Mignovillard

Mignovillard
Mignovillard
Mignovillard (Frankreich)
Mignovillard
Region Franche-Comté
Département Jura
Arrondissement Lons-le-Saunier
Kanton Nozeroy
Koordinaten 46° 47′ N, 6° 8′ O46.7913888888896.1261111111111865Koordinaten: 46° 47′ N, 6° 8′ O
Höhe 865 m (799–1.189 m)
Fläche 49,81 km²
Einwohner 611 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 12 Einw./km²
Postleitzahl 39250
INSEE-Code

Mignovillard ist eine Gemeinde im französischen Département Jura in der Region Franche-Comté.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Mignovillard liegt auf 860 m ü. M., etwa 17 km ostnordöstlich der Stadt Champagnole (Luftlinie). Das Haufendorf erstreckt sich im Jura, auf einer ausgedehnten Hochfläche zwischen dem Val de Mièges und der Jurakette der Haute Joux.

Die Fläche des 49,81 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des französischen Juras. Der nördliche Teil des Gebietes wird von einer Hochfläche eingenommen, die durchschnittlich auf 860 m ü. M. liegt. Sie weist nur sehr geringe Reliefunterschiede auf und ist hauptsächlich von Wies- und Weideland, im östlichen Teil überwiegend von Wald bedeckt. Im äußersten Westen sorgen die Bäche Ruisseau du Martinet und Ruisseau d'Essavilly für die Entwässerung zur Serpentine und damit zum Ain. Ansonsten besitzt das gesamte Hochplateau keine oberirdischen Fließgewässer, weil das Niederschlagswasser im verkarsteten Untergrund versickert. In einigen Mulden, welche durch Mergel- und Tonschichten abgedichtet sind, konnten sich Hochmoore und einzelne Moorweiher entwickeln.

Nach Südosten steigt das Hochplateau allmählich an. Das Gemeindeareal erstreckt sich über die ausgedehnte Waldung der Forêt de Mignovillard (1105 m ü. M.) bis auf die nordöstlichen Ausläufer des Kettensystems der Haute Joux. Dieses unwegsame Waldgegend zeigt verschiedene Karstphänomene wie beispielsweise Dolinen, abflusslose Senken, Karrenfelder und Höhlen. Die höchsten Erhebungen werden auf dem Crêt Mathiez Sarrazin (1174 m ü. M.) und nahe dem Gipfel des Turchet (bis 1189 m ü. M.) erreicht.

Zu Mignovillard gehören neben dem eigentlichen Ort auch verschiedene Dörfer, Weiler und Einzelhöfe, nämlich:

  • Petit-Villard (881 m ü. M.) auf dem Hochplateau östlich des Val de Mièges
  • Froidefontaine (852 m ü. M.) auf dem Hochplateau östlich des Val de Mièges
  • Essavilly (860 m ü. M.) auf dem Hochplateau nahe der Quelle des Ruisseau d'Essavilly
  • Les Granges-du-Sillet (915 m ü. M.) in einer Mulde in der Forêt de Mignovillard

Nachbargemeinden von Mignovillard sind Communailles-en-Montagne und Bief-du-Fourg im Norden, Bonnevaux, Vaux-en-Chantegrue und Remoray-Boujeons im Osten, Rondefontaine, Les Pontets und Cerniébaud im Süden sowie La Latette, Longcochon und Molpré im Westen.

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wird Mignovillard im 13. Jahrhundert. Im Mittelalter gehörte der Ort zur Herrschaft Nozeroy. Im Jahr 1639 wurde das Dorf von Truppen des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar gebrandschatzt. Zusammen mit der Franche-Comté gelangte Mignovillard mit dem Frieden von Nimwegen 1678 an Frankreich. Nachdem Mignovillard 1965 mit Petit-Villard fusioniert hatte, erhielt die neue Gemeinde den Namen Mignovillard-Petit-Villard. Seit der Eingemeindung von Essavilly und Froidefontaine im Jahr 1972 heißt die Großgemeinde wieder Mignovillard.

Sehenswürdigkeiten

Die Pfarrkirche von Mignovillard wurde im 16. Jahrhundert im Stil der Spätgotik erbaut. Umbauten des Schiffs erfolgten im 18. Jahrhundert. Zur Innenausstattung gehören Holzschnitzereien und Statuen aus dem 15. Jahrhundert. Ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert stammt die Kirche von Froidefontaine, die im 17. Jahrhundert umgestaltet wurde. Das steinerne Wegkreuz von Froidefontaine wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Bei Essavilly steht eine Kapelle aus dem 18. Jahrhundert, während die Kapelle von Petit-Villard aus dem 16. Jahrhundert stammt.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 798
1968 742
1975 715
1982 662
1990 654
1999 649
2006 640

Mit 611 Einwohnern (Stand 1. Januar 2008) gehört Mignovillard zu den kleinen Gemeinden des Département Jura. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich abgenommen hatte, wurden seit Beginn der 1980er Jahre nur noch geringe Schwankungen verzeichnet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Mignovillard war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft, insbesondere Milchwirtschaft und Viehzucht, sowie durch die Forstwirtschaft geprägtes Dorf. Daneben gibt es heute einige Betriebe des Kleingewerbes, darunter eine Sägerei und ein Unternehmen, das Uhrenzubehörteile herstellt. Einige Erwerbstätige sind auch Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung ihrer Arbeit nachgehen.

Im Winter profitiert Mignovillard vom Tourismus, wenn auf dem Hochplateau Skilanglauf betrieben werden kann.

Die Ortschaft liegt abseits der größeren Durchgangsstraßen an einer Departementsstraße, die von Nozeroy nach Bonnevaux führt. Weitere Straßenverbindungen bestehen mit Bief-du-Fourg, Fraroz und Mouthe.


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