Alstertalbahn
Alstertalbahn
Strecke der Alstertalbahn
Kursbuchstrecke (DB): 101.1
Streckennummer: 1241
Streckenlänge: 5,7 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 1200 V =
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Legende
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Volksdorf
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Sasel
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Wohldorf
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Bergstedt
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17,0 Poppenbüttel
S-Bahnhalt…
15,6 Wellingsbüttel
S-Bahnhalt…
14,4 Hoheneichen
S-Bahnhalt…
13,5 Kornweg
   
von Ochsenzoll
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Hamburg Airport (Flughafen)
S-Bahnhof
11,3 Ohlsdorf
Strecke – geradeaus
zum Hauptbahnhof

Die Alstertalbahn ist eine knapp sechs Kilometer lange Bahnstrecke in Hamburg. Sie ist durchgehend zweigleisig und wird auf der gesamten Länge von der Linie S1 der Hamburger S-Bahn befahren. Sie geht am Bahnhof Ohlsdorf aus der Verlängerung der Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn hervor und führt bis nach Poppenbüttel. Die ursprünglichen Planungen sahen eine Verlängerung bis Wohldorf beziehungsweise Volksdorf vor.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vorgeschichte

Haltepunkt Kornweg

Kurz nach der Jahrhundertwende sind mehrere Dörfer im Hamburger Umland, darunter auch die Exklaven der Stadt um einen Anschluss an das Eisenbahnnetz bemüht. Neben den Walddörfern, die später über die gleichnamige Strecke der Hochbahn erschlossen werden, sind auch die Gemeinden im Alstertal bemüht. Bereits ein Jahr nach der Unterzeichnung des „Ohlsdorfer Vertrags“, der die Grundlage für die Hamburg-Altonaer Stadt- und Vorortbahn – dem Vorläufer der S-Bahn – bildete, wird am 12. Dezember 1905 eine Interessengemeinschaft gegründet mit dem Ziel, die Vorortbahn über Ohlsdorf hinaus ins Alstertal zu verlängern.

Mit den Planungen zum Bau der Linie wird die Firma Havestadt & Contag in Berlin beauftragt. Die Umsetzung sollte danach wie folgt aussehen: Die Strecke geht in Ohlsdorf aus der Verbindungsbahn hervor und verläuft zunächst bis Poppenbüttel. Anschließend war eine Zweiteilung der Strecke vorgesehen, von der der östliche Abschnitt bis Volksdorf, der westliche bis Wohldorf verlaufen sollte. Die Züge sollten dabei zu gleichen Teilen die beiden Dörfer bedienen.

Die am 4. Mai 1908 gegründete „Alstertalbahn GmbH“, welche die Strecke dann betreiben sollte, verhandelte daraufhin mit dem preußischen Staat und der Stadt Hamburg. Der dabei ausgehandelte Kompromiss sah zunächst nur die Inbetriebnahme bis Poppenbüttel vor, da die darauffolgenden Dörfer zum Teil zu Hamburg gehörten und somit nochmals eine gesonderte Genehmigung benötigten. Der Abschnitt sollte gleichfalls von Beginn an durchgehend zweigleisig und elektrifiziert sein.

Die Lizenz für den nicht einmal sechs Kilometer langen Abschnitt zwischen Ohlsdorf und Poppenbüttel wurde am 3. Dezember 1912 von Hamburger, am 31. Mai 1913 von preußischer Seite aus erteilt. Die Strecke sollte spätestens drei Jahre darauf in Betrieb gehen und der Betrieb von den Preußischen Staatseisenbahnen übernommen werden.

Mittlerweile wurde die „Alstertalbahn GmbH“ in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und führte so den Namen „Alstertalbahn-Aktien-Gesellschaft“ (ABAG). Hauptaktionär war die „Alstertal-Terrain-Aktiengesellschaft“, die 1912 von dem Unternehmer Johann von Wentzel zur Erschließung des Tals gegründet wurde.

Bau und Betrieb

Die Bauarbeiten wurden 1913 aufgenommen, das Berliner Unternehmen „Julius Berger AG“ mit dem Bau beauftragt. Da jedoch ein Jahr später der Erste Weltkrieg begann, kamen die Arbeiten aufgrund von Material- und Arbeitskräftemangel schnell zum Erliegen. Zudem hatte die ABAG Schwierigkeiten, ihre Grundstücke zu veräußern und kam so in finanzielle Schwierigkeiten. Die vorgesehene Frist zur Inbetriebnahme hätte somit auch nicht eingehalten werden können, wäre sie nicht kurz vor Ablauf auf sechs Monate nach Kriegsende verlängert worden.

Empfangsgebäude des Bahnhofs Ohlsdorf, dem Ausgangspunkt der Strecke
Zug der BR 474 im Endbahnhof Poppenbüttel

Unter den erschwerten Bedingungen gelang es dennoch die Strecke – zunächst eingleisig – fertigzustellen und von der Landespolizei abnehmen zu lassen. Der provisorische Betrieb konnte am 15. Januar 1918 aufgenommen werden, allerdings nicht elektrisch, sondern mit Benzoltriebwagen. Es stand nicht genügend Kupfer für die Oberleitungen zur Verfügung. Für die restlichen Arbeiten blieb noch bis 10. Juli 1920 – sechs Monate nach der Ratifizierung des Versailler Vertrags – Zeit, die ABAG verfügte jedoch nicht mehr über die finanziellen Mittel und der Hauptaktionär ATAG wurde am 10. November 1920 liquidiert. Der Kreis Stormarn, in dem die Dörfer sich befanden, übernahm 1922 die Aktien der ABAG und führte die Bauarbeiten an der Strecke fort. Die vollständige Inbetriebnahme mit elektrischen Zügen erfolgte dann am 24. März 1924.

Bereits am 22. April 1940 wird der elektrische Betrieb allerdings wieder, wenn auch nur teilweise, umgestellt. Neben der Oberleitung, die mit 6,3 kV 25 Hz Wechselstrom gespeist wurde, befand sich nun eine seitliche Stromschiene mit 1,2 kV Gleichstrom. Der parallele Betrieb wird bis 1955 fortgeführt und die Oberleitung danach entfernt. Die Alstertalbahn ist somit die erste Strecke, die mit dem heutigen System der Hamburger S-Bahn betrieben wurde.

Literatur

  • Erich Staisch: Die elektrische S-Bahn in Hamburg. Entwicklungsgeschichte eines modernen Verkehrsmittels. 2. Auflage. Stilke, Hamburg 1964.

Weblinks


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