Bad Grönenbach
Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Bad Grönenbach
Bad Grönenbach
Deutschlandkarte, Position von Bad Grönenbach hervorgehoben
47.87555555555610.221111111111718
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Bad Grönenbach
Höhe: 718 m ü. NN
Fläche: 42,03 km²
Einwohner:

5.274 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 125 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87730
Vorwahl: 08334
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 144
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
87730 Bad Grönenbach
Webpräsenz: www.bad-groenenbach.de
Bürgermeister: Bernhard Kerler
Lage von Bad Grönenbach im Landkreis Unterallgäu
Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Bad Grönenbach

Bad Grönenbach ist ein oberschwäbischer Markt im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Bad Grönenbach. Ihm wurde 1996 das Prädikat Kneippheilbad verliehen. Bereits 1954 war der Ort als Kneippkurort staatlich anerkannt worden.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bad Grönenbach liegt im Südwesten Bayerns rund 13 Kilometer südlich der kreisfreien Stadt Memmingen in der Region Donau-Iller in Oberschwaben. Nördlich von Bad Grönenbach beginnt die typische Allgäuer Hügellandschaft.

Ausdehnung des Gemeindegebietes

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Bad Grönenbach und Zell.

Zum Markt Bad Grönenbach gehören die Dörfer Bad Grönenbach, Gmeinschwenden, Herbisried, Hörpolz, Ittelsburg, Schulerloch, Thal, Zell sowie Ziegelberg. Zusätzlich existieren noch 19 Weiler und 17 Einöden in der Marktgemeinde Bad Grönenbach.[2] Das Gemeindegebiet erstreckt sich insgesamt über eine Fläche von 4.202 ha.[3]

Fläche
nach Nutzungsart][3]
Landwirt-
schafts-
fläche
Wald-
fläche
Gebäude-,
Frei- und
Betriebsfläche
Verkehrs-
fläche
Wasser-
fläche
Sport- und
Grünfläche
sonstige
Nutzung
Fläche in km² 26,55 10,31 3,18 1,56 0,34 0,05 0,04
Anteil an Gesamtfläche 63,2 % 24,5 % 7,5 % 3,7 % 0,8 % 0,1 % 0,1 %

Nachbargemeinden

Bad Grönenbach grenzt im Uhrzeigersinn an die Gemeinden Legau, Kronburg, Woringen, Wolfertschwenden, Böhen alle im Landkreis Unterallgäu, sowie im Landkreis Oberallgäu an die Gemeinde Dietmannsried.

Geschichte

Die Gegend der Marktgemeinde Bad Grönenbach war bereits sehr früh besiedelt. Im Jahre 15 v. Chr. besiegten die Römer die keltischen Vindelicer.[4] Ab 400 n. Chr. verfiel die römische Macht mehr und mehr. Die römische Bevölkerung zog sich nach Süden zurück. An ihrer Stelle besetzten germanische Thüringer und Alemannen den Illergau und vermischten sich mit den Galloromanen. Der Markt Grönenbach wurde im Jahr 1099 erstmals urkundlich erwähnt. Eine erste Erwähnung des Ortsadels findet bereits 727 statt, in dem von einem Gottschalk von Grönenbach berichtet wird, welcher in der Schlacht am Feilenforst gefallen ist.[5] Die erste Konsekration der Kirche fand am 27. Mai 1136 durch den Augsburger Bischof Walter statt.[6] Etwa ab Ende des 12. Jahrhunderts, nach dem Aussterben des Grönenbacher Ortsadels, bis zum Jahr 1482 regierten die Herren von Rothenstein, bis auf wenige Unterbrechungen, über Grönenbach. 1260 gehörte Grönenbach bereits als Lehen zum Stift Kempten.[7]

Nach dem Tod Ludwig von Rothenstein († 1482) fiel der Besitz über seine Schwester Corona von Rothenstein an die Herren von Pappenheim. Kaiser Friedrich III. verlieh der Gemeinde Grönenbach im Jahr 1485 das Marktrecht. Eine Begegnung der Brüder Christoph und Philipp von Pappenheim 1558 mit Johannes Calvin hatten diese so beeindruckt, dass sie den reformierten Glauben in ihrer Grafschaft einführten. Später stießen schweizerische und schwäbische Glaubensflüchtlinge dazu und festigten den Bestand der Gemeinde. Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde in Bad Grönenbach und die Schwestergemeinde in Herbishofen sind die ältesten in Bayern und gehören zu den ältesten in Deutschland.[8][9][10] In der Herrschaftszeit derer von Pappenheim vollzog sich somit die Reformation und auch die religiöse Spaltung in Grönenbach. Die Herrschaft Pappenheim endete mit dem Tod Alexanders II. von Pappenheim im Jahr 1612.

Der Besitz Grönenbach ging durch Erbe an seine Tochter Anna von Pappenheim. Diese war mit Otto Heinrich Fugger, Graf von Kirchberg-Weißenhorn in zweiter Ehe vermählt. Über diesen Weg kamen die Fugger in den Besitz Grönenbach. Unter Paul Fugger vollzog sich 1695 der vollständige Rückkauf von Grönenbach und Rothenstein an das Fürsstift Kempten an Rupert von Bodemann gegen einen Betrag von 60.000 Gulden.[11]

Es folgten nun die Jahre der Zugehörigkeit zum Fürststift Kempten als Pflegeamt bis zur Säkularisation im Jahr 1803. Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 ordnete den Ort Bayern zu. Grönenbach wurde im Jahr 1954 als Kneippkurort anerkannt. 1996 wurde Grönenbach das Prädikat Kneippheilbad verliehen und wird seitdem Bad Grönenbach genannt.

Religionen

Die Spitalkirche in Bad Grönenbach

Die größte Gruppe war im Jahr 2010 mit 56,71% römisch-katholisch, gefolgt von evangelisch (ev., lt.) mit 13,10% und ev.-ref. mit 10,82%.[12]

Religionsgemeinschaft Gesamt  % Männl. Weibl.
altkatholisch 4 0,07 1 3
evangelisch-lutherisch 724 13,10 327 397
evangelisch-reformiert 598 10,82 321 277
römisch-katholisch 3.133 56,71 1.498 1.635
ohne Angabe 1.066 19,29 583 483

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Grönenbach wurden 1840 2.213, 1987 dann 4.399, im Jahr 2000 5.091 und 2009 5.272 Einwohner gezählt.[13]

Jahr Einwohner
1840 (1. Dez.) 2.213
1871 (1. Dez.) 2.094
1900 (1. Dez.) 2.223
1925 (16. Jun.) 2.676
1939 (17. Mai) 2.626
1950 (13. Sep.) 3.992
1970 (27. Mai) 4.221
Jahr Einwohner
1987 (25. Mai) 4.399
2000 (31. Dez.) 5.091
2003 (31. Dez.) 5.156
2005 (31. Dez.) 5.135
2007 (31. Dez.) 5.191
2009 (31. Dez.) 5.272

Politik

Gemeinderat

Bundestagswahl 2009[14]
 %
60
50
40
30
20
10
0
45,4%
10,6%
16,9%
12,3%
6,0%
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2005
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-10,9%
-6,0%
+5,3%
+4,3%
+3,1%
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Der Gemeinderat Bad Grönenbachs setzt sich seit 1996 aus 20 Gemeinderatsmitgliedern zusammen. Die letzte Gemeinderatswahl fand im März 2008 statt. Der Gemeinderat wird für 6 Jahre gewählt. Die folgende Tabelle zeigt die Gemeinderatswahlergebnisse ab 1978:

Gemeinderat Bad Grönenbach: Wähleranteil und Gemeinderäte seit 1978

CSU

SPD

Grüne

FDP

Freie Wähler

Gemeinsame
Wahlvorschläge

Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Gemeinderat  %
1978–1984 67,05 12 11,08 1 6,14 1 15,73 2 100 16 69,10
1984–1990 59,33 10 14,16 2 26,51 4 100 16 75,00
1990–1996 52,93 9 16,30 2 25,18 4 5,59 1 100 16 71,40
1996–2002 47,46 10 16,09 3 29,05 6 7,40 1 100 20 66,50
2002–2008 50,67 10 19,16 4 23,39 5 6,78 1 100 20 60,80
2008–2014 41,34 9 16,19 3 8,05 1 34,41 7 100 20 56,30
Prozentanteile gerundet. Quellen: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung[15]

Wappen

Rathaus von 1936/1937
Wappen von Bad Grönenbach
Das Wappen wurde am 26. Januar 1838 durch König Ludwig I. von Bayern genehmigt.

Blasonierung: „In Grün ein silberner Schrägwellenbalken.“

1836 wünschte der Ort, der bisher kein Wappen besessen hatte, die beiden gleichgestalteten Burgen und Teile der Familienwappen früheren Grundherren, der Rotensteiner und der Marschälle von Pappenheim als Wappeninhalt, während die Kreisregierung einen heraldischen Hinweis auf die einstige Zugehörigkeit Grönenbachs zum Stift Kempten vorschlug. Da das Reichsheroldamt beide Lösungen verwarf, wurden 1837 zwei weitere Entwürfe eingereicht. Die Gemeinde beantragte die Ritterburgen der ehemaligen militum de Grunenbach auf einem grünen Hügel, aus welchem zwei Quellen entspringen, deren eine eine Badquelle vorstellt. Mit diesem Vorschlag hatte die Gemeinde aber wiederum kein Glück. Das Reichsheroldsamt entschied durch Gutachten vom 16. Oktober 1837 sich für den Entwurf des Dr. Zoer aus Immenstadt, der als „redendes“ Ortswappen einen grünen Wappenschild vorsah, durch den von der oberen rechten Ecke bis zur unteren linken ein silberner Bach sich schlängelt.[16] Grönenbach hatte damit nach mehreren Anläufen, aber noch früher als die meisten übrigen Gemeinden sein Gemeindewappen.

Der Entwurf und die Gestaltung des Wappens übernahm der Immenstädter Dr. Bernhard Zoer.

Siehe auch: Liste der Wappen im Landkreis Unterallgäu

Flagge

Flagge von Bad Grönenbach
Die Flagge wurde am 9. März 1936 durch Erlass des Reichsstatthalters genehmigt.

Die Flagge ist Grün - Weiß gestreift.

Städtepartnerschaften

Bad Grönenbach unterhält seit dem 25. August 1981 eine Partnerschaft mit der Gemeinde Castilenti in Italien in der Provinz Teramo.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hohes Schloss

Hohes Schloss in Bad Grönenbach

Das Wahrzeichen Bad Grönenbachs ist das im 12. Jahrhundert erbaute Hohe Schloss. Es bildet zusammen mit dem Schlossberg eine Einheit. Seit 1384 war das Hohe Schloss der Sitz der Herren von Rothenstein, ab 1482 der Sitz der Herren von Pappenheim. Später, 1613, ging das Hohe Schloss in den Besitz der Fugger. Ab 1695 bis zur Säkularisation gehörte das Hohe Schloss der Fürstabtei Kempten.[17] Nach der Säkularisation war ab 1803 ein königlich-bayerisches Amtsgericht im Hohen Schloss untergebracht. Später wurde das Hohe Schloss von Dominikus Ringeisen erworben und von den Ursberger Schwestern bewohnt. Das Hohe Schloss wurde 1996 vom Markt Bad Grönenbach erworben und wird seitdem u.a. für Ausstellungen und standesamtliche Trauungen genutzt. Im Rahmen von Führungen kann das Schloss besichtigt werden. Ein historisches Fest ist der Mittelaltermarkt Anno 1525 im Hohen Schloss zu Bad Grönenbach, der von dem Verein Die Schwarze Schaar e. V. veranstaltet wird. Der historische Hintergrund ist die Proklamation der zwölf Artikel in Memmingen während der Bauernkriege, die erste schriftliche Einforderung von Menschenrechten auf europäischem Boden.

Unteres Schloss

Unteres Schloss in Bad Grönenbach

Das Unteres Schloss wurde 1563 als Witwensitz von vier Brüdern derer von Pappenheim erbaut.[18] Später waren pappenheimische Beamte, sowie Beamte des Fürststifts Kempten hier untergebracht. Während der Säkularisation wurde das Untere Schloß 1803 durch den Bayerischen Staat eingezogen und gelangte später in Privatbesitz. Das Untere Schloss befindet sich seitdem in Privatbesitz.

Burg Rothenstein

Die Burg Rothenstein wurde im 11. Jahrhundert erbaut und war der Stammsitz derer von Rothenstein. Später ging die Burg in pappenheimischen Besitz über. Im Dreißigjährigen Krieg war die Burg Hauptquartier des schwedischen Feldmarschalls Carl Gustav Wrangel. Am 9. März 1873 stürzte die Burg, vermutlich aufgrund einer Erdsenkung, ein. Von der Burg, an der Grenze zwischen dem Allgäu und Oberschwaben, besteht nur noch eine Ruine.

Stiftskirche St. Philipp und Jakob

St. Philipp und Jakob in Bad Grönenbach

Die römisch-katholische Stiftskirche St. Philippus und Jakobus wurde erstmals am 27. Mai 1136 geweiht. Danach folgte ein gotischer Neubau, der am 15. Oktober 1445 geweiht wurde.[19] Von der Vorgängerkirche ist die romanische Krypta erhalten. Am Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts wurde die Stiftskirche als Simultankirche genutzt. Im Jahr 1663 wurde die Stiftskirche barockisiert. Innerhalb der Stiftskirche sind eine Reihe kunstvoller Epitaphien des ehemaligen Ortsadels angebracht.[20] Die Oberschwäbische Barockstraße führt mit ihrer Ostroute durch den Kurort, auch die Schwäbische Bäderstraße und der Bayerisch-Schwäbische Jakobusweg führen durch den Ort.

Spitalkirche Hl. Geist

Die Spitalkirche wurde 1479 gestiftet. Während des 30-jährigen Krieges wurde die Kirche 1633 zerstört. Ab dem Jahr 1649 wurde die Spitalkirche den reformierten Gläubigen, nach längeren Auseinandersetzungen, zum Gottesdienst überlassen. Ab dieser Zeit wurde die Spitalkirche wieder aufgebaut und ab 1723 wieder Gottesdienste abgehalten. Der Kirchturm wurde 1880 erbaut.[21] Die Spitalkirche wird von der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Bad Grönenbach genutzt.

Kollegiatstift

Neben der Stiftskirche St. Philipp und Jakob befindet sich das Kollegiatstift.[22] Das Kollegiatstift wurde 1479 von Ludwig von Rothenstein und seiner Gemahlin Jutta von Hürnheim gestiftet. Das Wappen des Stifterehepaares ist in der westlichen Aussenfassade angebracht. Das während der Säkularisation aufgelöste Kollegiatstift ist heute Pfarrhof der römisch-katholischen Gemeinde in Bad Grönenbach.

Sonstige Gebäude

Das Amtshaus Rothenstein als Verwaltungsgebäude derer von Rothenstein und Pappenheim als Zeugnis vergangener Verwaltungsstrukturen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 39, im produzierenden Gewerbe 419 und im Bereich Handel und Verkehr 184 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 523 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.766. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 113 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.554 ha, davon waren 372 ha Ackerfläche und 2.181 ha Dauergrünfläche.

Verkehr

Östlich von Bad Grönenbach führt die Illertalbahn mit einer eigenen Anschlußstelle in Thal vorbei. Ursprünglich sollte die Bahnlinie direkt an Bad Grönenbach vorbei führen, wurde 1862 dann jedoch noch auf die derzeitige Streckenführung umgeplant.[23]

Die nächste Autobahnanschlussstelle ist zwei Kilometer entfernt: Die Anschlussstelle Nr. 131 Bad Grönenbach der A 7.

Ortsansässige Unternehmen

Viele kleine und mittelständische Unternehmen prägen die Wirtschaftsstruktur. Daneben ist der Bereich Gesundheit stark vertreten: In Bad Grönenbach gibt es drei auf verschiedene Verfahren und Krankheiten spezialisierte Kliniken und zwei Kneipp-Sanatorien.

Bildung

Im Jahr 1999 existierten folgende Einrichtungen:

  • 225 Kindergartenplätze mit 172 Kindern
  • Eine Volksschule mit 32 Lehrern und 586 Schülern

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Marktes

  • Hans Jakob Pestalozzi (* 13. August 1707; † 24. April 1782), Gründer des Seidenfabrikations- und Bankhauses Frey & Pestalozzi
  • Johann Gottlieb Prestel (* 18. November 1739; † 5. Oktober 1808), Kupferstecher und Maler
  • Julius Stief (* 24. Dezember 1827; † 16. Mai 1896), Verleger und Politiker
  • Maximilian Huber (* 12. Februar 1833; † 12. Mai 1919), katholischer Theologe, Schriftsteller und Jesuitenpater
  • Hubert von Grashey (* 31. Oktober 1839; † 24. August 1914), Psychiater
  • Luitpold Dorn (* 17. April 1935; † 23. September 2007), Journalist und Autor
  • Notker Wolf (* 21. Juni 1940), Abtprimas der Benediktiner
  • Michael Habeck (* 23. April 1944; † 4. Februar 2011), Schauspieler, Synchronsprecher, Sänger

Weitere Persönlichkeiten

  • Sebastian Kneipp, war in den Jahren 1842/43 in Grönenbach, um bei Kaplan Merkle, einem weitläufig Verwandten, Latein zu lernen. Merkle bestärkte dabei Kneipp in dessen Wunsch, Priester zu werden.
  • Christoph Ludwig Koeberlin, (1794–1862) war Ortspfarrer und Botaniker in Grönenbach. Er führte Sebastian Kneipp in die Pflanzenheilkunde ein.


Panoramabild Bad Grönenbach, gesehen vom Stiftsberg Richtung Norden
Panoramabild Bad Grönenbach, gesehen vom Stiftsberg Richtung Norden

Literatur

  • Tilmann Breuer; Heinrich Kreisel und Adam Horn (Hrsg.): Stadt- und Landkreis Memmingen. Deutscher Kunstverlag, München 1959.
  • Maximilian Dietrich (Hrsg.): Der Landkreis Memmingen. Maximilian Dietrich Verlag Memmingen, Memmingen 1971, ISBN 3-87164-059-X.
  • Dr. Hermann Haisch (Hrsg.): Landkreis Unterallgäu. Memminger Zeitung Verlagsdruckerei GmbH, Memmingen 1987, ISBN 3-9800649-2-1.
  • Joseph Sedelmayer; Historischer Verein zur gesamten Förderung der Heimatkunde des Allgäus (Hrsg.): Geschichte des Marktfleckens Grönenbach. Kempten 1910.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Bad Grönenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. Bayerisches Landesbibliothek Online abgerufen am 13. November 2011
  3. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2010 - Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für den Markt Bad Grönenbach. 2011, S. 12.
  4. Joseph Sedelmayer; Historischer Verein zur gesamten Förderung der Heimatkunde des Allgäus (Hrsg.): Geschichte des Marktfleckens Grönenbach. Kempten 1910, S. 3.
  5. Ferdinand Eggmann: Geschichte des Illertahles. 1862, S. 251 ff.
  6. Joseph Sedelmayer; Historischer Verein zur gesamten Förderung der Heimatkunde des Allgäus (Hrsg.): Geschichte des Marktfleckens Grönenbach. Kempten 1910, S. 8.
  7. Joseph Sedelmayer; Historischer Verein zur gesamten Förderung der Heimatkunde des Allgäus (Hrsg.): Geschichte des Marktfleckens Grönenbach. Kempten 1910, S. 9.
  8. Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Bad Grönenbach abgerufen am 23. Dezember 2010.
  9. Evangelisch-reformierte Kirche abgerufen am 22. August 2011.
  10. Sonntagsblatt - Evangelische Wochenzeitung für Bayern, Ausgabe 48/2005 abgerufen am 21. August 2011.
  11. Alfred Weitnauer: Allgäuer Chronik, Daten und Ereignisse. 1971, S. 314.
  12. Bad Grönenbacher Marktnachrichten Nr. 266 Jahrgang 22, 2010, S. 16.
  13. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2010 - Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für den Markt Bad Grönenbach. 2011, S. 6.
  14. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2010 - Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für den Markt Bad Grönenbach. 2011, S. 8.
  15. Gemeinderatswahlen; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 09778144
  16. Klemens Stadler, Wappen der schwäbischen Gemeinden, S. 150.
  17. Tilmann Breuer; Heinrich Kreisel und Adam Horn (Hrsg.): Stadt- und Landkreis Memmingen. Deutscher Kunstverlag, München 1959, S. 114.
  18. Tilmann Breuer; Heinrich Kreisel und Adam Horn (Hrsg.): Stadt- und Landkreis Memmingen. Deutscher Kunstverlag, München 1959, S. 116.
  19. Tilmann Breuer; Heinrich Kreisel und Adam Horn (Hrsg.): Stadt- und Landkreis Memmingen. Deutscher Kunstverlag, München 1959, S. 111.
  20. Tilmann Breuer; Heinrich Kreisel und Adam Horn (Hrsg.): Stadt- und Landkreis Memmingen. Deutscher Kunstverlag, München 1959, S. 113.
  21. Tilmann Breuer; Heinrich Kreisel und Adam Horn (Hrsg.): Stadt- und Landkreis Memmingen. Deutscher Kunstverlag, München 1959, S. 114.
  22. Joseph Sedelmayer; Historischer Verein zur gesamten Förderung der Heimatkunde des Allgäus (Hrsg.): Geschichte des Marktfleckens Grönenbach. Kempten 1910, S. 152.
  23. Joseph Sedelmayer; Historischer Verein zur gesamten Förderung der Heimatkunde des Allgäus (Hrsg.): Geschichte des Marktfleckens Grönenbach. Kempten 1910, S. 267.

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