Amt Miselohe

Das Amt Miselohe war eines der 16 Ämter im Herzogtums Berg. Miselohe zählt zu den acht alten Bergischen Ämtern, die 1363 erstmals genannt wurden und im ausgehenden Hochmittelalter entstanden (12. bis 14. Jahrhundert), als sich die Grafen von Berg zunehmend zu Landesherren entwickelten. Die Ämter fassten mehrere Kirchspiele in der Amtsverwaltung zusammen. Das Amt Miselohe umfasste im Wesentlichen das Gebiet der heutigen Städte Burscheid, Leichlingen (Rheinland) mit Witzhelden und Leverkusen (ohne die Stadtteile Hitdorf und Rheindorf, die zum Nachbaramt Monheim gehörten), sowie Teile von Odenthal - der Gemeinde im Rheinisch-Bergischen Kreis, zu der der Ursprungssitz der Grafen von Berg in Altenberg zählt.

Ein großer Forst zwischen Dhünn und Wupper gab Miselohe den Namen, der so viel wie Mäuse- oder Kaninchenwald bedeutet. Miselohe umfasste die damaligen Orte Opladen, Lützenkirchen, Neukirchen, Steinbüchel, Wiesdorf, Leichlingen, Burscheid, Witzhelden, Schlebusch und Bürrig.

Amt Miselohe 1789

Das Amt hatte bis zu seiner Auflösung keinen ständigen Verwaltungsmittelpunkt. Der Wohnort des vom Landesherren eingesetzten Amtmannes (vergleichbar heute mit einem Landrat) diente als Verwaltungssitz. Allerdings hatte das Amt von der Mitte des 14. Jahrhunderts an einen ständigen Gerichtssitz in der späteren Kreisstadt Opladen, heute Stadtteil von Leverkusen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Ämter aufgelöst, das Amt Miselohe wurde dem Kreis Solingen zugeteilt.

Der später in den Rhein-Wupper-Kreis umbenannte untere Kreis Solingen verstand sich stets als materieller und ideeller Nachfolger der in seinem Gebiet gelegenen Bergischen Ämter Hückeswagen, Monheim und Miselohe. Seit 1975 umfasst das Stadtgebiet von Leverkusen den größten Teil des früheren Amtsgebiets. Die Miselohestraße in Leverkusen erinnert an dieses historische Amt.

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