Gummi


Gummi

Gummi (v. griech. kómmi), weitverbreitete, stickstofffreie, den Kohlehydraten nahestehende Pflanzenstoffe, die in Pflanzensäften, als Interzellularsubstanz, als Verdickungsmasse der Zellhäute auftreten und bisweilen in großen Massen sich bilden und aus dem Pflanzenkörper austreten (vgl. Gummifluß). Sie sind amorph, farblos (durch Beimengungen gelblich bis braunrot), durchsichtig bis undurchsichtig, geruch- und geschmacklos, lösen sich im Wasser zu einer schleimigen, klebenden Flüssigkeit oder quellen darin nur sehr stark auf, sind unlöslich in Alkohol und Äther und werden daher durch Alkohol aus der wässerigen Lösung gefällt. Beim Kochen mit verdünnter Schwefelsäure werden sie langsam in einfache Zuckerarten aus der Gruppe der Pentosen und Hexosen, durch Salpetersäure aber meist in Schleimsäure verwandelt. Hauptbestandteile sind: Arabinsäure, Metarabinsäure, Bassorin, neben denen Dextrin, Zucker, Gerbsäure, Farbstoffe, ferner 2–3 Proz. Mineralbestandteile und 12 bis 15 Proz. Wasser vorkommen. Nach ihrer chemischen Beschaffenheit kann man die Gummiarten einteilen in saure Kalk- oder Alkalisalze der Arabinsäure (Arabin), in Wasser löslich: Akaziengummi (Gummiarabikum), ostindisches oder Feroniagummi, Akajougummi; saure Kalk- oder Alkalisalze der Metarabinsäure (Cerasin), in Wasser nur zu Gallerte oder Schleim quellend: Kirsch-, Pflaumen-, Aprikosen-, Mandelgummi, Tragant, Kuteragummi, Bassora-, Kokos-, Chagualgummi. Man gewinnt das G. gewöhnlich nur durch Einsammeln, da es freiwillig aus der Rinde der Bäume oder Sträucher ausfließt und dann bald erhärtet. Mit Harz und ätherischen Ölen gemengt, tritt das G. in den Gummiharzen (s. d.) auf. Viele Gummiarten, besonders Gummiarabikum, Tragant, finden technische Verwendung. Vgl. Wiesner, Die technisch verwendeten Gummiarten, Harze und Balsame (Erlang. 1869); de Cordemoy, Gommes, résines d'origine exotique (Par. 1900). – Australisches G. (neuseeländisches Harz, Botanybaiharz), soviel wie Akaroidharz, auch ein Akaziengummi, s. Gummi arabicum; elastisches G., soviel wie Kautschuk; hornisiertes G., soviel wie Ebonit, s. Kautschuk; künstliches G., soviel wie Dextrin; ostindisches G., s. Feronia; plastisches G., soviel wie Guttapercha; vulkanisiertes G., soviel wie vulkanisiertes Kautschuk.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Gummi [1] — Gummi, alle diejenigen amorphen, in Alkohol unlöslichen, in Wasser löslichen oder nur quellbaren Pflanzenstoffe, die entweder durch (rückschreitende) Umwandlung der Zellmembran entstehen (pathologische Gummosis) oder an Wundstellen bei… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Gummi — Gummi …   Википедия

  • Gummi — Capture d écran de Gummi 0.4.0 …   Wikipédia en Français

  • Gummi — fahren: angenehm reisen, betucht sein, weil man es sich leisten konnte, statt in den üblichen Pferdewagen mit eisenbeschlagenen Holzrädern in einer vornehmen Kutsche mit Gummirädern zu fahren. Es gibt noch andere Deutungen für diese Redensart,… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Gummi [2] — Gummi, australisches, s.v.w. Akaroidharz; Gummi, künstliches, s.v.w. Dextrin; Gummi, plastisches, s.v.w. Guttapercha; Gummi, vulkanisiertes, s.v.w. vulkanisierter Kautschuk; Gummi elasticum, s.v.w. Kautschuk; Gummi germanicum, s.… …   Lexikon der gesamten Technik

  • GUMMI — Graecis ξηρίον. Sic Chymicis Auctoribus electrum vel succinum, τέλειον ξηρίον. Unde Persae lac illud, quod lactis more quidem manat primo, deinde concrescit ut gummi, qualia sunt lac Cyrenaicum et Hammoniacum, Xir, lac Mambu tabaxir, et Mannae… …   Hofmann J. Lexicon universale

  • Gummi — Smn std. (13. Jh.) Entlehnung. Im Mittelhochdeutschen (gummi) entlehnt aus ml. gummi, dieses aus l. cummi n., cummis f., aus gr. kómmi n., das auf ein ägyptisches Wort zur Bezeichnung eines Harzes zurückgeht. Verb: gummieren.    Ebenso nndl.… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Gummi [3] — Gummi. Dem Verzeichnis der Gummi arabikum liefernden Akazienarten sind noch hinzuzufügen: Acacia refficiens W. et P., Acacia thebaica Schwft, Acacia Ehrenbergiana Hayne, Acacia verugera Schwft. und andre. Die wichtigste Art neben Acacia Verek ist …   Lexikon der gesamten Technik

  • gummi — ⇒GUMMI, GOUMI, subst. masc. Arg. Matraque de caoutchouc. Ceux qui toussent lorsqu ils sont auprès d un gardien reçoivent un coup de « gummi » pour leur apprendre à faire silence (VIALAR, Hte mort, 1951, p. 315). Au premier coup de goumi, le raton …   Encyclopédie Universelle

  • Gummi — (Chem.), eine zur Klasse der Kohlenhydrate gehörige Gruppe von organischen Körpern, welche im Pflanzenreich sehr verbreitet sind; im reinen Zustand bilden sie feste, durchsichtige od. durchscheinende, spröde, geruch u. geschmacklose Massen von… …   Pierer's Universal-Lexikon


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.