Goldenes Horn (Türkei)
Blick über das Goldene Horn
Karte des spätantiken und mittelalterlichen Konstantinopels mit Goldenem Horn

Das Goldene Horn (türkisch Haliç) ist eine über fast 7 km langgezogene Bucht des Bosporus in Istanbul und begrenzt gemeinsam mit dem Marmarameer die südlich von ihm gelegene Halbinsel, die ursprünglicher Siedlungsort der griechischen Kolonisten war, als sie um 660 v. Chr. Byzanz gründeten.

Während des Byzantinischen Reichs war das Goldene Horn der wichtigste Hafen der Stadt. Mauern entlang der Küstenlinie sicherten die Stadt (inzwischen umbenannt in Konstantinopel) vor Seeangriffen. Zusätzlich ließ sich die Einfahrt zum Goldenen Horn gegen feindliche Schiffe mit einer starken Gusseisenkette sperren. Sie wurde von der Seemauer Konstantinopels bis zum Kettenhaus auf der Nordseite der Bucht gezogen.

Der Name „Goldenes Horn“ hat seinen Ursprung in dem übergroßen Prunk, mit dem die Herrscher des Römischen und später Oströmischen Reiches ihre Macht und ihren Reichtum zur Schau stellten. Auf der Halbinsel südlich des Horns standen der Kaiserpalast, das Hippodrom (die Pferderennbahn) und viele andere offizielle Gebäude, die alle mit verschwenderischer Pracht ausgestattet waren. Die weitreichende Verwendung von Gold führte zu dem Namen.

Drei Mal wurde die als Sperre dienende Kette überwunden. Im 10. Jahrhundert ließen die Kiewer Rus ihre Schiffe über Land schleppen, nahe Galata wieder ins Wasser setzen und gelangten so in das Horn. Das Byzantinische Reich empfing die Angreifer mit dem griechischen Feuer und besiegte sie. 1204, während des Vierten Kreuzzugs, waren venezianische Schiffe in der Lage, die Kette mit einer Art Rammbock zu zerbrechen und so Einzug zu halten. 1453 gelang Sultan Mehmed II. mit der Taktik der Kiewer Rus die Eroberung der Stadt.

Nach dem Fall von Konstantinopel siedelten vorwiegend griechische Bürger, Juden, Italiener, Kaufleute und andere Nichtmuslime entlang des Horns. Heute ist das Goldene Horn auf beiden Seiten bewohnt und es gibt Parks mit Promenaden entlang der Ufer. Die Istanbuler Handelskammer hat dort ihren Sitz. Die Galatabrücke, 1836 gebaut, verbindet die Altstadt mit den Bezirken von Galata und Beyoğlu (früher unter dem Namen Pera bekannt). Zwei weitere Brücken, die Atatürk-Brücke und die Haliç-Brücke, überqueren das Horn im oberen Teil der Bucht.

Bis in die 1980er Jahre war das Goldene Horn eine industrielle Müllhalde. Seit der Säuberung ist es eine der touristischen Sehenswürdigkeiten in Istanbul. Am Ende des Horns liegt der Freizeitpark Miniatürk. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Aynalıkavak-Palast.

Weblinks

 Commons: Goldenes Horn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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