Autobahn 7
Bundesautobahn 7
Basisdaten
Gesamtlänge: 945,6 (im Bau: 18) km
Bundesländer: Schleswig-Holstein
Hamburg
Niedersachsen
Hessen
Bayern
Baden-Württemberg
Karte
Verlauf der A 7

Die Bundesautobahn 7 (Abkürzung: BAB 7) – Kurzform: Autobahn 7 (Abkürzung: A 7) – ist mit derzeit 945,6 Kilometern die längste deutsche Autobahn und auch die längste nationale Autobahn in Europa. Sie führt als Nord-Süd-Achse von der dänischen Grenze in Ellund durch Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Hessen, wechselt mehrfach zwischen Bayern und Baden-Württemberg und endet an der österreichischen Grenze bei Füssen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Diese Autobahn löste als Fernverbindung die vorhergehenden Reichs- und Bundesstraßen 5 (Dänemark–Hamburg), 3 (Hamburg–Kassel) und 27 (Göttingen–Würzburg) ab, die ihrerseits bereits auf mittelalterliche Vorläufer zurück gingen. Auf der Strecke zwischen Flensburg und Hamburg folgt sie beispielsweise dem historischen Ochsenweg und kann hinsichtlich der Bedeutung als Handelsroute von Skandinavien nach Süden als seine Nachfolgerin bezeichnet werden. Planungen einer Schnellstraße von Hamburg in Richtung Süden gab es im Rahmen der HaFraBa ab 1926. Dieses Projekt gilt als Vorläufer der A 7 zwischen Hamburg und dem Hattenbacher Dreieck.

Göttingen bis Bad Hersfeld (1937-1941)

Der erste Streckenabschnitt wurde 1937 zwischen Kassel und Göttingen in Betrieb genommen. Hauptartikel: Autobahnbau in Nordhessen (1933–1945).

Bad Hersfeld bis Würzburg (1937-1939)

Für den Abschnitt Bad HersfeldWürzburg (Strecke 46) entstanden in der Zeit von 1937 bis 1939 diverse Brückenbauwerke. Kriegsbedingt wurden die Arbeiten dann jedoch eingestellt, so dass damals in diesem Bereich noch kein Abschnitt als Autobahn freigegeben werden konnte. Einige Brückenbauten der Strecke 46 sind im Spessart erhalten geblieben und unter Denkmalschutz gestellt.

Bad Hersfeld bis Würzburg (1965-1968)

In den 1960er Jahren wurde die A 7 dann auf leicht veränderter Trasse gebaut. Als Erstes wurde im Jahre 1965 der 10,9 km lange Abschnitt nördlich vom Autobahnkreuz Biebelried bis zur Anschlussstelle Würzburg/Estenfeld eröffnet. Es folgten 1966 der angrenzende Abschnitt bis zum heutigen Kreuz Schweinfurt/Werneck und das 14,8 km lange Teilstück zwischen Fulda-Nord und Fulda-Süd. Der nördlichste Abschnitt vom Hattenbacher Dreieck bis Fulda (32 km) und der mittlere Abschnitt zwischen Fulda und Schweinfurt (68 km) konnten letztlich 1968 dem Verkehr übergeben werden.

Hamburg bis Göttingen (1953-1962)

Ab den 1950er Jahren wurde die Autobahn zwischen dem Kreuz Horst mit der A 1 südlich von Hamburg und dem Autobahnende bei Göttingen gebaut und abschnittsweise eröffnet. Als erste Abschnitte wurden 1953 die erste 8,7 km lange Richtungsfahrbahn zwischen den Anschlussstellen Nörten-Hardenberg und Northeim-West, und 1954 die 4,8 km lange Verlängerung bis Northeim-Nord freigegeben. Jeweils zwei Jahre später wurde die zweite Fahrbahn in Betrieb genommen.

Ab 1956 wurden die sieben Teilabschnitte zwischen Hamburg und Hannover freigegeben. Als Letztes wurde hier 1960 der 21 km lange Abschnitt zwischen Anschlussstelle Berkhof und dem Kreuz Hannover/Kirchhorst eröffnet.

Ab dem Jahr 1958 wurden die vier verbliebenen Abschnitte dazwischen freigegeben. Der Lückenschluss wurde mit dem 35 km langen Abschnitt zwischen Autobahnkreuz Hannover/Kirchhorst und Anschlussstelle Hildesheim im Jahr 1962 erreicht.

Dänemark bis Hamburg (1969-1978)

In den 1960er und 1970er Jahren wurde die Autobahn im Bereich Hamburg und die sogenannte Nordachse bis Dänemark gebaut und dem Verkehr übergeben. Wichtige Meilensteine waren die Eröffnung des Elbtunnels 1975 und der Lückenschluss zur dänischen Grenze im Jahr 1978.

Würzburg bis Kempten (1972-1986)

Im „Vorentwurf zu einem Kraftwagenstraßennetz Deutschlands“ der „Studiengesellschaft für Automobilstraßenbau (STUFA)“ von 1926 war eine Fernstraße Würzburg–UlmLindau vorgesehen, Detailplanungen fanden von 1935 bis 1941 statt. 1969 konnten sich die Länder Bayern und Baden-Württemberg auf eine Linienführung parallel zur Bundesstraße 19 einigen.

Ab 1972 konnten dann erste Abschnitte freigegeben werden. Den Anfang machten der Abschnitt Berkheim bis Anschlussstelle Memmingen-Süd (9,4 km), sowie die erste 27,1 km lange Richtungsfahrbahn zwischen Bad Grönenbach und Kempten-Leubas.

Größere Teilabschnitte wurden zwischen Kreuz Biebelried und Anschlussstelle Uffenheim-Langensteinach (34,7 km) 1980, die südliche Verlängerung bis zur Anschlussstelle Feuchtwangen (42,1 km) 1985 und weiter bis zur Anschlussstelle Heidenheim (59,6 km) im Jahr 1987 eröffnet. Da bereits ein Jahr zuvor die letzten 6,8 Kilometer bis zur Anschlussstelle Oy-Mittelberg freigegeben wurden, war die Autobahn damals bereits von Dänemark bis ins Allgäu durchgängig befahrbar.

Kempten bis Österreich (1992-2010)

Im Jahr 1992 wurde die A 7 um weitere 4,9 km bis Nesselwang verlängert. 1999 konnte der einbahnige Grenztunnel Füssen dem Verkehr übergeben werden, 2005 wurde eine nördlich daran anschließende erste Richtungsfahrbahn bis zur Kreisstraße bei Gunzenberg eröffnet. Der Lückenschluss im Allgäu ist im Bau, siehe Planung und Bau.

Abschnitte als Europastraße

  • E 45: Ellund–Autobahnkreuz Biebelried
  • E 43: Autobahnkreuz Biebelried–Autobahnkreuz Memmingen
  • E 532: Autobahnkreuz Memmingen–Füssen

Aktueller Ausbauzustand

Dänemark bis Hamburg

Die Autobahn ist von der dänischen Landesgrenze bis zum Dreieck Hamburg-Nordwest mit der A 23 vierspurig ausgebaut. Es folgt ein sechsspuriger Abschnitt bis zur Anschlussstelle Hamburg-Bahrenfeld. Danach stehen in Bereich des Elbtunnels acht Fahrstreifen zur Verfügung. Im weiteren Verlauf gibt es erneut sechs Spuren, zwischen dem Dreieck Hamburg-Südwest (A 261) und dem Horster Dreieck (A 1) nur vier.

Hamburg bis Hildesheim

Mit Ausnahme des rund 40 km langen vierstreifigen Bereichs zwischen Anschlussstelle Soltau-Ost und Dreieck Walsrode (A 27) stehen hier komplett sechs Fahrspuren zur Verfügung.

Hildesheim bis Göttingen

In diesem Bereich besteht die Autobahn Anfang 2009 trotz des starken Verkehrsaufkommens aus nur vier Fahrstreifen. Lediglich in wenigen Steigungsbereichen steht eine zusätzliche dritte Fahrspur zur Verfügung.

Göttingen bis Bad Hersfeld

Zwischen Göttingen und dem Hattenbacher Dreieck ist die Autobahn durchgängig sechsspurig ausgebaut. Südlich von Kassel und zwischen dem Kirchheimer Dreieck und Hattenbacher Dreieck gibt es jeweils einen zusätzlichen vierten Fahrstreifen.

Bad Hersfeld bis Österreich

Im gesamten südlichen Verlauf der A 7 ist sie vierspurig. Nur wenige Abschnitte sind mit mehr als zwei Spuren pro Richtungsfahrbahn versehen. Die Autobahn endet Anfang 2009 an einem provisorischen Anschluss östlich der Anschlussstelle Nesselwang. Bei Füssen steht im Grenzbereich zu Österreich nur eine Richtungsfahrbahn zur Verfügung.

Besonderheiten

Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal

Zwischen den Anschlussstellen Tarp und Owschlag ist die Autobahn auf zwei Abschnitten als Autobahn-Behelfsflugplatz für militärische Zwecke ausgebaut. Bei Rendsburg wird auf der 1498 m langen Europabrücke, der zweitlängsten deutschen Straßenbrücke aus Stahl, der Nord-Ostsee-Kanal überquert.

Zwischen der Landesgrenze Hamburg und der AS Kaltenkirchen sowie der AS Neumünster-Süd und dem Bordesholmer Dreieck kann auf der Fahrbahnseite Richtung Norden bei Bedarf der Standstreifen als dritte Spur mit Hilfe einer Verkehrsbeeinflussungsanlage freigegeben werden. Dies wird vor allem an den Wochenenden im Sommer genutzt, um Staus aufgrund des Reiseverkehrs Richtung Dänemark zu vermeiden.

Nordeinfahrt des Elbtunnels

In Hamburg wird die Elbe im neuen Elbtunnel unterquert, der sich trotz seiner acht Spuren häufig als Nadelöhr zeigt. Der Verkehr wird in einem Bereich bis zu 20 Kilometer vor den jeweiligen Tunneleinfahrten von der rund um die Uhr besetzten Tunnelbetriebszentrale überwacht und gesteuert. Direkt an den Elbtunnel anschließend passiert die Autobahn in sechs bis acht Metern Höhe auf der mit 4359 Metern längsten Brücke Deutschlands, der Hochstraße Elbmarsch, den Hamburger Hafen, bis sie etwas südlicher die Harburger Berge erreicht.

Kreuz Hannover/Kirchhorst mit der A 37

Zwischen Soltau-Ost und dem Autobahndreieck Walsrode gibt es nur zwei Fahrspuren pro Richtung, was bei der Ferienreisewelle häufig zu Staus führt. In diesem Bereich gibt es seit dem Sommer 2005 eine Verkehrsbeeinflussungsanlage, durch die der Standstreifen als dritte Fahrspur freigegeben werden kann.

Notbremsweg für LKW vor der Werratalbrücke
Werratalbrücke, links ICE-Trasse Würzburg–Hannover

Zwischen Hann. Münden/Hedemünden und Hann. Münden/Lutterberg wird mit der 416 m langen Werratalbrücke die Werra in rund 60 m Höhe überquert.

Albaufstieg oberhalb von Westhausen

Zwischen Bad Windsheim und Feuchtwangen durchquert die A 7 den westlichen Bereich der Frankenhöhe und zwischen Aalen und Ulm den östlichen Bereich der Schwäbischen Alb. Zwischen den Anschlussstellen Dinkelsbühl/Fichtenau und Ellwangen wurden mit dem Virngrundtunnel sowie zwischen Aalen/Westhausen und Aalen/Oberkochen mit dem Agnesburgtunnel zwei Tunnelbauwerke errichtet. An den Agnesburgtunnel schließt sich der mehrere Kilometer lange Albaufstieg an, dessen Bau aufgrund der Mittelgebirgslage außerordentlich aufwändig war, die Kosten für Tunnel und Aufstieg betrugen 150 Millionen DM (77 Millionen €).

Ein Sonderfall ist die Anbindung an die Bundesstraße 28, die über das Autobahndreieck Hittistetten realisiert wird. Die B 28 ist ab dem Dreieck bis nach Ulm komplett als Autobahn beschildert und als Autobahn gebaut. Obwohl die Anbindung von der A 7 zur Bundesstraße eigentlich eine Anschlussstelle sein müsste, hat man diese Anschlussstelle offiziell als Autobahndreieck bezeichnet.

Etwa 15 Kilometer nördlich des Autobahnkreuzes Memmingen befindet sich in Fahrtrichtung Ulm die Raststätte Illertal Ost, Deutschlands derzeit einzige Kunstraststätte. Sie wurde von Herbert Maierhofer aus Birkfeld (Österreich) gestaltet.

Planung und Bau

Sechsstreifiger Ausbau der „Nordachse“

Ab dem Jahr 2010 soll die A 7 vom Autobahndreieck Bordesholm bis zum Autobahndreieck Hamburg-Nordwest von vier auf sechs Spuren erweitert werden. Dies geschieht, da die neue „Nord-West Autobahn“ A 20 in Höhe Bad Bramstedt über ein Autobahnkreuz an die A 7 angeschlossen werden soll.

Achtstreifiger Ausbau bei Hamburg

Der weitere Verlauf der Autobahn bis zur Anschlussstelle Hamburg-Waltershof südlich der Elbe ist als achtstreifiger Ausbau im Bundesverkehrswegeplan mit dem Status Vordringlicher Bedarf geplant.

Altonaer Überdeckelung

Im Zuge der Planung der Erweiterung des Elbtunnels um eine vierte Röhre forderten die Anwohner der Hamburger Stadtteile Othmarschen und Bahrenfeld einen besseren Lärmschutz wegen der zu erwartenden Zunahme des Verkehrsaufkommens. Als Ergebnis einer Studie und vieler Verhandlungen wurde eine drei Kilometer lange Überdeckelung der Autobahn vor der nördlichen Einfahrt des Elbtunnels vorgeschlagen. Auf diese sollten die im Umfeld seit 90 Jahren bestehenden Kleingärten „verlagert“ werden und somit dafür sorgen, dass die durch die Autobahn getrennten Stadtteile wieder zusammenwachsen. Finanziert werden sollte der Bau größtenteils durch Verkauf der bisherigen Kleingartenflächen als Wohn- und Gewerbeflächen.

Die Mittel für die Überdeckelung wurden vom Bund bereits bewilligt und die Planung sah vor, die Bauarbeiten 2008 zu beginnen. Der aktuell in Hamburg regierende Senat (CDU/Grüne) hat die Überdeckelung jedoch an eine Erweiterung der Autobahn auf acht Spuren im Stadtgebiet geknüpft, so dass ein Termin für den Baubeginn momentan ungewiss ist.

Sechs- bzw. achtstreifiger Ausbau Soltau bis Hannover

Im Weiteren Bedarf mit Planungsrecht ist der sechsstreifige Ausbau der A 7 über die Anschlussstelle Soltau-Ost hinaus bis zum Dreieck Walsrode geplant. Der weitere achtstreifige Ausbau bis zum Dreieck Hannover-Nord befindet sich nur im Weiteren Bedarf.

Sechsstreifiger Ausbau Hildesheim bis Göttingen

Der kurze noch vierspurige Teil bis zum Dreieck Salzgitter mit der A 39 ist ebenfalls nur im Weiteren Bedarf. Die Weiterführung bis Göttingen hingegen befindet sich im Vordringlichen Bedarf. Zwischen Anschlussstelle Nörten-Hardenberg und Göttingen wird bis Ende 2010 bereits ausgebaut.

Achtstreifiger Ausbau bei Kassel

Zwischen dem zukünftigen Dreieck Kassel-Ost mit der A 44 und dem Dreieck Kassel-Süd ist ein Ausbau auf acht Fahrstreifen im Vordringlichen Bedarf, da hier die A 7 und die A 44 parallel geführt werden sollen.

Sechsstreifiger Ausbau bei Würzburg

Östlich von Würzburg ist zwischen Kreuz Schweinfurt/Werneck und Kreuz Biebelried ein Ausbau auf sechs Spuren im Weiteren Bedarf eingestuft.

Lückenschluss bei Füssen

Im Juli 1999 wurde der einröhrige Grenztunnel Füssen nach Österreich eröffnet. Dieser Tunnel soll die umliegenden Gemeinden vor allem vom hohen Verkehrsaufkommen zur Urlaubszeit entlasten. Noch bis Mitte 2009 wird jedoch der Verkehr vom Autobahnende bei Nesselwang über verschiedene Strecken für PKW und LKW zum Grenztunnel geführt, was dort häufig zu Staus führt. Diese Lücke soll dann ein 15 Kilometer langes Teilstück schließen. Die Talbrücke Enzenstetten konnte von der bauausführenden Arge nicht vertragsgemäß fertiggestellt werden, sie wird 2009 zunächst nur einbahnig freigegeben, die zweite Brückenhälfte folgt dann im Jahr 2010.

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