Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck


Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck
Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1948
Sitz Stuttgart

Leitung

Mitarbeiter 16.460 (2009)
Umsatz 2,36 Mrd. Euro (2009)
Branche Medien
Website www.holtzbrinck.com

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck GmbH (GvH) besteht als Holding seit dem Jahr 1971. Sie ist eines der großen Medienunternehmen Deutschlands mit globaler Präsenz. Gesellschafter der Verlagsgruppe sind die Geschwister Stefan von Holtzbrinck und Monika Schoeller.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Grundstein der Verlagsgruppe war die Stuttgarter Hausbücherei, gegründet 1948 von Georg von Holtzbrinck. Sie firmierte ab etwa 1959 unter Deutscher Bücherbund.

Ab den 1960er-Jahren wurden der S. Fischer Verlag und Beteiligungen an Rowohlt, Droemer Knaur und Kindler Verlag dazugekauft sowie der Einstieg bei der Saarbrücker Zeitung und beim Handelsblatt – was Anlass zur Gründung der Holding gab - realisiert.

Mitte der 1980er-Jahre begann die Ausdehnung in das englischsprachige Ausland, zunächst in die USA (mit der Übernahme der Verlage Scientific American und Henry Holt), des Erwerbs der restlichen 33 % an dem Rowohlt Verlag von der New York Times Inc. 1984 und seit Mitte der 1990er Jahre durch die Großakquisition Macmillan Publishers (mit der bekannten Zeitschrift Nature) in die Länder des Commonwealth sowie in die Märkte Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. Der Deutsche Bücherbund wurde verkauft, um stärker in elektronische Medien investieren zu können.

2002 strebte die Verlagsgruppe eine Fusion mit Berliner Medien an, welche aber 2003 untersagt wurde. Im Oktober 2005 beschloss das Unternehmen den Verkauf der Anteile am Berliner Verlag (Verlag der Berliner Zeitung).

Der Konzern kaufte am 3. Januar 2007 die StudiVZ Ltd.. Ein Pressesprecher erklärte, der Preis liege „über 50 Millionen Euro, aber deutlich unter 100 Millionen“, was zahlreiche Medien bezweifelten. Laut Der Spiegel wurden „rund 100 Millionen Euro“[1] bezahlt. Laut Focus habe der Axel-Springer-Verlag in letzter Minute selbst noch 120 Millionen Euro geboten.[2]

Im Juli 2007 kaufte die Internettochter Holtzbrinck eLAB GmbH die Internetportale Netdoktor.de und Golem.de der Netzeitung-Gruppe von der BV Deutsche Zeitungsholding. Zuvor war bereits Helpster.de erworben worden. Im gleichen Jahr beteiligte sich Holtzbrinck über Holtzbrinck-Ventures auch an dem Startup TopTarif Internet GmbH, einem Online-Vergleichsportal für Gas, Strom und Kfz.[3]

Umstrukturierung 2009

Zum 1. Juni 2009 kam es innerhalb der Verlagsgruppe zu einer großen Umstrukturierung. Dieter von Holtzbrinck, bis dahin einer der drei jeweils mit einem Drittel an der GvH beteiligten Gesellschafter, verkaufte seine Anteile an die beiden übrigen Gesellschafter, Stefan von Holtzbrinck und Monika Schoeller. Im Gegenzug übernahm Dieter von Holtzbrinck mehrere Tochtergesellschaften der GvH, insbesondere aus dem Zeitungsbereich, und bündelte diese in einer neuen eigenen Gesellschaft, der Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH (DvH Medien). Hierzu gehören:

  • die Tagesspiegel-Gruppe
  • die Verlagsgruppe Handelsblatt, letztere mit Ausnahme dreier kleiner Verlage der Untergruppe Handelsblatt-Fachverlag, die keine Zeitungen produzieren: der Verlag der Fachzeitschrift Lebensmittelpraxis, der Buchverlag Schäffer-Poeschel und der Sprachverlag Spotlight
  • 50% des Verlags der Wochenzeitung Die Zeit und dessen operative Führung. Die anderen 50% verbleiben bei der GvH. [4][5]
  • den Werbevermarkter iq media marketing gmbh, der aber weiter auch für die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck tätig ist
  • 50% an der Wirtschaftsdatenbank GBI-Genios (der andere Partner hierbei ist wie bisher die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH).

Unternehmensbereiche

Die Verlagsgruppe gliedert sich in vier Bereiche. Wichtige Beteiligungen sind:

Dem Bereich Elektronische Medien und Services lassen sich die Holtzbrinck eLAB GmbH, die Holtzbrinck Ventures GmbH und die Holtzbrinck Networks GmbH zurechnen. Hierbei ist die Holtzbrinck eLAB GmbH von der Holtzbrinck Networks GmbH und der Holtzbrinck Ventures GmbH abzugrenzen. Die Holtzbrinck Networks GmbH ist im Rahmen der Internetbeteiligungsstrategie der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck für die Akquisition neuer Internetunternehmen und die Betreuung von Beteiligungen verantwortlich. Dem gegenüber ist die Holtzbrinck Ventures GmbH als exitorientierter Investor auf Zeit zu verstehen. Die Holtzbrinck eLAB GmbH ist hingegen als Inkubator neuer Geschäftsmodelle zu verstehen. Hierbei entwickelt dieses Unternehmen zusammen mit so genannten E-Ventures Produkte im Bereich nutzerzentrierter Internet- und Mobilanwendungen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Spiegel Online: Community-Millionendeal: Holtzbrinck schnappt sich StudiVZ, 3. Januar 2007
  2. heise online:Holtzbrinck schnappt sich StudiVZ, 3. Januar 2007
  3. Holtzbrinck-Ventures.com:Holtzbrinck investiert in TopTarif
  4. meedia.de: Neue Details zum Holtzbrinck-Deal, 27. März 2009
  5. meedia.de: Machtwechsel in der Familie Holtzbrinck, 26. März 2009
  6. Ein Kommen und Gehen: Der Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger verschwindet aus Weimar, Berliner Zeitung, 13. Februar 2 2
  7. KEK: Beteiligungen von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck an Tageszeitungen, erstes Quartal 2009, PDF-Datei
  8. Exciting Commerce:Holtzbrinck beteiligt sich an DaWanda, 19. Februar 2007
  9. Medienrauschen Blog: Holtzbrinck kauft weiter ein: myphotobook gehört nun zur Verlagsgruppe, 21. Mai 2007
  10. Internetseite der Holtzbrinck Ventures GmbH: Link zum aktuellen Portfolio der Holtzbrinck Ventures GmbH, 1. Februar 2009

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