Altenhundem
Altenhundem
Koordinaten: 51° 6′ N, 8° 4′ O51.1052777777788.0730555555556280Koordinaten: 51° 6′ 19″ N, 8° 4′ 23″ O
Höhe: 280 m ü. NHN
Einwohner: 4.600 (30. Juni 2010)
Postleitzahl: 57368
Vorwahl: 02723
Karte

Rathaus Lennestadt

Altenhundem ist ein Ortsteil, der zentrale Ort und das Verwaltungszentrum von Lennestadt im Kreis Olpe des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Altenhundem zählte zum 30. Juni 2009 insgesamt 4.549 Einwohner und ist damit der größte von 43 Ortsteilen der mit der Gebietsreform zum 1. Juli 1969 gebildeten Stadt Lennestadt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bahnhof und Bahnhofsvorplatz

Der Ort liegt im Sauerland dort, wo das Tal der Hundem auf das Lennetal trifft. Da die beiden Täler sehr eng sind, zieht sich die Bebauung größtenteils an den Hängen der Täler hin, zumal der Talgrund des Hundemtales im Ortsgebiet von ausgedehnten, allerdings heute zum größten Teil stillgelegten Bahnanlagen eingenommen wird.

Lenneaufwärts liegen die Lennestädter Stadtteile Kickenbach, Langenei und Saalhausen, lenneabwärts liegen die Stadtteile Meggen und Grevenbrück. Im Hundemtal grenzt der Ort an die Gemeinde Kirchhundem. Über einen kleinen Pass in der Nähe der Hohen Bracht gelangt man in den Stadtteil Bilstein.

Öffentliche Einrichtungen

In Altenhundem befindet sich das in den 1970er-Jahren nach der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen erbaute Rathaus der neu gebildeten Stadt Lennestadt.

Weiterhin gibt es im Ort ein Krankenhaus, das St.-Josefs-Hospital. Mit dem Gymnasium der Stadt Lennestadt und einer Berufsschule, die ein Zweig des Berufskollegs Olpe ist, gibt es hier auch ein Angebot an weiterführenden Schulen. Im Kloster Maria Königin oberhalb des Ortes wird dieses Angebot durch ein privates Gymnasium ergänzt. An der Strecke Hagen - Siegen befindet sich der neu gestaltete Bahnhof von Altenhundem.

Religion

Katholische Kirche

Seit 1893 ist Altenhundem eine eigenständige Pfarrei. Im Ortskern befindet sich die katholische Kirche Sankt Agatha, die nach Plänen des Mainzer Dombaumeisters Ludwig Becker erbaut wurde. Im Juli 1900 erfolgte die Grundsteinlegung für den dreischiffigen Bau im Stil der Neugotik, am 23. September 1901 wurde die Kirche von Bischof Wilhelm Schneider geweiht. Im Altar befinden sich Reliquien der Heiligen Cosmas und Damian. Beim Blick in den Chorraum fällt der neugotische Klappaltar ins Auge. Bei geschlossenem Zustand sind oben die Apostelfürsten Petrus und Paulus zu sehen, darunter befinden sich Abbildungen von Heiligen u. a. der Kirchenpatronin St. Agatha. Bei aufgeklappten Flügeln erkennt man Reliefs mit alt- und neutestamentlichen Szenen. Auffällig sind auch die Seitenaltäre, der Marien- und Josefsaltar. Vor dem Marienaltar befindet sich eine Wallfahrtskerze auf einem stilvollen Leuchter, sie erinnert an die erste Altenhundemer Fußwallfahr 1984 zum Kohlhagen. Hinter einem schützenden Gitter in der Kreuzkapelle hat die Gruppe „Beweinung Christi“ einen neuen Platz gefunden. Aus Spendengeldern konnten für das Gotteshaus sechs neue Bronzeglocken angeschafft werden, die im Juni 1998 geweiht wurden.[1]

Umfangreich renoviert wurde St. Agatha im Jahr 2010. Die Arbeiten vollstreckten sich von einer Neugestaltung des Innenanstrichs, der Erneuerung der Lautsprecheranlage, der Ausbesserung der Fußböden im Mittelschiff bis hin zur Reinigung und Intonierung der Orgel. Die auffälligste Änderung ist die Schaffung einer neuen Agatha – Kapelle im hinteren Bereich der Kirche, die etwa 60 Personen Platz bietet. Eine künstlerisch gestaltete Glaswand trennt den Bereich der Kapelle vom übrigen Kirchenraum ab.[2]

Evangelische Kirche

Mit dem Bau der Ruhr-Sieg-Bahn kamen auch evangelische Eisenbahner- und Unternehmerfamilien aus dem Siegerland und aus Hessen u.a. in das Gebiet von Altenhundem, Meggen und Maumke. Nachdem im Jahr 1861 der zuvor gegründete Kirchenverein Meggen-Grevenbrück zu einer eigenen Filialgemeinde aufgestiegen war, konnte am 29.Juni 1867 der Grundstein für eine neue Kirche gelegt werden, die Einweihung erfolgte am 26. November 1868. Die Kirche, die sich am Ortsausgang in Richtung Meggen befindet und durch ihre erhöhte Lage die Umgebung prägt, ist das einzige neuromanische Bauwerk in Lennestadt und darum ein wichtiges Zeugnis einer Bauepoche der Sakralarchitektur in Deutschland, die aber im näheren Bereich von Lennestadt kaum vertreten ist. Die Baukosten in Höhe von 13.728 Talern, 12 Groschen und 6 Pfennigen konnten durch Spenden des Gustav-Adolf-Werkes und verschiedene Kollektenreisen von Pfarrer Rudolf Spennemann und der Presbyter aufgebracht werden. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche erheblich beschädigt.

Bei den Renovierungen im Jahr 1956 sind neue Fenster angeschafft worden, wobei die drei Altarraumfenster (farbige Bleiverglasung) mit Szenen aus dem Alten Testament (u. a. Moses empfängt die 10 Gebote), dem Neuen Testament (Jesu Taufe, Bergpredigt u. a.) und der Offenbarung (Christus als Weltenrichter, himmlisches Jerusalem u. a.) besonders ins Auge fallen.

Anlässlich des 100-jährigen Kirchweihjubiläums wurden 1968 erneut umfassende Renovierungsarbeiten und im Innenraum verschiedene Veränderungen nach Entwürfen des Architekten Wolfgang Kreuter vorgenommen, die der Kirche das heutige Aussehen geben. Auffällig sind ein neuer Altar aus Muschelkalkstein und dahinter eine bronzene Kreuzigungsgruppe. Zwei Jahre zuvor wurde eine neue Orgel angeschafft.[3] Seit 1987 steht die Kirche unter Denkmalschutz, sie gehört heute zur evangelischen Kirchengenmeinde Lennestadt-Kirchhundem. Nähere Einzelheiten zur Geschichte enthält der Beitrag Lennestadt (Unterabschnitt Religion).

Weiterhin befindet sich in der Lindenstraße das Gotteshaus der Neuapostolischen Kirche.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Ortskern gibt es ein reichhaltiges Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, das den zentralen Charakter des Ortes unterstreicht. Im Oktober 2007 wurde auf einem stillgelegten Teil des umfangreichen Bahngeländes ein neues Einkaufszentrum, das Hundem-Lenne-Center, eröffnet. Der Bahnhof an der Ruhr-Sieg-Strecke wurde 2003 von der Stadt gekauft und saniert. Seit Ende 2007 ist ein barrierefreier Zugang auf die Bahnsteige möglich.

Außerdem verlaufen die Bundesstraßen 236 (Lennetal) und 517 (Hundemtal) durch Altenhundem.

Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens ist wie in vielen Ortschaften des Sauerlandes das Schützenfest jedes Jahr am zweiten Wochenende im Juli, das mit einer Kirmes auf dem Platz vor der Schützenhalle verbunden ist.

Im Zuge der Umgestaltung des Ortes zum Mittelpunkt von Lennestadt wurden viele, teilweise auch für das Sauerland typische Fachwerkhäuser abgerissen, um Platz für das Rathaus und neue Geschäftshäuser zu schaffen. Dadurch hat der Ort seinen dörflichen Charakter verloren. Als eines der wenigen erhaltenen Fachwerkhäuser gilt Müllers Mühle von 1721, die 2002 restauriert wurde und die Alte Schmiede.

Bekannte Personen

Panoramablick auf Altenhundem

Blick auf Altenhundem vom Turm der Hohen Bracht, links Kloster Maria Königin

Einzelnachweise

  1. siehe auch Höffer,Otto und Breer, Ralf, Kirchen und Kapellen in Attendorn, Lennestadt und Kirchhundem, Attendorn 1999, S.62,63
  2. St. Agatha wird wieder eröffnet, Westfalenpost, Lokalausgabe vom 18. Dezember 2010
  3. Höffer,Otto und Breer, Ralf, ebenda S. 68,69.

Weblinks

 Commons: Lennestadt-Altenhundem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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