Amern
Amern
Wappen von Amern
Koordinaten: 51° 14′ N, 6° 15′ O51.2333333333336.2560Koordinaten: 51° 14′ 0″ N, 6° 15′ 0″ O
Höhe: 60 m ü. NN
Fläche: 22,23 km²
Einwohner: 7.900 (31. Dez. 2005)
Eingemeindung: 1. Jan. 1970
Postleitzahl: 41366
Vorwahl: 02163

Der Ortsteil Amern liegt am Niederrhein im Westen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und gehört mit etwa 8.000 Einwohnern verwaltungstechnisch zur Gemeinde Schwalmtal im Kreis Viersen, Regierungsbezirk Düsseldorf.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ausgrabungen zufolge fand die erste Besiedlung Amerns bereits in der Jungsteinzeit vor etwa 2000 Jahren statt.

Ab 966 n. Chr. stand das Gebiet, das damals unter dem Namen Mühlgau bekannt war, unter der Herrschaft des Gaugrafen Eremfried. Die Grafen von Kessel lösten diese Herrschaft gegen 1082 bis zum Ende des 13. Jahrhunderts ab. In dieser Zeit waren sie verantwortlich für den Grundbesitz des kölner Domkapitels in Amern - St. Anton und des Xantener Stiftes in Amern - St. Georg. 1305 bis 1801 waren die beiden Teile Amern neben Dilkrath, Waldniel, Kirspelwaldniel und Lüttelforst dem jülicher Amt Brüggen unterstellt.

Aufgrund hoher Kriegsausgaben wurde das Amt Brüggen aber bis 1494 an die Grafschaft Moers verpfändet. Diese Zeit der Besetzungen bedeutete für die Gemeinden einen hohen Verlust an Gut und Finanzen. Beim Kampf um die Schwalmlinie konnten sich 1793 zunächst die Preußen und die Österreicher durchsetzen. Nach dem französischen Gegenschlag wurde im Frieden von Campo Formio 1797 beschlossen, dass das linke Rheinufer französisch wurde. Amern - St. Anton und St. Georg wurden dem Kanton Bracht zugeordnet.

Nach Napoleons I. Sturz und dem Wiener Kongress gingen die Gebiete in preußische Herrschaft über. 1816 wurde im Zeichen einer verwaltungstechnischen Neuregelung das Kanton Bracht dem Kreis Kempen zugeordnet.

Unter der nationalsozialistischen Herrschaft wurden 1936 Oberamern (St. Georg) und Unteramern (St. Anton) zusammengelegt und mussten 1956 die beiden Honschaften Geneschen II und Ungerath an Waldniel abtreten.

Am 18. August 2009 erlangte Amern durch einen Amoklauf größere Bekanntheit. In den Abendstunden schoss ein pensionierter Handwerker wahllos um sich. Hierbei tötete er drei Menschen und verletzte einen schwer. Nach drei Stunden ergab er sich und konnte festgenommen werden.

Eingemeindung

Am 1. Januar 1970 wurde Amern mit Waldniel zusammengeschlossen. Die neue Gemeinde erhielt den Namen Schwalmtal.[1]

Besondere Ereignisse

Am 18. August 2009 kam es in Amern zu einem Amoklauf,[2] in dem ein 72-jähriger Rentner bei einem Gutachtertermin zur Zwangsversteigerung des Hauses seiner Tochter mit einem illegalen Gewehr gezielt auf zwei Rechtsanwälte und zwei Immobiliengutachter schoss. Dabei tötete er drei Menschen und verletzte einen schwer. Im April 2010 wurde er zu 15 Jahren Haft verurteilt und in eine Psychiatrie eingewiesen.[3]

Sehenswürdigkeiten

  • Mühlenturm aus dem frühen 19. Jahrhundert (häufige Wechselausstellungen)
  • die beiden katholischen Kirchengebäude St. Georg und St. Anton

Einzelnachweise

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  2. NordrheinWestfalen: Drei Tote bei Schießerei in Schwalmtal - Kriminalität - Gesellschaft
  3. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,688654,00.html

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