Die Tote aus der Themse

Die Tote aus der Themse
Filmdaten
Originaltitel Die Tote aus der Themse
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Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Erscheinungsjahr Filmjahr 1971
Länge 85 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Harald Philipp
Drehbuch Horst Wendlandt
(als H. O. Gregor)
Harald Philipp
Produktion Horst Wendlandt
Musik Peter Thomas
Kamera Karl Löb
Schnitt Alfred Srp
Besetzung

Die Tote aus der Themse ist ein deutscher Kriminalfilm des Regisseurs Harald Philipp und der 36. deutschsprachige Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit. Die Produktion der Rialto Film basiert auf Motiven von Edgar Wallace und wurde vom 11. Januar bis 14. Februar 1971 in West-Berlin und London gedreht. Die Uraufführung des Films fand am 30. März 1971 in Mainz statt.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Die Tänzerin Myrna Ferguson, Mitglied eines internationalen Rauschgiftrings, die zugleich für Scotland Yard gearbeitet hat, wird erschossen. Als Inspektor Craig am Tatort ankommt, ist sie verschwunden. Ihre Leiche wird später aus der Themse geborgen und von ihrer Schwester Danny identifiziert. Danny ist erst kurz zuvor aus Australien nach London gekommen, da ihre Schwester sie darum gebeten hatte.

Unterdessen mordet der geheimnisvolle Schütze weiter. Die Hintermänner des Rauschgiftringes, darunter der Hotelbesitzer Louis Stoud, der Antiquitätenbesitzer Anthony Wyman und der Fleischimporteur William Baxter, beschuldigen sich gegenseitig, hinter den Anschlägen zu stecken. Inspektor Craig wird in handgreifliche Auseinandersetzungen mit ihren Helfern verwickelt, kommt aber lange Zeit dem Todesschützen nicht auf die Spur.

Doch dann ist es schließlich soweit: Er überführt den unscheinbaren Polizeiarzt Dr. Ellis, der die Rauschgifthändler kaltblütig exekutiert hatte und dabei dank seiner Geliebten Susan, der Sekretärin von Sir John, immer genau über das Vorgehen von Scotland Yard informiert war. Sir John bedankt sich bei Inspektor Craig, indem er ihn nach Australien schickt, wohin auch Danny zurückkehrt.

Kritiken

„Der dreißigste deutsche Edgar-Wallace-Film [der Rialto Film] bietet so ziemlich alles, was von dem Genre erwartet werden kann.“

Rheinische Post, 29. Mai 1971

„Edgar Wallace war selbst nicht immer einer der logischen Krimi-Autoren – aber die filmische Version seines Buches, für die Harald Philipp verantwortlich zu machen ist, übertrifft ihn an Unlogik bei weitem.“

Der Tagesspiegel, 17. April 1971

„Interessanter Wallace[-Film] in uninspirierter Inszenierung.“

Joachim Kramp in „Das Edgar Wallace Lexikon“, 2004

„Trotz geringen Aufwands und platter Effekte war auch diese Wallace-Adaption im Kino und im Fernsehen erfolgreich.“

TV Spielfilm

„Zwar bunt, aber es passiert zuwenig.“

TV Movie

„Ein extrem langweiliger Krimi nach Edgar Wallace, voller Unwahrscheinlichkeiten und mit willkürlicher Auflösung, schauspielerisch und inszenatorisch öde und farblos.“

Lexikon des Internationalen Films

Sonstiges

  • Nach dem Misserfolg von „Das Gesicht im Dunkeln“ war Produzent Horst Wendlandt zunächst nicht an der Produktion weiterer Wallace-Filme interessiert. Im Sommer 1970 brachte der Constantin-Filmverleih den von Artur Brauner koproduzierten GialloDas Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ als Bryan-Edgar-Wallace-Film in die deutschen Kinos und landete damit einen großen Erfolg. Daraufhin begann Rialto Film mit der Vorbereitung dieses Edgar-Wallace-Films.
  • Bis zum Drehbeginn lautete der Titel des Drehbuches noch „Der Engel des Schreckens“. Auch ein 1969 geplantes Wallace-Projekt anderen Inhalts trug diesen Namen.
  • Horst Wendlandt erfand unter seinem Pseudonym H. O. Gregor (nach Horst Otto Gregor Wendlandt) die Handlung, die lediglich auf Motiven von Edgar Wallace basiert.
  • Zunächst war Werner Jacobs als Regisseur vorgesehen, der jedoch durch Harald Philipp ersetzt wurde. Philipp sollte bereits bei den Edgar-Wallace-Filmen „Der unheimliche Mönch“ (1965) und „Der Gorilla von Soho“ (1968) Regie führen. Diese wurden schließlich von Harald Reinl bzw. Alfred Vohrer inszeniert.
  • Wie in den 1970er Jahren zunehmend üblich, drehte man die Innenaufnahmen nicht im Studio, sondern in gemieteten Räumen. Als Kulisse für Scotland Yard diente das Büro der Rialto Film. Weitere Drehorte in West-Berlin waren unter anderem der Neue Zwölf-Apostel-Kirchhof, das Hotel Palace und der Spandauer Schlachthof. Im Februar 1971 fanden außerdem Außenaufnahmen in London statt, z. B. am Piccadilly Circus.
  • Hansjörg Felmy, der hier seine einzige Rolle in einem Edgar-Wallace-Film hatte, spielte vorher bereits in drei Bryan-Edgar-Wallace-Filmen die Hauptrolle.
  • Werner Peters, der insgesamt in fünf Edgar-Wallace-Filmen mitspielte, verstarb am 30. März 1971, dem Tag der Uraufführung, während der Premierentournee zu diesem Film an einem Herzinfarkt.
  • Regisseur Harald Philipp hat einen kleinen Auftritt als Chauffeur. Produktionsleiter Herbert Kerz spielt den Bodyguard von William Baxter. Er doubelte auch den nur von hinten sichtbaren Mörder.
  • Peter Thomas komponierte zum 18. und letzten Mal den Soundtrack eines Edgar-Wallace-Films. Karl Löb (14 Filme) stand zum letzten Mal bei einem Film der Serie hinter der Kamera. Siegfried Schürenberg nahm nach 16 Wallace-Filmen Abschied von der Reihe. In 12 Filmen verkörpterte er den Scotland-Yard-Chef Sir John.
  • Der Film wurde von der FSK ohne Kürzungsauflagen ab 16 Jahren freigegeben. 1991 folgte die Freigabe ab 12 Jahren. Obwohl der Film keine zusätzlichen Szenen enthält, ist auf der 2004 erschienenen DVD wiederum eine Altersfreigabe ab 16 Jahren angegeben, was auf das Zubehör zurück zu führen ist, da ein Hinweis "Hauptfilm FSK 12" sich auf der Hülle befindet.

Literatur

  • Joachim Kramp, Jürgen Wehnert: Das Edgar Wallace Lexikon. Leben, Werk, Filme. Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein! Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-508-2.
  • Joachim Kramp: Hallo! Hier spricht Edgar Wallace. Die Geschichte der legendären deutschen Kriminalfilmserie von 1959–1972. 3. Auflage. Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2005, ISBN 3-89602-645-3.

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