Billingshausen
Billingshausen
Flecken Bovenden
Koordinaten: 51° 36′ N, 10° 2′ O51.59666666666710.028888888889Koordinaten: 51° 35′ 48″ N, 10° 1′ 44″ O
Einwohner: 727 (30. Nov. 2008)
Postleitzahl: 37120
Vorwahl: 05594

Billingshausen ist ein Ortsteil des Fleckens Bovenden in Niedersachsen. Es besteht aus Oberbillingshausen im Südosten und Unterbillingshausen im Nordwesten des Ortes.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Blick von Westen auf (Unter-)Billingshausen

Billingshausen liegt im oberen Rodetal auf beiden Seiten des Rodebaches, dessen Quellen sich südlich und östlich des Ortes befinden. Südlich und westlich des Ortes steigt der Steilhang des Plessforstes auf, südöstlich die Lippberge.

Geschichte

Seit wann Billingshausen kontinuierlich besiedelt ist oder wann der Ort gegründet wurde, ist wie bei den meisten Orten unbekannt. Eine erste schriftliche Erwähnung findet sich in den Traditionen des Klosters Corvey aus der Zeit um 970-972 als Billugeshusen. Die Nennung in dieser Urkunde wird jedoch von einzelnen Historikern auch auf andere Orte gleichen oder ähnlichen Namens bezogen. Weitere schriftliche Nennungen gibt es um 1200 und 1262 als Billingeshusen. Der Name setzt sich aus dem Personennamen „Billing“ bzw. „Billung“ und der häufigen Ortsnamensendung „-hausen“ zusammen. Ein Zusammenhang mit dem Geschlecht der Billunger liegt nahe, ist aber nicht nachgewiesen.[1] Der erste schriftliche Hinweis auf die Existenz von Oberbillingshausen findet sich in einer Urkunde aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, im Jahre 1306 wird Niedern Billingeshusen eindeutig in einer Urkunde genannt.[1] Spätestens zu Beginn des 14. Jahrhunderts haben also beide Ortsteile als getrennte Siedlungen existiert. Während Unterbillingshausen im Herrschaftsgebiet der Grafen von Hardenberg lag, gehörte Oberbillingshausen zur Herrschaft Plesse. Im späteren Verlauf der Ortsgeschichte fiel Oberbillingshausen an den Landkreis Göttingen, während Unterbillingshausen zum Hardenberger Gericht und anschließend zum Landkreis Northeim zählte. Die Pfarrkirche für beide Orte sowie für die Nachbarorte Spanbeck und Holzerode befand sich bis 1540 in Unterbillingshausen. Durch die Einführung der Reformation in der Herrschaft Plesse änderten sich jedoch die konfessionellen Verhältnisse, seitdem übten beide Dörfer, sowie die umliegenden Ortschaften Spanbeck, Eddigehausen und Holzerode die jeweilige Konfession der Landesherren aus. Bis heute sind viele Bewohner Oberbillingshausens evangelisch-reformiert und die Unterbillingshäuser evangelisch-lutherisch.

Einen wichtigen Einschnitt bedeutete für die Einwohner Ober- und Unterbillingshausen die Eröffnung des Kalibergwerks "Königshall-Hindenburg" im Jahre 1918. Für die weiteren 20 Jahre sollte der Betrieb nun der wichtigste Arbeitgeber vor Ort, sowie im Rode-, Bevertal und den angrenzenden Nachbargemeinden sein. 1938 suchte dem Kalischacht ein Laugeneinbruch heim, dennoch wurde das Bergwerks nach dem Krieg, zwischen den Jahren 1946 bis 1967, weitergeführt. Im Zuge der Gebietsreform 1973 wurden Ober- und Unterbillingshausen zusammengefasst.

Religion

Die Evangelisch-lutherische St.-Martini-Kirchengemeinde wurde zum 1. Januar 2010 aufgehoben.[2]

Wirtschaftliche Schwerpunkte

Der Ort Billingshausen ist aus wirtschaftlicher Sicht stark landwirtschaftlich geprägt. Neben der Viehzucht und -haltung gewinnt die Pferdewirtschaft zunehmend an Bedeutung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der Hünstollen, eine frühgeschichtliche Wallanlage mit Aussichtsturm etwa 2,5 km südöstlich des Ortes, sowie die Ruine der Burg Plesse etwa 4 km westlich des Ortes sind beliebte Wanderziele im Plessforst.

Einzelnachweise

  1. a b Kirstin Casemir, Uwe Ohainski, Jürgen Udolph: Die Ortsnamen des Landkreises Göttingen. In: Jürgen Udolph (Hrsg.): Niedersächsisches Ortsnamensbuch (NOB). Teil IV, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2003, ISBN 3-89534-494-X, S. 50ff.
  2. Kirchliches Amtsblatt für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers 1/2011, S. 57

Weblinks


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