Erste Schlacht von El Alamein


Erste Schlacht von El Alamein
Erste Schlacht von El Alamein
Teil von: Zweiter Weltkrieg
Britische Truppen während des Aushebens von Verteidigungsstellungen
Britische Truppen während des Aushebens von Verteidigungsstellungen
Datum 1. Juli31. Juli 1942
Ort El Alamein, Nordafrika
Ausgang taktisches Unentschieden; strategischer britischer Sieg
Folgen deutsch-italienischer Vormarsch gestoppt
Konfliktparteien
Befehlshaber
Erwin Rommel Claude Auchinleck
Verluste
unbekannt unbekannt

Als Erste Schlacht von El Alamein werden die Gefechte im Zeitraum vom 1. bis 31. Juli 1942 während des Zweiten Weltkriegs bei El Alamein in Nordafrika zwischen dem deutsch-italienischen Afrikakorps, befehligt von Generalfeldmarschall Erwin Rommel, und der 8. Britischen Armee, unter Claude Auchinleck, bezeichnet. Die Schlacht war Teil des Afrikafeldzugs.

Nach der Niederlage bei der Schlacht von Gazala im Juni 1942 hatte sich die 8. britische Armee von Mersa Matruh auf die Alamein-Linie in Ägypten zurückgezogen. Sie hielt einen 40 Meilen (60 Kilometer) breiten, ebenen Wüstenstreifen zwischen der Stadt El Alamein an der Mittelmeerküste und dem unpassierbaren Steilabfall zur Qattara-Senke im Süden.

Der weitere Vormarsch nach Osten führte zur Ersten Schlacht von El Alamein. In dieser sollte nach Plänen der Achsenmächte am 1. Juli ein Durchbruch der Alamein-Stellung im Norden herbeigeführt werden.[1] Nach anfänglichen Erfolgen scheiterte der Versuch jedoch am Widerstand der alliierten Truppen. Das Oberkommando der Panzerarmee vermutete, dass britische Gegenangriffe erfolgen würden. Daher erging am 3. Juli die Anordnung, zur Verteidigung überzugehen und Truppenverschiebungen durchzuführen, die der Vorbereitung der Wiederaufnahme der Offensive dienten.[2] Dies interpretierten die Briten in Kombination mit dem durch Ultra entschlüsselten Funkspruch, der den Befehl zur Einstellung des Angriffes übermittelte, als Beginn eines allgemeinen Rückzuges von Rommel. Daher gingen die alliierten Truppen zur vermeintlichen Verfolgung über und stießen auf den deutsch-italienischen Panzerabwehrschirm, der zwar größtenteils aus Attrappen aufgebaut war, jedoch seinen Zweck erfüllte. Es erfolgten noch kleinere lokale Vorstöße, die von den deutsch-italienischen Truppen mit Mühe abgewehrt werden konnten.[3]

Bis zum 9. Juli wurden die Umgruppierungen am Südflügel vollendet. Gemäß Schlachtberichten der Panzerarmee Afrika wurde es als besonders notwendig angesehen, die 2. Neuseeländische Division auszuschalten.[3] Der Grund dafür war, dass die Division einen Frontvorsprung nach Westen besetzt hielt, wodurch eine permanente Gefahr für die deutsch-italienischen Truppen bestand, die nordöstlich des Verbandes standen. Nach Erfolgen von Angriffen der 21. Panzerdivision, der Aufklärungsabteilung 33 sowie der 90. leichten Afrika-Division am 9. Juli ging Rommel von einem Rückzug der britischen 8. Armee aus. Daher ordnete er für den Anbruch des folgenden Tages einen Angriff des Südflügels der Panzerarmee Afrika an.[3]

Dieser Vorstoß begann planmäßig und die Verbände der Achsenmächte konnten gut vorankommen. Im äußersten Norden der Front lief unterdessen ab 6:00 Uhr ein britischer Großangriff an, der durch starke einstündige Artillerieangriffe vorbereitet worden war. Dabei konnte die 9. Australische Division, unterstützt von der 1. Heeres-Panzerbrigade, nördlich der Küstenstraße einen Durchbruch bei der italienischen Division Sabratha erzielen. Diese wurde auf ihrer Flucht nahezu vollständig zerschlagen, wobei der Großteil der italienischen Truppen sowie der Fernaufklärungskompanie 621 in Gefangenschaft gingen. Erst 5 Kilometer weiter westlich brachten das neu herangeführte Infanterieregiment 382 gemeinsam mit Unterstützung von Flak und MGs den Vorstoß zum Erliegen. Am nächsten Tag wurden die Angriffe südlich der Küstenstraße fortgesetzt. Aufgrund von erneuten Erfolgen mussten große Teile der Armeeartillerie sowie neue Verbände zur Abriegelung des Durchbruchs herangeführt werden. Aus diesem Grund ließ Rommel die Offensive im Süden einstellen.[4]

Die 21. Panzerdivision nahm am 13. Juli um 12:00 Uhr erneut ihren Angriff von Süden auf die Alamein-Box auf, die sie durchdringen und zur Küstenstraße vorstoßen sollte. Diese Attacke wurde jedoch trotz starker Unterstützung von Sturzkampfbombern durch das Abwehrfeuer der alliierten Artillerie gestoppt. Nachdem ein erneuter Vorstoß, nun auf den australischen Frontvorsprung, scheiterte, ging die Panzerarmee aufgrund der Erschöpfung ihrer Kampfkraft zur Verteidigung über.[4]

Nachdem die Funkaufklärung Claude Auchinleck am 13. Juli über die Nordverschiebung der 21. Panzerdivision in Kenntnis gesetzt hatte, nahm er umgehend die Planungen für einen erneuten Großangriff im Frontzentrum auf, da ihm die deutschen Verbände überdehnt erschienen. Gemäß diesen sollten die 5. Indische Division, die 1. Panzerdivision und die 2. Neuseeländische Division in Frontmitte angreifen. Schon kurz nach dem Beginn der Operation am 15. Juli um 4:30 Uhr konnten Erfolge erzielt werden, die letztendlich zur Vernichtung eines Großteils des italienischen X. Armeekorps führte. Durch einen Gegenstoß der 15. Panzerdivision und der Aufklärungsabteilungen 3 und 33 konnte die Lage wieder stabilisiert werden. Trotzdem erfolgten weiterhin neue Angriffe seitens der 8. Armee. Bei einer Attacke von zwei durch Panzer verstärkten Kampfgruppen der 9. Australischen Division verloren die italienische Division Trieste ein Bataillon, die Division Trento eine Artillerieabteilung. Die Vorstöße konnten durch die Kräfte der Kampfgruppe Briel, Aufklärungsabteilungen 3 und 33 sowie Teile des Schützenregiments 104, die aus dem Mittelabschnitt herangeführt wurden, bis zum Abend gestoppt werden, wobei die angreifenden Truppen zurückgedrängt wurden.[5]

Durch die Erfolge bildete sich im Oberkommando der 8. Armee die Auffassung, dass die italienischen Kräfte nicht mehr weit von einem Zusammenbruch entfernt seien, was wiederum zur Planung einer größeren Angriffsoperation des XIII. Korps in den folgenden Tagen führte. Letztendlich konnte die Offensive der 5. Indischen Division und der 1. Panzerdivision trotz starker Artillerieunterstützung nicht ihre Ziele erreichen. Ein Grund dafür war unter anderem, dass die angreifenden Verbände auf deutsche Kräfte stießen, die einen Durchbruch zu den Italienern verhinderten. Die britische RAF führte ohne Unterbrechung Bombenangriffe von höchster Intensität durch, die jedoch nach Aussage des Kriegstagebuches der 21. Panzerdivision zumindest in ihrem Bereich vollständig unbedeutend seien.[6] Trotzdem wurde jedoch die Verbindung des Afrikakorps zu seinen Truppenteilen zerstört, sodass weitgehende Unklarheit herrschte. Walther Nehring, der Kommandierende General des Afrikakorps, gab daher den Befehl, einen Gegenangriff der 21. Panzerdivision mit dem Panzerregiment 8 der 15. Panzerdivision abzubrechen, um bei Anbruch des Tageslichtes erneut eine Offensive mit gesammelten Kräften durchführen zu können. Die am 22. Juli vorgetragene Attacke zeigte Erfolg, wobei vor allem neuseeländische Truppen starke Verluste erlitten. Bei einem folgenden Angriff der Neuseeländer mit Panzerunterstützung erzielten die Verbände einen Durchbruch durch die italienischen Linien, wobei sich die italienischen Truppen ergaben und der Vorstoß bis zur Höhe 63 weitergeführt werden konnte. Bei der nun erreichten Qattara-Piste leitete das deutsche Panzerregiment 5 einen Gegenangriff ein, in dessen Folge die 23. britische Panzerbrigade 203 Mann sowie 40 ihrer 100 Panzer verlor. Des Weiteren wurden 47 Stück schwer beschädigt. Zusätzlich konnte ein weiterer Einbruch in ein Minenfeld bereinigt werden.[6] Ein erneuter starker britischer Angriff mit dem Ziel, zu den italienischen Truppen vorzustoßen und in weiterer Folge einen Zusammenbruch der Front herbeizuführen, scheiterte nach Anfangserfolgen der Inder und Neuseeländer. Sowohl die britische 8. Armee als auch die Panzerarmee Afrika erlitten schwere Verluste, wobei auf britischer Seite zwei erfahrene Infanteriebrigaden komplett und eine Panzerbrigade zu zwei Dritteln vernichtet wurden.[7]

Zum selben Zeitpunkt verlor die Panzerarmee am 22. Juli zwei schwache Bataillone des Schützenregiments 104 sowie eine Kompanie des Infanterieregiments 155. Dabei zeigte sich, dass sowohl die italienischen als auch die eingeschobenen deutschen Verbände an der Obergrenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt waren. Im Armeeoberkommando war man der Meinung, dass die Lage sich zwar stabilisiert habe, die Krise jedoch noch nicht zu Ende sei. Ein weiterer, letzter Durchbruchsversuch von alliierten Verbänden in der Nacht vom 26. auf den 27. Juli scheiterte nach vielversprechenden Anfangserfolgen an schlechter Koordination zwischen Infanterie und Panzertruppen.[7]

Deutsche Kriegsgräberstätte in El Alamein

Die Kräfte der 8. Armee waren erschöpft, und am 31. Juli verlangte Auchinleck ein Ende der offensiven Operationen und das Verstärken der Verteidigung, um sich auf eine Großoffensive vorzubereiten.

Die Schlacht endete in einer Pattsituation, aber der Vormarsch der Achsenmächte auf Alexandria (und dann Kairo) wurde aufgehalten. Ein zweiter Versuch Rommels, die alliierten Stellungen zu durchbrechen, wurde in der Schlacht von Alam Halfa im August verhindert. Claude Auchinleck, der sich geweigert hatte, einen erneuten Angriff durchzuführen, bevor er seine Truppen neu gruppiert hätte, wurde durch General Harold Alexander als Oberbefehlshaber Nahost und General Bernard Montgomery als Befehlshaber der 8. Armee ersetzt. Im Oktober besiegte die 8. Armee, jetzt unter dem Befehl von Bernard Montgomery, die Achsenmächte in der Zweiten Schlacht von El Alamein.

Der in El Alamein angelegte britische Soldatenfriedhof mit 7.500 Gräbern sowie die deutsche Kriegsgräbergedenkstätte mit 4.213 Gefallenen sowie die italienische Gedenkstätte für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs locken heute viele Touristen nach El Alamein.

Literatur

  • Niall J. A. Barr: Pendulum of War: The Three Battles at El Alamein. Overlook Hardcover, 2005, ISBN 1-58567-655-1.
  • Peter Young: Der große Atlas zum II. Weltkrieg. Buch und Zeit Verlagsgesellschaft, Köln 1980.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Reinhard Stumpf: Der Krieg im Mittelmeerraum 1942/43 - Die Operationen in Nordafrika und im mittleren Mittelmeer. S. 654.
  2. Reinhard Stumpf: Der Krieg im Mittelmeerraum 1942/43 - Die Operationen in Nordafrika und im mittleren Mittelmeer. S. 658.
  3. a b c Reinhard Stumpf: Der Krieg im Mittelmeerraum 1942/43 - Die Operationen in Nordafrika und im mittleren Mittelmeer. S. 660.
  4. a b Reinhard Stumpf: Der Krieg im Mittelmeerraum 1942/43 - Die Operationen in Nordafrika und im mittleren Mittelmeer. S. 661.
  5. Reinhard Stumpf: Der Krieg im Mittelmeerraum 1942/43 - Die Operationen in Nordafrika und im mittleren Mittelmeer. S. 662.
  6. a b Reinhard Stumpf: Der Krieg im Mittelmeerraum 1942/43 - Die Operationen in Nordafrika und im mittleren Mittelmeer. S. 663.
  7. a b Reinhard Stumpf: Der Krieg im Mittelmeerraum 1942/43 - Die Operationen in Nordafrika und im mittleren Mittelmeer. S. 664.

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