August Labitzky

August Labitzky (* 22. Oktober 1832 in Petschau; † 28. August 1903 in Bad Reichenhall) war ein Komponist und Kapellmeister in Karlsbad.

Leben und Leistungen

August Labitzky wurde von seinem Vater Joseph Labitzky im Jahr 1845 (also im Alter von erst 13 Jahren) zur weiteren musikalischen Ausbildung ans Prager Konservatorium gesandt, wo sein älterer Bruder Wilhelm schon seit zwei Jahren geschult wurde. Beide blieben dort bis 1849 und traten dann in das von ihrem Vater geführte Orchester in Karlsbad ein, begannen aber schon 1850 auch eigene Konzerte zu geben und hatten schon zwei Jahre später ein erstes eigenes Orchester zusammengestellt, mit dem sie auf große Auslandstournee gehen konnten und unter anderem bei einem Staatsball im Buckingham-Palast auftraten, wo sie auch die Kompositionen ihres Vaters aufführten. August Labitzky war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz 20 Jahre alt. In den folgenden Jahren festigte er sein Ansehen als Musiker in Karlsbad, führte aber auch weitere Konzertreisen durch.

Im Jahre 1868 übernahm er dann die Leitung des Karlsbader Orchesters von seinem Vater, wobei er sich durch seine guten Eigenschaften gegenüber seinem älteren Bruder durchsetzte, der ebenso gehofft hatte, mit der Leitung des Orchesters betraut zu werden. Sein Bruder Wilhelm wanderte daraufhin nach Amerika aus.

Während sein Vater Joseph als Praktiker das Karlsbader Orchester als Kur-Orchester vor allem auf hochwertige Tanzmusik ausgerichtet hatte, richtete August Labitzky als konservatorisch gebildeter Musiker seine Aufmerksamkeit auch auf andere Musikrichtungen und brachte einen neuen Geist in das Orchester, womit er es auch auf die Aufführung symphonischer Werke vorbereitete. Er erweiterte das Repertoire des Karlsbader Orchesters zunächst um Stücke von Beethoven, Mendelssohn und Wagner, später dann auch um Musik von Schubert, Bach, Schumann, Mendelssohn, Beethoven, Liszt, Dvořák, Berlioz, Meyerbeer, Brahms, Tschaikowsky und Bruckner. Auch er vergrößerte das Orchester und übernahm neben den Auftritten als Kurorchester auch den musikalischen Dienst am Karlsbader Theater.

Literatur


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