Andreas Weigel
Andreas Weigel 2006

Andreas Weigel (* 24. Juni 1964 in Werdau) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er war von 2002 bis 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Inhaltsverzeichnis

Jugend

Nach dem Besuch der Polytechnischen Oberschule (POS) in Werdau absolvierte Weigel von 1981 bis 1983 eine Lehre zum Drechsler und war anschließend in seinem erlernten Beruf in einer Drechslerei in Zwickau tätig.

Nach 1989

1990 wechselte Weigel als Geschäftsführer zur Johanniter-Unfall-Hilfe Westsachsen. Von 1994 bis 1999 gehörte er dann dem geschäftsführenden Vorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe Zwickau/Zwickauer Land und von 1999 bis 2002 dem geschäftsführenden Johanniter-Vorstand des Regionalverbandes Südwestsachsen an. Von 1995 bis 1998 hat Weigel eine Ausbildung im Sozialmanagement an der Verwaltungsfachhochschule Meißen absolviert.

Weigel trat 1994 in die SPD ein und war von 1999 bis 2007 Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Aue-Zwickau. Von 1998 bis 2007 war er Mitglied im SPD-Landesvorstand von Sachsen. Seit Januar 2008 ist er Vorsitzender des neu gegründeten SPD-Kreisverbandes Zwickau.

Weigel war von 2002 bis 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er ist in diesem Zeitraum über die Landesliste Sachsen in den Bundestag eingezogen. Seit 2002 gehörte Weigel auch der Parlamentarischen Versammlung der NATO an.

Am 10. Dezember 2006 wurde Weigel auf einem Parteitag der sächsischen SPD mit 53 % der Stimmen zum Generalsekretär der sächsischen SPD gewählt.

Von 1990 bis 2008 gehörte Weigel dem Kreistag des Landkreises Zwickauer Land an. Außerdem war er ebenfalls seit 1990 Mitglied des Gemeinderates von Königswalde, das heute ein Ortsteil der Stadt Werdau ist.

Nach seiner Verurteilung wegen Betruges am 13. Dezember 2006 erklärte Weigel, er werde sein Amt als Generalsekretär der sächsischen SPD bis zum endgültigen Abschluss des Verfahrens ruhen lassen. Am 2. Mai 2007 trat Weigel, nach seiner Verurteilung wegen Fördermittelbetruges im Berufungsverfahren, vom Amt des sächsischen SPD-Generalsekretärs zurück.

Kontakte zum Verfassungsschutz

Im März 2010 berichtete die Berliner Zeitung, dass ein wissenschaftlicher Mitarbeiter Weigels neben seiner Tätigkeit für Weigel in der Zeit von 2003 bis 2005 für den Berliner Verfassungsschutz gearbeitet habe. Kurze Zeit später zog die Zeitung den Bericht wieder zurück und druckte eine Gegendarstellung, da der Artikel auf unwahren Behauptungen basierte.[1] Andere Zeitungen berichteten, dass der Mann tatsächlich sechs Monate ein Vertragsverhältnis mit dem Berliner Verfassungsschutz (Senatsverwaltung für Inneres des Landes Berlin Abteilung Verfassungsschutz) hatte und in einer Arbeitsgruppe zum Thema Rechtsextremismus mitwirkte. Weigel war diese Tätigkeit seines Referenten bekannt. Die Stelle bei der Berliner Innenbehörde war öffentlich ausgeschrieben worden.[2][3]

Weitere Ämter

Von 1994 bis 2001 war Weigel ehrenamtlicher Bürgermeister bzw. Ortsvorsteher von Königswalde.

Strafverfahren

Die Staatsanwaltschaft Zwickau beantragte im Sommer 2006 einen Strafbefehl gegen Weigel wegen Missbrauchs von Fördermitteln: Weigel soll 2002 in seiner damaligen Funktion als Vorstand bei den Johannitern unrichtige Angaben im Zusammenhang mit Lohnkostenzuschüssen der Bundesanstalt für Arbeit gemacht haben, dabei sei ein Schaden von knapp 10.000 Euro entstanden. Seine Politische Immunität als Abgeordneter hob der Deutsche Bundestag am 1. Juni 2006 auf. Am 13. Dezember 2006 wurde Weigel vom Amtsgericht Zwickau wegen Betruges zu einer Geldstrafe von 115 Tagessätzen zu je 130 Euro verurteilt. Weigel legte, wie auch die Staatsanwaltschaft Zwickau, gegen das Urteil Rechtsmittel ein.

In der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Zwickau wurde Weigel am 2. Mai 2007 zu 90 Tagessätzen von je 130 Euro verurteilt.[4]

Familie

Andreas Weigel ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Einzelnachweise

  1. Gegendarstellung zu "Verfassungsschutz spitzelte im Parlament" in der Berliner Zeitung vom 23. März 2010, 7. April 2010, unter berlinonline.de.
  2. Frank Jansen, Ingo Schmidt-Tychsen: Referent von Diensten. Der Tagesspiegel, 24. März 2010, abgerufen am 21. Dezember 2010.
  3. Angeblicher Spitzel im Bundestag, 23. März 2010, unter focus.de
  4. SPD-Generalsekretär wegen Betrugs verurteilt, 2. Mai 2007, unter handelsblatt.com

Weblinks


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