassen. Neben der Kursarbeit der Akademien werden vielfältige musische, sportliche und andere kursübergreifende Aktivitäten angeboten.

Ziel des Programms ist es einerseits, den Schülern eine intellektuelle Herausforderung zu bieten, sie über ihre bisherige Lebenswelt hinausblicken zu lassen und sie gegebenenfalls an die Grenzen ihrer Leistungskraft zu führen. Andererseits soll den Teilnehmern auch die Gelegenheit geboten werden, andere vielfältig interessierte und motivierte Schüler aus ganz Deutschland und teilweise auch aus dem Ausland kennenzulernen.

Organisationsstruktur einer Akademie

Die Akademien finden mit jährlich wechselnden Terminen in den Sommerferien statt und dauern jeweils 17 (JGW Akademien 10) Tage. Sie bestehen aus je sechs (in den Multinationalen Akademien vier) Kursen, wobei jeder Kurs aus 16 Teilnehmern und zwei Kursleitern besteht. Die Akademieteams setzen sich aus 15 bis 16 (in den Multinationalen Akademien 11) Personen zusammen:

  • ein oder zwei Akademieleiter
  • ein Assistent der Akademieleitung (in der Regel ein ehemaliger Teilnehmer)
  • zwölf (Multinationale Akademien acht) Kursleiter
  • ein Verantwortlicher für den Bereich der kursübergreifenden Musik

Teilnahmebedingungen

Teilnahmeberechtigt sind Schüler der vorletzten zwei Schuljahre an Gymnasien, Gesamtschulen und Waldorfschulen, die entweder von ihrer Schule empfohlen wurden oder sich durch die erfolgreiche Teilnahme an bestimmten bundesweiten Schülerwettbewerben qualifiziert haben. Aus Kapazitätsgründen kann jedoch nur ein gewisser Teil der Bewerber angenommen werden. Im Jahr 2006 lag die Aufnahmequote bei 62 Prozent. Jede Schülerin und jeder Schüler kann grundsätzlich nur einmal am Programm der Deutschen SchülerAkademie teilnehmen. Große Teile der Kosten werden aus den Mitteln gedeckt, die die öffentlichen und privaten Geldgeber zur Verfügung stellen. Die verbleibende Selbstbeteiligung der Teilnehmer kann aus sozialen Gründen erstattet werden.

Entwicklung

1988 war die Ferienakademie Bonn die einzige SchülerAkademie. 1989, 1990 und 1992 gab es bundesweit zwei Akademien. 1993 etablierte der Deutsche Bundestag die Deutsche Schülerakademie als dauerhafte Maßnahme im Haushalt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, 1994 gab auch die Kultusministerkonferenz der Länder ihre Zustimmung zu dem Programm. Seitdem wuchs der Umfang stetig: 1993 bis 1995 gab es vier, 1996, 1998 und 1999 sechs, 1997 fünf, 2000 bis 2002 sieben, 2003 acht, 2004 neun, 2005 und 2006 elf und seit 2007 zwölf Akademien.

Seit 2003 wird ein Teil der SchülerAkademien als Multinationale Akademie organisiert. Hier nehmen neben den deutschen Teilnehmern auch besonders begabte Schüler aus Osteuropa am Kursprogramm teil. In Metten sind dies Schüler aus Tschechien, Rumänien, Ungarn und der Slowakei, in Torgelow am See Jugendliche aus Lettland, Litauen, Estland und Polen.

Neben den regulären Akademien bietet die BASF seit 1998 eine Naturwissenschaftliche Sommerakademie an; seit 2004 organisiert zudem der Verein Jugendbildung in Gesellschaft und Wissenschaft (JGW) weitere SchülerAkademien. Diese orientieren sich sehr stark an den regulären Akademien und werden von der Geschäftsstelle der Deutschen SchülerAkademie mit betreut und angeboten. Die Teilnahmebedingungen und das Bewerbungsverfahren sind deshalb mit den regulären Akademien identisch. Wesentlicher Unterschied ist die mit 10 Tagen kürzere Dauer der Veranstaltungen.

Im Jahr 2009 werden an all diesen Akademien zusammen 63 Kurse für insgesamt 1012 teilnehmende Schüler angeboten.

Deutsche JuniorAkademien (DJA)

Hauptartikel: Deutsche JuniorAkademien

Ergänzend zu dem Programm der Deutschen SchülerAkademie, das sich an Schüler der Sekundarstufe II richtet, werden seit 2003 zusätzlich regionale Akademien zur Förderung leistungsbereiter Schüler der Sekundarstufe I veranstaltet. Die Koordinierung erfolgt ebenfalls über die Deutsche SchülerAkademie.

Akademieorte

2009 waren die Veranstaltungsorte Braunschweig, Grovesmühle, Hilden, Rostock, Urspring, Metten, Torgelow am See, Papenburg (JGW-Akademie), Gaesdonck (JGW-Akademie) und Ludwigshafen (BASF-Sommerakademie).

Die Orte, an denen bisher Akademien stattfanden, waren:

Jahr Veranstaltungsstätte(n)
1988 Ferienakademie Bonn
1989 Ferienakademie Braunschweig, Schülerakademie Bonn
1990 Braunschweig 1, Braunschweig 2
1991 Spetzgart
1992 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Spetzgart
1993 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Spetzgart, St. Peter-Ording
1994 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Spetzgart, St. Peter-Ording
1995 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Spetzgart, Gaesdonck
1996 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Spetzgart, Gaesdonck, Annweiler, St. Peter-Ording
1997 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Spetzgart, Gaesdonck, Annweiler
1998 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Schulpforte, St. Peter-Ording, Gaesdonck, Annweiler, BASF-Schülerinitiative
1999 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Grovesmühle, Urspring, Gaesdonck, Annweiler, BASF-Schülerinitiative
2000 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Grovesmühle, Urspring, Gaesdonck, Annweiler, Roßleben, BASF-Schülerinitiative
2001 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Grovesmühle, Steinmühle, Gaesdonck, Rostock, Roßleben, BASF-Schülerinitiative, Jerusalem (aus Sicherheitsgründen abgesagt)
2002 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Grovesmühle, Steinmühle, Gaesdonck, Rostock, Roßleben, BASF-Schülerinitiative
2003 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Grovesmühle, Steinmühle, Hilden, Rostock, Roßleben, Metten, BASF-Schülerinitiative
2004 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Grovesmühle, Steinmühle, Hilden, Rostock, Roßleben, Metten, BASF-Schülerinitiative, JGW Papenburg
2005 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Grovesmühle, Steinmühle, Hilden, Rostock, Roßleben, Metten, BASF-Schülerinitiative, JGW Papenburg, JGW Schney
2006 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Grovesmühle, Steinmühle, Hilden, Rostock, Roßleben, Metten, BASF-Schülerinitiative, JGW Papenburg, JGW Weimar
2007 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Grovesmühle, Steinmühle, Hilden, Rostock, Roßleben, Metten, Torgelow, BASF-Sommerakademie, JGW Papenburg, JGW Gaesdonck
2008 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Grovesmühle, Urspring, Hilden, Rostock, Roßleben, Metten, Torgelow, BASF-Sommerakademie, JGW Papenburg, JGW Schney
2009 Braunschweig 1, Braunschweig 2, Grovesmühle, Urspring, Hilden, Rostock, Torgelow 1 (regulär), Metten, Torgelow 2 (multinational), BASF-Sommerakademie, JGW Papenburg, JGW Gaesdonck
2010 Unter anderem Brandenburg/Rangsdorf

Bekannte Teilnehmer der Deutschen SchülerAkademie

Club der Ehemaligen (CdE)

Ehemalige Teilnehmer einer SchülerAkademie können seit 1992 Mitglied des Clubs der Ehemaligen werden, um mit ehemaligen Teilnehmern der eigenen und anderer Akademien in Kontakt zu bleiben. Der CdE gibt die halbjährlich erscheinende Mitgliederzeitschrift exPuls heraus. Im ersten Halbjahr nach der Teilnahme an einer SchülerAkademie ist die Mitgliedschaft kostenlos.

Neben anderen Aktivitäten veranstaltet der CdE jährlich den SchülerAkademien ähnliche Pfingstakademien (1994, 1995 und seit 1997) und Sommerakademien (seit 2002). Im Januar 2007 fand die erste Winterakademie in Oberbernhards (Hessen) statt, im März/April 2007 eine Musikakademie in Fulda. Im August 2009 wurde in Zakopane die erste Multinationale Akademie des CdE und damit die erste Akademie im Ausland abgehalten. Die Pfingstakademien finden meistens drei Tage lang an Pfingsten statt (Ausnahmen 2003, 2006 und 2009) und haben inzwischen über 400 Teilnehmer. Seit 1999 sind die Pfingstakademien im Feriendorf Eisenberg bei Kirchheim beheimatet, ebenso wie die achttägigen Sommerakademien.

Seit 2005 gibt es jährlich ein interdisziplinäres CdE-Seminar an wechselnden Orten. Außerdem werden Ski- und Segelfreizeiten sowie ein Turmball auf Schloss Lichtenberg regelmäßig angeboten.

In mehreren Städten gibt es Lokalgruppen des CdE. Die überregionale Kommunikation der Mitglieder findet vor allem über Mailinglisten statt.

Seit dem 13. September 2006 ist der CdE in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins organisiert. Der Vorstand besteht aus je zwei Außen- und Innenvorständen sowie einem Kassenwart, die für ein Jahr gewählt werden.

Weblinks


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