Azraqiten

Die Azraqiten (arabisch ‏أزارقة‎, DMG Azāriqa) waren eine extreme charidschitische Sekte im Irak und im südlichen Iran gegen Ende des 7. Jahrhunderts.

Diese radikale Sekte der Charidschiten wurde von Nāfiʿ ibn Azraq begründet. Er vertrat die Lehre, dass die Nichtbefolgung der Satzungen der Sekte dem Abfall vom Islam gleichstehe, der den Tod für die Abtrünnigen und dessen gesamter Familie zur Folge hätte. Allerdings war die Tötung von Nichtmuslimen verboten.

Nach der Vertreibung der Charidschiten aus Basra (684) sammelten sich diese in Südpersien und nahmen den Kampf auf. In Folgezeit verwickelten sie unter ihrem „Kalifen“ Qatari ibn al-Fudscha die Truppen von Basra und später der Umayyaden im Irak und in Südpersien in heftige Kämpfe und konnten dabei auch mehrfach Erfolge erzielen. Erst nachdem die Sekte durch Spaltungen geschwächt war, konnte sie 698 von den Umayyaden unter al-Haddschādsch vernichtet werden.

Literatur

  • Stephan und Nandy Ronart: Lexikon der Arabischen Welt. Ein historisch-politisches Nachschlagewerk („Concise encyclopedia of Arabic civilization“). Artemis Verlag, Zürich 1972, ISBN 3-7608-0138-2.

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