Bodenwerder
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bodenwerder
Bodenwerder
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bodenwerder hervorgehoben
51.9666666666679.516666666666776
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Holzminden
Samtgemeinde: Bodenwerder-Polle
Höhe: 76 m ü. NN
Fläche: 28,92 km²
Einwohner:

5.582 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 193 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37619
Vorwahl: 05533
Kfz-Kennzeichen: HOL
Gemeindeschlüssel: 03 2 55 003
Adresse der
Stadtverwaltung:
Münchhausenplatz 1
37619 Bodenwerder
Webpräsenz: www.bodenwerder.de
Bürgermeister: Friedrich-Wilhelm Schmidt (CDU)
Lage der Stadt Bodenwerder im Landkreis Holzminden
Hessen Nordrhein-Westfalen Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Hildesheim Landkreis Northeim Arholzen Bevern (Landkreis Holzminden) Bevern (Landkreis Holzminden) Bodenwerder Boffzen Boffzen Derental Derental Derental Derental Boffzen (gemeindefrei) Brevörde Deensen Deensen Deensen Grünenplan (gemeindefrei) Grünenplan (gemeindefrei) Grünenplan (gemeindefrei) Delligsen Dielmissen Eimen Eimen (gemeindefrei) Eschershausen Eschershausen (gemeindefrei) Eschershausen (gemeindefrei) Fürstenberg (Weser) Golmbach Halle (Weserbergland) Hehlen Hehlen Heinade Heinade Heinade Heinsen Heyen Holenberg Holzen (bei Eschershausen) Holzminden Holzminden Holzminden (gemeindefrei) Kirchbrak Lauenförde Lenne (Niedersachsen) Lüerdissen Merxhausen (gemeindefrei) Negenborn Ottenstein (Niedersachsen) Pegestorf Polle Stadtoldendorf Vahlbruch Wangelnstedt Wenzen (gemeindefrei)Karte
Über dieses Bild
Bodenwerder mit Weser
Bodenwerder bei Hochwasser der Weser

Bodenwerder ist eine Kleinstadt im niedersächsischen Landkreis Holzminden.

Die Stadt Bodenwerder ist Sitz der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle und liegt im Weserbergland. Bekannt geworden ist sie vor allem als Geburtsort und langjähriger Wohnsitz des „Lügenbarons“ Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Ort liegt zwischen Hameln und Holzminden an der Oberweser. Südöstlich davon liegt der Vogler. Bei Bodenwerder mündet die Lenne in die Weser.

Stadtgliederung

Geschichte

Merian-Stich von Bodenwerder um 1654

In der Nähe des Klosters Kemnade entstand nach 960 n. Chr. auf einer Weserinsel gegenüber der Lennemündung eine Marktsiedlung mit Namen Insula (Werder, als ursprünglichen Sinne einer Insel in einem Fluss).

1245 kaufte Ritter Heinrich II. von Homburg vom Kloster Corvey die Siedlung und gab ihr am 29. Januar 1287 die Stadtrechte. Erste Erwähnung von „consules“ erfolgte 1284. 1289 existierte bereits eine wichtige Brücke über der Weser, die eine Verbindung zwischen den damaligen Hauptverbindungen zwischen Hameln-Paderborn und Einbeck-Frankfurt herstellte.

Um 1340 entstand durch grundherrlichen Akt eines der Homburger Bodonen eine planmäßig erbaute Anlage mit Mauern und Türmen, daher die Ableitung zum heutigen Stadtnamen aus „Bodonis insula“, „Insel des Bodo“: „Bodenwerder“.

Nach dem Aussterben der Homburger 1409 gehört die Stadt zu Braunschweig-Lüneburg, 1521 endgültig nach der Hildesheimer Stiftsfehde zum Fürstentum Calenberg unter Erich I..

Ab 1418 Erwerb von umfangreichem Forstbesitz im Vogler.

Zwischen 1460 und 1470 wurde die gotische Pfarrkirche St. Nikolai als dreischiffige Hallenkirche erbaut. Im Glockenturm befindet sich noch heute eine Glocke von 1471. 1542/43 wurde die Reformation eingeführt. In der Kirche befindet sich ein Taufstein von 1608. 1899/1900 wurde im Süden der Kirche ein neuer Chorraum geschaffen, 1960/62 erfolgte eine einschneidende Umgestaltung des Kirchenraumes mit Inventarien.

1750 zog sich Baron Münchhausen auf sein Gut in Bodenwerder zurück und erzählte dort Freunden seine Lügengeschichten.

Während der Industrialisierung siedelten sich Binnenschiffswerften (darunter die Arminiuswerft) und Baustoffindustrien (unter anderem ab 1946 die Vereinigten Baustoffwerke Bodenwerder, ab 1961 bekannt mit der Weltmarke Rigips) an. Bodenwerder gehört zu dieser Zeit zum Kurfürstentum Hannover, ab 1814 Königreich Hannover. Mit der Annexion Hannovers 1866 kommt auch die Stadt Bodenwerder zu Preußen.

1935 erwarb die Stadt das Herrenhaus des 1797 verstorbenen Karl Friedrich Hieronymus Freiherr von Münchhausen und nutzt es als Rathaus und integrierte ein Erinnerungszimmer an den Baron Münchhausen.

1886 erfolgte die erfolgreiche Erbohrung einer jodhaltigen Solequelle. 1972 wurden die Ortschaften Kemnade, Rühle, Linse und Buchhagen eingemeindet.

Religionen

In Bodenwerder gibt es zwei evangelisch-lutherische Gemeinden (Pfarramt I und II) mit den Kirchen St. Nikolai und der evangelischen Klosterkirche St. Marien in Kemnade. Weiter findet sich dort die römisch-katholische Pfarrei St. Maria Königin. Daneben existiert eine neuapostolische Kirchengemeinde. Weiterhin gibt es eine freie evangelische Gemeinde, mit Namen Generation Church - Kirche für alle Generationen.

Im Ortsteil Buchhagen befindet sich ferner das kleine abgelegene, gebäudemäßig noch im Aufbau begriffene orthodoxe Dreifaltigkeitskloster. Es existiert seit Anfang der 1990er Jahre und ist das erste deutsche orthodoxe Kloster weltweit. Formal (kirchenrechtlich) untersteht es der Metropolie der bulgarisch-orthodoxen Diözese von West- und Mitteleuropa.

Einwohnerentwicklung

  • 1860: 1.300 Einwohner
  • 1933: 1.840 Einwohner
  • 1. Januar 1973: 5.967 Einwohner
  • 25. Mai 1987: 6.029 Einwohner
  • 1996: 6.450 Einwohner
  • Juni 2007: 5.875 Einwohner[2]
  • 31. Dezember 2008: 5.762 Einwohner


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Münchhausen-Brunnen am Münchhausenmuseum

Museum

  • Münchhausenmuseum

Bauwerke

  • Bismarckturm auf dem Eckberg (errichtet 1913, eingeweiht am 21. September 1913)
  • romanische Klosterkirche St. Marien im Ortsteil Kemnade
  • Wehrkapelle gegenüber der Klosterkirche
  • Kapelle St. Gertrudis (Galerie Corvinus)
  • Stadtkirche St. Nicolai
  • Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung (Bastion und Torturm)

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Lichterfest an der Weser mit dem größten Höhenfeuerwerk Norddeutschlands (2. Samstag im August)
  • Verleihung des Münchhausen-Preises (Mai)
  • Münchhausen-Spiel (jeden 1. Sonntag von Mai bis Oktober am Rathaus)
  • Münchhausen-Musical (jeden 2. und 4. Sonntag von Mai bis September)
  • Kirschblütenfest in der Rühler Schweiz (April)
  • Schlossparkbeleuchtung im Hehlener Schloss (August, alle 2 Jahre)
  • Pflastermaler-Wettbewerb in der Innenstadt (September)
  • Tag des offenen Denkmals (September)
  • Adventskonzert der Chöre, Klosterkirche Kemnade (Dezember)
  • Sterntalermarkt (Dezember)
  • Kulturzentrum KulturMühle

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bodenwerder liegt an den Bundesstraßen 83 und 240 und an der Landesstraße 587, sowie am Weserradweg.

Schienenverkehr

Siehe: Vorwohle-Emmerthaler Eisenbahn-Gesellschaft

Unternehmen

Öffentliche Einrichtungen

  • Wertstoffsammelplatz der Abfallwirtschaft des Landkreises Holzminden in Kemnade (seit 1991)
  • Ortsfeuerwehr Bodenwerder

Bildung

  • Oberschule Bodenwerder
  • Münchhausenschule -Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen
  • Grundschule Bodenwerder
  • Städtischer Kindergarten

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Louis Adolf Heinrich Knopf (1832-1919), Geheimer Sanitätsrat, Arzt und Ehrenbürger der Stadt Bodenwerder

Söhne und Töchter der Stadt

weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. http://www.nls.niedersachsen.de/Download/StatistischeBerichte/AI2_hj1_2007.pdf

Literatur

Die Landschaft um Bodenwerder ist Schauplatz von Wilhelm Raabes Roman „Alte Nester“ von 1881.

Weblinks

 Commons: Bodenwerder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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