Ahlbach
Ahlbach
Koordinaten: 50° 26′ N, 8° 5′ O50.4368333333338.0870833333333160Koordinaten: 50° 26′ 13″ N, 8° 5′ 13″ O
Höhe: 160–246 m ü. NN
Fläche: 5,04 km²
Einwohner: 1.281 (1. Jan. 2007)
Eingemeindung: 1972
Postleitzahl: 65554
Vorwahl: 06433
Karte

Ahlbach als Ortsteil von Limburg

Ahlbach ist der kleinste Stadtteil der Kreisstadt Limburg an der Lahn im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen. Ortsvorsteher ist Josef Krämer.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Katholische Pfarrkirche
Ehemaliger Basaltsteinbruch Käfernberg, heute Naturschutzgebiet

Ahlbach liegt rund fünf Kilometer nordöstlich von der Kernstadt Limburg. Im Osten führen die gemeinsam verlaufenden Bundesstraßen 49 und 54 unmittelbar am Ort vorbei und verzweigen sich dort nach Nordosten (B 54, Richtung Siegen) und Nordwesten (B 49, Richtung Gießen). Der "Große Berg" nördlich des Orts ist mit 246 Metern die höchste Erhebung im gesamten Limburger Stadtgebiet. Wenige hundert Meter westlich von ihm gibt es mit dem Käfernberg eine zweite Erhebung, die aber durch den Basaltabbau weitgehend abgetragen ist. Der Ort selbst liegt auf etwa 190 bis 200 Metern Höhe.

Die Ahlbacher Gemarkung grenzt von Westen im Uhrzeigersinn an Niederhadamar, Hadamar, Niederweyer, Oberweyer, Obertiefenbach, Dehrn und Offheim. Die Gemarkung weist mit Ausnahme des Naturschutzgebiets am ehemaligen Basaltbruch keinen Wald auf und besteht fast ausschließlich aus Landwirtschaftsfläche. Die Ahlbacher Gemarkung steigt in Richtung Nordwesten an. Der niedrigste Punkt liegt mit rund 160 Metern in einer Bachaue nahe dem Urselthaler Hof.

Naturräumlich wird der Ort dem Limburger Becken zugeordnet. Eine von dessen Untergliederungen ist nach ihm benannt: die Ahlbacher Bördenplatte, eine Fläche mit besonders mächtiger Lössdecke.

Geschichte

Brunnen aus Basaltsäulen auf dem Dorfplatz

Der Name "Ahlbach" geht vermutlich auf die Bezeichnung "Ahl" für einen umhegten Bereich am Ortsrand zurück, wo Vieh untergebracht war.

Der älteste archäologische Fund in der heutigen Ahlbacher Gemarkung wurde 1950 am Käferberg gemacht: ein Steinbeil aus der Jungsteinzeit. Kurz darauf trat eine Urne aus der Hallstattzeit zu Tage. Nahe dem heutigen Friedhof wurde ein fränkisches Reihengrabfeld entdeckt, das sich grob auf das Jahr 500 datieren lässt. Bedeutung erhielt der Ort, weil in seiner Nähe die Hohe Straße aus dem Westerwald auf die Lange Meil traf, die von der Lahnfurt bei Dietkirchen nach Norden verlief.

772 wurde Ahlbach in einer Schenkungsurkunde der Rupertinerin Rachild an das Kloster Lorsch erstmals erwähnt.

Kriegerdenkmal in der Pfarrkirche
Bauernhaus aus Ahlbach, 1687 erbaut. Heute im Hessenpark als typisches Dorf-Posthaus hergerichtet.

Für die zweite Hälfte des 13. Jahrhundert ist eine Ritterfamilie "von Ahlbach" nachgewiesen, die unter anderem Burgmannen auf Burg Schadeck stellte. Bedeutsamster Vertreter des Geschlechts war Heinrich von Ahlbach, 1380 bis 1390 Abt des einflussreichen Klosters St. Alban in Mainz. 1420 starb das letzte Mitglied der Familie. Ein Großteil ihres Besitzes in Ahlbach ging durch Erbschaft an das Rittergeschlecht der Frei von Dehrn über. Neben den Frei hatten im Hochmittelalter die Grafen von Katzenelnbogen sowie mehrere Klöster und Stifte der Lahnregion Höfe in Ahlbach.

Innenraum der Pfarrkirche

Als erstes Ahlbacher Rathaus diente das heute nicht mehr vorhandene Backhaus, in dem von 1730 auch bis zum Bau der ersten Schule 1824 Unterricht erteilt wurde. 1935 wurde das Gebäude an der Ecke von Kirch- und Bergstraße abgerissen.

Neben der Landwirtschaft hatte der Basaltabbau wirtschaftliche Bedeutung. Ab dem Ende des 17. Jahrhunderts fand der Abbau sporadisch statt, wenn in der Umgebung Straßen gebaut wurden. Im größeren Umfang wurde dieses Gewerbe ab 1870 betrieben, als eine südhessische Firma den bis dahin wenig bedeutenden Ahlbacher Steinbruch kaufte. Anfang der 1970er Jahre wurde die Produktion eingestellt. Der ehemalige Steinbruch hat den Käfernberg nördlich des Orts weitgehend abgetragen. Der Hügel mit dem gefluteten Steinbruch ist heute Naturschutzgebiet, an das sich eine Naherholungsfläche mit Grillplatz anschließt. In geringem Umfang wurden bei Ahlbach auch Ton, Ocker, Brauneisenstein und Phosphorit abgebaut.

1925 wurde der Ort ans Elektrizitätsnetz angeschlossen und 1953 mit fließendem Wasser ausgestattet.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde Ahlbach am 3. Januar 1972 zum Stadtteil von Limburg. Ebenfalls seit 1972 verfügt Ahlbach über ein Dorfgemeinschaftshaus.

Kirchengeschichte

Altar der Pfarrkirche

Vermutlich im 12. Jahrhundert wurde die erste Kapelle im Dorf als Eigenkirche der Frei von Dehrn errichtet. Kirchlich war Ahlbach dem Lubentiusstift in Dietkirchen zugeordnet. Urkundlich sicher fassbar ist die Kapelle erstmals 1366. Es handelte sich um ein einschiffiges, romanisches Gebäude mit Dachreiter statt eines Turms. 1564 wurde Ahlbach der neu gegründeten Pfarrei in Oberweyer angeschlossen. Erst 1871 bekam Ahlbach einen eigenen Pfarrer, blieb aber Pfarrvikarie von Oberweyer. 1873 wurde der Friedhof vom Gelände um die Kirche an den heutigen Platz am Ortsrand verlegt. Dabei entstand an der Kapelle eine Sakristei, auf deren massiv ausgelegten Mauern 1880 ein Turm aufgesetzt wurde. Im Verlauf dieser Arbeiten wurde die Kapelle zu einer Kirche im neoromanischen Stil erweitert. Von der alten Bausubstanz blieb kaum etwas erhalten. Neue Erweiterungspläne für die Kirche in den 1920er Jahren scheiterten daran, dass die gesammelten Spenden durch die Inflation im Zuge der Weltwirtschaftskrise wertlos wurden.

Erst 1959 wurde die alte Kirche abgerissen und ein im folgenden Jahr ein größerer Neubau fertiggestellt. Die neue Kirche fällt durch ihr offenliegendes Mauerwerk aus Schalstein auf. Altäre, Kanzel und Taufbecken sind aus grauem Wirbelauer Marmor gefertigt. 1964 wurde auch formal eine eigene Ahlbacher Pfarrei geschaffen. 1967 war die neue Grundschule fertiggestellt. Das alte Schulgebäude wurde zum Pfarrzentrum.

Niederahlbach und der Urselthaler Hof

Feldkreuz am Weg zum Urselthaler Hof. Die Bäume im Hintergrund markieren den Verlauf der Langen Meil.

Um 1550 fiel das südwestlich benachbarte Dorf Niederahlbach wüst. 1633/34 kaufte Graf Johann Ludwig von Nassau-Hadamar das gesamte Land, das zu dem ehemaligen Dorf gehört hatte, und ließ dort einen Gutshof anlegen, der nach seiner Frau "Urselthaler Hof" genannt wurde. Der Hof wird heute als Staatsdomäne bewirtschaftet.

Einwohnerentwicklung

Die älteste "Einwohnerstatistik" stammt von 1518 und berichtet über 69 Bewohner des Orts. Nach dem Dreißigjährigen Krieg lebten nur noch 14 Menschen in Ahlbach. 1750 wurden 156 Einwohner gezählt, 1840 486 und 1946 861.

Öffentliche Einrichtungen

  • Pfarrkirche St. Bartholomäus
  • Katholischer Kindergarten
  • Grundschule
  • Sportplatz (Hartplatz)

Vereine

  • Turn- und Sportverein 1919 e.V. (Fußball)
  • Freiwillige Feuerwehr Ahlbach e.V., gegründet 1908 (seit 6. Oktober 1979 mit ihrer Jugendfeuerwehr und seit 2. April 2011 mit Kinderfeuerwehr)
  • Kultur- und Brauchtumsausschuss
  • Männergesangverein Harmonie 1873 e.V.
  • Gymnastikverein
  • Katholische Frauengemeinschaft
  • Frauensingkreis

Weblinks


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