Bacciochi, Elisa Bonaparte

Bacciochi, Elisa Bonaparte

Bacciochi, Elisa Bonaparte, Maria Anna Elisa Bonaparte, Napoleons Schwester, war am 8. Jan. 1777 zu Ajaccio geboren. Sie erhielt ihre Erziehung in einem königlichen Institute zu St. Cyr; als aber ihre Familie in Folge der Ereignisse, welche die Insel Korsika unter das Scepter Englands brachten, sich genöthigt sah, ihr Vaterland zu verlassen und in Marseille eine Zuflucht zu suchen, begleitete sie Elisa dahin. Nachdem die Stürme der Revolution sich beschwichtigt hatten, kam sie mit ihrem Gatten, dem Capitain Felix Pascal Bacciochi, den sie nach dem Wunsche ihrer Mutter, doch ohne Einwilligung ihres Bruders, der damals noch Obergeneral war, geheirathet hatte, nach Paris in Lucian's Haus. Hier lebte sie in dem Kreise einiger geistreichen Freunde, wie des Marquis de Bouffler's, Fontane's, Chateaubriand's, Laharpe's und Anderer, unter denen sie durch ihren Geist und ihre Liebenswürdigkeit glänzte. Ihr Gemahl ließ sich von diesen Eigenschaften gern in einer untergeordneten Stellung halten und so war sie es, die, als derselbe zum Fürsten von Lucca und Piombino und später zum Großherzoge von Toscana erhoben ward, diese Länder beherrschte. Ein geistvoller Schriftsteller jener Zeit nannte sie treffend die Semiramis von Lucca; und in der That bildete sie darin einen merkwürdigen Contrast zu ihrer Schwester Karoline, die als Königin von Neapel ohne allen Einfluß auf ihren Gemahl blieb. Sie hat viel Gutes gestiftet und hätte noch segensreicher für ihre Unterthanen wirken können, wenn sie nicht, wie das leider so häufig zu geschehen pflegt, viele Erfahrungen von der Undankbarkeit derer zu machen gehabt hätte, die durch sie erhoben worden waren. Im J. 1814 suchte sie bei Murat eine Zuflucht, nach dessen Abfall von seiner Familie sie ihren Aufenthalt zu Bologna nahm. Man gestattete ihr aber denselben nicht und nöthigte sie, in Deutschland ein Asyl zu suchen. Anfangs begab sie sich zu ihrer Schwester Karoline nach Böhmen, bis sie die Erlaubniß erhielt, ihren Wohnsitz in Triest nehmen zu dürfen. Sie starb am 7. August 1820 und hinterließ ihrem Gemahl, der noch lebt, zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter, wovon der erstere im J. 1833 in Rom durch den Einsturz eines Gebäudes um das Leben kam. X.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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