Aidan von Lindisfarne
Aidan von Lindisfarne

Aidan von Lindisfarne, der Apostel von Northumbria (* wahrscheinlich in Connacht, Irland; † 31. August 651 in Bamborough), war der Gründer und erste Bischof des Klosters auf der Insel Lindisfarne[1] in Northumbria. Er war ein christlicher Missionar und Heiliger, der Nothumbria, das ins Heidentum zurückgefallen war, re-christianisierte.

Aidan ist die anglisierte Namensform des altirischen Adohan (Das kleine Feuer)

Inhaltsverzeichnis

Leben

Aidan wurde wahrscheinlich in Connacht (Irland) geboren. Zunächst studierte er als Mönch bei St. Senan auf Iniscathay (Scattery Island) bevor er Bischof von Clogher wurde.

Im Jahre 630 legte er sein Bischofsamt nieder und ging im Zuge der Missionierung Schottlands zunächst wieder als Mönch nach Iona.

Als Oswald von Northumbria, nach langem Exil unter den christlichen Pikten und Iren 634 heimkehrte und sich der Herrschaft über die nördlichen Angeln bemächtigte, beschloss er, das ihm bekannt gewordene Christentum in seinem Land einzuführen, und wandte sich darum an den Abt Segene/Segenius[2]. Zuerst wurde Cormán als Missionar gesandt, der aber seine Missionstätigkeit bald ergebnislos aufgab und nach Iona zurückkehrte. Aidan tadelte dessen Methoden und wurde darauf 635 selbst zum Bischof ernannt. Er ließ sich auf der in Oswalds Stammland Bernicia gelegenen kleinen Insel Lindisfarne nahe der königlichen Burg Bamburgh nieder. Auf der Insel gründete Aidan mit 12 schottischen Mönchen noch im selben Jahr ein Kloster als Bischofssitz und begann mit der Christianisierung von Northumbria. Aidan predigte anfangs in schottisch-gälischer Sprache und König Oswald übersetzte für seinen anglischen Hof[1].

Als König Oswald 642 starb, führte sein Nachfolger Oswine die Christianisierung fort. Zwischen den beiden Männern entwickelte sich eine tiefe Freundschaft. Durch behutsame Gespräche und mit großem Einfühlungsvermögen brachten Aidan und seine Mönche das Christentum in die Gemeinden Northumbrias[2]. Einer Legende nach schenkte der König Aidan ein Pferd, damit er nicht mehr zu Fuß gehen musste. Aidan aber schenkte das Pferd einem Bettler. Der Theologe Beda Venerabilis rühmte Aidans Demut, Glauben, Mäßigung und seinen Eifer bei der Verkündung des Glaubens. Beda hatte an Aidan nur auszusetzen, dass er an der keltischen Osterfeier im Gegensatz zu dem römischen Brauch festgehalten habe.

Das Kloster Lindisfarne blühte auf und wurde zu einem Zentrum der christlichen Kunst und Kultur. Berühmt war seine Schreibschule, in der begabte Jungen, wie z. B. Eata von Hexham erzogen wurden, damit die christliche Elite des Landes künftig aus Einheimischen gebildet würde. Alle northumbrischen Kirchen und Klöster nahmen hier ihren Ursprung[1].

Einer Legende zufolge griff König Penda von Mercia 651 Bamburgh an und versuchte die Befestigungsanlagen nieder zu brennen. Aidan betete für die Stadt, worauf der Wind drehte und den Feinden Rauch und Feuer entgegenblies. Penda zog daraufhin ab.

Aidan starb am 31. August 651[3] in Bamborough, 12 Tage nach der Ermordung seines Freundes Oswine, im 17. Jahr seiner Amtszeit als Bischof. Er wurde in Lindisfarne beerdigt.

Nachwirken

Einige seiner Knochen wurden 664 von Coloman (Abt von Lindisfarne 661-664) nach Schottland überführt. Die in Lindisfarne verbliebenen Knochen wurden von Bischof Eardulf von Lindisfarne 875 nach langer Irrfahrt vor den Dänen im Sarg von St. Cuthbert nach Newfield (Chester-le-Street) in Sicherheit gebracht.

  • Gedenktag katholisch: 31. August (n.g. Gedenktag in England und Irland)
  • Gedenktag orthodox: 31. August (Übertragung der Gebeine: 8. Oktober)
  • Gedenktag evangelisch: 9. Juni (ELCA)
  • Gedenktag anglikanisch: 31. August
  • Patron der Feuerwehrleute
  • Apostel von Northumbria

siehe auch

Quellen

Weblinks

 Commons: Aidan von Lindisfarne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Symeon von Durham, History of the Church of Durham
  2. a b Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum Buch 3
  3. Angelsächsische Chronik


Vorgänger Amt Nachfolger
--- Bischof von Lindisfarne
635–651
St. Finan

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