Bernhard Langer (Golfer)
Bernhard Langer
Bernhard Langer 2006-07-19.jpg
Personalia
Nationalität: DeutschlandDeutschland Deutschland
Spitzname: Mister Consistency
Karrieredaten
Profi seit: 1976
Derzeitige Tour: Champions Tour
Turniersiege: 81
Majorsiege: 2 (1985, 1993)
2 Senior Majors (2010)
Auszeichnungen: World Golf Hall of Fame (2002)

Bernhard Langer, OBE (* 27. August 1957 in Anhausen) ist ein deutscher Profigolfer. Er gehört zu den „Big Five“, einer Gruppe von Weltklasse-Golfern, die alle innerhalb von 12 Monaten geboren wurden, mindestens ein Major gewonnen und Europa im Ryder Cup konkurrenzfähig gemacht haben. Die anderen sind Seve Ballesteros, Nick Faldo, Sandy Lyle und Ian Woosnam. Langer ist der erste deutsche Golfspieler, der international Beachtung erlangte.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Pro-Tour

Langer startete seine Profi-Karriere 1976 als Golflehrer beim Golfclub Augsburg-Bobingen/Burgwalden. Als Playing Pro gewann er 1979 die Deutsche Golflehrermeisterschaft in Stuttgart auf dem Platz des Stuttgarter Golf-Club Solitude e.V., wo er ebenfalls 1982 die Lufthansa German Open und 1985 die American Express, die nationale Deutsche Meisterschaft gewann. Sein großer Durchbruch kam mit dem ersten Major Titel, dem Gewinn des US-Masters-Turnier am 14. April 1985 in Augusta/Georgia (USA).[1] Als erster Deutscher erhielt er den Siegespokal. Im Jahr 1986 war Langer die erste Nummer 1 der neu errichteten Golfweltrangliste. Im Jahr 1993 konnte Langer seinen Triumph in Augusta wiederholen und gewann sein zweites Major-Turnier. Im Jahr 2006 gewann Langer an der Seite von Marcel Siem die inoffizielle Mannschaftsweltmeisterschaft auf Barbados zum zweiten Mal (16 Jahre nach seinem ersten historischen Sieg, damals mit Torsten Giedeon).

Seit 2008 spielt Langer auf der nordamerikanischen Champions Tour (Bezeichnung bis 2002 Senior PGA Tour) der über 50-jährigen Profigolfer, die er auf Anhieb gewann. Zugleich belegte er 2008 und 2009 jeweils Platz 1 in der Geldrangliste der Champions Tour und wurde in beiden Jahren als bester Spieler (2008 zudem als bester Neuling (Rookie)) ausgezeichnet. Im Jahr 2010 gewann er an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden sowohl die Senior British Open als auch die Senior US Open.

Veranstalter

Nach dem Gewinn des Masters 1985 schwebte Langer eine German Masters nach amerikanischem Vorbild vor. Nach Unterzeichnung des Vertrages zwischen Langer, der International Management Group (IMG) und dem Stuttgarter Golf-Club Solitude e.V. fanden die ersten German Masters 1987 und in den Folgejahren bis 1991 als Mercedes German Masters in Stuttgart statt. Später fand dieses Turnier auf wechselnden Plätzen (u. a. Berliner Golf & Country Club Motzener See e.V. von 1994 bis 1997, Golf Club Gut Lärchenhof als Linde German Masters 1998 bis 2006) in Deutschland statt, wobei Langer dabei als Veranstalter fungierte. Von 2007 bis 2009 hieß das Turnier Mercedes Benz Championship und wurde nach dem Prinzip „Winners only“ auf der von Jack Nicklaus entworfenen Golfanlage Gut Lärchenhof in Pulheim bei Köln ausgetragen. Mit vier Titeln ist Langer selbst der Rekordsieger des Turniers.

Die 1990 gegründete Langer Sport Marketing GmbH, die maßgeblich von Bernhards Bruder Erwin geleitet wird, betreut neben der Mercedes Benz Championship auch noch andere Profiturniere, sowie kleinere Veranstaltungen im Nachwuchsbereich und Firmenevents.

Ryder-Cup

Nach zehn überwiegend erfolgreichen Ryder-Cup-Teilnahmen als Spieler führte er im Ryder Cup 2004 in Bloomfield Hills (USA) das europäische Team als Kapitän zum historischen 18,5:9,5-Sieg gegen die USA. Langer zählt neben Nick Faldo zu den erfolgreichsten europäischen Spielern im Ryder-Cup, sowohl hinsichtlich seiner Einsätze als auch seiner erzielten Punkte.

Zusammen mit seinem Bruder Erwin Langer war er bemüht, den Ryder Cup im Jahre 2018 erstmals nach Deutschland zu holen. Die Ausrichtung wurde jedoch nach Frankreich vergeben.

Auszeichnungen

  • 2006 wurde er von Ihrer Majestät Königin Elisabeth II. in Anerkennung seiner Verdienste um den Golfsport zum Officer of the Most Excellent Order of the British Empire (OBE ehrenhalber) ernannt.[2]
  • „Player of the Year“ auf der Champions Tour in der Saison 2009.

Privates

Langer ist seit 1984 mit der Amerikanerin Vikki Carol verheiratet. Sie haben zusammen vier Kinder: Jackie, Stefan, Christina und Jason. Die Familie wohnt in Boca Raton in Florida, sowie in Langers Geburtsort Anhausen.

Er ist Kuratoriumsmitglied des evangelikalen Vereins ProChrist, eines dem CVJM nahestehenden Organisators von Massenevangelisationsveranstaltungen.[3] Außerdem unterstützt er die christliche Sportorganisation SRS e. V..

Erfolge

Neben seinen beiden Mastersiegen 1985 und 1993 hat Langer über 40 Siege auf der European Tour sowie der PGA Tour erzielt.

Major-Siege (2)

Jahr Turnier 54 Löcher Sieg-Score Vorsprung Zweitplatzierte
1985 The Masters 2 Schläge Führung -6 (72-74-68-68=282) 2 Schläge SpanienSpanien Seve Ballesteros, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Raymond Floyd, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Curtis Strange
1993 The Masters 4 Schläge Führung -11 (68-70-69-70=277) 4 Schläge Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Chip Beck

Major-Turniere

Turnier 1976 1977 1978 1979
The Masters DNP DNP DNP DNP
US Open DNP DNP DNP DNP
The Open Championship CUT DNP CUT DNP
PGA Championship DNP DNP DNP DNP
Turnier 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989
The Masters DNP DNP CUT DNP T31 1 T16 T7 T9 T26
US Open DNP DNP CUT DNP DNP CUT T8 T4 CUT T59
The Open Championship T51 2 T13 T56 T2 T3 T3 T17 69 80
PGA Championship DNP DNP DNP DNP DNP T32 CUT T21 CUT T61
Turnier 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999
The Masters T7 T32 T31 1 T25 T31 T36 T7 T39 T11
US Open CUT CUT T23 CUT T23 T36 DQ CUT CUT DNP
The Open Championship T48 T9 T59 3 T60 T24 WD T38 CUT T18
PGA Championship CUT CUT T40 CUT T25 DNP 76 T23 DNP T61
Turnier 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
The Masters T28 T6 T32 CUT T4 T20 CUT CUT CUT CUT
US Open CUT T40 T35 T42 DNP T33 DNP DNP DNP DNP
The Open Championship T11 T3 T28 CUT DNP T5 CUT DNP DNP DNP
PGA Championship T46 CUT T23 T57 T66 T47 CUT DNP DNP DNP
Turnier 2010 2011
The Masters CUT DNP
US Open DNP DNP
The Open Championship DNP CUT
PGA Championship DNP DNP

DNP = nicht angetreten
WD = zurückgezogen
CUT = am Cut gescheitert
"T" = geteilter Rang

Senior Major-Siege (2)

Jahr Turnier 54 Löcher Sieg-Score Vorsprung Zweitplatzierte
2010 The Senior Open Championship 3 Schläge Führung -5 (67-71-69-72=279) 1 Schlag Führung Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Corey Pavin
2010 U.S. Senior Open geteilte Führung −8 (69−68−68−67=272) 3 Schläge Führung Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Fred Couples

Senior-Major-Turniere

Tournier 2007 2008 2009 2010 2011
Senior PGA Championship DNP 2 T17 T23 DNP
The Senior Open Championship DNP 4 4 1 T12
U.S. Senior Open DNP T6 T22 1 T9
The Tradition DNP T7 T17 T10
Senior Players Championship T13 T7 T5 T9

DNP = nicht angetreten WD = zurückgezogen CUT = am Cut gescheitert "T" = geteilter Rang

Literatur

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Der Spiegel, Heft 17/1985 vom 22. April 1985, Seite 176
  2. http://www.britischebotschaft.de/de/news/items/060111a.htm Auszeichnung von Königin Elisabeth II. für Bernhard Langer
  3. Kuratorium ProChrist e.V.

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