Agadez
Moschee von Agadez
Klimadiagramm von Agadez

Agadez ist mit 110.497 Einwohnern die größte Stadt (commune urbaine) im nördlichen Niger. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region, liegt im Departement Tchirozérine und war ein wichtiges Zentrum des Karawanenhandels.

Agadez ist die bedeutendste Stadt im Norden des Landes und Zentrum der Tuareg. Es wurde im 15. Jahrhundert von Händlern aus dem heutigen Algerien und Libyen gegründet und ist Sitz eines Sultans, der heute jedoch nur noch symbolische Macht hat. In der Region Agadez leben 437.210 Menschen (Stand 2008).

Die Stadt liegt in der Wüste Sahara und bewahrt noch zum Teil die typische sudanische Lehmarchitektur. Die Moschee von Agadez hat ein berühmtes Minarett in Lehmbauweise, das spitz zulaufend und 27 Meter hoch ist. Besonders sehenswert ist der Markt von Agadez im November, wenn die Salzkarawanen aus Bilma eintreffen. Neben dem traditionellen Handel ist noch heute die Viehzucht (Dromedare, Ziegen und Schafe) in der Umgebung wichtig.

Inhaltsverzeichnis

Bevölkerung

Agadez hat 110.497 Einwohner (Berechnung 2010). Das jährliche Bevölkerungswachstum beträgt 4,1 %.

Bevölkerungsentwicklung:

Jahr

Einwohner[1]
1988 (Volkszählung) 49.424
2001 (Volkszählung) 78.289[2]
2010 (Berechnung) 110.497

Geschichte

Die Stadt wurde der Überlieferung nach 1449 von Berberstämmen gegründet. Um das Jahr 1500 gelangte sie in den Herrschaftsbereich des Songhaireiches. Als dieses 1591 von Marokko erobert wurde, übernahmen die Tuareg die Kontrolle über die Stadt und ihr Umland. Sie war in dieser Zeit Hauptstadt des unabhängigen Sultanats Aïr, welches offiziell bis heute fortbesteht. Der Sultan nimmt allerdings nur repräsentative und beratende Aufgaben wahr.

Agadez wurde offenbar erstmalig um 1711 von Europäern besucht, nämlich von zwei Franziskanermissionaren, über deren weiteres Schicksal aber wenig bekannt ist. Die erste wissenschaftliche Beschreibung der Stadt, der Umgebung und der Geschichte von Agadez stammt von dem deutschen Afrikaforscher Heinrich Barth, der Agadez 1850 erreichte. Die Stadt geriet im Zuge des Kolonialismus gegen 1900 unter die Kontrolle Frankreichs.

Feste und Traditionen

Zu Beginn des islamischen Monats Muharram wird bis zum Aschura-Tag in Agadez das zehntägige Neujahrsfest der Tuareg Bianou gefeiert. Dabei werden Tänze und Straßenprozessionen von der großen Kesseltrommel Tobol begleitet. Die Veranstaltung ähnelt dem in Djanet (Südalgerien) veranstalteten Sebiba-Tanzfest.

Literatur

  • Heinrich Barth: Reisen und Entdeckungen in Nord- und Centralafrika in den Jahren 1849 bis 1855. Gotha 1857–58, 5 Bde., hier Bd. 1
  • Karl Rolf Seufert: Die Karawane der weißen Männer. Freiburg 1961

Weblinks

Einzelnachweise

  1. World Gazetteer: Bevölkerungsstatistik der größten Orte im Niger
  2. Ergebnisse des Zensus 2001

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